KOMMENTIERTER MEDIENSPIEGEL
INHALT:
- EINE STELLUNGNAHME VON ÖFF!ÖFF! (UND UWE) ZU MEDIEN-BERICHTEN (plus einer Richtigstellung von TüTü)
- DAS BUCH VON OLAF GILLNER “DER GEHEIMNISVOLLE WALDMENSCH” UND KOMMENTARE DAZU
- DIE 5 BILD-ZEITUNGS-ARTIKEL VOM OKTOBER 2005 UND EIN KOMMENTAR VON ÖFF!ÖFF! UND MONI DAZU
- DER BILD-ZEITUNGS-ARTIKEL VOM 12.9.2007 UND EINIGE KORREKTUREN VON ÖFF!ÖFF! DAZU
- DER ARTIKEL “WALDMENSCH UND MEDIEN-DARLING” IN “PUNKT – DAS MAGAZIN DES FH-STUDIENGANGS JOURNALISMUS WIEN” VOM 17.12.07
- DER BILD-ZEITUNGS-ARTIKEL VOM 21.1.2008 UND EINIGE KORREKTUREN DAZU VON ÖFF!ÖFF!
- DER ARTIKEL ‘Öff!Öff!: WALDFEE IRI IST JETZT SEINE WALDGÖTTIN’ IM ‘OBERLAUSITZER KURIER’ VOM 12.03.08
- TEXTMATERIAL ZUM CNN-INTERVIEW MIT ÖFF!ÖFF! ÜBER DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE VOM 14.11.08
- DER ARTIKEL “DIE MORAL-BOMBE” IN DER ZEITSCHRIFT KURSKONTAKTE DEZEMBER 08/ JANUAR 09
- DER ARTIKEL ‘DER WALDMENSCH ÖFF!ÖFF! IST JETZT WIEDER SOLO’ IM OBERLAUSITZER KURIER’ VOM 8.01.09
- DER ARTIKEL IN DER BILD-ZEITUNG VOM 17.02.2009: “HAB ICH EINEN KNALL, HERR PROFESSOR? WALDMENSCH ÖFF-ÖFF MUSS ZUM PSYCHO-DOKTOR”
- EIN LESERBRIEF IM OBERLAUSITZER KURIER VOM 21.2.09: “NICHT AUF ÖFF!ÖFF! RUMHACKEN!”
- VORBEMERKUNG ZU DEN ARTIKELN IN “DIE ANDERE REALITÄT” UND IN BILD: “JETZT IST DER BART AB!”, DIE “DOPPELROLLE” VON “SURVIVAL-WALDMENSCH” UND “LEBENSBERATER IM ANZUG” BETREFFEND…
- DER ARTIKEL “ÖFF!ÖFF! – DER WALDMENSCH” AUS DER ZEITSCHRIFT “DIE ANDERE REALITÄT ” WISSENSCHAFTLICHE ZEITUNG FÜR PARAPSYCHOLOGIE, BODENSTÄNDIGE ESOTERIK UND SPIRITUELLE ÖKOLOGIE”, 27. JAHRGANG, NR. 3 – 2009 MAI/JUNI/JULI
- DER ARTIKEL IN DER BILD-ZEITUNG VOM 17.4.2009: “JETZT IST DER BART AB!”
- SÄCHSISCHE ZEITUNG 18.4.09: “BEI ‘ÖFFÖFF’ IST DER BART JETZT AB!”
- “WORT TRIFFT BILD”-INTERVIEW VOM APRIL 09
———————————————————————————-
———————————————————————————-
Stellungnahme von Öff!Öff! (Jürgen Wagner) zu den laufenden Medienberichten
Liebe Dorfbewohner/innen von Pommritz,
in Anbetracht der häufigen Zeitungs- und Fernsehberichte über die „Waldfamilie“ ist mir wichtig, Ihnen einige Erklärungen abzugeben.
Vieles vor allem in den Bild-Zeitungsberichten Veröffentlichte ist Märchen, verzerrt und verfälscht dargestellt.
Wahr ist, dass ich mit meiner Lebensweise seit 16 Jahren extreme Bedingungen auf mich nehme, wie Kälte, Witterungsverhältnisse, räumlich sehr engen Wohnraum, zeitweisen Nahrungsverzicht und Einschränkung der Nahrungsauswahl, Verzicht auf Schutz von Leib, Leben, Ruf und Eigentum durch Gewaltanwendung, Verzicht auf soziale Absicherung. Dieses Leben führe ich deshalb, um ein Zeichen zu setzen, wie dringend notwendig ich eine Beendigung der Zerstörungen durch Geld-, Macht-, Besitz- und Genussgier, Hass, Gleichgültigkeit, Gewalt und Betrug halte, damit die Erde weiterhin als unser Lebensraum bestehen kann und allen Menschen auf der Welt Menschenrechte und würdige Lebensbedingungen zuteil werden.
Falsch ist, dass ich mich ausschließlich aus der Wildnatur ernähre. Zum größeren Teil esse ich Nahrungsmittel aus Lebensmittelmärkten, die sonst verderben würden, um dadurch Zeit und Energie frei zu haben für idealistische Arbeit – Korrespondenz, Friedensarbeit und Öffentlichkeits- arbeit. Meine Erfahrungen in Ernährung mit Insekten und Schnecken sind sehr begrenzt, ich halte dieses Gebiet (in Anbetracht möglicher baldiger extremer Nahrungsknappheit und der Vergrößerung der Unabhängigkeit der Nahrungsmittelversorgung vom gängigen System) für sehr wichtig und wir sind mitten im Erforschen gangbarer Wege.
Was die Rolle von Technik anbetrifft, so halte ich ihren Einsatz im Bereich von Waffen, Vergnügung, Verkehr und Bequemlichkeit für fehl am Platz oder stark überzogen. Gezielten verantwortungsvollen Einsatz von Technik befürworte ich, bin selbst dankbar, dass ich geschenkt Mobiltelefon und Computer für Bürozwecke nutzen kann.
Die Berichte selbst halte ich einerseits für ein gutes Beispiel, wie Informationen und Meinungen von Medienvertretern gemacht werden. Andererseits begrüße ich sehr, dass das Thema “Leben und überleben in der freien Natur, einfache materiell bescheidene Lebensweise mit Schonung der Naturkreisläufe“ durch die Berichte in die Öffentlichkeit gebracht wird, weil ich es für einen wichtigen Teil des Lösungsansatzes für die heutigen Weltprobleme halte. Tiefer gehende Berichte nehmen auch auf unsere Grundwerte der Gewaltfreiheit und des Teilens nach Bedürfnissen Bezug (von uns auch „schenkende Liebe“ genannt).
Bezüglich Medienvertretern gebe ich bereitwillig auf Fragen Auskunft. Den Anspruch auf wahrhaftige Berichterstattung habe ich und teile ihn auch mit, verzichte aber auf Durchsetzung mit Gewalt und überlasse dem Gewissen der Reporter die Darstellung in den Medien. Steigerung der Wahrhaftigkeit in der Medienkultur halte ich für dringend erforderlich, allerdings muss die meiner Ansicht nach durch Einsicht und freiwilliges Umschwenken der Medienvertreter aus gewissensmässiger Überzeugung geschehen
Verletzung oder Rufschädigung von Außenstehenden durch Berichte ist nicht meine Absicht und bedaure ich aufrichtig, so geschehen. In einem Bericht sei erwähnt worden, „Nachbarn hätten sich über Johannas Geschrei beschwert und wir seien deswegen vertrieben worden“. Uns ist nichts dergleichen bekannt geworden, im Gegenteil sind wir dankbar für die freundliche Aufnahme und Unterstützung, die Moni und Johanna in dem halben Jahr Aufenthalt in Pommritz erfahren haben. Ich bin auch bereit, mich für Richtigstellung verkehrter Mediendarstellungen einzusetzen, bitte Sie aber darum, nicht mich als Verantwortlichen für die Inhalte der Berichte zu betrachten, weil ich prinzipiell den Medienvertretern freie Hand lasse in der Gestaltung ihrer Veröffentlichungen. Ich will anderen Menschen die Freiheit geben, Gutes oder Schlechtes zu tun und dies an ihrem eigenen Gewissen zu messen („Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden“, Rosa Luxemburg).
Falls weitere Fragen und Rückmeldungen zu Berichten bestehen, begrüße ich, wenn Sie sie mir direkt mitteilen. Ich beantworte sie nach besten Kräften (oeffi2004@yahoo.de, Öff!Öff!, Biotopia, beim Gasthof zur gemauerten Mühle, Kittlitz).
Ich grüße das natürliche göttliche Licht in Allen,
Öff!Öff! (Jürgen Wagner)
Zusatz von Uwe W. Haspel, Friedensgarten:
Sehr schätze ich Öff!Öff!s Einsatz in Anbetracht der Weltprobleme. Ich hab die feste Gewissheit, dass wir Menschen untereinander und mit unseren Mitwesen in Frieden leben können und alle Menschen auf der Erde Nahrung, sauberes Trinkwasser, Menschenrechte und würdige Lebensumstände bekommen können, wenn wir uns auf Gott, unser aller Ursprung und Lebensquelle besinnen und jeder an seinem Platz ein verantwortliches Leben führt, vergleichbar mit einer gesunden Zelle im Organismus Erde.
Uwe W. Haspel
————-
Und eine Richtigstellung von TüTü bzgl. mehrfachen Falschdarstellungen in Medien:
Richtigstellung von Medienberichten bzgl. TüTü
——————————————
DAS BUCH VON OLAF GILLNER “DER GEHEIMNISVOLLE WALDMENSCH” UND KOMMENTARE DAZU
Öff! Öff! der geheimnisvolle Waldmensch |
Sein Glücksrezept von Essen bis Liebesleben
|
Kommentare zum neuen Buch über Öff!Öff! |
| Das neue Buch über Öff!Öff! sorgt für Wirbel in der “Schenker- Bewegung”. Viele Mitstreiter können sich mit Öffis narzistischen Selbstdarstellungen überhaupt nicht identifizieren und distanzieren sich ausdrücklich. |
Stellungnahme der Schenker-Bewegung in Wendisch Paulsdorf zu dem neu erschienenen Buch über den “Schenker Öff!Öff!”
Es ist nicht das erste Mal, dass mit dem In dem Buch wird er als selbstverliebter, chauvinistischer Frauenheld dargestellt. Die Bilder, aus denen das Buch hauptsächlich besteht, zeigen nur ein einziges Motiv – Öff!Öff!, und ähneln mehr einem Softporno, denn einer themengerechten Illustrierung von Öff!Öff!’s Leben. “Schenker-Bewegung” ist eine anarchistische Gemeinschaft, in der jeder Schenker die Freiheit haben soll, sich in einer Weise auszuleben, wie er/sie das will – solange er/sie dabei nicht gegen den kleinsten nötigen Einigungsnenner verstößt. Es steht außer Frage, dass Öff!Öff! die Freiheit besitzen soll, an solcher Art der Öffentlichkeitsarbeit mitzuwirken und auch die Freiheit besitzen soll, seine eigene Würde durch den Dreck zu ziehen, in dem Maße, wie er das will. Uns ist nur wichtig, daran zu erinnern, dass dabei unter Umständen nicht nur seine eigene Würde verletzt wird, sondern – weil man ihn eben in Verbindung mit der gesamten “Schenker-Bewegung” sieht und er noch dazu die wichtigste Präsentationsfigur der “SB” ist – auch die Würde anderer Mitglieder der “SB” verletzt wird. Uns ist deshalb wichtig zu betonen, dass dieses Buch eine private Abmachung zwischen dem Autor und Öff!Öff! ist, und die restliche SB nichts mit der Entstehung dieses Buches zu tun hat und sich auch nicht richtig in dem Buch repräsentiert vorkommt. Wir wünschen uns von Öff!Öff! – ohne die Freiheit von Öff!Öff! oder irgendeinem anderen Mitglied der SB beschneiden zu wollen – in Zukunft mehr Respekt vor den Gefühlen der restlichen idealistischen Mitstreiter. Wir wollen uns auf diesem Wege ganz ausdrücklich von dem Inhalt dieses Buchs distanzieren. Florian, Iri und Saxwolf in Wendisch Paulsdorf |
Antwort von Öff!Öff! bzgl. Buchkritik |
Als Schenker habe ich eigentlich nur auf den Schutz der Schenker- (Grund-)Ideale bzw. auf die ‘Einigungsnenner-Basis und -Freiheit’ von Schenker-Bewegung zu achten, daß da keine absichtlichen wesentlichen Widersprüche zu passieren – bei Schenker-Verbündeten bzgl. Theorie- Zustimmung, bei Schenkern bzgl. Theorie und Praxis…Ich habe als Schenker mein ganzes Leben nach bestem Wissen und Gewissen nach diesen Idealen zu interpretieren und zu praktizieren, das aber in völliger Gewissens-Freiheit… Das tue ich… Andere Schenker und Verbündete haben ihre völlige Gewissensfreiheit, sehr verschiedene Positionen oder praktische Aktionen für richtig zu halten…
Insofern ist ein Vorgang wie hier, daß ich meine Art von Öffentlichkeits- arbeit mache, und andere das z.T. sehr verkehrt finden, für Schenker- Bewegung völlig in Ordnung, und die große mögliche Toleranz und ‘Verschiedenheit in Einheit’ wird in Schenker-Bewegung als ein großer Reichtum betrachtet! Für mich bedeutet die ‘Logik der Gewaltfreiheit’, anderen Menschen größtmögliche Freiheit zu geben, auch zu aus meiner Sicht Verkehrtem. Deshalb halte ich asozialen Kriminellen, die wir so bedingungslos wie möglich in unseren ‘Häusern der Gastfreundschaft’ aufnehmen, ‘die andere Wange hin’… Deshalb gebe ich Medien-Leuten die Freiheit, aus meinen immer wahren Informationen alles Mögliche (auch Verzerrtes und Schlechtmachendes) zu veröffentlichen… (Siehe dazu auch meine ‘Stellungnahme…’ im ‘Medienspiegel’ weiter unten hier auf der Home- page). Und deshalb können mich andere Schenker-Bewegte hier so kritisieren wie bzgl. des Buches… Das Buch von Olaf ist im Wesentlichen ein Interview, zu dem ich als Beschreibung der Schenker-Philosophie voll stehe. Wenn er dabei auch, unter anderem, den Aspekt herausstellen wollte, daß so ein Leben nicht nur Qual ist, sondern ‘sexy’ sein kann (durch (sucht-)freies, gesundes, ‘potentes’, schönes, liebevolles, tief- und fein-sinniges, zärtliches, kuscheliges usw. Sich-Ausleben-Können), ist das in meinen Augen nicht unpassend. Und darf angemessen erwähnt werden. Auswahl und Untertitelung der Fotos ist von Olaf, in voller Freiheit… Fast überall in unserer Welt wird mit Liebe bzw. Sex geworben. Wo wird wieviel eingehalten? Ist doch fast immer nur hochgradig Konsum- oder Sucht-Ersatzbefriedigung…
In 17 Jahren von Schenker-Bewegung bringt Olaf nun das erste Buch heraus. Jeder hat seine große Freiheit. Statt nur negativer Kritik könnten Andere aber vielleicht besser positive Alternativen entgegensetzen… Besser machen! ‘Wer nichts macht, macht auch keine Fehler!’ Laßt uns alle unsere große Freiheit zu ‘Verschiedenheit in Einheit’ kreativ, produktiv und konstruktiv nutzen!!! Ich grüße das Natürliche (Göttliche) Licht in Allen, das Öff!Öff! alias Jürgen Wagner |
Kommentierter Medienspiegel: BILD-Artikel vom Oktober 2005
Artikel 1 vom 10.10.2005:
((Titel der bundesweiten Ausgabe:)) „Der Lausitzer Waldmensch und sein glückliches Baby“
((Titel der dresdner Ausgabe:)) „Lebt ein Baby im Wald glücklicher?“
„Die kleine Johanna schläft auf Moos, eingepackt in Schafsfell, ist den ganzen Tag an der frischen Luft. Ihr Papa ist ein Waldmensch.“
Die Fragestellung der (dresdner) Überschrift ist, bezogen auf die Zielsetzung von Schenker-Selbstversorgungsprojekten, eine durchaus korrekte und wesentliche Frage…
Wir beziehen uns im folgenden bzgl. ‘Theorie und Praxis von Schenker-Selbstversorgungsprojekten’ hauptsächlich auf die „Allgemeine Vorstellung der Schenker-Bewegung“ und auf die Entwicklung von Konzepten für das Selbstversorgungsprojekt „Friedensgarten“ sowie deren ansatzweise Umsetzung.
Das letztere, die Konzepte für den „Friedensgarten“, möchten wir zu Beginn etwas erläutern (mit Betonung der für das Thema hier interessantesten Aspekte):
Wir Schenker kamen 1998 nach Pommritz vor allem auf die Einladung des „LebensGutes Pommritz“ hin – ausgesprochen vom Vorsitzenden des Vereins ‘Neue Lebensformen’ Maik Hosang -, an ihrem Projektelement einer sogenannten „Waldgarten-Randsiedlung“ teilzunehmen, einem Versuch, die mögliche Einheit zwischen einer möglichst naturbelassenen bzw. permakulturell gestalteten Landschaft und darin lebenden ‘Naturmenschen’ zu demonstrieren. In diesem Sinne wollten wir „Randsiedler“ des „Waldgartens“ werden… Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten innerhalb der LebensGut-Gemeinschaft gelang diese gemeinsame Projektarbeit erst einmal nicht so recht. Aber insbesondere im letzten Jahr (2004) wurde uns diese Projektmitarbeit von Maik Hosang, dem Vorsitzenden des LebensGut-Vereins, erneut angeboten und uns „moralische Nutzungsrechte“ für ein Erdloch im Waldteil des Waldgartens zugesprochen, welches dann auch im wesentlichen, bis auf kleine Restarbeiten, von uns gebaut wurde. Seitdem sehen wir uns (unter anderem, neben den anderen nötigen Rollen als Schenker, siehe den „Allgemeinen Vorstellungstext“) in der Rolle, dort das Leben von „Waldmenschen“ vorzuleben, auch wenn wir damit noch ganz am Anfang stehen… Viele Elemente eines solchen Lebens praktizieren wir (- speziell Öff!Öff!; Moni ist ja erst relativ kurz dabei -), allerdings schon seit mehr als 15 Jahren (- wenn auch z.T. mit Unterbrechungen und graduell schwankend, aufgrund der vielen anderen Aufgaben -), z.B.: Siehe vorhandene Dokumentarbilder von Öff!Öff! (in selbstgemachter Kleidung vor selbstgebauter Hütte mit selbsthergestelltem Werkzeug etc.) von 1991 aus seiner Zeit in der „Emmaus-Gemeinschaft“, von wo er sein Schenker-Pilger-Leben begann. Ferner gab es u.a.: jahrelanges Draußenleben, z.T. auch im Wald. Bis hin zu im Wald durchgeführten Survival-Seminaren (Teilnehmerin z.B. Ex-Aussteigerin Marion Schröder). Verschiedene Zeiten radikaler Ernährungsexperimente, u.a. zwei Winter fast ausschließlich mit Wildrohkost (und Teilzusätzen selbstangebauter oder gesammelter Nahrung). Jahrelang Bekleidung überwiegend bis fast ausschließlich mit selbsthergestellter Kleidung, hauptsächlich aus Schafswolle und Leder (- gerade auch beim Pilgern als freiwillig Obdachloser auf der Straße(!) -). Außerdem praktizierte Öff!Öff! auch im Projekt „Haus der Gastfreundschaft“ (- obwohl der Schwerpunkt dort „geschenkte Sozialarbeit“ ist und nicht Selbstversorgung -) eine so naturverbundene Lebensweise (mit dort angelegtem Wild-(Kräuter-)Garten, in welchem er in einer selbstgebauten Jurte aus Weiden und Filz lebte etc.), daß es ihm schon vor Jahren z.T. von Dorfmitbewohnern den Spottnamen „Naturmensch“ einbrachte, mit welchem er sich gut identifizieren kann… Vor zwei Jahren hat er sich dort ein Erdloch (namens „Visionshöhle“) gebaut, in welchem er nun meist lebt, z.B. den gesamten vergangenen Winter mit der schwangeren Moni, und nun auch den Großteil dieses Winters mit Moni und Baby Johanna…
Auch im „Friedensgarten“ hat er nicht nur eigenhändig eingestürzte Teile des Umgebinde-Gebäudes wiederaufgebaut, sondern auch (im wesentlichen) die Jurte im Garten gebaut, einen Stallabschnitt als zeitweilige Wohnmöglichkeit für Moni und Johanna hergerichtet und – wie schon gesagt -, außerdem das Erdloch beim Waldgarten gebaut…
Was selbstgebaute Behausungen angeht, gibt es also viel mehr als nur eine solche (Wald-)Behausung, wovon die BILD-Zeitung spricht (und das Waldgarten-Erdloch ist ja in der Tat in einem Waldstück). Öff!Öff! hat u.a. auch „Fahrradwohnanhänger“ und andere ziemlich ‘kreative Gehäuse’ konstruiert und darin jahrelang gewohnt… Aus Sicht der meisten Menschen dürfte dabei die Ausdrucksweise „den ganzen Tag an der frischen Luft sein“, wie es die BILD-Zeitung formuliert, recht zutreffend sein: Bei den meisten Behausungen kann man abgesehen von Türen und Fenstern auch durch die Wände nach draußen sehen und der Wind kann teilweise durchziehen… -auch im Winter… Trotz zum Teil vorhandener Ofenkonstruktionen in diesen Behausungen erwies es sich bislang als praktischer, auf deren Nutzung zu verzichten… (Erforderlichenfalls konnte und kann man sich in der Nachbarschaft irgendwo aufwärmen… Was, solange es geschenkt ist und nichts kostet, für Schenker keine schlimme Inkonsequenz ist…)
Auch in diesem Jahr hat Öff!Öff! z.B. bei einer Pilger-Reise nach Portugal zu einer dortigen alternativen Gemeinschaft demonstriert, wie er auch unter diesen widrigen Klimaverhältnissen ca. einen Monat lang fast nur von gesammelten Wildkräutern und Ameisen lebte…
Vorweggenommenes Fazit: Die BILD-Artikel stellen die dritte der Schenker-Lebensformen, das Selbstversorgungs- bzw. Naturmenschen-Leben (- neben den anderen, leider nur geringfügig miterwähnten Lebensformen „Pilgern“ und „geschenkter Sozialarbeit“ -) in Verbindung mit Übertreibungen bzgl. Zeiträumen und Ausmaß und mehreren Detail-Lügen in einer dem Sinne nach jedoch völlig zutreffenden fortgeschritteneren Form dar, als es zur Zeit von uns Schenkern realisiert ist… Dies ist – ohne damit Lüge oder Übertreibung an sich rechtfertigen zu wollen – gegenüber anderen möglichen Varianten, insbesondere Sinnentstellungen!, eine kaum bösartig zu nennende, sondern bzgl. der Wirkung teilweise wohl eher harmlose bzw. sogar förderliche Darstellungsweise… ((‘Geringeres Übel bzw. relativer Fortschritt innerhalb des grundsätzlich Verkehrten und als solcher begrenzt fördernswert’, wie eine Standardbezeichnung bei uns Schenkern für solche Phänomene lautet…))
Wir sind gegenüber der BILD-Darstellung z.T. noch viel mehr am Anfang. Aber dieser – bereits nennenswert weit gehende – Anfang existiert real. Und wir sind imstande, die in BILD dargestellte Lebensweise recht unmittelbar sehr weitgehend umzusetzen. Schon jetzt kenne ich kein anderes alternatives Projekt, das bzgl. ‘selbstversorgtem Natur-Survival als Lebensweise’ weiter ginge als wir. Es hinderten und hindern uns oft nur andere Aufgaben, die aber – genau betrachtet – eher noch viel mehr Radikalität enthalten und Aufopferungsbereitschaft erfordern als das in BILD beschriebene Naturleben. Gleichwohl werden wir versuchen, auch das Naturleben bereits 2006 weitgehend an die BILD-Darstellung anzunähern.
Unsererseits besteht die Bereitschaft, dies auch – wie abgesprochen – in Kooperation mit dem LebensGut im Waldgarten-Projekt durchzuführen, wodurch das Waldgarten-Randsiedlungs-Projekt endlich mit Leben erfüllt bzw. wirklich realisiert würde… Das LebensGut kann prüfen, wenn die – zu einem guten Teil durch falsche, einseitig verzerrende und schlechtmachende Berichterstattung ausgelöste – künstliche Aufregung über vermeintliche Lügen verpufft ist, wie weit das auch zu seinem Vorteil ist. Wir haben kein bißchen direkt selbst gelogen (- sind diesbezüglich auch nachweislich erheblich strenger mit der Wahrhaftigkeit als die Verantwortlichen des LebensGutes und unsere derzeitigen „internen Kritiker“ in Schenker-Bewegung, gegen die zur Zeit auch Ausschlußverfahren laufen -). Wir haben nur im korrekt gewaltfreien Sinne anderen Menschen die Freiheit zu Gutem und Schlechtem, zu Wahrheit oder Lüge gegeben. Ich nehme an, die Korrektheit solcher ‘gewaltfreien Logik’ dürfte im LebensGut zumindest dem Vorsitzenden Maik Hosang bekannt bzw. nachvollziehbar sein. (Man denke auch z.B. an den Satz von Rosa Luxemburg: ‘Freiheit meint die Freiheit des Andersdenkenden…’)
Was die internen Auseinandersetzungen in Schenker-Bewegung angeht, spielt dabei mit Sicherheit auch die Auseinandersetzung über verschiedene mehr oder weniger radikale Formen des Selbstversorger-Lebens eine wichtige Rolle: 2004 wurde innerhalb der Schenker-Bewegung – auch stark durch Uwe angestoßen – mal wieder intensiv über dieses Thema diskutiert. Unter der Bezeichnung „Krisen-Konzept“ wurde überlegt, wie Schenker auch unter extremsten Bedingungen, z.B. in einem verwüsteten Land mit Bürgerkrieg oder sozialem Chaos, wo vielleicht auch brutale Räuber- und Mörderbanden herumzögen, existieren, sich selbst versorgen und möglichst auch noch anderen Menschen (am besten sogar auch den Gewalttätern) Hilfe bieten könnten… Es zeichnete sich ab, daß dies kaum mit Wertgegenständen, auch nicht mit Tierhaltung usw. möglich wäre – was alles schnell gestohlen oder zerstört wäre -, sondern ziemlich auf ein Survival-Leben hinausliefe, wo man überwiegend aus der Wild-Natur leben müßte, z.B. als Eiweißquelle tatsächlich Insekten, Schnecken etc. verwenden müßte usw… Öffi vertrat entschieden diese Richtung als passende extreme Lebensform insbesondere für die Schenker – als „Speerspitze“ von Schenker-Bewegung und (was eine andere Begründung ist, die auch ohne ‘Extrem-Krisen-Situation’ schon gilt…) als versuchter ‘ausgleichender Gegenpol’ zur Maßlosigkeit der umgebenden Gesellschaft… (Und auch als Beweis der Möglichkeit einer Lebensweise ‘unabhängig vom System’…)
Aber einige Mitdiskutierer kamen dann später wohl fortschreitend weg von dieser angedachten Selbstversorgungs-Richtung, weil Derartiges als zu unangenehm oder hart angesehen wurde, Experimente mit Rohkost-Ernährung z.T. scheiterten usw… Aus Öffis Sicht alles keine Argumente, die beschriebene Richtung aufzugeben…
Nun zu den konkreten Aussagen des BILD-Artikels:
Die Bezeichnung „Lausitzer Waldmensch“ ist insofern nicht unkorrekt, da Öffi diese Rolle – wie gesagt, als „Waldgartenrandsiedler“ – tatsächlich bereits übernommen hat, seine „Waldbehausung“ fast fertiggebaut hat usw…
Natürlich könnte durch widrige Umstände, auch entsprechendes Verhalten anderer Menschen, das Spielen dieser Rolle schnell wieder unmöglich werden, quasi bevor sie richtig angefangen hat, sich zu entfalten… Aber das ist eine andere Frage…
In solchem Sinne muß man es auch nicht als eitles Schmücken mit falschen Lorbeeren auffassen, sondern könnte es als anzupackende Aufgabe betrachten, die von anderen gern mitgemacht werden könnte – und von all denen, die prinzipiell einen Sinn in solchem Lebensexperiment sehen, unterstützt werden könnte – so daß das Experiment möglichst konsequent werden und möglichst weit gedeihen könnte… (‘Konstruktive statt destruktiver Kritik…’: Statt zu sagen „Es ist (noch) nicht so, wie in der BILD-Zeitung beschrieben.“, lieber mithelfen, daß es möglichst weitgehend so wird…)
Unwahr bei BILD ist der Bezug von „Waldmensch“ auf die Jurte, die im
Garten des Friedensgartens steht und nicht im Wald. (Wenn man „Naturmensch“ sagen würde, könnte man es auch da wohl durchgehen lassen…)
In manchen BILD-Artikeln wurde auch gesagt, der „Waldmensch“ lebe im „Löbauer Wald“. „Lausitzer Wald“, wie es hier bezeichnet wird, kann unseres Ermessens wohl als korrekt bezeichnet werden, „Löbauer Wald“ ist nach unserem Wissen verkehrt, da dieser Wald anderswo seine Grenzen hat. Inwiefern die Ortsbezeichnung „nahe Löbau“ als korrekt angesehen werden kann, ist wohl vom Ermessen des Betrachters abhängig: Pommritz liegt, was die nächstgelegenen Städte angeht, wohl ziemlich in der Mitte zwischen Bautzen und Löbau… Die Journalisten haben die Ortsbezeichnung nicht irgendwie auf Aussagen oder Wünsche von uns hin, sondern von sich aus so beschrieben. Und es uns gegenüber so erklärt, daß sie uns damit ein wenig vor einem ansonsten vielleicht zu direkten Zustrom auch oberflächlicher Gaffer schützen wollten. Wer uns mit ein wenig Mühe finden wolle – und demnach ein etwas ernsthafteres Interesse hätte – werde uns finden können. Was übrigens zum Teil durchaus der Realität entsprochen zu haben scheint…
Daß Johanna ein „glückliches Baby“ ist, ist – wie wir doch stark hoffen – eine wahre Aussage…
Daß sie „auf Moos schläft“, kam wohl auch z.T. mal vor: Moni hat sie wohl recht oft im Freien, meist auf einer Wiese, zum Schlafen hingelegt, meist mit einem Tuch darunter… Einmal wurde Johanna dabei fast von Ameisen aufgefressen!
Nachts schliefen Moni und Johanna meist in dem Stallteil, den Öffi notdürftig mit Bretterwänden umbaut hatte (auf einer normalen Matratze); ein paar mal schliefen Moni und Johanna aber auch in der von BILD abgebildeten Jurte…((Öffi konnte ja nichts von alledem mitmachen, was er ansonsten gern getan hätte, da er auf „idealistischen Dienstreisen“ war, erst in Portugal, um dort den Kontakt zu einer größeren alternativen Gemeinschaft („Tamera“) zu entwickeln, und danach in Berlin, zur Fastenmahnwache für ein kolumbianisches Friedensdorf, worüber BILD übrigens auch berichtete, mit einem Artikel, den auch TüTü anfangs noch als sehr schön bezeichnete…)) Wenn Moni, Johanna und Öffi nun in Erdlöchern oder Jurten schlafen, machen dabei Stroh, Felle und (selbst-)gefilzte Decken zumindest schon mal einen wichtigen Teil der Unterlagen oder Decken aus…
Daß Johanna „in Schafsfell eingepackt ist“, ist auf den Fotos sichtbar. Und es handelt sich bei dem Schafsfell um das erste selbstgemachte Kleidungsstück für Johanna, angefertigt von Öffi. Dieses Schafsfell hat Johanna in der Folge längere Zeit begleitet. Manchmal als Kleidungsstück, oft als Unterlage… Das Thema Kleidung ist ein gutes Beispiel für die Alternative zwischen konstruktiver oder destruktiver Kritik: Auch wenn Johanna ebenso wie Moni aus Anlaß des BILD-Artikels angefangen haben, sich z. T. in selbstgemachte Kleidung zu kleiden, was aber immer schon beabsichtigt und Teil des idealistischen Schenker-Programms war und ist — inwiefern ist das ein Grund, ihnen ‘Show’ oder ‘Lüge’ vorzuwerfen – oder umgekehrt sich mit zu freuen und sie zu ermutigen und zu unterstützen, damit einen neuen Schritt echter Lebenswirklichkeit zu beginnen und weiterzumachen? Seitdem bemühen sich die beiden, fortschreitend Anteile von selbst- oder handgemachter Kleidung zu tragen… Was Öffi angeht, so ist dieser ohnehin den größten Teil des Jahres 2005 in solcher Kleidung rumgelaufen: Die Kutte, ein selbstgeschneiderter Lendenschurz, Fellwesten, selbstgemachte Filzjacken…
Bzgl. der Aussage, daß Johanna „den ganzen Tag an der frischen Luft ist“, könnte man andererseits sagen, daß das insofern gelogen ist, weil Moni und Johanna in Pommritz z.T. auch in Häusern waren (Friedensgarten, LebensGut…) ((wo es auch Holzöfen gibt etc.))… Und sich auch nun in Dargelütz tagsüber zum großen Teil mit im „Haus der Gastfreundschaft“ aufhalten ((mit Kachelöfen etc…))… Aber der Anteil des „an der frischen Luft Seins“ ist dennoch wohl enorm, zumal wenn Jurten (von BILD ja auch abgebildet und beschrieben) und Erdlöcher nicht als Widerspruch angesehen werden, der umbretterte Stallteil wahrscheinlich auch nicht… Dann könnte man sagen, daß Johanna jedenfalls weit überwiegend an der frischen Luft war und sogar jetzt im Winter, wenn wir im Erdloch schlafen, vielleicht noch ‘mehr draußen als drinnen’ ist…
Bzgl. der Aussage, „das Baby bade im Bach“:
Ist überwiegend für die Zeit in Pommritz in diesem Jahr und nun hier in Dargelütz nicht zutreffend, da in Pommritz eine alte, ‘vergessene’ kostenlose Wasserleitung im Haus die hauptsächliche Wasserquelle ist (z.T. für Moni sogar warmes Wasser aus dem LebensGut geholt wurde…). Und hier in Dargelütz verwenden wir zum Trinken und Waschen in Badewannen aufgefangenes Regenwasser. Allerdings ist immerhin eine ‘Waldwohnung’ (das Pommritz-Erdloch), mit vorbeifließendem Bach, der dann auch zum Baby-Waschen verwendet würde, schon ziemlich fertiggebaut worden… Und die Verwendung des Regenwassers hier in Dargelütz ist ja bestimmt nicht weniger natürlich oder konsequent…
Bzgl. der Aussage „Die kleine Johanna wird ohne Strom, ohne Telefon und ohne Fernsehen aufwachsen!“:
Stimmt und stimmt nicht… Friedensgarten und Haus der Gastfreundschaft sind und bleiben ohne Stromanschluß. Im Haus der Gastfreundschaft gibt es allerdings die Freiheit für Gäste, sich per Verlängerungskabel von Nachbarn Strom in ihre Zimmer zu legen… Die Schenker werden mit ihrem Verzicht auf Strom und Fernsehen sehr weit gehen; Kommunikationsmittel wie Telefone sind jedoch z.T. umstritten. Manche wollen auch darauf ganz verzichten, andere -wie Öffi z.B.- vertreten, daß bei allem Bemühen, immer mehr – ‘als extremer Aufweck-Pendel der Menschheit’ – ‘wie die Affen auf den Bäumen zu leben’, man aber doch mit solchen Kommunikationsmitteln (sogar auch Computern!) ‘als letztes aufhören und als erstes wieder beginnen sollte’. Weil ihr positiver Wert für so eine Revolution der Vernunft wohl durchaus auch sehr hoch sein könnte…
Johanna soll zur Freiheit erzogen werden. Das einfache, natürliche Schenker-Leben soll ihr ein Heimatangebot sein. Aber je mehr sie sich selbst auch entscheiden kann, desto mehr Freiheit soll sie erfahren… Und sich zwischen den beiden Welten bewegen können, zwischen denen sie sich eines Tages entscheiden muß… Wir lehnen ideologische Engführung und dogmatische Vereinnahmung ab… (Höchstens werden wir uns fragen, wann eine zu frühe, überfordernde Freiheit noch begrenzt werden muß, damit es nicht vermeidbares In-Sucht-Fallen ist statt wirklicher Entscheidungsmöglichkeit…)
Bzgl. der folgenden Aussagen über mich, Jürgen Wagner (41), als Johannas Vater, „Lausitzer Waldmenschen“, „Einsiedler, „der nahe Löbau unserer lauten Welt den Rücken gekehrt hat“, „Aussteiger, der mit seiner Frau Monika (21) in einer winzigen Holzhütte lebt“, kann man all das (mit ein wenig Wohlwollen) als durchaus zutreffend ansehen: Was noch nicht von unserer Lebensweise im Friedensgarten gesagt werden kann, kann spätestens von uns als eingesetzen Waldgarten-Randsiedlern gesagt werden… „Winzige Holzhütte“ kann man zu allen Jurten und Erdlöchern ohne Probleme sagen…
Moni als „meine Frau“ ist wohl keine verkehrte Bezeichnung, auch wenn ich – gemäß unserer Vorstellung „integrativer Partnerschaft“ – ‘mehrere Frauen haben könnte’…
Bzgl. der Aussage „Vor 4 Jahren berichtete BILD erstmals über den Waldkauz. Da wohnte er schon 6 Jahre abseits der Zivilisation.“:
Versteht man es im engen Sinne, daß ich schon 10 Jahre im Lausitzer Wald als Einsiedler gelebt hätte, stimmt es nicht…
Im etwas weiteren Sinne verstanden, ist die Aussage allerdings nicht so fern der Realität: Vor 15 Jahren machte ich meinen „Schenker-Ausstieg“. Und das Leben als Obdachloser auf der Straße oder im Haus der Gastfreundschaft kann man wohl auch mehr oder weniger „abseits der Zivilisation“ nennen. Im Haus der Gastfreundschaft ohne Wasser und Strom außerhalb des Hauses in einem Fahrradwohnanhänger oder einer Jurte schlafend… Usw…
Bzgl. der Aussage: „Einser-Abitur und Theologiestudium waren Vergangenheit. Sein Lebensmotto:’Man wird nur glücklich, wenn man seinem Gewissen folgt.’“
Stimmt alles.
Bzgl. der Aussagen: „Er baute eine Hütte aus Weidengeflecht, legte sie mit Schaffellen aus. Er ißt, was ihm die Natur schenkt. Seine Badewanne ist der kalte Bach. ‘Ich suche die Wahrheit im Einfachen. Ich glaube an die schenkende Liebe.’“
Stimmt bezogen auf Jahre von Öffis Leben, was die Wohnung angeht. Und zumindest bezogen auf Monate – wenn man es streng sieht -, was die Ernährung betrifft. Badewanne ist weniger der Bach bisher als das aufgefangene Regenwasser, mit dem er sich auch im Winter eigentlich nur kalt draußen wäscht. Und er hat mehrere Winter, z.B. den Winter 2004/2005, fast vollständig außerhalb beheizter Räume verbracht…
Die idealistischen Aussagen sind auch nicht verkehrt…
Bzgl. der Aussagen: „Nach einem Sturz im Wald fand ihn Abiturientin Monika bei einem Spaziergang. Sie pflegte den Verwundeten, verliebte sich in ihn und in seine Art zu leben. Sie blieb und wurde schwanger.“
Stimmt so nicht. Zwar hat sich Öffi auch wegen seiner natürlichen Lebensweise schon z.T. nennenswert verletzt, z.B. im Jahre 2004 mal wegen seines Barfußgehens in der wärmeren Jahreszeit durch das Treten in eine große Glasscherbe, womit er sich schnell zu Moni ins Erdloch verkroch…
Aber das Dazukommen von Moni war viel radikaler: Nachdem sie erst nur TüTü kennengelernt hatte, entschied sie sich wegen der Ideale zum Ausstieg, brach ihren bürgerlichen Lebenshintergrund ab und kam ins Haus der Gastfreundschaft wegen der Herausforderung, sich dort mit bei der Sozialarbeit zu erproben… Erst dort lernte sie Öffi kennen und verliebte sich in ihn allmählich, weniger aus Leidenschaft als aus idealistischen Erwägungen…
Bzgl. der Aussagen:’Es war am 7.Mai, sieben Minuten nach Mitternacht’, erinnert sich Moni. Zur Geburt des Kindes war sie in ein leerstehendes altes Fachwerkhaus am Waldrand gegangen. Mit Hilfe eines Arztes brachte sie Johanna bei Kerzenlicht zur Welt: ‘Es war alles ganz einfach.’
Die Zeitangabe, die Hilfe eines Arztes und die relative Leichtigkeit der Geburt stimmen. Ort allerdings war eine alternative Gemeinschaft, das „Ökodorf 7Linden“, wo eine Hebamme und ein Geburtshelfer geschenkt bei der Geburt halfen. Mit elektrischem Licht… Gewohnt hat Moni dort in einem kleinen Zelt auf einer Wiese, durchaus in der Nähe des Waldrandes…
Bzgl. der Aussagen: „Ihr Mann verspricht:’Dem Kind wird es an nichts fehlen.’ Die Hütte isolierte er mit Lehm. Windeln hat die Mutter aus gespendeten Kleidungsstücken genäht. ‘Ich werde Johanna mindestens noch ein Jahr die Brust geben’, sagt die Mutter.
Natürlich will Öffi tun, was er kann, damit Johanna bekommt, was sie braucht. Direkt so versprochen hat er es allerdings nicht, weil er sein Leben dafür als zu unberechenbar ansieht. Aber wenn es Johanna dabei irgendwie erkennbar zu schlecht gehen sollte, wäre er auch bereit, sie in ‘bürgerlichere Lebensverhältnisse’ zu geben, zu Menschen, die sie gern bei sich aufnehmen würden… Die Jurte hat Öffi zwar im wesentlichen gebaut, aber ausgerechnet den Lehmputz hat nicht er daran gemacht, sondern wohl TüTü.(Er hat nur mal kurz fürs Fernsehen ein Loch ausgebessert…
) Das mit den Windeln (allerdings mehr zurechtgeschnitten als genäht) stimmt ebenso wie die Stillabsicht…
Bzgl. der Aussagen:“Danach muß sich das Kind an die Eßgewohnheiten der Eltern gewöhnen. ‘Eiweiß spenden uns Ameisen, Hornissenwaben, Kellerasseln’, erklärt der Waldmensch. Im Sommer schafft er Vorräte für den Winter an – Äpfel, Nüsse, Wurzeln, Beeren.“
Müssen muß Johanna, wie schon erläutert, wenig… Angeboten bekommen soll sie allerdings ungefähr so eine Ernährungsweise, wie sie im BILD-Artikel beschrieben wird, dem schon erläuterten „Krisen-Konzept der Selbstversorgung“ von uns Schenkern entspricht und bruchstückhaft auch tatsächlich bereits von uns praktiziert wird (z.B. 2005 zeitweilig von Öffi in Portugal)…
Bzgl. der Aussagen:“’Weil wir uns aus der Natur ernähren, bekommen wir auch keine Zivilisationskrankheiten’, sagt er. Und sollte Baby Johanna dennoch einmal ärztliche Hilfe brauchen – Johannas Großeltern haben eine Krankenversicherung für sie abgeschlossen…
In der Tat hoffen Öffi und Moni, daß eine weitgehende gesunde natürliche Rohkost-Ernährung einen effektiven Krankheitsschutz bieten kann. Siehe die Theorien von Franz Konz etc. Wenn Johanna mal krank werden sollte, werden wir natürlich zuerst versuchen, geschenkte ärztliche Hilfe zu finden, bevor die tatsächlich über die Großeltern bestehende Krankenversicherung wirken könnte… Wir wollen so viel wie möglich zeigen, was unsere Aussteiger-Lebensweise aus eigener Kraft schaffen kann, d.h. durch eigene Arbeit aus der Natur oder durch Austausch von Geschenken…
Artikel 2 vom 11.10.2005:
„Darf man ein Baby im Wald aufziehen?… und was ist, wenn es in die Schule muß?
Bzgl. der Aussagen: „Baby Johanna wächst im Wald auf. Ohne Strom, Telefon und TV. Es liegt zufrieden auf einem Schaffell. Der Vater streichelt es, die Mutter wechselt die Baumwollwindel. Ein Bild, das zu Herzen geht. Aber darf man ein Kind jenseits der Zivilisation aufziehen?“
Wie schon bzgl. des ersten Artikels erläutert, ist der beschriebene Zustand zwar leider noch nicht durchgehend seit 10 Jahren so, aber mit vielen seit Jahren geschehenen Vorentwicklungen als durchaus reale Anfangswirklichkeit gegeben… Und die am Ende gestellte Frage ist sehr berechtigt…
Für den Rest des Artikels fassen wir zusammen: Die Zitate der Ämter und Experten stimmen hoffentlich. Zur Beschreibung der „Waldmenschen-Situation“ haben wir bzgl. des ersten Artikels wohl alles Wesentliche schon gesagt…
Zur Schulpflicht noch ein Wort: Jedenfalls werden wir alles dafür tun, daß Johanna in Freiheit aufwächst und nicht gezwungenermaßen in eine Schule gehen muß… Es gibt z.B. bereits Interessen-Gruppen, die in der Richtung aktiv sind, z.B. die sogenannte „Initiative für selbstbestimmtes Lernen“…
Artikel 3 vom 12.10.2005:
„Jäger in großer Sorge! Holt sich der Lausitz-Wolf sein Baby?“
Ein Artikel, den wir schön finden, weil wir damit als ‘Waldmenschen’ (besser: Naturmenschen) ein Wort für die Wölfe bzw. für die natürliche Artenvielfalt sagen konnten.
Wenn die Jäger tatsächlich, was wohl real der Fall ist, Befürchtungen wie die geäußerten haben, sind die Aussagen im Artikel über unser Verhalten als Naturmenschen dazu völlig passend.
Wenn man die letzte Jäger-Aussage zum Bezug nimmt, kann man das Gesagte sogar bezogen auf die Jurte im Garten des Friedensgartens als passend betrachten…
Da die Gefahr in der Realität aber wohl – entgegen den Aussagen der Jäger – bekanntermaßen sehr sehr gering ist, entsteht durch den Artikel auch keine nennenswerte Gefahr für Johanna… (seitens Ämtern z.B.)
Artikel 4 vom 13.10.2005:
„Das Wald-Baby: Wann kriegt es den 1.Ameisenbrei?“
Wir fassen wieder zusammen, weil zu Vielem schon etwas gesagt wurde:
Der beschriebene Tagesablauf ist doch sehr nahe an der schon seit längerem im Friedensgarten praktizierten Lebensweise dran: Kneipp-Bäder, Sammeln von Früchten und Trocknen, Wäsche mit Roßkastanie waschen, geschenkte Milch verarbeiten, bei Kerzenlicht Bücher lesen… Und sogar Apfelbrei mit Ameisen als künftige Nahrung für Johanna ist nicht unrealistisch; in Portugal hat Öffi z.B. viele Kräutersalate mit Ameisen gegessen …
Natürlich kann man einige Lügen im konkreten Detail aufdecken:
Konkret war das abgebildete Wasser in der Wanne nicht „handgewärmt aus dem Bach“ – aber hier in Dargelütz wird Johanna sogar nun im Winter mehrfach am Tag mit Waschlappen abgewaschen, die z.T. direkt draußen in die vereisten Regenwasser-Badewannen getunkt wurden…
Die geschenkte Milch wird nicht von einem Bauer hingestellt, sondern von anderen Leuten geschenkt…
Am Ende stimmen zwar die Aussagen über mein Wegfahren zur Protest-Demo für das kolumbianische Friedensdorf in Berlin. Aber das Haus der Gastfreundschaft in Dargelütz als „großen Bauernhof von Freunden“ zu bezeichnen, kann man wieder umstreiten… (Ein größeres Gelände ist es allerdings zumindest, auf dem z.T. auch etwas angebaut wird…)
Ja, und „am Rande der Wildnis“ spielt sich das Geschehen auch nicht ab, sondern im Garten des Friedensgartens… Aber das Waldgarten-Erdloch ist dafür echt im Wald, wie schon gesagt…
An vielen Stellen der Artikel ist es wohl eine Frage, wie tolerant oder kleinlich man sie betrachtet…
Artikel 5 vom14.10.2005:
„Abschied vom Waldbaby. Der Einsiedler von Löbau verläßt seine Familie, um in Berlin für Indianer zu kämpfen.“
„Löbau“ ist wieder eine unzutreffende bzw. zumindest ungenaue Lokalisierung, wie zuvor schon erläutert…
Auch winkt Öffi zum Abschied (noch) nicht „in den Wald hinein“, wie es der Artikel sagt, sondern in den Friedensgarten…
Und der Vater von Moni brachte an diesem Tag keinen Strampler als Geschenk mit, sondern schenkte einen solchen (und manches andere für’s Baby) zu anderer Zeit…
Alles andere vom Artikel ist wohl ziemlich korrekt…
———————————————————————————–
———————————————————————————–
DER BILD-ZEITUNGS-ARTIKEL VOM 12.9.2007 UND EINIGE KORREKTUREN VON ÖFF!ÖFF! DAZU:
DER BILD-ARTIKEL VOM 12.9.2007:
Das ist die Quittung für sein wildes Lotterleben
1. Mutter fordert Alimente vom Waldmensch
((Foto-Untertitel: „Waldmensch Jürgen Wagner (43) alias Öff Öff zeigt die leeren Taschen seines Lendenschurzes: ‘Ich habe nichts!’“ und „Moni (23) mit Töchterchen Johanna (2). Sie lebt mittlerweile getrennt von Öff Öff in einem sozialen Plattenbau“))
Text:
Von Jürgen Helfricht
Löbau – Er liebt die Frauen und die Frauen lieben ihn! Zurzeit hat er sogar gleich zwei Geliebte. Der Waldmensch Jürgen Wagner (43) alias „Öff Öff“ genießt das Leben in vollen Zügen.
Damit könnte es nun vorbei sein. Über dem malerischen Skalatal bei Löbau, wo Öff Öff in einer Jurte ohne Geld, Strom und TV haust, liegt ein düsterer Schatten. Denn nun fordert die erste seiner Ex-Frauen Alimente für ein Kind.
Es geht um Tochter Johanna (2), die Öff Öff 2004 mit der damaligen Bautzener Gymnasiastin Monika (23) im Lausitz-Wald zeugte. Anfang Januar 2007 war sie aus Erdloch und Jurte geflüchtet – und lebt jetz in einer Sozialwohnung nahe Kassel.
„Moni fordert 196 Euro Unterhalt von mir“, klagt der Waldmensch. „Monatlich! Ich bezahle gern mit Ameisen, Schnecken, Kellerasseln, Falläpfeln und Kräutern. Aber Geld gibt’s keins – ich habe einfach nichts!“
All das interessiert die Behörden nicht.
„In so einem Fall muss nach § 170 StGB die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Unterhaltspflichtverletzung geprüft werden“, sagt ein Sprecher der Kreisverwaltung.
*Im schlimmsten Fall drohen drei Jahre Gefängnis.
*Oder der Waldmensch wird zum Arbeiten gezwungen (z.B. im Rahmen einer ABM-Maßnahme).
Der sonst so milde, freundliche Öff Öff ist jetzt richtig zornig: „Monika ist die schlimmste Enttäuschung meines Lebens. Sie hat all unsere Ideale verraten. Drei Jahre lebten wir friedlich im Wald. Wir haben uns beide geschworen, lieber zu sterben, als die Natur zu verlassen oder uns zu verklagen. Jetzt ist es doch passiert!“
Sein Töchterchen Johanna würde er aber am liebsten bei sich haben. „Sie soll bei mir in der Natur aufwachsen. In so einer Plattenbauwohnung, das muss doch schrecklich für die Kleine sein.“
Aber Monika weigert sich strikt, in den Wald zurückzukehren. Sie hat die Nase voll von Öff Öff und seiner freien Liebe!
——————————————————————————————
DAZU EIN PAAR KORREKTUREN VON MIR, ÖFF!ÖFF!:
Die Aussage zu Beginn, es gehe um ‘eine Quittung für mein wildes Lotterleben’, ist wohl recht abwegig:
Erstens ist meine Realität während der 16 Jahre meines Aussteigerlebens so, daß ich (außer wenigen Wochen in diesem Jahr, wo ich gleichzeitig mal 2 Freundinnen (auch im Sinne von Geliebten) hatte), nur jeweils eine Freundin/Geliebte hatte (- während kurzer Zeiträume auch mal keine Geliebte… -) – und von der jeweiligen Freundin normalerweise (außer in den letzten Wochen 2007) mehr als die Hälfte der Zeit getrennt war! In den ersten 10 Jahren meines Aussteigerlebens habe ich die damalige Freundin wegen verschiedener Projekte, die wir betreuen mußten, nur ein paar Tage im Jahr gesehen, und beim Zusammensein haben wir dann noch mit weitgehender sexueller Enthaltsamkeit experimentiert!!
Auf diese Weise habe ich für die Erfüllung meiner idealistischen Aufgaben viel Verzicht auf Sexualität hingenommen! In einer normalen bürgerlichen Ehe wäre dafür auf alle Fälle mehr Raum!
Zweitens: Die Tatsache, daß ich mir in den letzten 3 Jahren die Vorstellung einer ‘Offenen Beziehung’ (ich nenne es ‘Integrative Partnerschaft’) angeeignet habe, ist einerseits mit hohen Ansprüchen an die möglichen Frauen verbunden: Ehrliches Denken… Und Aufgeschlossenheit, (teilweise) meinen idealistischen Weg mitzugehen… Und gegenüber allen anderen an so einem Beziehungsgeflecht Beteiligten Verzicht auf Eifersucht und schädigende Konkurrenz, stattdessen Freundschaft und existentielles Einstehen füreinander…
Diese strengen Maßstäbe (‘doppelte Treue’ zu Idealen und allen beteiligten PartnerInnen) führten andererseits in der Praxis weiterhin dazu, daß ich fast die ganze Zeit nur höchstens eine solche Partnerin hatte…
(Und mal im Vergleich gesagt, welche Beziehungs-Auffassung oder -Praxis ist reifer oder seriöser, die ‘Normalbürgerlichen’ oder meine? Ich behaupte, meine Beziehungsauffassung ist weniger ‘schlüpfrig’ oder ‘lotterig’ als alles andere (bürgerliche katholische Ehen etc.), denn ich gehe ausschließlich nach ehrlichem Denken und idealistischem Engagement für die Welt als Partnerschafts-Kriterien, und nicht nach äußerlicher Attraktivität, ‘Hormon-Anziehung’… oder Einigungsfähigkeit darüber, wie man sich einen äußerlichen (bürgerlichen) ‘Nestbau’, einen ‘bioegoistischen oder gruppenegoistischen Tellerrand’ schaffen könnte…!!!
Daß meine Auffassung nicht ‘ausschließliche Zweierbeziehung’ ist — ist da unsere Gesellschaft immer noch so unreif und intolerant, daß man allein deshalb diskriminiert oder als ‘lotterig’ etc. bezeichnet würde… Wär das nicht sehr traurig?…)
In den 3 Jahren Beziehung mit Moni waren wir uns beide in diesem ‘Integrativen Partnerschafts-Verständnis’ einig (!!!!!), fanden aber beide wegen der strengen Maßstäbe keine weiteren PartnerInnen (und waren auch wieder ca. die Hälfte der Zeit wegen idealistischer Aufgaben getrennt voneinander)…
Aussagen in den letzten Bild-Zeitungs-Artikeln wie z.B. ein Zitat, ich würde fast ständig mit mehreren Frauen auf offener Wiese ein andere Menschen belästigendes Gestöhne und Geschreie veranstalten, sind völlig unwahr… Wenn vielleicht ein einziges Mal bei wildem und längerem Sex mit einer Frau (in einem von Gebäuden oder Wegen etwas abgelegenen Erdloch…) andere Menschen was gehört haben können, dann war das wohl schon alles, worauf man sich da beziehen könnte…
Ich habe im Moment wieder nur eine ‘geliebte’ Freundin…
Richtig ist, daß Moni nun wieder ausschließliche Zweierpartnerschaft und darauf aufgebaute Familie richtig findet… Aber ist mir wegen dieser Meinungsänderung von ihr etwas vorzuwerfen, durch Moni oder jemand anderen??
Die Aussage: „Ich bezahle gern mit Ameisen, Schnecken, Kellerasseln, Falläpfeln und Kräutern. Aber Geld gibt’s keins – ich habe einfach nichts!“ ist verkehrt:
Ich bin ein ‘Schenker’, ‘tausche mit anderen Menschen nur Geschenke aus’ (= ‘freiwillige Gaben ohne Bedingung von Gegenleistung’)! Ich verkaufe, kaufe oder bezahle prinzipiell gar nicht, tausche noch nicht einmal nach dem ‘Leistungs- oder Vergeltungs-Prinzip’…
Geld (das Tauschmittel für Tausch nach Leistungs- oder Vergeltungs-Prinzip) ‘habe ich nicht nur nicht’, sondern will und werde ich auch nicht haben bzw. nie so als Tauschmittel einsetzen…
Ich lehne das ‘Staats- und Geld-System’ (bzw. ‘Herrschafts- und Vergeldtungs-System’) prinzipiell als logischen Gegensatz zur ‘Logik der Liebe’ (freiwilligem ((‘familiärem’)) Teilen von Aufgaben und Gütern und liebevollem Schenken) ab — und werde mich da nie ‘anpassen’ lassen, eher für meine Ideale sterben…
Und ich werde natürlich auch unter gar keinen Umständen als berechtigten Anspruch ansehen, daß ich dafür (‘zahlen’ sowieso nicht, aber auch nicht) Mittel liefern soll, daß Moni und Hanna normalbürgerlich (d.h. falsch und gewissensverräterisch, und auch luxuriös…) leben… Sowas könnte ich vielleicht höchstens mal als Gewaltfreie Aktion machen, um Gewissen zu wecken…
Die Aussage: „Wir haben uns beide geschworen, lieber zu sterben, als die Natur zu verlassen oder uns zu verklagen.“ ist unpräzise:
Wir hatten die Einstellung, wie gesagt, daß wir für unsere Schenker-Ideale gewaltfreien Teilens bzw. schenkender Liebe – einschließlich Austritt aus dem Staats- und Geld-System – eher bereit wären zu sterben, als uns gegen unser Gewissen und vernünftige Argumente davon abbringen zu lassen…
Zu den ‘Schenker-Lebensweisen’ kann beispielsweise allerdings durchaus auch ‘etwas naturferne’ Sozialarbeit in Städten gehören, etc…
——————————————————————————
——————————————————————————
- DER ARTIKEL “WALDMENSCH UND MEDIEN-DARLING” IN “PUNKT – DAS MAGAZIN DES FH-STUDIENGANGS JOURNALISMUS WIEN” VOM 17.12.07
| Martin Tschiderer in ‘Punkt – das magazin des fh-studiengangs journalismus wien’ | |
Waldmensch und Medien-Darling

Jürgen Wagner in selbst hergestellter Winterbekleidung (Bild: Wagner)
Barfüßig, wilde Mähne, wuchernder Vollbart – so zeigt sich „Öff! Öff!“, wie sich Jürgen Wagner selbst nur mehr nennt, gerne vor Fernsehkameras und Journalisten.
Die deutschen Boulevardmedien reißen sich um den Mann, der „in Erdlöchern lebt“ und sich „von der Wiese ernährt“. Auftritte bei Stefan Raab oder Sandra Maischberger ließen ihn zum Medienphänomen aufsteigen, die „Bild“-Zeitung widmet ihm immer wieder neue Schlagzeilen.
Nach seiner Diplomarbeit in Theologie beschloss der aus Gelsenkirchen stammende Wagner als 27-jähriger einfach „auszusteigen“. Er schickte Reisepass und Ausweise an den Bundespräsidenten, verschenkte all sein Hab und Gut und entschied sich dazu, fortan zu pilgern und im Wald zu leben. Damit will Wagner aber nicht nur selbst “der Überflussgesellschaft entweichen”, sondern auch gleich die Welt verbessern. „Mein Ziel ist eine gewaltfreie Weltrevolution der Liebe“, erklärt Deutschlands wohl berühmtester Aussteiger im Telefoninterview mit dem FH-Magazin „punkt“. Trotz des kolportierten Verzichts auf weltliche Güter ist Wagner nämlich Handybesitzer und betreibt sogar eine eigene Homepage, auf der er auch seine Handynummer angibt. „Das Mobiltelefon war ein Geschenk, meinen Notebook bekam ich leihweise“, bekräftigt er. Den Strom zum Aufladen der Geräte beziehe er aus einem Gasthaus, das in der Nähe des Waldstückes liegt, in dem er die meiste Zeit lebt.
„Liebe schenkt“
Um seine moralischen Vorstellungen und seine ehrgeizigen Ziele „für eine gerechtere Welt“ umzusetzen, gründete der 43-jährige die so genannte „Schenker-Bewegung“. „Wir treten ein für eine global verantwortliche Entwicklung mit möglichst wenig Ideologie. Es soll so viel gewaltfreies Teilen und Liebe unter Menschen geben, dass statt Fäusten Argumente zählen und statt Egoismus das Gemeinwohl“, legt er seine Ideale dar. „Die allgemeine Zerstörung unseres Planeten muss aufhören und dafür versuchen wir, den kleinsten nötigen Einigungsnenner anzubieten.“
Derzeit haben die „Schenker“ allerdings nur ein einziges aktives Mitglied – Jürgen Wagner selbst. Einige andere hätten es zeitweise versucht, dann aber die geforderte Lebensweise nicht durchgehalten. „Neben den aktiven Schenkern gibt es aber auch noch die Schenker-Verbündeten und -Sympathisanten. Sie stimmen unseren Idealen theoretisch zu, es bleibt aber offen, wie viel davon sie auch praktisch umsetzen.“
Wagner sieht sich zwar nicht als Guru und lehnt Personenkult laut eigenen Angaben ab, den Vergleich mit den Großen der Weltgeschichte sucht er dann aber doch gerne: „Meine Ideen sind weitgehend deckungsgleich mit jenen von Jesus und Mahatma Gandhi.“

“Öff! Öff!” in seinem Waldstück (Bild: Wagner)
Zu seiner Lebensweise gibt Wagner an, am liebsten in selbstgebauten Jurten oder Erdlöchern zu hausen. Im Zuge seines Projekts „Friedensgarten“ wohnt er gemeinsam mit einigen „Verbündeten“ aber auch zeitweilig in einem alten Umgebindehaus, einer Mischung aus Block- und Fachwerksbau. „Prinzipiell lebe ich aber in handgemachter Kleidung und handgebauter Wohnung, ernähre mich wochenlang davon, was die Natur so hergibt und mache meine Zahnreparaturen selbst.“ Seinen Spitznamen Öff! Öff! wählte er, „weil es zwei Laute ohne Bedeutung sind. Das soll die Leute dazu anstoßen, nicht mit zu schwimmen in einem Strom von Bedeutungen, die man nicht hinterfragt“, wie er in der Fernsehsendung „TV Total“ klarstellt.
„Er ist so männlich und kräftig“
Auch mehrere Frauen lebten schon zeitweise mit Jürgen Wagner im Wald. Das motivierte die „Bild“-Zeitung dazu, unter der Schlagzeile „Der Waldmensch aus Sachsen: ‚Ich kriege jede Frau in meine Hütte’“ die Frage aufzuwerfen: „Ist es der Lendenschurz, der ihn so sexy macht?“ Wagner wird mit „Neulich haben wir es im Wald in einem Erdloch getan. Aber meistens bleiben wir in der Hütte oder im Hühnerstall“ zitiert und eine seiner Ex-Freundinnen darf frohlocken: „Er ist so männlich und kräftig“.
Der offenbar enge Kontakt mit Frauen hat Öff! Öff! nun auch die erste Klage eingebracht. Eine ehemalige Lebensgefährtin, die drei Jahre mit ihm im Wald lebte, fordert Alimente für die gemeinsame Tochter Johanna. Die Mutter lebt mit der zweijährigen Tochter mittlerweile in einer Sozialwohnung. Die „Bild“-Zeitung schreibt dazu: „‚Moni fordert 196 Euro Unterhalt von mir’, klagt der Waldmensch. ‚Monatlich! Ich bezahle gern mit Ameisen, Schnecken, Kellerasseln, Falläpfeln und Kräutern. Aber Geld gibt’s keins – ich habe einfach nichts!’“
Auf die Frage, ob ihn die Art der Berichterstattung mancher Boulevardmedien störe, winkt Wagner ab: „Mein Teil der Arbeit ist es, die Informationen zu geben. Was daraus gemacht wird, ist nicht meine Sache“ und fügt trocken hinzu: „Ich habe einen sehr lockeren Umgang mit den Medien.“
—————————————————————————————–
—————————————————————————————–
DER BILD-ZEITUNGS-ARTIKEL VOM 21.1.2008 UND EINIGE KORREKTUREN DAZU VON ÖFF!ÖFF!
DER BILD-ARTIKEL VOM 21.8.2008:
WALDMENSCH VERSTÖSST SEIN KIND
Der Löbauer leugnet plötzlich seine Vaterschaft für die kleine Johanna
Von JÜRGEN HELFRICHT
Löbau – Sie waren Deutschlands schrägstes Traumpaar: Waldmensch “Öff Öff” (43) und seine Moni (24). Über Monate lebten sie im Wald von Löbau – ohne Geld, Strom und TV. Als sie noch Kind Johanna (heute fast 3) bekamen, schien die Idylle perfekt.
Aber seit Moni Anfang 2007 den Waldmenschen verließ, herrscht Krieg.
Jetzt weigert er sich sogar, die Vaterschaft für seine eigene Tochter anzuerkennen!
“Ich soll die Vaterschaftsurkunde unterzeichnen, das tue ich aber nicht”, schimpft Öffi alias Jürgen Wagner. “Johanna soll als Waldkind und nicht als deutsche Staatsbürgerin aufwachsen. Es ist ja nicht mal 100-prozentig sicher, daß ich der Vater bin. Da habe ich nämlich meine Zweifel.”
Die Behörden und Mutter Moni, die mit dem Kind in die Nähe von Göttingen zog und dort seit Oktober Forstwissenschaften studiert, verzweifeln an ihm.
“Johanna geht mittlerweile in den Waldorf-Kindergarten”, erklärt Moni.
“Sie vermißt den Waldmenschen nicht mehr. Wir wohnen in einer schönen Wohnung. Wenn nicht die ständigen Geldsorgen wären.”
Mit Hilfe des Jugendamtes will Moni jetzt gegen “Öff Öff” klagen: “Er muß endlich zu seiner Tochter stehen. Ich verstehe nicht, wie die Ämter immer wieder auf seine Ausreden reinfallen. Inzwischen hat er ja schon wieder junge Mädchen zu sich in den Wald gelockt, hat Sex mit ihnen.”
Doch Wagner bleibt stur: “Ich will Johanna gern in meiner Naturmenschen-Gemeinschaft im Wald aufziehen und ernähren. Etwas anderes ist von mir nicht zu erwarten. Wenn ihre Mutter das verbietet, kann ich das verstehen!”
Falls es hart auf hart kommt, wird der Waldmensch verklagt und muss vor Gericht. “Ist mir egal”, sagt “Öff Öff”. “Bei mir ist nichts zu holen!”
((Bildunterschriften: ‘Waldmensch Jürgen Wagner (43), der sich auch “Öff Öff” nennt, verweigert die Unterschrift zur Vaterschaftsanerkennung.’ ‘Vor Monaten hatte sich die Waldfamilie noch lieb, lebte in einer Jurte im Löbauer Wald’ …’und kuschelten abends beim Lagerfeuer eng zusammen.’
‘Die kleine Johanna (fast 3). Ihre Eltern streiten sich um Geld.’))
——————————————————————————–
EIN PAAR KORREKTUREN VON MIR, ÖFF!ÖFF!, DAZU:
Ich schreibe es in den nächsten Tagen ausführlicher, komme im Moment vor lauter anderer Arbeit nicht dazu (im Moment ist es schon wieder 2.07 Uhr in der Nacht…)…
Weder kann man sagen, daß ich ‘meine Tochter verstoßen’ würde, noch verweigerte ich zu irgendeinem Zeitpunkt die ‘Anerkennung der (biologischen) Vaterschaft’ in irgendeiner Form…
Wie realistisch ist es, anzunehmen, daß ich, der ich in Mecklenburg-Vorpommern ein eigenes Projekt gegründet habe, um JEDEN Menschen, auch die ‘kaputtesten’, verkommensten, kriminellsten und aggressivsten, im Sinne gewaltfreien Teilens als meine ‘Armenfamilie’ aufzunehmen (und sogar einen dieser Gäste, nachdem er mich betrunken mit seinen Stahlkappenstiefeln fast tot getreten hat, danach wieder bei mir aufgenommen habe!), — ein unschuldiges Kind, meine eigene Tochter, in irgendeiner Form verstoßen würde…??!!!
Ich habe immer zu meiner (biologischen) Vaterschaft für Hanna gestanden, habe es auch vielfach – auch gegenüber den Ämtern – schriftlich bestätigt (obwohl es von Moni(!) zwischenzeitlich gegenüber den Ämtern als zweifelhaft dargestellt wurde, daß ich der Vater sei…)…
Ich habe lediglich die ‘URKUNDLICHE Vaterschaftsanerkennung’ nicht unterschrieben, weil mir mittels eines beigefügten ‘Merkblatts’ mitgeteilt wurde, daß ich damit ‘das Rechtssystem des deutschen Staates’, das ‘Unterhalts- und Erb-Recht’, und auch eine ‘von Geburt an bestehende deutsche Staatsbürgerschaft für Hanna’ mit anerkennen würde… ICH ERKENNE MEINE VATERSCHAFT AN, ABER DAS IST WAS ANDERES UND UNABHÄNGIG DAVON, DEN STAAT UND PRIVATEIGENTUM USW. ANZUERKENNEN… DERARTIGES ERKENNE ICH NIE AN! SONST HÄTTE ICH GAR NICHT VOR 17 JAHREN AUSSTEIGEN BRAUCHEN! …
DIESER SACHVERHALT WAR ALLEN BETEILIGTEN (DEN ÄMTERN, MONI UND AUCH DEM AUTOR DES ARTIKELS, JÜRGEN HELFRICHT) SCHON VOR DEM BILD-ARTIKEL VOLLSTÄNDIG BEKANNT!!!
———————————————————————-
———————————————————————-
DER ARTIKEL IM OBERLAUSITZER KURIER VOM 12.03.08 UND EINIGE KOMMENTARE VON ÖFF!ÖFF! DAZU:
13. März 2008 · Ausgabe Löbau
Öff!Öff!: Waldfee Iri ist jetzt seine Waldgöttin
Öff!Öff! und Waldfee Iri sind seit fast einem Jahr auf alternative Weise verheiratet. Die beiden genießen die Zärtlichkeiten.Jürgen Wagner hatte nach seiner gescheiterten Beziehung mit seiner früheren Frau Moni vor etwa einem Jahr eine Kampagne über die Medien gestartet „Waldmensch sucht Waldfee“. “Damals erreichten mich etwa 60 Anfragen, darunter die wildesten Sachen wie zum Beispiel Nacktfotos. Sogar eine Villa in Italien ist mir angeboten worden“, erinnert er sich.
Hauptsächlich sollte Öff!Öff! aber in ihre bürgerlichen „Nester“ kommen. „Mir ist aber ehrliches Denken wichtig“, sagt er. Insgesamt seien es jedenfalls „59 Nieten und ein Hauptgewinn“ gewesen, zieht er heute ein Resümee.
Iri war durch das Fernsehen auf den Waldmenschen aufmerksam geworden. „Daraufhin habe ich ihn besucht. Er war genauso, wie in den Beiträgen gezeigt wurde“, erzählt sie. Die 23-Jährige war zuvor Laborassistentin in Süddeutschland. „Ich wollte dann relativ schnell so leben wie er in der Natur“, berichtet sie.
Ihre Eltern waren darüber sehr enttäuscht, wollten, dass Iri weiter arbeiten geht. „Meine Freunde dagegen hatten Verständnis dafür, nachdem ich ihnen mein neues Leben als Aussteigerin erklärt habe. Ich selbst könnte mir nicht mehr vorstellen, zurückzugehen“, sagt sie. Iri lebt derzeit aber noch von erspartem Geld und ernährt sich von überschüssigen Lebensmitteln aus dem Container – bis die Natur wieder mehr zulässt.
Der Waldmensch selbst verspeist Würmer und Insekten meist nur demonstrativ für die Medien. Seine Partnerin hat auch ihren Pass noch nicht abgegeben. „Ich möchte einfach Sicherheit haben, um vielleicht noch etwas anderes machen zu können“, sagt sie. Öff!Öff! findet ihre Einstellung nicht sonderlich tragisch. Denn: „Heute kann doch jeder ganz schnell ein- und aussteigen.“
Der Waldmensch schwärmt von seiner jungen Frau: „Aus der Waldfee ist eine Waldgöttin geworden.“ Iri freut sich darüber, „dass er mir manchmal Blumen und andere Präsente mitbringt und mir ständig sagt, dass er mich liebt.“ Das würden Frauen nun einmal mögen. Es handelt sich dabei übrigens um ausrangierte Blumen von Supermärkten. „Davon gibt es doch genügend“, sagt
er. Am Abend kuschelt Öff!Öff! noch einmal ganz wild mit seiner Partnerin im Bett. Wenn jetzt noch die Frühlingsgefühle dazukommen …

<!–
Posted: März 13th, 2008 under Löbau.
Comments: none
–>
© 2008 Lokalnachrichten Verlagsgesellschaft
—–———————————————————————————————————
————————————————————————————————————–
- TEXTMATERIAL ZUM CNN-INTERVIEW MIT ÖFF!ÖFF! ÜBER DIE WELTWIRTSCHAFTSKRISE VOM 14.11.08
Öff!Öff! an Bekannte: CNN-Interview über Schenker-Haltung zu Wirtschafts-Krise …
Liebe Bekannte!
Falls es welche von Euch interessiert: Am Freitag, 14.11.08 hat der amerikanische TV-Sender CNN ein Interview mit mir über die Haltung von Schenker-Bewegung zur Welt-Wirtschafts-Krise gedreht. Ich hatte mir vorher ein schriftliches Konzept gemacht, was ich in der Sendung sagen wollte. Ich hoffe, ich habe viel davon in die Sendung hineinbekommen. Ich sende Euch hiermit dieses Vorkonzept, damit Ihr es auch mal anschauen könnt, wenn Ihr wollt…
Erst die deutsche Fassung (mit Zusatz-Gedanken hintendran), und danach
die englische Übersetzung (nur der Haupt-Text)…
——————————————————————————————————-
Eine Stellungnahme von Schenker-Bewegung zur Weltwirtschaftskrise:
Das kapitalistische Geld-System neigt zu Unkontrollierbarkeit, und es neigt dazu, die Lebensgrundlagen der Welt zu gefährden…
Nur auf verantwortliche vernünftige liebevolle Menschen kann eine verantwortliche Welt aufgebaut werden, nicht auf Geld-Egoisten! Liebe (wie in Familien) wird durch „Geld-Logik“ zerstört!
Das erste Prinzip unserer sogenannten “Schenker-Bewegung” lautet:
“Auf die jeweils wichtigste Frage, die man finden kann, die best(begründbar)e Antwort suchen!”
Dieses erste Prinzip führt uns dann zu den folgenden Einsichten:
1.) Daß wir Menschen nur glücklich werden können, wenn wir unserem Gewissen folgen und uns für die ganze Welt verantwortlich fühlen, die in unsere Hände gegeben ist. “Wie gesunde Zellen in einem Organismus…”
2.) Um wirklich verantwortlich zu sein für die Welt, müssen wir so sehr lernen, Frieden miteinander zu schließen und in einer liebevollen und vertrauenden Weise miteinander zu teilen, daß wir uns dann gemeinsam zusammensetzen können, um die bestmöglichen Entscheidungen für das gemeinsame Wohl Aller zu suchen — statt Konkurrenz- und Vergeltungs-Denken… (So wie eine Zelle im Organismus, wenn sie einer anderen Zelle etwas gibt, es nicht von einer direkten Gegenleistung abhängig macht, sondern das von ihr Benötigte vielleicht von ganz anderen Zellen erhält, reguliert gemäß der Steuerung und dem Nutzen des Gesamtorganismus.)
In diesem Sinne beginnt Schenker-Bewegung mit liebevollem Schenken und Teilen, bis die Menschen sich wirklich miteinander identifizieren können als eine “große Familie” und tatsächlich die Entscheidungen zum gemeinsamen Wohle Aller treffen können!
Wir bieten dies an als einen “Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner für globale Verantwortlichkeit”, denn ohne diesen Grund-Konsens kann man sich eine verantwortliche Welt wohl nicht vorstellen – und mit diesem Grund-Konsens können wir dann Vertrauen setzen in eine Menschheit, die vernünftig geworden ist, so daß es zuviel “Ideologie” wäre, wenn wir jetzt beanspruchen wollten, die zukünftigen Entscheidungen dieser Menschen schon vorwegnehmen zu können…
Wir “Schenker” leben diese Ideale als “Pilger auf der Straße” (wie Buddha, Jesus, Gandhi etc.), oder in Form “geschenkter Sozialarbeit” in “Häusern der Gastfreundschaft” (wie bei der Catholic-Worker-Bewegung), oder in radikalen Formen von Selbstversorgung oder Natur-Leben.
Wir haben das Staats- und Geld-System verlassen, denn der Staat ist ein System gewaltsamer Herrschaft, und das Geld-System ist im Wesentlichen ein System des Konkurrenz- und Vergeltungs-Denkens…
Völlig ohne “staatliche Ausweis-Papiere” und Geld geben und nehmen wir nur Geschenke im direkten Umgang mit anderen Menschen. Und träumen von der “Gewaltfreien Weltrevolution der Vernunft und Liebe”, so daß die Menschen dann in “Konsens-Gesellschaften familiären Teilens” leben würden statt in Staats- und Geld-Systemen!
Wir werden die uns anvertraute Welt nicht retten nur durch Öko-Technologie! Wir müssen auch die Grundlagen der Gesellschaft, unsere moralischen Werte und unsere politischen und wirtschaftlichen Strukturen kritisch reflektieren, um eine wirklich verantwortliche Welt zu finden.
Dies ist der entscheidende “Change”(Wandel), Mr. Obama!
Statt die „Geld-Show“ weiter zu füttern! Und weiter denen Mittel und Geld hinzuwerfen, die es in Kredit- und Spekulations-Seifenblasen explodieren lassen in ihrer Habgier, die abhebt von realer Wirtschaft, realem Leben, rechtem (organischem) Maß, echten Fähigkeiten und Bedürfnissen – besonders auch der Armen…
Wir brauchen dafür wohl so etwas wie Diskussionsrunden, wo möglichst ehrliche und kompetente Personen (insbesondere auch seriöse, nicht (geld-)korrupte Wissenschaftler!) wie vielleicht Gorbatschow, der Dalai Lama, leitende Catholic-Worker-Persönlichkeiten, Gloria Cuartas und Vertreter der “Friedensdörfer”, Dieter Duhm und Sabine Lichtenfels vom “Heilungsbiotop Tamera”, der Leiter der “Arche-Bewegung” von Lanza del Vasto und andere Nachfolger von Mahatma Gandhi etc. den Anfang für einen Forschungs-Prozeß machen, wie aus verantwortlichen, freien, teilenden Einzelmenschen als “Wurzeln” eine verantwortliche Gesellschaft und Welt erwachsen kann – statt des letztlich aussichtslosen und zerstörerischen Versuchs, gierige und egoistische Einzelmenschen durch “(egoismusförderliche!) Konkurrenz-Spielregeln” und Kontrollen zum Allgemeinwohl umzufunktionieren…
Das kapitalistische Geld-System versucht, möglichst (technisch) hochleistungs-gedrillte, aber nicht an moralische Voraussetzungen gebundene Egoisten und Kriminelle zu einem System des Allgemeinwohls zu organisieren. Eine sehr offensichtliche Illusion!
Jeder Mensch z.B., der für eine Familie oder für eine Farm Verantwortung tragen will, weiß, daß möglichst alle dort Beteiligten sich mit der Familie oder der Farm identifizieren sollten und dann solidarisch zusammenwirken sollten — aber wenn es nur eine Zusammenwürfelung von Egoisten ist, werden alle versuchten “entschärfenden” Regeln und Kontrollen durchbrochen werden!
“Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!” zerfetzt die Solidarität und Liebe unter den Menschen!
Nur eine Basis moralischen Vertrauens kann wirklich funktionieren! Ansonsten werden alle Kontrollen versagen!
Jeder weiß, daß in wirklichen Beziehungen der Liebe, wie Liebesbeziehungen und Familien, die Liebe vergiftet und zerstört wird, wenn „Geld-Logik“ eindringt. Liebe schenkt und rechnet nicht ab!
Wir brauchen ein so hoch entwickeltes System harmonischer Einheit (wie etwa zwischen den Zellen eines Organismus, was oben schon erklärt wurde), daß es eine ausreichende (moralische) Kontrolle gewährleistet für die ungeheuren Möglichkeiten unserer (technischen) Intelligenz, unsere Werkzeuge, Industrie und Waffen!!!
LASST UNS INTENSIV DANACH FORSCHEN, WAS DAS BEDEUTET UND WIE ES FUNKTIONIEREN KANN!!!
Ich grüße das Natürliche (Göttliche) Licht in Allen!
“das Öff!Öff!” alias
Jürgen Wagner
Handy: (zw. 19 und 20 Uhr) 017627110248 oder 01626603063
Email: oeffi2004@yahoo.de
www.die-schenker.net
www.die-schenker.de
—————————————————————————————————-
Ein paar Zusatzgedanken noch:
Ein “organischer Zusammenhang bzw. Gewebe” ist die höchstentwickelte Vernetzungsform, bzw. die höchstentwickelte Organisation von einzelnen Elementen zu einer intensiven und effektiven Einheit, die wir kennen (mit demselben inneren Steuerungs- bzw. Zell-Programm in jedem einzelnen Element wie im Gesamtorganismus). Diese höchstentwickelte Organisation ist wohl, wie gesagt, für die Menschheit eine besondere evolutionäre Aufgabe (durch Denken als Ersatz für Instinkte), gerade bzgl. Steuerungs-Abläufen, um der sonstigen menschlichen Höchstentwicklung, insbesondere seiner (technischen) Intelligenz, ein ausgleichendes Gegengewicht zu bilden. Wir Menschen müssen den Schritt zu so einer organischen Höchstorganisation schaffen, was neue Dimensionen von individueller Entfaltung über die Gesellschafts-Gestalt bis zu unserer Funktion im Bio-Kosmos erschließen kann und muß.
“Organisches statt Vergeltungs-Verhalten” hat dabei recht deutliche Begründungen: Z.B. auch, daß wir Menschen die höchstentwickelten Lebewesen dieses Planeten sind. Daher ist es uns, durch unsere Intelligenz und Arbeitsfähigkeit, leichter als allen anderen Lebewesen, “Mehrwert” zu erzeugen. Wir brauchen relativ wenig Aufwand, um unseren Grundbedarf (das für die gesunde Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen Nötige) zu erreichen. Sofern wir uns darum, wenn überhaupt, also krampfhaft sorgen und in Konkurrenz und Existenzkampft treten müßten, dann ist das für unsere darüber hinausgehende extreme Schaffenskraft aber kaum nachvollziehbar, nicht nötig, nicht sinnvoll, und einer möglichst sinnvollen “Geistes- und Seelen-Kultur” sowieso nicht (-nicht einmal beim Grundbedarf-) angemessen, die nach möglichst viel Sinn (und deshalb auch Liebes-Moral) im Ganzen streben wird. Solcher einengende Kampf herausgerissener Einzelinteressen ist dann eine contraproduktive Behinderung für mehr organisches Funktionieren, “freies Geben und Nehmen” gemäß dem, was insgesamt sinnvoll und gut ist, ohne sich unter unorganische Zusatz bedingungen wie “Direktvergeltung” stellen oder durch Kampf verschleißen lassen zu müssen. Einfach, zugespitzt und bildlich ausgedrückt: Wenn ich zum Überleben bzw. zur Futtersuche auf die nächste Wiese gehen kann, kann ich entspannt leben und meine sonstige Schaffenskraft dahin schenken, wo es für das Ganze am sinnvollsten ist, ohne noch durch Eigenversorgungs-Sorgen und Konkurrenz-Gedanken dabei groß behindert zu werden… Zuviel Betonung von Mangel und Konkurrenz- und Kampfes-Notwendigkeit entspringt dann möglicherweise nur einem vermeidbaren Interesse an Macht- und Reichtums-Unterschieden…
U.a. aus solchen Gründen kommen nicht nur die größten Geister der Menschheitsgeschichte wie Buddha und Jesus zu Vorstellungen, daß die Menschen radikales gewaltfreies Teilen praktizieren müßten (- mit ganzem Einsatz, zu allen Zeiten, unabhängig von Klimazerstörungs-Berichten etc., weil es um die Alternative zwischen einer grundlegend verantwortlichen oder unverantwortlichen Logik des Menschenverhaltens geht, Nächsten- und Welt-Liebe oder Egoismus…-)… Auch z.B. der bedeutendste Theologe der Katholischen Kirche, Thomas von Aquin, sagt: “Der Mensch sollte seine irdischen Güter nicht als seine eigenen betrachten, sondern als Allen gemeinsam, so daß er sie ohne Zögern teilen kann, wenn Andere in Not sind…”
Und es sieht ja auch so aus, wenn man seinen Blick auf das Verhalten der Menschen richtet, sogar im kapitalistischen Egoismus-Kampf-System, daß trotz der Konkurrenz-Dressur die Menschen in nennenswertem Ausmaß einen Sinn für solches gewaltfreie Teilen und Engagement erhalten haben. Nicht nur in Freundschaften, Liebesbeziehungen und Familien, sondern auch durch sonstiges Schenken, Spenden, gemeinnütziges, selbstloses, ‘ehrenamtliches’ Engagement, Volunteering, Open Source-Angebote, und wie man es sonst noch bezeichnet… Inwiefern ist das nicht sozusagen wie der fundamentale “Liebes-Kitt” an “sozialem Verhalten”, wodurch die Gesellschaft im Innersten zusammengehalten wird – und woraus wir eine wirkliche Wurzel gesellschaftlicher Weiterentwicklung ableiten müssen, wenn wir von den unnötigen (Reibungs-)Verlusten durch sinnlose Gier, schädigende Konkurrenz und vermeidbaren Kampf möglichst wegkommen wollen?!
Freiwilligkeit ist stärker als Zwang, Solidarität ist stärker als (egoistische) Konkurrenz, und Natur-Integration ist stärker als Natur-Ausbeutung… Da müssen wir hin, soweit es geht, bevor es vielleicht zu spät ist!
———————————————————————————————————
Und noch ein paar Gedanken zu “Geld oder Liebe!”:
Der “freie Markt” ist in erster Linie auf Profit (statt Sinn und Moral) ausgerichtet. Wenn er seiner Eigendynamik überlassen wird, zählt Profit gemäß dem amoralischen Mechanismus von Angebot und Nachfrage – statt nach Werten wie Notwendigkeit und Gehörigkeit zu gehen…
Arbeit geschieht dann in erster Linie für solchen Geld-Profit (so gut er im direkten, ziemlich isoliert betrachteten Vergeltungs- bzw. Bezahlungs-Vorgang erreichbar ist) statt “für den Kunden bzw. Menschen” oder “um der Sache willen” oder mit Blick auf breitere oder langfristige Auswirkungen… Augenschein-Effekte und Augenblicks-Durchsetzung haben ein unverhältnismäßiges, viel zu großes Gewicht… Mit großer Versuchung zu manipulativer bzw. betrügerischer Täuschung der Menschen… Siehe z.B. die “Werbung”…
Und auch mit großer Verlockung, nach Kräften “Gewinne zu privatisieren und Belastungen zu vergesellschaften” usw…
Und mit einer starken Eigendynamik, daß so denkende Eliten sich bilden und immer mehr – für solche Ziele, oft in verdeckter und vermäntelter Weise – die Schalthebel in Händen haben…
Ein Unternehmer sagte es mir mal sehr drastisch: “Dieses kapitalistische System erzieht die Menschen hochgradig dazu, einander zu verarschen, und letztlich aber auch sich selbst bzw. die edlen Motive in sich zu verarschen… Wenn du einfach deine Arbeit gut machen willst, bist du eigentlich schon Kommunist…”
Alles wird käuflich und korrupt… Alles Wahre wird zu (Kauf-)Ware degradiert… “Mutter Erde” ist – trotz aller Warnungen von Indianern – längst käuflich, Wasser zum Teil, wann die Luft?… Und aus Sicht nicht weniger KapitalistInnen sollen sich auch höchste menschliche Qualitäten wie Mutterliebe(!) als “Geld-Job oder Geld-Ware”, als “käufliche Liebe” vermarkten bzw. prostituieren…
Und wenn an solchen Stellen immer gern die hohe (Produktions-)”Leistungsfähigkeit” des kapitalistischen Geld- und Markt-Systems beschworen wird:
Inwiefern ist es “Strohfeuer-” oder “Wegwerf-Leistungsfähigkeit”, die gerade dadurch moralischere und nachhaltigere Systeme “kaputt-konkurriert” – und als lästigen Vergleichs-Maßstab zerstört? (Siehe indianische und Naturvolk-Kulturen, kommunistische Experimente, und z.T. sogar innerhalb des Systems Großkonzerne gegen Kleinhandels- und Mittelstands-Unternehmen, usw…) Oder inwiefern liegt die “Leistungs-Fähigkeit” hauptsächlich am technischen Fortschritt als solchem statt am kapitalistischen System? Und inwiefern wirken menschliche Motive und Verhaltensweisen helfend und ausgleichend mit, die eher gegen die System-Logik stehen? Siehe politische und soziale Regulations-Einflüsse -als freches Beispiel: wie oft werden Leute gerade wegen eher nicht-kapitalistischer Einstellung eingestellt?-, unbezahlte Hilfe, (Nächsten-)Liebe, (“freies”) soziales Engagement; siehe Familien(-Unternehmen); siehe den Anteil des “Sich-von-der-Wiese-Ernährens” bzw. nicht-kommerzieller Subsistenz-Wirtschaft bei den Armen, in der Dritten Welt oder in Kriegs-Gebieten… Usw…
Das alles müßte viel mehr erforscht werden…
Jedenfalls, wenn man der Markt-Eigendynamik im moralischen Sinne nicht einfach vertrauen kann, dann bräuchte es doch eine steuernde Vorrangstellung “politischer Strukturen”, d.h. einer (Wert-)Bewußtseins-Basis und einer Entscheidungs-Struktur, die ausreichend oder bestmöglich “Sinn und Moral” verkörpern: insbesondere mit der Verbindung zwischen Freiheit (-die das kapitalistische System oft für sich beansprucht…-) und Wert-, Sozial- und Öko-Verbindlichkeiten…
Dabei sind die (üblichen) Begründungen für die gegenwärtigen “Demokratie”-Systeme wohl zu schwach:
Man sollte “die Stimmen wägen statt nur zählen” (-wie Goethe meines Wissens beansprucht hat-); die Mehrheit bzw. der Durchschnitt kann nicht automatisch einen höheren Wahrheits-Anspruch als Minderheiten erheben (siehe z.B. den römischen Geschichts-Schreiber Livius, der schon wußte: “Ut plerumque sit, maior pars meliorem vincit” – “Wie es meist so ist, besiegt der größere Teil den Besseren!”); — und das Ganze ergibt, wenn man es wirklich gründlich kritisch prüft (-schon gar auf dem Hintergrund hochentwickelter Vorstellungen von ‘Gewaltfreiheit’, wie sie u.a. Gandhi für unsere Zeit als möglichen Maßstab entwickelt hat…-) wohl keine ausreichende Rechtfertigung für einen (umfassenden) Gewalt- bzw. (‘demokratischen’) Herrschafts-Anspruch…
Ein grundlegend mit dem Anspruch ausreichender (oder bestmöglicher) Sinn- und Moral-Steuerung (- “globaler Verantwortlichkeit”… -) zu entwickelndes, umfassendes bzw. “ganzheitliches” Bewußtseins- und Enscheidungs-(bzw. Struktur-)Konzept könnte wohl bereits viele sinnvolle Bausteine in der Theorie von Schenker-Bewegung (den “Schenker-Idealen”) finden: ein rationales Gemeinwohl-Gewissen (“Sinn- und Moral-DNA”) in den Individuen, “Fundierter Konsens” (der solche Gewissens-Maßstäbe als Bedingung für Konsens anerkennt) als eine Entscheidungsform, die den Anspruch auf ein solches Gemeinwohl-Gewissen der Individuen und eine daraus ableitbare Vorstellung von (Gewalt-)Freiheit zur Grundlage der Entscheidungsfindung macht; Schenk- und Teilen-Ökonomie als daraus wiederum erschließbare Verteilungs-Form bzw. Wirtschafts-Struktur (welche die “sittliche bzw. moralische Freiheits-Fähigkeit” des Menschen als entscheidende Leistungsfähigkeit respektiert und allem sonstigen “Leistungs-Prinzip-Denken” überordnet…)…
Was wir brauchen, ist vielleicht bloß eine nicht Geld-Interessen-vereinnahmte, sondern unvoreingenommene Wahrheits- oder Erkenntnis-orientierte WISSENSCHAFT – dann könnten alle wesentlichen Dinge wohl schon herauskommen! (Vielleicht auch mit “sozialen Erlebnis-Parks, -Reisen oder -Praktika, um den Menschen verschiedene soziale Werte und Strukturen überhaupt erstmal wirklich erfahrbar und vergleichbar zu machen…)
Eins, was dabei sicher auch schnell herauskommen würde, ist wohl, daß ein kapitalistisches Lieblings-Argument, nämlich daß wir bei der System-Entwicklung eher vom ‘negativeren’ Menschen-Bild ausgehen sollten (gieriger Egoist), damit das System dann auch wirklich funktionieren würde und nicht wie viele “romantische Sozial-Utopien” scheitern müßte, ein unzulässiges und den Menschen fortschreitend entwürdigendes Konzept ist: Wir werden ja auch nicht Ausnahmen wie psychopathische Kriminelle zum Maßstab des Allgemeinverhaltens machen, sondern ein Allgemeinverhalten vernünftiger und liebenswürdiger Menschen haben wollen — und für die Ausnahmefälle Ausnahmeregelungen wollen statt Anpassung der Normal-Verhaltens-Kriterien…
——————————————————————————————————————–
A position of „Givers-Movement“ to the worlds financial crisis:
The capitalist money-system tends to be uncontrollable, and it tends to be a danger for the natural life-basis of this planet!
Only on responsable, reasonable, loving human beings a responsable world can be built, not on money-egoists! Love (like in families) is destroyed by „money-logics“!
The first principle of our socalled „Givers-(or Donators-)Movement“ is:
„We should always look for the most reasonable answer to the most important question!“
This first principle leads us to the following insights:
1.
That we human beings can only become happy, if we follow our moral conscience and feel responsable for the whole world, which is given into our hands. Like „healthy cellules in an organism“!
2.
In order to be really responsable for the world, we must so much learn to make peace and to share in a loving and trusting way, that we can sit together then and make our decisions in the best-possible way for the common good of all – instead of rival- and revenge-thinking… (Just as cellules in an organism do not get back something directly from another cellule, where they gave something, but get their needed things perhaps from quite another direction, regulated in the best way for the whole organism…)
So Givers-Movement tries to begin with love, gifts and sharing, until humanity really can identify itself as a big family and effectively can make the decisions for the common good of all!
We offer this as a „Smallest Necessary Consensus for a global Responsability“, because without this basic-consensus a responsable world cannot be imagined, as we think, — and with this basic-consensus we can rely then on a humanity, which has become reasonable, so that it would be too much ideology, if we now would claim to anticipate their future decisions…
We „Givers“ live these ideals as „pilgrims on the street“ (like Buddha, Jesus, Gandhi etc.), or in forms of unpayed social-work in Houses of Hospitality (like the Catholic-Worker-Movement), or in radical forms of self-sufficiency or nature-life.
We have left the state- and money-system, because the state is a system of violent domination, and the money-system is a system of rival- and revenge-thinking…
Totally without „state-papers“ (identity-card etc.) and money we only give and take gifts in our direct contact to other human beings. And we dream of the „nonviolent world-revolution of reason and love“, so that humanity would live in „consensus-societies of fraternal sharing“ instead of state- and money-systems!
We will not save the world only by ecological technology! We also have to reflect the basis of society, our moral values and our political and economic structures, in order to find a really responsable world.
This is the decisive „change“, dear Mr. Obama!
Instead of continuing to feed the „money-show“! And to give further means and money to those, who let it explode in stock-speculation- and credit-“balloons“, full of greed, that looses the ground of real economy, of real life, of real (organic) measure, of real abilities und needs – especially of the poor…
We need something like round-table-discussions, where people with as much as possible high moral and knowledge (among them especially scientists!, who are honest and not (money-)corrupted) like perhaps Gorbatschow, the Dalai Lama, leaders of the Catholic-Worker-Movement, Gloria Cuartas and leaders of the „Peace Villages“, Dieter Duhm and Sabine Lichtenfels with their „Healing Biotope Tamera“, leaders of the „Arc-Movement“ of Lanza del Vasto and other followers of Mahatma Gandhi etc. make the beginning for a (scientific) research, how from responsable, free and sharing individuals as the roots a responsable society and world can be growing – instead of the in the end impossible and destructive attempt, to organize greedy and egoistic individuals by rules of rival-competition – which strengthen egoism!- and by controls, so that the common good would result from it…
The capitalist money-system tries to organize persons, who are highly (technically) educated and “competition-drilled“, but not obligated to moral claims (that means egoists and criminals), to a system of common good! It’s a rather obvious illusion!
Everybody, who wants to be responsable for a family or a farm, knows, that all the participants should as much as possible identify themselves with that family or farm and should then act together in a solidarious way. But if it is only a mix of egoists, all tried rules and controls will be broken! To say „If everybody thinks at himself, at everybody is thought.“ will destroy solidarity and love among human beings!
Only a basis of moral confidence can function! Otherwise all control-systems will fail!
Everybody knows, that relations of love like love-affairs or families get their love poisoned and destroyed, if „money-logics“ comes in… „Love makes gifts and does not count for revenge…“
We need such a highly developped system of harmonious unity (like between the cellules of an organism, as described above), that it is a sufficient (moral) control for the possibilities of our (technical) intelligence, our tools, industry and weapons!!!
LET US MAKE INTENSIVE RESEARCHES, WHAT THIS CAN MEAN AND HOW IT CAN FUNKTION!!!
I greet the Natural (Divine) Light in All!
Öff!Öff! alias Jürgen Wagner
19:00 – 20:00: 017627110248 or 01626603063
——————————————————————————————————–
——————————————————————————————————–
- DER ARTIKEL “DIE MORAL-BOMBE” IN DER ZEITSCHRIFT KURSKONTAKTE DEZEMBER 08/JANUAR 09
Liebe Leute!
Es ist eine Ausgabe der Zeitschrift “KursKontakte – Zeitschrift für neue Denk-und Lebensweisen. eurotopia.HOLON” erschienen, die den Themen-Schwerpunkt “Schenkökonomie” hat. Darin ist auch ein schöner Artikel über mich, Öff!Öff! ((von Jochen Schilk: “Die Moral-Bombe”
)), aber auch andere recht interessante Beiträge… Ein schönes Heft…
Mal wieder eine seriöse Insider-Zeitschrift der ‘alternativen Kreise’…
Falls Ihr drankommt… Ich habs zugeschickt bekommen…
ISSN 1435-7518 Dezember 2008/Januar 2009
www.kurskontakte.de
Euer öfi
**********************
Schenken als organisches Leben und Handeln
“Die Moral-Bombe”
Jochen Schilk zu Besuch bei Jürgen Wagner, alias „Öff!Öff!“, dem Begründer der Schenker-Bewegung.
Es ist der frühe Nachmittag des Martinstags, als mich Öff!Öff!, medienpräsenter Total-Aussteiger und Fürsprecher des Schenkens als dem „Handlungsprinzip der Liebe“, vom Bahnhof Löbau in Sachsen abholt. Die angenehmen Gesichtszüge des als Jürgen Wagner Geborenen und sein aus bürgerlicher Perspektive sicherlich gewöhnungsbedürftiges, selbst zusammengeschustertes Outfit kenne ich bereits aus den bei YouTube archivierten Fernsehbeiträgen. Durch die vorangegangene Internetrecherche fühle ich mich in einem etwas unguten Wissensvorsprung gegenüber meinem Gastgeber, und so schlage ich Öff!Öff! zunächst einmal vor, dass er mir zum besseren gegenseitigen Kennenlernen einige Fragen stellen mag, bevor wir zum eigentlichen Interview kommen. Ich solle nicht böse sein, antwortet mir der studierte Theologe und Jesus-Nacheiferer jedoch, er interessiere sich eigentlich nur für a) bedürftige Menschen und b) für Menschen, die konkret an seiner Schenk-Bewegung mitwirken möchten; ansonsten bemühe er sich um möglichst ständige Konzentration. Diese Abfuhr lässt mich erst einmal schlucken. Und auch wenn ich mit dem Einwand, in dieser Gesellschaft sei doch so gut wie niemand zu finden, der nicht in irgendeiner Hinsicht bedürftig ist, Öff!Öff!s Zustimmung finde, fühle ich mich noch eine ganze Weile abgelehnt und ungeliebt – jedenfalls nicht gerade mit Aufmerksamkeit beschenkt.
Mit dem Rad fahren wir aus der sächsischen Kleinstadt, wo „Öffi“ unter Jugendlichen und Obdachlosen gut bekannt zu sein scheint, in Richtung seines in einem romantischen Streifen Naturschutzgebiet gelegenen Hauptwohnsitzes: einer Ein-Mann-„Jurte“ aus Holzresten und Filzbahnen. Keine drei Meter daneben fließt ein schönes Flüsschen, das Löbauer Wasser; am anderen Ufer liegt ein einladendes Gasthaus. Einen ehemaligen Hühnerstall durfte der kuriose Naturmensch zum „Schenker-Schloss“ umwidmen, auch hier findet sich kein Komfort, der wesentlich über den eines Zelts hinausgeht. Und das im November.
Zum Märtyrertod bereit
Später wird mir Öff!Öff! erzählen, wie er sich vor nunmehr siebzehn Jahren auf die Pilgerschaft machte, jahrelang in Innenstädten sein Plakat hochhielt und dabei vier, fünf Mal sogar zeitweilige Mitstreiter für seinen Weg des radikalen Ausstiegs aus dem gewaltbasierten Geld- und Staatssystem sowie der geschenkten Sozialarbeit an den Ärmsten und Schwächsten fand. Von Beginn an sei ihm klar gewesen, dass es wahrscheinlicher war, dass er „in einem Straßengraben verrecken“ würde, als dass er durch seine Aktivitäten die ersehnte Schenk-Revolution würde lostreten können. Doch einen anderen Weg zu gehen als den der gelebten Liebe und Gewaltlosigkeit, verböten ihm Gewissen und Würde.Tatsächlich sei es mehr als einmal vorgekommen, dass er bei Minus 20 Grad in einem Laubhaufen im Straßengraben übernachten musste. Und nach der fünfjährigen Pilgerschaft sei er drei oder vier Mal nur knapp mit dem Leben davongekommen, als „asoziale“ Besucher der von ihm geführten „Häuser der [bedingungslosen] Gastfreundschaft“ ihren Zorn auf ihn projizierten. Doch selbstverständlich bereut er seine Ausstiegsentscheidung nicht. Dies sei das Wesen der Freiheit: auf sein Gewissen zu hören und für bestimmte Dinge mit letzter Konsequenz einzutreten. Es gäbe Dutzende Bibelstellen, die versicherten, dass es sich lohne, für manche Werte das eigene Leben zu geben. Dass viele Leute heute lebensgefährliche Dinge, wie etwa Extremsport, betreiben und sich allen möglichen tödlichen Süchten hingeben, will er dagegen nicht verstehen. „Warum fangen sie nicht an, ihre wahren Träume zu leben oder sich zu fragen, wie sie sich einsetzen können für die positiven Werte?“
Diese Geschichten zu hören und gleichzeitig mit eigenen Augen zu sehen, wie ernst der von der Wahrhaftigkeit seines Wegs beseelte Mann es meint, ist herausfordernd, denn natürlich frage ich mich ständig, wie lange ich selbst diese Form der freiwilligen Armut und diesen Dienst wohl aushalten würde. Öff!Öff!s Lebensumstände und auch das Ambiente, in dem später unser Interview stattfindet, haben mit den romantischen Vorstellungen eines alternativen Lebens in der Einfachheit und Schönheit freiwilliger materieller Bescheidenheit kaum etwas zu tun. Ganz offenbar stellt Öffi die eigenen Bedürfnisse nicht über die seines geringsten Nächsten, so dass hinter seiner Armut hier und dort das blanke Elend durchscheint. Meine eigene Bürgerlichkeit wird mir bewusst, noch bevor der „freischaffende Priester“ seine Predigt wider die Inkonsequenz der selbsternannten Alternativen auspackt. Wie unheimlich die Askese-Fähigkeit dieses Mannes doch anmutet … Und so bin ich froh, aus der Recherche zu wissen – und nun auch mit eigenen Augen zu sehen –, dass er wenigstens nicht daran denkt, seine angenehm menschliche Schwäche für die Frauen aufzugeben.
Sri Sri Öff!Öff!
Mit dreizehn Jahren schon wird dem jungen Jürgen Wagner in einer Art Erweckungserlebnis schlagartig klar, dass er unmöglich einen konventionellen Weg innerhalb der absurden Logik der Ellenbogengesellschaft wird einschlagen können. Der hochbegabte Schüler beschließt, Pfarrer zu werden, doch seine Analyse von Jesus als einem „anarchistischen Hochverräter an der staatlichen Herrschaft“, für dessen Nachfolge insbesondere die Frage nach Herrschaft oder Nicht-Herrschaft zentral sei, macht ihn schon während des Studiums für die Kirche zu unbequem. Die in seinen Augen dummdreiste Art und Weise, wie katholische und evangelische Theologen die radikale Botschaft der Bergpredigt zu entschärfen versuchen, lassen ihn zudem, wie er sagt, fast den Glauben an die Menschheit verlieren. Doch statt zum Zyniker zu werden, sieht er nun seine Bestimmung als „spirituell-moralische Bombe“. Er will demonstrieren, dass der konsequente Ausstieg aus der immanenten Gewalttätigkeit dieser Ordnung möglich ist, und schickt seinen Pass an den Bundespräsidenten zurück. In einem Begleitschreiben erklärt er, dass er fortan nicht mehr Teil des verbrecherischen Geld- und Staatssystems sein wird. Seine Krankenversicherung lässt er trotz einer akuten Blinddarmreizung auslaufen. Als erstes Mitglied der Schenker-Bewegung, die aufzubauen er als Pilger antritt, wird er ausschließlich von den Geschenken der Natur und wohlgesinnter Mitmenschen sowie von den Resten der Gesellschaft leben. Seine Gabe an die Menschheit soll die geschenkte Sozialarbeit an den schwierigsten und bedürftigsten Zeitgenossen sein, hier will er seine Prinzipien der Gewaltlosigkeit bewähren.
Es gibt Menschen, die in ihm deshalb bald so etwas wie einen Heiligen zu sehen beginnen. Um jedem Versuch zuvorzukommen, ihn zum Guru zu erheben, gibt er sich selbst einen lächerlichen „Aussteigernamen“, der keinesfalls als Namenspate für eine neue Religion taugt.
Das Schenkprinzip – Vorbild Natur
Für Öff!Öff! ist das freiwillige Geben ohne Erwartung einer Gegenleistung – „weil man es für sinnvoll hält oder dem anderen eine Freude machen möchte“ – schlicht die Antwort auf die meisten Herausforderungen der Menschheit und zugleich eines der Urprinzipien der Natur. Schenken, das ist für ihn nicht nur der Inbegriff gewaltfreien Teilens, nicht nur das Handlungsprinzip der Liebe: Öff!Öff! nennt das Schenken „die höchstentwickelte Vernetztheit einer komplexen Einheit“, da es nämlich dem Vorgang entspräche, der auch dem lebendigen Organismus innewohne: „Bekannterweise sind die Lebenszusammenhänge die höchstentwickelten Einheiten“, doziert er. „Die meisten Organismen funktionieren so, dass es ein Steuerungsprogramm gibt, das den Gesamtorganismus leitet und das in jeder seiner Zellen als Zellprogramm mitenthalten ist, so dass jede Zelle von diesem Gesamtorganismus quasi beseelt ist. Dieser hohe Grad an komplexer Verwobenheit, wie er im Lebendigen drinnensteckt, zeigt sich bei den einzelnen Zellen so einer Einheit daran, daß sie sich gegenseitig beschenken und ihr Gesamtwohl-Verhalten nicht durch Einzel-Gegenrechnungen behindern. Und nach der Frage des Wohls des Gesamtorganismus wird auch dirigiert, wie gegeben wird und wie und wo genommen wird.“ Dort, wo die einzelne Zelle einer anderen Zelle etwas gibt, sei nicht gesagt, dass sie von dieser eine direkte Gegenleistung erhält. Doch das müsse auch gar nicht sein, denn sie erfüllt ihre Funktion so, wie es dem Organismus am besten dient. „Das, was die einzelne Zelle braucht, bekommt sie vielleicht von ganz anderer Stelle“, beschließt Öff!Öff! die Biologiestunde.
Schon wegen des erfolgreichen Modells der Natur glaubt Öff!Öff! nicht, dass es sich beim Schenken um eine „irrationale Sentimentalität“ handelt, sondern vielmehr um ein bewusstes, vernünftiges Lebensprinzip. „Wenn die Menschheit überleben will mit ihrer Intelligenz, die höchste Komplexität ermöglicht, dann wird es nur diese komplexeste Form der vernetzten Einheit sein, die uns rettet: die Schenkökonomie. Allerdings nicht eine unbewusst ablaufende, sondern eine von globalem Bewusstsein getragene Schenkökonomie.“ Seit nunmehr 17 Jahren demonstriert er mit einigen anderen, „dass dieses Prinzip auch gelebt werden kann, ohne ein Sparbuch im Hintergrund zu haben.“ Öff!Öff! gibt zu: Das kopflose Sich-Hineingeben in die Schenklogik kann unter den heutigen Umständen gesundheits- und sogar lebensbedrohliche Auswirkungen haben, und wer diesen Lebensstil im Vertrauen auf Gott öffentlich führt, der muss – wie schon die Bibel weiß – neben einer neuen Art von Fülle auch mit Verfolgung rechnen! Wer sich jedoch einem seiner sechs Projektversuche anschließt – sei es, um sich dort zu engagieren oder als Bedürftiger nur die damit verbundenen Vorteile zu genießen –, der brauche keinesfalls sein Leben aufs Spiel zu setzen. Neben der Kategorie der kompromisslos-gewaltfreien Schenker kenne die Bewegung nämlich auch noch die sogenannten Schenker-Verbündeten, die in den Projekten mitleben können, ohne ihre bürgerlichen Sicherheiten aufgeben oder überhaupt irgendetwas praktisch tun zu müssen, sowie reine Sympathisanten, die lediglich einzelne Punkte der Bewegung gutheißen. Doch trotz aller niedrig gesetzten Schwellen will es dem Bewegungsgründer offenbar nicht so recht gelingen, eine nennenswerte Anzahl an Mitstreitern für sein Einsteigermodell in ein sinnhaftes Leben zu gewinnen.
Dieses Modell kennt zwei Varianten: Da sind zum einen die Selbstversorgerprojekte, wie jenes am Löbauer Wasser, wo dafür bereite Menschen lernen können, „liebeskommunistisch“ zu teilen und sich als „Organe des Weltorganismus“ neben Tieren und Pflanzen in die Natur (wieder) einzugliedern. Hier beschäftigt man sich intensiv mit diversen Lehren und Techniken für das eigene innere Wachstum sowie für die Ausbildung der eigenen sozialen Kompetenz, stellt Werkzeuge, Wohnung und Kleidung nach Möglichkeit selbst her und sammelt die benötigte Nahrung entweder aus der Natur oder produziert sie eigenhändig im Permakultur-Waldgarten. So hat sich der „geheimnisvolle Waldmensch“ (so ein Buchtitel) für diesen Winter vorgenommen, sein Essen zu 90 Prozent aus Wildsammlung zu bestreiten.
Wertvolle Sozialarbeit
Projekte wie das „Haus der Gastfreundschaft“ in Dargelütz/Mecklenburg stellen die Variante Zwo von Öff!Öff!s Angebot dar. Wer hier anklopft, wird bedingungslos aufgenommen und muss zunächst einmal überhaupt nichts: nichts bezahlen, nicht mitarbeiten, nicht die Schenker-Ideale gut finden, ja, nicht einmal die kulturellen Vorstellungen der Gastgeber müssen geteilt werden. Alle Mitarbeit, zum Beispiel bei der Hausrenovierung, in der Fahrrad-Werkstatt oder im Garten, geschieht völlig freiwillig. Unter den Menschen, die eine Nacht oder auch mehrere Jahre bleiben, sind Wanderer, aber nicht selten auch „Asoziale, Aggressive, psychisch Kranke“. Öff!Öff!: „Der erste, grundlegende Ausdruck unserer ‚Nächstenliebe als Therapie‘ im Sinn eines ‚familiären Gemeinschafts-Mitlebens‘, ist, dass wir ihnen ein Dach überm Kopf bieten, unser Reste- oder Natur-Essen mit ihnen teilen, sie erforderlichenfalls auch mit gefundenen Altkleidern ausstatten.“ Darüber hinaus bietet der ausgebildete Seelsorger auch weitergehende praktische und psychologische Hilfestellung an. Durch die teilweise brisante Mischung der Gästeschar geht es offenbar mitunter recht turbulent zu. So stand in Dargelütz zeitweise lediglich eine Schenker-Hausherrin zehn Gästen gegenüber; und auch wenn diese eine ihre „Raubtierbändiger-Nummer“ noch so gut versuchte, musste doch wiederholt die Polizei anrücken, wenn es zu doll wurde. Nicht ohne Stolz weiß Öff!Öff! dennoch zu berichten, dass diverse Ämter und Gesetzeshüter oftmals voll des Lobes über die „wertvolle soziale Arbeit“ mit Menschen waren, mit denen sie selbst „kaum noch etwas anzufangen“ wussten.
Tief in sich selbst hat der Meister nach eigenem Bekunden in seiner Berufung Frieden und Glück gefunden. Doch der Wankelmut und der Selbstbetrug seiner Mitmenschen – etwa Anfeindungen durch vom rechten Weg abfallende GefährtInnen, die mit einem Mal Angst vor der eigenen Courage bekommen – lassen ihn an der Oberfläche oftmals eine Traurigkeit spüren, „wegen der andere wahrscheinlich ins Wasser gehen würden“. – Aber ist nicht auch von Öff!Öff!s großen Vorbildern Jesus, Franziskus, Gandhi oder Dorothy Day bekannt, dass solcher Frust sie zuweilen überkam?
Eine unbequeme Wahrheit
Ob er nicht vielleicht zuviel von den Leuten verlange, will ich wissen. „Nein,“ kommt sogleich die Antwort, „ich verlange nur das Minimum für alle Menschen, die ihre Seele und ihre Würde in dieser Welt retten wollen!“ Sein Beispiel zeige schließlich zur Genüge, dass das Leben in der Schenklogik funktioniere, wenn man sich wirklich dafür entscheide: „Das geht, wenn die Leute den Arsch in der Hose haben!“, wird er etwas lauter.
Was Öff!Öff! besonders schmerzt, ist die Trägheit und Inkonsequenz derjenigen, die für sich reklamieren, einen alternativen Weg zu gehen. „Wieviel Liebe und Frieden ist genug?“ – diese Frage, die er auf seinen Pullover gestickt hat, will sagen: Wieviel Konsequenz ist für eine echte Alternative zu den heutigen falschen Grundstrukturen und Lebensstilen ausreichend? Denn die allermeisten „Alternativen“ würden sich trotz aller behaupteter Gutmütigkeit an die staatlichen Strukturen klammern, um „darin ihre Schäfchen ins Trockene“ zu bringen. So aber blieben sie doch Teil der „großen organisierten Mörderbande mit ihrem Macht-, Abrechnungs- und Vergeltungssystem“. Und Öff!Öff! wäre nicht freischaffender Priester, wenn er nicht auch eine Parabel für solch Pharisäertum parat hätte: Alternative Ansätze inmitten des bürgerlichen Scheinfriedens – das sei wie ein Mensch, der morgens und mittags Wurst isst, für sich jedoch in Anspruch nimmt, Vegetarier zu sein, weil er abends nur Käse speist. Er, Öffi, mache sich möglicherweise zum Enfant terrible der Gegenkultur, aber so eine „Alternative“ sei doch einfach lächerlich. Talentekreise und Regiowährungen, Kommunen, Ökodörfer und Rainbow-Treffen – aus Öff!Öff!s Perspektive sind das zwar willkommene Ansätze, die jedoch letztlich über einen Status als „bürgerliche Parallelwelten“ nicht hinauskommen: „Salbe für das eigene Gewissen“.
Klar rufen solche Worte Betroffenheit bei einem hervor, auf dessen Lebensentwurf die Anklage ganz gut zu passen scheint. Öff!Öff! ist Widerspruch gewohnt: „Man muss doch ehrlich über die Was-ist-genug?-Frage nachdenken dürfen“, nimmt er für sich in Anspruch. Und weiter: „Es gibt ja so Mode-Alternative, die meinen, dass es schon gewalttätig ist, wenn man wertet, wenn man nur ausspricht: da läuft irgendwas grundverkehrt. Ich engagiere mich ausschließlich mit Argumenten für den Frieden, aber im Namen dieser netten Bürger laufen die Regierung und die Zollbeamten und das Militär und die Polizei und die Gerichtsbeamten und die Gefängnisse! Durch ihren Personalausweis lassen sie andere verknasten und sind mitbeteiligt an der Nato bis hin zum roten Knopf der Amerikaner! … Es muss mehr passieren, als dass die Leute sich nur ein bisschen besser fühlen, weil sie mit irgendwelchem sentimentalen Kram besäuselt werden und dann vielleicht in ihrer Verwandtschaft und in ihrem Freundeskreis teilen.“ Wer Ernst machen wolle mit einer echten, kraftvollen Gegenstruktur, oder wer einen besseren, noch friedlicheren Weg kenne, der möge gerne zu ihm kommen. Und überhaupt: Bei ihm müsse niemand erst zehntausende Euro Einlage in eine Genossenschaftskasse zahlen, um dann bei „irgendwelchen seichten Spökes-Spielchen in einem Spielkasten im elitären Kreis“ mitmachen zu dürfen, so wie es bei einigen Gemeinschaften üblich sei: „Zu mir kann jeder kommen! Du kannst noch so abgewrackt sein, ich schick ja keinen weg. Es heißt immer: ‚Der Öffi stellt so hohe Ansprüche‘, aber das stimmt nicht! Ich bin nicht elitär, ich teile mit jedem das letzte Hemd.“
Was reicht an Liebesrevolution?
Gegen Ende unseres Gesprächs frage ich Öff!Öff! nach seiner Einschätzung verschiedener Alternativbewegungen und -projekte hinsichtlich deren Anteil an gelebter Schenkökonomie. Die Nennung von Dorothy Days anarchistischer Catholic-Workers-Bewegung (siehe KursKontakte 158) bringt nach einer Reihe von Fehlversuchen („Parallelwelten!“) endlich ein Lächeln auf Öffis Lippen: Jaaa, das sei neben Lanza del Vastos Gandhi-inspirierter Arche-Gemeinschaft die einzige Bewegung, welche die Frage „Was reicht an Liebesrevolution?“ zumindest theoretisch ernstnehme. Allerdings würden die Katholiken naturgemäß nicht so viel Wert auf Ideologiefreiheit legen wie die Schenker, bei denen die Suche nach dem „kleinsten gemeinsamen Einigungs-Nenner für globale Verantwortlichkeit“ im Zentrum steht. Zudem würden die einzelnen Catholic Workers letztlich wohl alle ihre Staatsbürgerschaft behalten und für ihre Immobilien normale Kaufverträge abschließen etc. Die Theorien von Genevieve Vaughan (siehe S. 14) wiederum haben ihn enttäuscht, da diese „auch mit dem Schenken lieber irgendwelche sprachwissenschaftlichen Spezialthemen in den Blick fasst als die ganz praktische Umstellung der Lebensgrundlage.“ – Hm. Und wie sieht es aus mit der älteren Dame Heidemarie Schwermer, die seit einigen Jahren durch die Medien gereicht wird, weil sie seit 1996 auf alles Geld verzichtet? Selbstverständlich ist Öff!Öff! Schwermers Buch „Das Sterntaler-Experiment“ bekannt. Seine Kritik: „Heidemarie Schwermer will den Bedingungszusammenhang zwischen Geben und Nehmen aufrechterhalten. Das Sterntaler-Mädchen gibt aber einfach nur und erhält dann ihren Himmelslohn, insofern ist der Titel ihres Buchs hier etwas anmaßend. Was Heidemarie Schwermer macht, ist eine Art Alternativwährungsexperiment, sie hütet Wohnungen. Wenn sie von Medien nach ihrer Botschaft gefragt wird, kommt von ihr die Aussage, sie will das mal als Gedankenanstoß sehen, dass die Leute sich über die Wertigkeit von Geld Gedanken machen. Wenn die Leute mich fragen, kriegen sie zur Antwort: Damit die gewaltfreie Weltrevolution der Vernunft und Liebe und die Strukturrevolution gegen das Staats- und Geldsystem kommt!“
Ich danke Öff!Öff! für seine Geschenke! Es ist inspirierend, mit welcher Unbedingtheit er den großen Wandel voranzutreiben sucht. ♠
Kontakt
Öff!Öff! ist der Ansicht, dass man bei aller freiwilligen Armut nicht an Möglichkeiten zur Kommunikation sparen sollte; dank geschenkter Telekommunikationstechnik ist er relativ gut zu erreichen: Tel. (01 76) 27 11 02 48 oder (01 62) 6 60 30 63 (täglich von 19-20 Uhr), oeffi2004@yahoo.de
www.die-schenker.net und www.die-schenker.de.cz
_________________
Ich grüße das ‘Natürliche (Göttliche) Licht’ in Allen!

——————————————————————
——————————————————————
- DER ARTIKEL ‘DER WALDMENSCH ÖFF!ÖFF! IST JETZT WIEDER SOLO’ IM OBERLAUSITZER KURIER’ VOM 8.01.09
8. Januar 2009 · Ausgabe Löbau
Waldmensch ist jetzt wieder solo
Die einst so flammende Liebe ist erloschen. Waldmensch Jürgen Wagner alias Öff! Öff! ist wieder solo. Seine „Ex-Frau“ Iri wollte einfach ihre Ruhe haben.

Waldmensch Jürgen Wagner schaffte es nicht, für sich und seine Iri ein warmes Nest zu bauen.
Löbau. Öff!Öff! ist sehr traurig, dass diese Beziehung zerbrochen ist, „weil Iri eine ganz tolle Frau war und einen so ehrlichen, tief und weit denkenden Idealismus hatte, dass sie sich wirklich mit einem ,Schenker-Aussteiger-Leben‘ dauerhaft hätte identifizieren können.“ Anfang April 2007 kam die damals 23-Jährige zu Öff!Öff! nach Biotopia. Jürgen Wagner hatte zuvor eine öffentliche Kampagne unter dem Motto „Waldmensch sucht Waldfee“ gestartet.
Zwischen beiden funkte es sofort gewaltig. „Am 15. April heirateten wir dann schon alternativ – im Sinne einer ,offenen Beziehung‘ bzw. einer sogenannten ,Integrativen Partnerschaft‘, wo auch weitere Beziehungspartner mit integriert werden können. Wir wollten uns ,treu‘ sein im Sinne ,voneinander gut tun‘ und ,zusammenhalten‘“, erzählt er. In diesem äußerlich zum Teil schwierigen Leben war die Beziehung zwischen Iri und dem Waldmenschen „ein Hauch vom Paradies. Hätten wir unser kleines ,Nest‘ geschafft, wäre es eine ,Pippi-Langstrumpf-Paradies-Insel‘ geworden – und ein tolles Modell-Beispiel, wie wenig ,wahre Liebe‘ braucht, um in eine andere Dimension von Glück zu springen“, blickt er verklärt zurück. Der Gegenwind sei aber katastrophal groß geworden.
Vor allem von sogenannten Mitidealisten ist Öff!Öff! bitter enttäuscht, die dem Liebespaar erst mit heiligsten „Gewissens-Erklärungen“ das kleine „Friedenswald-Grundstück“ als „Schenker-Land“ zusagten und dann in kürzester Zeit in krassester Weise von „radikalen Schenker-Idealisten“ zu „extremen Kapitalisten“ umschwenkten. In einem „Endzeit-Drama“ sei in ihrer Abwesenheit ungefragt jemand anders einquartiert worden, der ihre Möbel zum Teil zerhackte und ihre persönlichen Sachen mit Asche verschmutzte, „sodass wir in einer nächtlichen Transportaktion mit meinem Fahrrad-Anhänger ihre Sachen von dort retten mussten“, berichtet er.
Am nächsten Tag ließ sich Iri von ihren Eltern wieder in ihre Heimatstadt in Süddeutschland abholen. Es war ihr einfach zu viel. „Jeder Mensch, der sich mit einem so radikalen, äußerlich zum Teil auch sehr einfachen, unsicheren, kärglichen, und oft auch einsamen Aussteiger-Leben beschäftigt, hat sowieso die ganze Zeit mit sich zu kämpfen – zwischen dem ,inneren Schweinehund‘, sprich mit dem bequemen bürgerlichen Leben und den hohen idealistischen Ansprüchen der Schenker-Bewegung“, glaubt er. Es kann durchaus sein, dass Iri wieder dauerhaft ins bürgerliche Leben zurückkehrt, auch wenn Öff!Öff! von ganzem Herzen hofft, dass sie vielleicht noch einmal umschwenkt.
An eine neue Aktion „Waldmensch sucht Waldfee(n)“ denkt Jürgen Wagner derzeit nicht: „Ich werde in unserem eigenen Schenker-Forum www.schenkerbewegung.plusboard.de mal eine kleine eigene ,Frauen-Werbeanzeige‘ formulieren, die ich so treffend schreiben werde, dass die passenden Frauen dadurch auch wirklich so ,getroffen‘ werden, dass sie mir gar nicht widerstehen können. Ich suche da nach ,Klasse statt Masse’. Frauen, die nicht nur ,wilden Naturmenschen-Sex‘ wollen, sondern zumindest zusätzlich erkennen, dass Seelentiefe viel wichtiger ist.“

—————————————————————————————————-
—————————————————————————————————-
Fast eine Stunde verbrachte Öff Öff (45) bei Professor Dr. med. Werner Felber (65) in der Uni-Klinik Dresden (Foto-Unterschrift)
*
*
Hab ich einen Knall, Herr Professor? Waldmensch Öff-Öff muss zum Psycho-Doktor
Von JÜRGEN HELFRICHT
Die renommierte Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU Dresden. 14 Uhr betritt ein in Lumpen gehüllter Mann das Haus.
Es ist der Waldmensch Öff Öff (45) aus der Oberlausitz. Der Aussteiger, der vor 20 Jahren seinen Pass verbrannte, seitdem ohne Geld, TV und Strom meist von Wildfrüchten, Würmern, Käfern und Geschenken lebt. Er hat einen Termin bei Professor Dr. med. Werner Felber (65).
Was führt Öff Öff zum Psycho-Doktor? „Viele halten mich bei meinem Lebensstil für völlig verrückt. Jetzt will ich vom Experten endlich wissen, ob ich ein Psychopath bin“, sagt er.
Da Öff Öff auch keine Krankenkasse hat, packt er als Honorar Falläpfel ein. Ein Bad im eiskalten Fluss, den Bart gekämmt. Dann trampt er nach Dresden. Im zweiten Stock empfängt ihn der berühmte Psychiatrie-Professor. Er ist einer der deutschen Top-Fachleute für affektive Erkrankungen und emotionale Störungen.
Und Öff Öff fragt ihn als erstes: „Herr Professor, habe ich einen Knall?“ Naja, wird der sich wohl zuerst gedacht haben, seit 1971 behandelte ich 10 000 Patienten. Doch ein Waldmensch, der Falläpfel bringt, war nie darunter…
Dann hört sich der Professor Öff Öff fast eine Stunde an, blickt skeptisch, macht Notizen. Vom Waldmensch von der ärztlichen Schweigepflicht befreit, sagt Prof. Felber: „Unter den Inhalten, die ich während des Gesprächs konstatieren konnte, sprach nichts für krankhaft auffällige Erscheinungen.“
Natürlich hat er einen sehr exzentrischen Lebensstil, bewegt sich mit seiner akzentuierten Persönlichkeit an der Grenze des Normalen. Doch der Professor meint auch: „Ein sehr interessanter Patient, ein hochintelligenter Mensch.“
Öff Öff glücklich über die Diagnose: „Da bin ich zufrieden. Ich stelle mich der Wissenschaft auch gern als Versuchskaninchen zur Verfügung. Vielleicht besucht mich der Herr Professor sogar mal im Erdloch. Er ist herzlich eingeladen.“
————————————————————————————
((Ach ja, und damit Keiner sagt, ich, Öffi, würde unrichtige Details nicht korrigieren: Ich bin nicht 45, sondern 44 Jahre alt; und ich lebe ohne eigenen kommerziellen Strom-Anschluß, aber nicht ohne Strom; und meine Ernährungsweise von Natur, Resten und Geschenken ist übertrieben bzgl. der Würmer und Käfer dargestellt (kommen recht selten vor); und ich habe die Äpfel nicht als “Honorar”, sondern als Geschenk für den Herrn Professor mitgebracht…))
————————————————————————————————————————
„Nicht auf Öff!Öff! rumhacken!“
Zum Leserbrief „Öff!Öff! sollte arbeiten gehen“ von Herrn Lockow in der
Ausgabe vom 7.Februar schreibt sein Cosuler Aussteiger-Kollege Inuyasha
Saxwolf:
„Öffi mag eigenwillige Wege gehen und viele Fehler machen, die einen die
Haare raufen lassen. Er ist aber einen Weg gegangen, den bis jetzt keiner
gegangen ist und auch keiner durchgehalten hat. Er verzichtet erfolgreich auf
Geld für sich, auf Krankenversicherung und Sozialhilfe seit nunmehr über 18
Jahren.
Deshalb finde ich es eine Unverschämtheit, ihn als Schnorrer und Ausbeuter zu
bezeichnen. Ich habe viele Situationen mit ihm erlebt, die das Gegenteil
beweisen. Er fragt nie, ob er was haben kann, nein, er nimmt nur etwas an,
wenn man es ihm anbietet, aber nie, was entweder neu ist oder für ihn gekauft
wurde. Er ist außerdem nicht der einzige Mensch in Deutschland, der so lebt.
Obwohl ich in drei Punkten es ihm nie gleichtun würde, habe ich den gleichen
Weg genommen wie er und kann als Einziger behaupten, zu wissen, was es
bedeutet, fast wie Öffi zu leben, und habe ebenfalls meinen Ausweis an diese
Regierungsmacht zurückgegeben.
Ich könnte mich niemals unwehrhaft verhalten, wenn man mich verprügeln
würde. Öffi hat es aber drei Mal über sich ergehen lassen und nicht einmal
zurückgeschlagen. Könnten seine Kritiker es auch so einfach?
Ich finde es von Leuten unverantwortlich, auf einem Mann herumzuhacken, nur
weil sie es nicht geschafft haben, diesen Weg zu gehen, oder es erst gar nicht
versucht haben, und dann es wagen, von oben herab zu lästern, obwohl sie es
nie erfahren haben, was so ein Leben bedeutet. Die Menschen sollten es Öffi
erst einmal nachmachen, und dann dürfen sie von mir aus darüber urteilen.
Ich jedenfalls werde neben Öffi diesen Weg weitergehen und jedem empfehlen,
uns zu folgen. Wer sich geistlich stark genug fühlt, gegen die Mühlen der
Gesellschaft zu kämpfen, der kann es auch schaffen. Jeder muß nur fest an sich
glauben und von seiner Sache überzeugt sein, und dann schafft man alles, was
man zu erreichen versucht.“
********
Kleine Korrektur: Saxwolf schrieb: “Er (Öffi) fragt nie, ob er was haben kann, nein,
er nimmt nur etwas an, wenn man es ihm anbietet, aber nie, was entweder neu ist oder
für ihn gekauft wurde.”
Das Beschriebene ist eine Verhaltens-Richtlinie, die ich nicht hundertprozentig
so umsetze, um die ich mich aber stark bemühe. Und wo meine Abweichungen
davon sicher als relativ seltene vereinzelte Ausnahmen angesehen werden
können…
- VORBEMERKUNG ZU DEN ARTIKELN IN “DIE ANDERE REALITÄT” UND “BILD: DER BART IST AB…”, DIE “DOPPELROLLE” VON “SURVIVAL-WALDMENSCH” UND “LEBENSBERATER IM ANZUG” BETREFFEND…
Ich habe mal wieder einen “Überraschungs-Coup” zu bieten:
Meine Kritiker schimpfen ja oft über meine Medien-Öffentlichkeits-Arbeit, insbesondere mit den Boulevard-Medien (ganz besonders mit der Bild-Zeitung)… Abgesehen davon, daß ich aufgrund meiner “Schenker-Gewaltfreiheit” sowieso ja auch solchen Journalisten in hohem Grade die Freiheit geben muß, auch Verkehrtes zu machen bzw. zu schreiben (- siehe dazu die “Argumentations-Übersichten” im Thema “Ist Öffi geisteskrank…” -), habe ich immer gesagt, ich würde versuchen, das Beste draus zu machen…
Hauptsächlicher Kritikpunkt für Viele war dabei, daß ich zu einseitig als “Waldmensch” dargestellt würde, quasi als “würmerfressender Affen-Mensch”, und es dahinter zu sehr verloren ginge, auf seriös-ernsthafte Weise über die Grundideen von Schenker-Bewegung zu berichten (ehrliches Denken, Vernunft und Liebe…)… Auch würde meine primitiv selbstgemachte Kleidung die Menschen zu sehr erschrecken, und ein Schenker könne auch in normalerem Erscheinungsbild auftreten…
Eine Anregung von (Sat1-)Medien-Leuten aufgreifend, konnte ich nun mit der Bildzeitung (- die mich ja schon letztens gegenüber Verrücktheits-Vorwürfen von (Ex-)Mit-Idealisten durch den Psycho-Test in Dresden als “nicht verrückt, aber hochintelligent” rehabilitierte -) eine “Doppelrolle” für mich als Schenker einrichten! Leider gibt es im Moment ja keinen zweiten Schenker… Aber mich gibt es jetzt in einer “Doppelrolle” mit “Doppel-Outfit”! Wodurch eigentlich meinen Kritikern der Wind ziemlich aus den Segeln genommen sein dürfte…
1.) Bin ich weiterhin der “Waldmensch(-Anfänger)” mit Bereitschaft auch zu “primitiver” Survival-Selbstversorgungs-Lebensform…
Und ich halte diese Lebensweise auch für meine Stimmigste von den Schenker-Idealen her: Siehe z.B. das “Allgemeine Vorstellungs-Flugblatt” von SB mit den 3 Schenker-Lebensformen, wo die Selbstversorgungsunabhängigkeit als anzustrebendes Ziel beschrieben ist…
Oder siehe meine Aussage aus dem in meinem nächsten Beitrag wiedergegebenen “Waldmenschen-Zeitungsartikel”: “Natürlich kann ich schon ganz von und fürs Schenken (- als “Schenker” -) leben, auch wenn ich (noch) nicht im Wald lebe, sondern z.B. als “Pilger” oder “bettelnder Wanderprediger” durch die Lande ziehe und von “Überfluß-Resten” (“Containern” etc.) oder Geschenken lebe, wie es ja auch z.B. Buddha und Jesus gemacht haben… Aber ich denke, daß die ursprünglichste, unabhängigste, gesündeste, naturintegrierende und überzeugungskräftigste Lebensform die des “Natur-Sammlers” (oder “Waldmenschen”) ist: Wenn ich einfach auf die Wiese gehen kann und mich dort versorgen kann – wie ein wildes Tier… -”, dann brauche ich keine Bosse und Herrscher über mir bzw. keine “Abhängigkeits-Illusionen”, für die ich Unrecht tue… Und ich brauche weder eine verkünstlichte Welt noch irgendein Unrechts-System um mich herum, auch nicht als äußeren Rahmen für meinen Schenker-Aufbruch…”
2.) Trat ich nun – in Zusammenwirken mit der Bild-Zeitung – im eleganten neuen Anzug (geschenkt natürlich wie alles Andere…) in Dresden als “Lebensberater” auf, um die Engführung auf den “Waldmenschen” und sein “primitives Äußeres” aufzuknacken, und mich in einer “bürgerlichkeitsnäheren Rolle und Outfit” zu zeigen… Eine Rolle, die ich nun als Zweitrolle auch dauerhaft aufrechterhalten will… Und in dieser Rolle soll es zentral um die grundlegenden Ideale von Schenker-Bewegung gehen…
Sogar die Bild-Zeitung schreibt da ziemlich korrekt: “Ich möchte meinen Schatz an Erfahrungen als Lebensberater weitergeben. Den Menschen von der Liebe, vom Schenken und ehrlichem Denken erzählen. Doch vor meinem Waldmensch-Outfit haben sie Angst.”
Und die Bild-Zeitung gibt später auch die www.die-schenker.net – Website an!
In beiden Rollen sind nun neue Medien-Beiträge entstanden:
Ich setze in meinen folgenden beiden Beiträgen hier im Thema a) – für die “Waldmensch(-Anfänger)-Rolle” – erst ein m.E. sehr schön gewordenes Interview aus der Zeitschrift “DIE ANDERE REALITÄT” hinein… (Auf Seite 2 hier von “Ankündigungen und Neuigkeiten” befindet sich ja auch das andere sehr schöne Waldmenschen-Interview aus der Zeitschrift KursKontakte…);
und b) im zweiten Beitrag den Bild-Artikel über meine neue Rolle als Lebensberater im Anzug… Da werden noch weitere Zeitungs-Artikel und TV-Sendungen hinzukommen…
Künfig können interessierte Menschen und Medien also zwischen beiden Rollen wählen, mich als “Waldmensch-Anfänger” oder “Lebensberater im Anzug” erleben…
Für eine unideologische Revolution der Vernunft und Liebe !!!
Euer Öffi
——————————————————————————————————————-
Ein aktueller Medien-Beitrag über mich in “Waldmensch(-Anfänger)-Rolle”
Titelblatt-Artikel aus der Zeitschrift “DIE ANDERE REALITÄT Wissenschaftliche Zeitung für Parapsychologie, bodenständige Esoterik und spirituelle Ökologie”, 27.Jahrgang, Nr. 3 – 2009 Mai/Juni/Juli
Öff Öff
der Waldmensch
Ein Interview mit dem Aussteiger
Zunächst einmal: Öff-Öff – wie sich Jürgen Wagner nun nennt, hat keine inhaltliche Bedeutung. Deswegen nennt er sich so. Öff-Öff besuchte in Gladbeck das Ratsgymnasium, wo er 1983 das Abitur mit einem Schnitt von 1,0 machte. Danach studierte er Philosophie und Theologie. Er wollte zunächst Priester werden. Aber er sagt: „Meine Vorstellungen passten nicht zu der kirchlichen Berufsvorstellung eines Priesters.“ Vielmehr entschloß er sich, als Zeichen für seinen Austritt aus allen Herrschafts- und Gewalt-Strukturen seinen Personalausweis dem Bundespräsidenten zu schicken, völlig ohne Geld und Vergeltungs-Konkurrenz zu leben, „nur noch in Liebe Geschenke mit anderen Menschen auszutauschen“, und experimentierte auch immer mehr damit, „im Wald“, d.h. von möglichst einfacher Selbstversorgung als „(Wild-)Natur-Sammler“, zu leben. Er träumt von einer „Weltrevolution der Vernunft und Liebe“ und gründete die Schenker-Bewegung (www.die-schenker.de.cz oder www.die-schenker.net) Seine Markenzeichen wurden seine Fellstiefel, Lederhose mit Flicken, ein Wollpulli (- und im Sommer: barfuß laufen mit Lendenschurz… -) sowie sein Stirnband und schulterlange Haare.
Dieter Wiergowski:
Warum leben Sie im Wald? Durch das Leben im Wald bekommen Sie natürlich eine besondere Aufmerksamkeit, die andere mit ähnlichen Zielen nicht bekommen….
Öff-Öff:
Das Leben im Wald ist nicht der entscheidende Inhalt, aber m.E. eine sehr passende Konsequenz dafür.
Der entscheidende Inhalt, wie Schenker-Bewegung behauptet, ist der Versuch eines „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenners für globale Verantwortlichkeit“, mit der von uns vorgeschlagenen Inhalts-Füllung: Genug Vernunft und (schenkende) Liebe (d.h. gewaltfreies Teilen), damit die Menschen „gesamtwohl-konsens-fähig“ werden…
Alles Weitere sollte man wohl „unideologischerweise“ am besten den gemeinsamen Entscheidungen dieser „Zukunfts-Menschen“ überlassen…
Die Frage für mich, der ich mich als einen möglichst entschiedenen Pionier des gewaltfreien Teilens bzw. der schenkenden Liebe verstehen möchte, lautet dann: Wie radikal muß ich das zu leben versuchen, damit es für eine Lösung der Weltprobleme reichen kann? — Da wird Einem schnell klar: Man kann in der bestehenden „(Egoismus- und Willkür-)Sucht-Gesellschaft“ wohl gar nicht radikal genug damit sein, und es wird wahrscheinlich trotzdem nicht reichen… Aber jedenfalls „ein möglichst strahlungskräftiger Leuchtsignal-Mensch“ kann ich werden wollen…
Viele „andere Menschen mit ähnlichen Zielen“ leben aber mit ihrer eigentlichen Lebensgrundlage weiter im Wesentlichen verkehrt, im Staats- und Geld-System, d.h. einem großen Herrschafts- und Abrechnungs-System… Und solidarisieren sich wegen zu großer eigener Sucht-Anpassung normalerweise nicht einmal „wirklich“ mit praktischen Aufbrüchen in die grundlegend umgestellte „Liebes-Welt“…
Ich will aber die grundsätzliche und glaubwürdige Lebensumstellung!
Natürlich kann ich schon ganz von und fürs Schenken (- als „Schenker“ -) leben, auch wenn ich (noch) nicht im Wald lebe, sondern z.B. als „Pilger“ oder „bettelnder Wanderprediger“ durch die Lande ziehe und von „Überfluß-Resten“ („Containern“ etc.) oder Geschenken lebe, wie es ja auch z.B. Buddha und Jesus gemacht haben…
Aber ich denke, daß die ursprünglichste, unabhängigste, gesündeste, naturintegrierende und überzeugungskräftigste Lebensform die des „Natur-Sammlers“ (oder „Waldmenschen“) ist:
Wenn ich „einfach auf die Wiese gehen kann und mich dort versorgen kann – wie ein wildes Tier… -“, dann brauche ich keine Bosse und Herrscher über mir bzw. keine „Abhängigkeits-Illusionen“, für die ich Unrecht tue… Und ich brauche weder eine verkünstlichte Welt noch irgendein Unrechts-System um mich herum, auch nicht als äußeren Rahmen für meinen Schenker-Aufbruch…
Aber damit all das nicht zu radikal klingt und die Leute mir vorstöhnen: „Das ist zu hart für uns, also können wir gar nix machen…“
Wir haben in Schenker-Bewegung ein Entwicklungs-Konzept von den kleinsten bis zu den größten Schritten: Man kann als „Verbündeter“ (- d.h. jemand, der nur unseren Traum von der „Vernunft-Konsens- und Liebes-Welt“ teilt, egal, ob er auch (schon) praktische Konsequenzen zieht! -) schon mit seiner bürgerlichen Lebensform in unsere Projekte mit einziehen (also noch mit Ausweis, Geld, TV, Shoppen usw…) und sich dann ganz in freier Selbstregie und Eigendosierung weiter entwickeln, wie auch immer man es haben will, auch bis zum radikalen Schenker-Waldmenschen in seinen selbstgebauten Jurten oder Erdlöchern…
Dieter Wiergowski:
Wovon leben Sie?
Öff-Öff:
Ich lebe entweder aus der Natur, oder von weggeworfenen bzw. ausrangierten „Resten“ der Überfluß-Gesellschaft, oder von Geschenken… Ohne von mir erzwungene oder erkaufte Dinge…
Also auch völlig, ohne Geld als Tauschmittel zu verwenden oder irgendeine andere Art von Tausch nach dem Leistungs-Prinzip mitzumachen (- wo die Lebensqualität eines Menschen von seiner äußeren Leistung abhängig gemacht wird -)…
Aus meiner Sicht reicht die „Grund-Leistungs-Fähigkeit“ des Menschen, zu vernünftigem Denken fähig zu sein (- worauf ja eine „global verantwortliche Konsens-Gesellschaft“ aufgebaut werden müßte! -), so daß man mit ihm gewaltfrei nach Bedürfnissen teilen müßte…
(Siehe zu näherer Begründung dieser „Gleichberechtigungs-Vorstellung“ meinen „Schenker-Grundsatz-Text“, den sogenannten „Öm-Text“, auf den Websites…)
Dieter Wiergowski:
Glauben Sie, eine Lebensweise ohne Geld wäre für alle Menschen möglich?
Öff-Öff:
Jeder Mensch praktiziert bereits eine solche „Austausch-Logik der Liebe“ in seinen innigsten Beziehungen, in guten Freundschaften, Liebesbeziehungen und Familien… Wo man sich miteinander „als Einheit identifiziert“, friedlich gemeinsam miteinander entscheiden will und geschwisterlich teilt… Wir müssen zu einem solchen „organischen Verständnis“ von Verbundenheit miteinander und mit der Welt um uns herum hinkommen („wie gesunde Zellen im Organismus der Welt“), weil das Denken in individuellen Nutzenrechnungen unser Handeln zum Wohl des Ganzen zu stark hemmt oder unmöglich macht: Ein weißes Blutkörperchen könnte sich z.B. wohl nie zum Wohle des Ganzen aufopfern und im Kampf gegen Krankheitserreger absterben, wenn individuelles Nutzenkalkül sein letzter Maßstab wäre…
Organische Hingabe für eine Steuerung gemäß dem Gesamtwohl ist gleichzeitig das Vernünftigste, was man sich vorstellen kann, weil es höchstentwickelte umfassende Sinnzusammenhänge ermöglicht… Und es ist natürlich auch das Liebevollst-Denkbare, weil es das Gesamtwohl des Lebens über (Tellerrand-)Egoismen stellt…
Und angesichts der Technik- und Waffen-Entwicklung, welche die menschliche Intelligenz in immer „explodierenderer“ Weise hervorbringt, kann uns bzw. unsere kommenden Generationen wohl nur solche organische Vernunft und Liebe retten… Funktionierende „organische Konsens-Gesellschaften“…
Der Mensch stand auch ein erstes Mal auf dem Mond! Wir haben keine andere Wahl, als darauf zu bauen, daß er auch einmal zu solch „organischer Moral“ bzw. Steuerung seines Innenlebens, seines Sozialverhaltens und seiner Technik fähig wird…
Da es um Alles geht, müßten wir so eingestellt sein, daß wir sagen: Je unwahrscheinlicher die Erreichung dieses Ziels ist, oder je weniger die anderen Menschen mitmachen, desto mehr (- und nicht desto weniger! -) tun wir selbst dafür!!!
(Statt so Argumenten wie: „Ich tu ja schon was!“ Oder: „Wenn alle soviel täten wie ich, könnte es vielleicht schon reichen!“ – Während diese Anderen in der Realität aber viel weniger tun, und man das „organischerweise“ durch eigenes Mehrtun auszugleichen versuchen müßte… Usw…)
Dieter Wiergowski:
Es steht in Ihrem „Wurzeltext“ (im Internet nachlesbar), dass Gerechtigkeit für Sie äußerst wichtig ist. Was ist Gerechtigkeit? Beispiel: Für eine Katze ist es „in Ordnung“, einen Vogel zu fressen. Für einen Vogel ist dies vielleicht nicht der Fall – oder? Was ist in diesem Fall gerecht – und wie kann man dies vielleicht auf den Menschen übertragen?
Öff-Öff:
Ein umfassendes Verständnis von Gerechtigkeit meint m.E. nicht irgendwelche subjektiven Auffassungen von Gerechtigkeit oder ‘kapitalistische Tauschgerechtigkeit’ (- worauf die Begriffs-Bedeutung von Vielen heute reduziert wird… -), sondern ein im Ganzen richtiges, passendes Verhalten. Wo Alles seinen passenden Platz und sein passendes Maß im Ganzen finden können soll…
Die Tiere (Katze und Vogel…) funktionieren nach Instinkt-Mechanismen, die scheinbar recht gut geeignet sind, den Biokosmos gedeihlich zu erhalten.
Wir Menschen sind durch unsere Geistes- und Wahl-Freiheit aus solchen Mechanismen weitgehend befreit. Also sollten wir durch eine ausreichende Geistes- und Vernunft-Kultur (-quasi als „Instinkt-Ersatz“ oder -“Ergänzung“ -) erreichen, daß wir auch (wieder) für den Biokosmos gedeihlich sind…
Jeder weiß, was eigentlich vernünftig, liebevoll und verantwortlich ist: „Argumente statt Fäusten (oder irgendwelchen anderen Motiven)“… Das müssen wir ausreichend hinkriegen bzw. dafür die Kultur schaffen, jeder in sich, wir untereinander, und uns integrierend in die uns umgebende Welt…
Unter Menschen wird es wohl „Anarcho- bzw. Liebes-Kommunismus“ bedeuten: Eine organische und geschwisterliche Konsens-Planung, die nach dem Maßstab geht: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen, damit es Allen gleich gut gehen kann…“
Dieter Wiergowski:
Ein weiterer wichtiger Punkt für Sie ist die Wahrheit. Was ist für Sie Wahrheit? „Meister“ sagen, es gibt keine absolute Wahrheit, sondern jeder hat „seine“ Wahrheit. Wie sehen Sie das?
Öff-Öff:
Wahrheit bedeutet ehrliche Antworten oder richtige Antworten.
Ich empfehle dafür als Grundregel: Immer auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen… Die Angelegenheiten von den verschiedensten Seiten betrachten und sich innerlich (im „Gespräch mit sich selbst“) der schärfste Kritiker sein wollen…
Es gibt dabei Bereiche, wo subjektiv verschiedene Wahrheitsauffassungen unvermeidlich oder auch schön sein können…
Es gibt aber auch die Frage, worüber wir Menschen einigungsfähig werden müssen (- als „objektive Wahrheiten“ -), um ausreichend gemeinsam verantwortungsfähig zu sein…
Ob ein Bild von Picasso schön ist oder nicht, da mag Meinungsverschiedenheit kulturell bereichernd sein…; ob ich jemandem ein Messer in den Rücken rammen darf, um meine Interessen durchzusetzen… – da macht man sich mitschuldig am Blut der Opfer, wenn man sagt, da könne Jede/r „seine Wahrheit“ haben…
Es gibt heutzutage m.E. viel „esoterische“ Innerlichkeits- und Subjektivitäts-Flucht vor solchen nüchternen rationalen und sozialen Zusammenhängen und Verantwortlichkeiten…
(Und um nochmal eine grobe „Kette“ wichtigster und richtigster Fragen und Antworten zu skizzieren: Am wichtigsten ist: Was macht micht glücklich? Dafür muß ich eine Grundvorstellung davon haben, was ich bin. Als Vernunft-Seele macht mich glücklich, was umfassendsten Sinn ergibt (= Vernunft) oder dem Leben insgesamt dient (= Seele bzw. Gewissen). Modern gesprochen: Globale Verantwortlichkeit… Dafür ist am wichtigsten die Beschäftigung mit dem Menschen, weil er das Steuerruder der globalen Entwicklung entscheidend in die Hände genommen hat… Dabei ist wohl am wichtigsten die Suche nach so einem „Kleinsten Nötigen Einigungsnenner globaler Verantwortlichkeit“, wie oben schon als Anliegen von Schenker-Bewegung skizziert… Dafür ist wohl die passendste inhaltliche Füllung: Genug Vernunft und Liebe, damit die Menschen gesamtwohl-konsens-fähig werden… Und so hat man das Programm von Schenker-Bewegung raus… Was ich mit 13 Jahren innerhalb weniger Wochen durch ehrliches Nachdenken ergrübelt habe…)
Dieter Wiergowski:
Beinhaltet Ihre Lebensweise für Sie „gelebte Spiritualität“?
Öff-Öff:
Ja. Vernunft- und Liebes-Spiritualität. Nüchternes und konsequentes revolutionäres Handeln statt „Nebel-Versteck-Spiel“. Da gibt es viel modernes und verkäufliches „Opium fürs Volk“…
Dieter Wiergowski:
Sie haben die Schenker-Bewegung gegründet. Was bedeutet das und was verschenken Sie selbst?
Öff-Öff:
Die „Schenker-Bewegung“ ist die „Bewegung der Menschen, die mit Anderen nur noch Geschenke austauschen wollen“ (die „Schenker“ machen es bereits ausschließlich so, die „Schenker-Verbündeten“ teilweise…). Um durch Vernunft und Liebe bzw. durch gewaltfreies Teilen eine global verantwortliche Entwicklung zu ermöglichen…
Ich verschenke einerseits diese „gute Botschaft“ der Vernunft und Liebe, eine Botschaft bzw. Logik der Rettung für diese Welt… Ist sicher das Wichtigste…
Und wenn ich bereit wäre, mich und meine Arbeit zu verkaufen wie die „normalen Bürger“, dann könnte ich (als Priester, Religionslehrer, Uni-Akademiker oder auch Sozialarbeiter…) für ein paar Stunden allein des Sprechens mit anderen Menschen mein Wohlstands-Gehalt einsacken. Und bräuchte nicht von den Kräutern der Wiese, aus den Supermarkt-Containern oder von den (recht geringen) Geschenken leben…
Meine geschenkte Priester- oder Seelsorger-Arbeit ist also das Eine, was ich verschenke. Bzgl. „geschenkter Sozialarbeit“ haben wir in unserem „Haus der Gastfreundschaft“ zeitweilig bis zu 10 recht schwere Sozialfälle gleichzeitig aufgenommen, wofür der Staat bzw. der Steuerzahler meiner Kenntnis nach ansonsten, wenn die Leute z.B. in einer „Wohngemeinschaft betreutes Wohnen“ untergebracht worden wären, bis zu 3500 Euro pro Person hätte zahlen müssen…
Und Experimente von Natur-Selbstversorgungs-Modellen, wie wir das z.B. in unserem „Friedensgarten“ machen, werden an anderer Stelle von staatlichen Stellen auch mit ziemlich viel Geld subventioniert… Wir machen es geschenkt, und ziemlich effektiv…
Darüber hinaus schenke ich noch so Allerlei bzw. verdienen Andere Geld an mir… Die Medien z.B. verdienen mehr Geld an mir, als sie (manchmal) z.T. an unsere gemeinnützigen „Verbündeten-Vereine“ spenden…
Und ich habe schon viel an andere Menschen verschenkt an Eigenarbeit, aus „weggeworfenen Resten“ wiederhergestellten Wertgegenständen, oder auch durch Natur-Material usw…
Dieter Wiergowski:
Was möchten Sie bis zu Ihrem Lebensende erreichen?
Öff-Öff:
a) In erster Linie möchte ich ein gerader, ehrlich denkender Mensch sein und bleiben. Mir nicht die (höchste) Wahrheit zurechtlügen für kleine irdische Interessen…
Ich will für meine strukturrevolutionären Ideale (- solange ich nicht durch vernünftige Argumente davon abgebracht werde! ich will auf keinen Fall in irrationaler Weise „ideologisch“, „dogmatisch“ oder „fanatisch“ sein, sondern ein realistischer Rationalist…-) weiter Alles geben, und ein Entschiedenheits-Zeichen setzen, wodurch ich die Menschheit zum Aufwachen bringen möchte! Ich halte es für wahrscheinlich, daß ich für diese Ideen eines Tages als Märtyrer sterben werde, zumal ich die Auseinandersetzung mit aggressiven Menschen z.T. offensiv suche, als Bewährungsprobe für meine Gewaltfreiheit… (Und ein solcher Tod ist in meinen Augen ein besserer Hinweis auf nötige Entschiedenheit und Opferbereitschaft für die Rettung der Welt als ein „Fasten bis zum Tode mit 50 Jahren“, wie ich es in Anlehnung an mein Vorbild Gandhi eine Zeit lang beabsichtigte, bis ich diese Absicht als zu sehr – u.a. angesichts nicht genutzter Reste- und Natur-Nahrung – negativ wieder aufgab…)
b) Ich möchte die im Keim ja schon jetzt entstandene Entwicklung eines „idealistischen Stammes“ ehrlich denkender Schenker-Idealisten zu einem stabilen (Zwischen-)Ergebnis geführt haben, so daß es bestehen bleiben kann, auch wenn ich nicht mehr bin… Ein Stamm von Menschen, die gerade und offen den zarten und von der Menschheit schwerst verletzten Traum hochhalten, daß Menschen (gerade auch sie selbst untereinander als Modell schonmal!!!) in gewaltfreiem Vernunft-Konsens miteinander zu entscheiden wagen können, und die sich zu einer durch solchen Konsens geplanten liebeskommunistischen Gütergemeinschaft trauen… In der Hoffnung, daß die Anständigkeit und Ehrlichkeit und Vernunft dieser Menschen ausreichen kann, so daß man nicht nur auf Gewaltandrohungs-Verträge und fest eingepanzertes Privateigentum bauen muß, um nicht getäuscht, ausgebootet und ausgenutzt zu werden… GIBT ES UNTER DEN LESERN AUCH MENSCHEN MIT SOLCHER SEHNSUCHT??!!! ICH SUCHE DIE WIRKLICH EHRLICH DENKENDEN MENSCHEN, WIE „JUWELEN IM HEUHAUFEN“, UND MEHR ALS EIN VERDURSTENDER IN DER WÜSTE NACH WASSER SCHREIT…
c) Und seit ich mit meiner letzten Freundin erleben konnte, wie schön auf diesem „radikal-revolutionären Weg“ eine traute „Wahre-Liebe-Beziehung“ sein kann (vorher war ich von mehreren Freundinnen wegen der idealistischen Aufgaben oft bis auf einen kleinen Teil der Zeit getrennt…), träume ich sogar auch davon, mit solchen ehrlich denkenden Frauen (ich bin für eine Form von „Freier Liebe“…) innerhalb dieses „idealistischen Stammes“ ein kleines „Liebes-Nest“ hinzubekommen… Die Frauen müßten – wie oben schon erklärt – (wie alle „Verbündeten“) nur zu ehrlichem Mitdenken und idealistischem Träumen bereit sein, könnten ansonsten mit ihrer ganzen fortbestehenden bürgerlichen Lebensform neben mir mitleben…
Mir wird immer klarer, wie wichtig bei meinem alternativen Engagement auch ein solches „Liebes-Beziehungs-Modell“ sein kann, wo Partner ihre Liebe zueinander gleichzeitig als Gottesdienst an der Welt und Element der Revolution ansehen — statt sich durch familiäres Tellerranddenken zur gesellschaftlichen „Etablierung“ ablenken und „entschärfen“ zu lassen…
(Nähere Infos dazu stehen im Schenker-Forum www.schenkerbewegung.plusboard.de … Thema: „Öffis Einladung und Erwartungen an Frauen…“)
—————————————————————————————————————–
—————————————————————————————————————–
- DER ARTIKEL IN DER BILD-ZEITUNG VOM 17.4.2009: “JETZT IST DER BART AB!”
Und hier der Artikel in der Bild-Zeitung vom 17.4.2009: (Eine andere Zeitung war auch schon da… Und am Montag kommt Fernsehen…)
Jetzt ist der Bart ab!
ÖffÖff wandelt sich vom Waldschrat zum Gentleman. Er will so Lebensberater werden.
(Bildunterschriften: Gestern morgen saß Öff Öff noch vor seiner Jurte im Oberlausitz-Wald und meditierte… — Verwandelt: Ohne seinen Bart und das Wald-Kostüm sieht Öff Öff (eigentlich Jürgen Wagner, 45) aus wie ein seriöser Bankberater…
Frisiert, rasiert, gegelt – der neue Öff Öff. Aus seinen Haaren will er sich eine Joppe stricken…
Schnipp schnapp! Star-Coiffeur Holger Knievel (43) höchstselbst verpasste Öff Öff seine neue Frisur…)
Von J. Helfricht
Dresden/Löbau -
Der Salon von Sachsens Star-Coiffeur Holger Knievel (43) an der Helgolandstraße in Dresden. 11.30 Uhr betritt ein zerzauster Waldschrat barfuß das Geschäft, kommt eine Stunde später als Gentleman wieder heraus.
Es ist Waldmensch Öff Öff (45), der frühere katholische Theologe aus dem Oberlausitz-Wald. Der Aussteiger, der vor 20 Jahren seinen Paß verbrannte. Seitdem lebt er nach eigenen Angaben ohne Geld und Strom von Wildfrüchten, Würmern und Geschenken. Der Einsiedler möchte sich verändern und BILD besorgte ihm einen Termin.
Was will Öff Öff beim Friseurmeister?
“Ich möchte meinen Schatz an Erfahrungen als Lebensberater weitergeben. Den Menschen von der Liebe, vom Schenken und ehrlichem Denken erzählen. Doch vor meinem Waldmensch-Outfit haben sie Angst.”
Morgens nahm er neben der Jurte ein Flussbad. Dann trampte er los. Star-Friseur Knievel, der sonst OB Helma Orosz (55, CDU), Schauspielerin Stephanie Stumph (24) oder Ministern die Haare verzaubert, wunderte sich: “Der Kopt ist ganz ok, ohne Läuse!”
Öff Öff: “Das harte Leben unter freiem Himmel hat meinen Körper gegen Zecken, Fuchsbandwürmer und Läuse abgehärtet.”
Dann äußert er seine Wünsche: “Bart ab, graue Haare färben und stutzen.”
Glücklich schaut er nach der Prozedur in den Spiegel: “Nur die Tiere des Waldes werden erschrecken, wenn sie mich so verjüngt und gepflegt sehen.”
Dann zog er seinen braunen Anzug und Schuhe an (alles Geschenke) und fertig war die Verwandlung. Die abgeschnittenen Haare nahm er mit: “Daraus filze ich mir eine Joppe.”
Öff Öff: “Wer Rat sucht, kann mich nachmittags im Wald besuchen. Sex-Beratung gibt’s aber erst nach dem Dunkelwerden.”
Termine gibt’s im Internet:
———————————————————————————————————–
———————————————————————————————————–
- SÄCHSISCHE ZEITUNG 18.4.09: “BEI ‘ÖFFÖFF’ IST DER BART JETZT AB!”
Sächsische Zeitung 18.4.09
Bei „Öfföff“ ist der Bart jetzt ab
(Foto-Unterschriften: Vorher: „Öfföff“ mit Vollbart… — … und kurz und glatt.)
Löbau. Man muß nicht aussehen wie ein Waldmensch, um die Welt zu retten. Dieser Satz ist für Jürgen Wagner (45) nicht neu. Doch jetzt erst fanden sich Sponsoren, die dem als „Öfföff“ bekannten Waldbewohner Anzug, Schuhe und einen Besuch beim Edelfrisör in Dresden spendierten. Jetzt sieht „Öfföff“ ganz brav aus: der Vollbart ab, die Haare kurz. „Ich kann in verschiedenen Rollen Gutes tun“, sagt der „Lebensberater“, der Liebe und Verzicht auf Geld predigt. (SZ/fs)
————————————————————————————————————
————————————————————————————————————
- “WORT TRIFFT BILD”-INTERVIEW VOM APRIL 09
<!– @page { margin: 2cm } A:link { so-language: zxx } –>
Interviewfragen:
-
Viele Menschen kennen Dich aus dem Fernsehen, wie hat sich dein Leben seitdem verändert?
Ich habe weiterhin oft mit Medien zu tun. Und ich bin bekannt wie ein bunter Hund. Oft kommen Leute zu mir, um sich mit mir fotografieren zu lassen oder sich ein Autogramm aufschreiben zu lassen…
Toll finde ich, daß ich in letzter Zeit nicht mehr nur als der „wilde Waldmensch“ in den Medien erschien, sondern mir auch als „Lebensberater im Anzug“ eine zweite Rolle zulegen konnte, welche zeigen kann, daß man sich in verschiedenen äußeren Formen für Liebe und Schenken (das Hauptanliegen von Schenker-Bewegung) einsetzen kann…
Schon vorher war ich – indem ich jahrelang als freiwillig obdachloser „Pilger“ von einer Fußgängerzone zur nächsten zog und dort Plakate aufhängte – oft schwerpunktmäßig mit Öffentlichkeits-Arbeit beschäftigt. Das hat nun noch zugenommen und sich mehr in „Büro-Arbeit“ umgewandelt, vor allem in Form von Telefonanrufen oder Internet-Korrespondenz, in Mails oder Foren…
Ein großer Teil der neuen Interessenten, die in unsere Schenker-Bewegung kommen, ist durch die Medien-Berichte angestoßen worden…Und es wird mir oft die Frage gestellt, ob ich nicht durch die Medien mittlerweile viel Geld bekommen hätte. Dazu gleich die Erklärung:
Ich arbeite auch mit den Medien – wie alles, was ich tue – nur geschenkt zusammen, ohne Bezahlung… („Schenken“ = „freiwilliges Geben ohne Bedingung einer Gegenleistung“) Ich sage den Medienleuten höchstens dazu, daß sie, „wenn sie so ein gutes Herz haben“ (- nicht als Bedingung meines Mitwirkens ! -), unseren gemeinnützigen „Schenker-Verbündeten-Vereinen“ etwas spenden können. Da sie das manchmal taten, half es den ständig leeren Kassen dieser Vereine ein wenig… ((Zu wenig, so daß ich Menschen, die was spenden wollen, weiterhin diesen Tipp gebe…)) Es sei gleich dazu gesagt: Diese Vereine dürfen nicht die Alltags-Bedürfnisse von Schenkern finanzieren (also keine Form von „Hintenrum-Finanzierung“ darstellen), sondern sich nur im Bereich Öffentlichkeitsarbeit (da auch in Kooperation mit den Schenkern), „Landbefreiung“ für selbständig sich versorgende Aussteiger-Projekte und höchstens noch mit einer „Notfallkasse“ für Unfälle etc. mitengagieren.
Für Nahrung, Kleidung, Wohnung etc. müssen die Schenker sich durch eigene unabhängige Quellen (aus der Natur, durch weggeworfene „Reste“ unserer Überfluß-Gesellschaft, oder durch Geschenke) selbst irgendwie „durchschlagen“… -
Du lebst am Rande der Gesellschaft, gegen den Trend, ein konsumarmes Leben und doch trittst Du im Fernsehen auf. Wie lässt sich das vereinbaren?
Ein Kernideal von mir ist Gewaltfreiheit. Gewaltfreiheit bedeutet, anderen Menschen als ebenfalls denkfähigen Wesen eine grundlegende Gleichberechtigung anzuerkennen und ihnen (sogar auch Andersdenkenden und Gegnern) dementsprechend ihre Freiheit zu lassen bzw. zu geben. So daß sie gemäß ihrer Eigenregie, ohne Bevormundung und Manipulation, selbst über ihr Leben und Verhalten entscheiden können. Statt Bevormundung will ich mich an ihre eigene innere Instanz, ihre Vernunft und ihr Gewissen wenden, und sie aus eigener Einsicht und Freiwilligkeit das Richtige herausfinden lassen…Solche Gewaltfreiheit muß sich vor allem in Bewährungsproben zeigen: Jeder kennt den Spruch „die andere Wange hinhalten“ (natürlich um in beschriebener Weise das Gewissen des Anderen zu provozieren)…
Ich praktiziere solches „Freiheit-Geben auch zu aus meiner Sicht Verkehrtem oder Gefährlichem“ an verschiedenen Stellen, z.B. auch in einem Haus, wo wir Sozialarbeit verschenken…
Und wenn ich da z.B. auch einen aggressiven suchtkranken Kriminellen bei mir aufnehme, der mich vielleicht mit Mord bedroht… — dann wäre es völlig unverhältnismäßig, wenn ich andererseits einen (TV-)Journalisten, der über mich einen Bericht machen möchte, abweise und wegschicke…
Also schon aus dieser Gewaltfreiheit heraus muß ich die Medien-Leute konstruktiv behandeln und sie – geschenkt, und ohne Kontrolle oder Zensur – „machen lassen“, ausdrücklich auf ihre eigene Verantwortung… Und auch wenn sie was Verlogenes oder Verzerrendes draus machen, stelle ich mich („andere Wange hinhaltend“) das nächste Mal wieder frei zur Verfügung…Natürlich sage und mache ich vor der Kamera nur Wahrhaftiges, d.h. ich lebe nichts vor den Medien, was nicht auch ohne die Medien in meinem Leben vorkommt… (Und gegenüber gelegentlichen Kritiker aus den eigenen Reihen, die meinen Umgang mit den Medien so nicht richtig finden, bin ich auch da immer äußerst gesprächsbereit, kompromißsuchend… – und auch denen die größtmögliche Freiheit zum Andersmachen eröffnend…)
Aber ich muß auch sagen: Öffentlichkeitswirkung ist eines meiner wichtigsten Ziele, für das ich sowieso arbeite. Bekannt zu sein, heißt noch nicht, die Menschen zu verändern, ist aber eine Voraussetzung dafür. Insofern finde ich es gut, wenn in den Medien über Inhalte wie Schenker-Bewegung berichtet wird… Und es ist in meinen Augen auch gut, wenn speziell auch Boulevard-Medien über sowas berichten, statt nur über ablenkenden Unterhaltungskram… Und natürlich finde ich „seriösere“ Medien auch toll, aber die scheinen aus gewissen Gründen etwas „gehemmt“ zu sein, radikale Inhalte wie eine grundlegende „Struktur-Revolution der Liebe“ wirklich zum Thema zu machen… Gerade in so kritischen Zeiten wie jetzt, wo die Situation eigentlich nach grundlegender Veränderung schreit, gilt für die „etablierten Kreise“ scheinbar stark der Spruch: „Es muß alles anders werden – aber es darf sich nicht viel ändern!“
Wenn da doch irgendwo mehr „Aufbruchs-Bereitschaft“ ist (für echten „Change“) – ich bin immer offen für eine anspruchsvolle Auseinandersetzung über Inhalte…
Die Boulevard-Medien kommen in hohem Grade wegen des äußerlich Sensationellen, der „Zirkus-Nummer“ eines Menschen, der aus dem Staats- und Geld-System ausgestiegen ist, nur Geschenke mit anderen Menschen austauscht, und der im Wald lebt… Da gibt es auch kaum jemand Anderen, der das so macht wie ich, als Schenker ohne Staat und Geld seit 18 Jahren (- im Wald leben ist nicht so wesentlich, ich wohne seit 3 Jahren überwiegend so -)… Sie berichten oft oberflächlich und sehr plakativ, – aber sie berichten…Während ich auf der anderen Seite mal von einer bekannteren „christlichen Zeitung“, „Publik-Forum“, einer sogenannten Zeitung für kritische Christen, den Eindruck vermittelt bekam, „ohne Geld leben könne nichts Seriöses sein“… (Obwohl Jesus das ziemlich anders gesagt hat und seine Jünger ohne Geld aussandte, damit sie nur Geschenke austauschen…)
Da trifft man dann auf „Anpassungs-Ideologie“, die ich nicht „seriöser“ finde als die „Boulevard-Berichterstattung“… Es sind nur verschiedene Ebenen der Unwahrhaftigkeit…Aber ganz ganz langsam fängt es zur Zeit sogar auch an, daß Schenker-Verbündete eigene Medienarbeit machen wollen, z.B. mit einem „ ‘Schenker-Kanal’ von Schenkerbewegung“ auf Youtube etc… Und ein bißchen Musik auf myspace usw… Und natürlich auch unsere eigenen Websites: www.die-schenker.net und www.die-schenker.de.cz oder www.oeffi.such.info …
Und es kann beim Thema Medien auch zu ganz spannenden, kaum zu glaubenden Entwicklungen kommen: Während mich (Ex-)Schenker-Mitidealisten, die aus meiner Sicht mit ihren Alternativ-Ansprüchen an ihren Sucht-Anhänglichkeiten scheiterten, mal für verrückt erklären wollten, um mich beiseite schieben zu können, hat die Bild-Zeitung(!!!) dann einen psychiatrischen Test organisiert, der mich rehabilitierte: „nicht verrückt, hoch intelligent…“
-
Beschreibe kurz deine Ideologie, wie kam es dazu?
“Schenker-Bewegung” (die Bewegung der Menschen, die mit Anderen nur in Liebe Geschenke austauschen wollen, um insgesamt bzw. „organisch“ verantwortlich zu leben, „wie eine gesunde Zelle im Organismus der Welt“…) bedeutet den Versuch, auf möglichst unideologische Weise einen „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner für global verantwortliche Entwicklung“ anzubieten, mit dem von uns vorgeschlagenen Inhalt: Soviel Vernunft und Liebe unter den Menschen, daß sie wirklich „gemeinwohl-(konsens-)fähig“ werden…
Mehr sollte man diesen „Zukunfts-Menschen“ wohl nicht an Inhalten vorgeben wollen, sondern es dann, wenn sie dazu fähig geworden sind, ihrem „Gemeinwohl-Konsens“ überlassen…
Möglichst unideologisch bedeutet also: Soviel wie unbedingt erforderlich an Einigung, und ansonsten so viel wie möglich an Toleranz für Verschiedenheit… Zur Veranschaulichung erkläre ich immer: Gleichberechtigte Schenker könnten bei uns z.B. sein: ein buddhistischer Mönch, der sein Leben lang keine Frau anfassen will, neben einem monogamen Katholiken, neben einem Moslem mit seinem Harem, und auch neben einem anarchistischen Atheisten, der jede Woche seine 10 Freundinnen wechseln will…
Und ich habe Schenker-Bewegung auch so strukturiert, daß es einen fließenden Übergang vom kleinsten bis zum größten Schritt geben kann! So daß niemand durch zu hohe „Einstiegs- oder Entwicklungs-Schwellen“ gehindert wird… Wir haben nämlich neben der Kerngruppe der radikalen „Schenker“ (- deren “Schenker-Konsens” ein besonderes Gewicht hat, weil sie unsere Ideale ja auch leben und so eine besondere Gewähr bieten, alle möglichen Fragen wirklich gemäß unseren Idealen zu entscheiden… -) noch die große Gruppe der gemäßigteren „Schenker-Verbündeten“: Ein „Verbündeter“ ist so definiert, daß er unserem idealistischen Traum, der Schenker-Theorie („Frieden unter Menschen, damit es nach ‘Argumenten statt Fäusten’ gehen kann und wir auch Frieden mit der übrigen Welt hinbekommen…“), zustimmt, aber völlig offenlassend, ob und wieviel an praktischen Konsequenzen er ziehen mag… Er kann also noch völlig bürgerlich leben (- wir hatten als Verbündete schon einen Flugzeug-Bauer, einen Atomkraftwerks-Mitarbeiter und einen Soldaten… -) oder schon sehr „schenker-nah“… Und solche Verbündeten können, wenn sie wollen, z.B. in den gemeinnützigen Schenker-Verbündeten-Vereinen mitmachen oder auch schon in den Projekten von Schenker-Bewegung mitleben, auch in sehr normalen bürgerlichen Wohnungen, während vielleicht direkt neben ihnen radikale Schenker leben, die ohne Luxus, Ausweispapiere und Geld in Erdlöchern (sogenannten „Visions-Höhlen“) oder Jurten hausen…
Bzgl. konkreter Praxis arbeiten wir in Schenker-Bewegung in drei Lebensformen: a) als “pilgernde” Öffentlichkeitsarbeiter oder „Wanderprediger“ „auf der Straße“ (wie die großen Vorbilder Buddha, Jesus, Gandhi etc.), b) in Form geschenkter Sozialarbeit („so bedingungslos und familiär wie möglich“) in „Häusern der Gastfreundschaft“ bzw. „Armenfamilien“, und c) in “Selbstversorgungs-Dörfern” bzw. „Natur-Stämmen oder Wald-Familien“…
Wie es zu dieser Schenker-Weltanschauung kam?
Ich habe mit 13 Jahren bei einem Sonntagsspaziergang festgestellt, daß wir Menschen nicht automatisch bzw. instinktiv fürs Wichtigste und Richtigste leben, sondern unser Leben für Unwichtiges und Verkehrtes vergeuden können… Das wollte ich nicht, also ging ich auf die Suche, gemäß dem Motto: “Immer auf die jeweils wichtigste Frage, die ich finden kann, die bestbegründbare Antwort suchen…”Innerhalb von wenigen Wochen kam ich dann zum Grundprogramm von Schenker-Bewegung: Am wichtigsten ist: „Wie werde ich glücklich?“… Dafür muß ich eine Vorstellung davon bekommen, was ich bin: „animal rationale“…, „Vernunft-Seele“…, d.h. Vernunft als geistige Fähigkeit, die mich soviel wie möglich nach Sinn suchen läßt, und „Seele“ als das, was mich mit dem (großen) Lebenszusammenhang verbindet… Fazit: Streben nach dem im Ganzen Sinnvollen und Lebensfreundlichen… Modern ausgedrückt: Engagement für eine global verantwortliche Entwicklung in der Welt… Dann ist am wichtigsten die Beschäftigung mit den Menschen, weil sie „das Steurruder der Entwicklung in der Welt in die Hände genommen haben“, über Gedeih oder Verderb, „gesundes Zellenleben oder Krebsgeschwür“ entscheiden… Dann wieder ist nicht gut, ihnen alle meine Lieblings-Meinungen und Spezial-Ideologien überstülpen zu wollen, sondern als Wichtigstes kommt es erstmal wohl nur auf einen „Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner für global verantwortliche Entwicklung“ an… Als Inhalt dafür ist das Zustandekommen eines Entscheidungs-Mechanismus unter den Menschen am wichtigsten, wodurch „Argumente statt Fäusten“ zählen… Dafür müssen dann natürlich Vernunft und Liebe in und unter den Menschen stark genug werden…
Und damit hat man das Kernprogramm von Schenker-Bewegung schon herausbekommen… -
Warum hast Du deine Identität abgelegt? Abgelehnt?
Nicht böse sein: Aber wenn ich die Frage so stellen würde, würde ich entsetzt darüber sein, wie sehr ideologie-vereinnahmt durch das Geld-Herrschafts-System ich denke und spreche!
Ist das Abgeben von bürgerlichen Ausweispapieren, sozusagen des „Mitglieds-Ausweises“ für das Herrschafts-System, das Nicht-Mitmachen im Geld-System, oder auch die Wahl eines neuen (Künstler- oder Aussteiger-)Namens statt des von Anderen „Aufgestempelten“, gleichbedeutend mit Ablegen oder Ablehnen der „Identität“ (lat. „identitas“ = „Wesenseinheit“)???
Bin ich nur Mensch, wenn ich Bürger bin?! Oder bin ich nur Mensch, wenn ich ein „homo oeconomicus“ bin, ein gieriger Egoist, wie es die kapitalistische Wirtschafts-Wissenschaft definiert?!
Wie schon erläutert, definiere ich mich als „animal rationale“, als „Vernunft-Seele“… Und die will dem Gemeinwohl dienen, statt für egoistische Interessen herrschen… Egal, wie „unmodern“ das den zerrissenen „Sucht-Menschen“ von heute erscheint, für mich ist es gleichbedeutend mit seelenerfülltem Menschsein…
Und deshalb, als Ausdruck für „wahre Identität“, habe ich meinen Namen „Öff!Öff!“ aus bedeutungsleeren Lauten zusammengesetzt: Alle feste und aufgestempelte Bedeutung mal aufknacken, und an Alles die Frage stellen, was man eigentlich selbst wichtig und richtig findet…
Oder, gemäß dem Spruch von Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, der Faulheit oder Feigheit, selbständig zu denken!“ Denn “der Mensch ist, was er von sich weiß (Hegel), und was er aus sich macht (Sartre)”…
-
Wie siehst Du den Menschen von heute?
In absolut erschreckender Zahl mittrottende, abgestumpfte Wesen in der kapitalistischen Sucht-Gesellschaft… Hauptsächlich an Geld und Spaß-Konsum interessiert… Seine Willkür-Launen und egoistischen Interessen über Vernunft und Gemeinwohl stellend… So entfremdet, daß ihm sein eigenes Wesen, seine Vernunft und sein Gewissen, eher wie ein ‘fremdbestimmender Diktator’ erscheint, wovor man fliehen müßte… Machen können, was man (willkürlich) will, statt nach der eigenen Vernunft oder dem Vernunft-Konsens mit Anderen gehen zu wollen… „Freiheit“ ist viel stärker „Aus-Zusammenhängen-gelöst-Sein“ statt „Einsicht ins Sinnvolle oder gemeinsam Notwendige“… Immer mehr ergibt das die ‘Orientierungsfähigkeit’ und das ‘Wohlgefühl’ von „aus dem Gesamtbild herausgerissenen Puzzle-Teilen“… Mit sich verdichtendem Sinnlosigkeits- und Frust-Druck… Mit Streit unter Verwandten ums Erbe und ähnlichem als Hauptthemen… Mit Beziehungspartnern, die einander oberflächlich konsumieren und verlassen, wenn es unangenehm wird bzw. Beziehungsarbeit erfordert… Mit vereinsamten Alten, die sich mit Sahnetorte und vielen Medikamenten beruhigen müssen und tausendmal dieselben oberflächlichen Alltags-Anekdoten erzählen, weil man ein Leben lang jede echte Tiefe in Oberflächlichkeit verdrängt und ersäuft hat… Ein Zunehmen psychischer Krankheit als Selbstverständlichkeit…Wenn so ein Lemming-Mensch noch Disziplin aufbringt, dann reicht es vielleicht gerade noch für eine angepaßte Bürger-Rolle mit privater Tellerrand-Existenz, aber nicht für eine weitergehende Freiheit des sich in seinen Grundlagen selbstbestimmenden und selbstorganisierenden Lebens…
-
Wie den Menschen von Morgen?
Wenn es noch ein „nachhaltiges“ Morgen geben soll, dann muß sich m.E. der „organische selbstorganisierende Mensch“ entwickeln, der als Vernunft-Seele eine „gesunde Zelle im Organismus der Welt“ sein will… Der all sein Tun, auch sein Geben und Nehmen etc., danach richtet, was der Steuerung und dem Wohl des Gesamt-Organismus entspricht… So wie die Zelle im Körper nicht da, wo sie etwas gibt, gleich Vergeltungs-Gegenleistung will, sondern das, was sie braucht, vielleicht von ganz anderer Stelle bekommt und in anderem Maß… Individuelles Vergeltungs- und Nutzen-Kalkül als entscheidender Maßstab verhindert viel zu sehr solches komplexere Gesamtwohl-Verhalten… Ein weißes Blutkörperchen könnte sich so nie zum Wohle des Gesamtorganismus im Kampf gegen Krankheits-Erreger zum Absterben bereit finden, sondern würde lieber als Krebs weiterwuchern…
Ein solcher „organischer Zusammenhang“, wo alle Teile – durch ihr inneres “Zellprogramm” – das Programm des Ganzen in sich tragen, ist zugleich auch das Vernünftigst-Denkbare, da es den funktionierendsten, weitestentwickelten Gesamtsinn ermöglicht, und es ist zugleich das Liebevollst-Denkbare, da es die komplexeste und harmonischste Vereinigung bzw. Identifikation aller Teile miteinander darstellt…
Wir werden ohne solchen organischen Zusammenhang, Sinn und Liebe wohl nicht auskommen können, da es zum Einen die Wesens-Sehnsucht und -Entfaltung unseres Geistes bzw. der Vernunft und unseres seelischen Liebesbedürfnisses ist, – und weil zum Anderen unsere werkzeug- und waffen-schaffende Intelligenz anders als durch so ein höchstentwickeltes Sinn- und Moral-Bewußtsein wohl nicht ausreichend zu bändigen sein dürfte…Nüchterner formuliert: Damit es klappen soll, daß die Zukunftsmenschen sich zusammensetzen und vernünftig gemäß dem Gesamtwohl entscheiden, muß ihre Vernunft- und Liebes-Fähigkeit wohl möglichst ausgereizt werden… Und natürlich werden sie dabei auch untereinander friedlich miteinander teilen: Statt „Privat-Eigentums-Konkurrenz-Kämpfen“ werden sie insofern „gütergemeinschaftlich“ denken, daß “Jeder nach seinen Fähigkeiten Aufgaben erhält, und nach seinen Bedürfnissen Anteil an den Früchten der Arbeit bekommt, damit es für Alle fair ist bzw. damit es allen (gleich) gut geht“…
-
Was denkst Du über die Weltwirtschaftskrise?
Wenn die Menschen vernünftig sein wollen, jeder Einzelne in seinem Innenleben, und per Vernunft-Konsens auch in der Gemeinschaft, und per „Konsens-Gesellschaft geschwisterlichen Teilens“ auch im gesellschaftlichen Rahmen — dann ist es immer noch eine ernstzunehmende, anspruchsvolle Aufgabe, das gesamtverantwortliche Handeln und eine global verantwortliche Entwicklung hinzubekommen…
Wenn die Menschen aber statt solchen Abwägens vernünftiger Argumente die Entwicklung irgendwelchen anderen Eigen-Mechanismen wie „Markt-Gesetzen“ (z.B. „Angebot und Nachfrage“ statt „Notwendigkeit und Anständigkeit“, „Vergeldtungs-Logik nach Leistungs-Prinzip“ statt vertrauenschaffender Gerechtigkeit, Profitgier statt besonnenem Maßhalten und ökologischem Bewußtsein…) oder irgendeiner Form von Macht- oder „Recht des (äußerlich) Stärkeren“-Durchsetzung („Fäuste – oder Mehrheiten etc. – statt Argumente“) überlassen —– wer kann da im Ernst glauben, daß das gut geht?!Die Menschen als einen Haufen von Egoisten anzusehen, die durch ein paar “Markt-Spielregeln” zum Gemeinwohl gebändigt werden könnten, oder Sichtweisen wie „Wenn Jeder an sich denkt, ist an alle gedacht…“ , oder auch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ sind doch allzu offensichtliche plumpe Illusions-Rechnungen, die nicht aufgehen können…
Es braucht sich doch nur ein Jeder mal zu fragen, wie geborgen er sich in einer Hausgemeinschaft fühlen wird, wenn die dort mitlebenden Menschen so sind…Egal, was wir dann alles zu regeln oder zu kontrollieren versuchen, ohne ein wirkliches Zusammengehörigkeitsgefühl und Vernünftigkeit und Anständigkeit der Menschen werden wir uns nirgends geborgen fühlen können — und sind nach voraussagbaren wiederkehrenden Krisen irgenwann „verraten und verkauft“…
Auch auf (Öko-)Technik-Fortschritt zu bauen und deshalb ein wirkliches Verantwortungs- und Moral-Bewußtsein der Menschen als verzichtbar anzusehen, ist so eine plumpe Illusions-Rechnung… Ohne eine wirkliche Vertrauensbasis können wir einander und unserem Zusammenleben im Wesentlichen eben nicht vertrauen…
Aber die Welt und das gegenwärtige Wirtschafts-System ist m.E. noch viel zu sehr – trotz der Obama-Vorstellungen von „Change“ und ähnlichem – in der “Knechtschaft als Melkkuh der Privilegierten, der Reichen und Mächtigen”…
Und deshalb werden mit den Finanzhilfen und „Wirtschafts-Reparatur-Maßnahmen“ weiterhin viel zu sehr „Seifenblasen-Spekulanten“ (bei Krediten, an Börsen etc.) saniert und die derzeitigen Wirtschafts-Mechanismen und Macht- und Eigentums-Unterschiede mit Krücken gestützt – statt daß mal ernsthaft über eine „Struktur-Revolution bzw. -Transformation der Vernunft, Liebe und Verantwortung“ nachdenken wollte…Wenn wenigstens mal offene Forschung über diese Fragestellungen und Experimente zugelassen bzw. gefördert würde… Und auch die Wissenschaft sich der Frage geeigneter Zukunftsmenschen wirklich stellen würde… Wir von Schenker-Bewegung würden uns als freiwillige Versuchskaninchen, wie verantwortliche Zukunfts-Menschen funktionieren könnten, zur Verfügung stellen…
((Ich sage eh schon immer, auch gegen Vorwürfe, ich sei nicht ehrlich bzw. echt, daß z.B. der Verfassungsschutz mir gern eine ständig zu tragende Kontroll-Sonde geben könnte, um meine Echtheit zu prüfen…))
-
Hast Du Kinder?
Ja, ich habe eine Tochter, Johanna, die im Mai 4 Jahre alt wird…
Sie hat auch, zusammen mit der Mutter Moni, ihre ersten 1 ½ Jahre als “Schenker-Kind” mit in unserem Aussteiger-Leben verbracht… Mit auch von Moni mitgestalteten “Schenker-Kind-Konzepten” wie “Erziehung bzw. Begleitung zur Freiheit” oder “Wahlfreiheit zwischen Systemen statt Ideologie-Vereinnahmung” (wo wir auch extra einen “Patenkreis” eingerichtet hatten, der Hannas Entwicklung “zwischen den Welten” mittragen sollte…)… Hanna entwickelte sich gut, auch Medien und Ämter fanden keine wirklichen Einwände… (Es gab genug zu essen, im Winter Zugang zu beheizbaren Räumen, einen erreichbaren eigenen Arzt von Schenker-Bewegung… Und viel Gemeinschaft mit liebevollen und sehr menschlich-anspruchsvoll eingestellten Eltern und anderen Bezugs-Personen für das Kind…) Hanna entwickelte sich auffallend zu einem kleinen Stern… (Ich würde mir nach wie vor gern auch wissenschaftliche Überprüfung wünschen, wie gut das Kind so außerhalb des Systems hätte aufwachsen können, zumal wir am Ende vielversprechende Einladungen hatten, wie es für Moni und Hanna hätte weitergehen können… Ich behaupte, wir haben viel von solcher Lebensmöglichkeit außerhalb des Systems durch unser Beispiel gezeigt…)Leider ist dann die Mutter doch wieder mit ihr ins bürgerliche Leben zurückgekehrt, und unterbindet nun ziemlich vollständig den Kontakt von Hanna zu mir oder unserem Schenker-Leben… Obwohl ich ihr anbiete, ihre “Regie” nicht zu bekämpfen, sondern nur ein einladendes Angebot zu sein… Sie sagt, ich sei zu wenig bereit gewesen oder nun bereit, für Hanna ein wirklicher Vater zu sein, und deshalb wolle sie bei Hanna nicht durch “ein wenig Kontakt zu mir” eine zu große und dann im Weiteren von mir zu unerfüllte Sehnsucht aufkommen lassen… Ich halte dem entgegen, daß Hanna in den Anfangsjahren unseres Zusammenlebens einen – auch aus Sicht von Moni – im Wesentlichen guten, jedenfalls aber funktionierenden Vater-Bezug zu mir hatte, die Mutter bei der Trennung auch ein (zeitweiliges) Überlassen von Hanna zum Zusammensein mit mir auch eindeutig noch als machbar ansah, und trotz ihrer dann fast völligen Kontakt-Blockade in den folgenden Monaten und Jahren auch bei den seltenen Zwischendurch-Begegnungen Hanna schöne Momente mit mir erlebte… Ich biete weiterhin an, zumindest einen Teil (und ich würde Hanna auch beliebig lange zu mir nehmen…) an Vater-Bezug (oder Bezug zu männlichen Bezugs-Personen) zu übernehmen, und dabei Moni die Freiheit zu lassen, ansonsten andere Möglichkeiten solcher Bedürfnisbefriedigung für Hanna zu praktizieren…
Seit langem biete ich Moni auch an, daß wir für unseren Konflikt “gewaltfreie Konflikt-Lösungs-Methoden” versuchen könnten (4-Augen-Gespräche, die sich in Kreise von Menschen unseres Vertrauens weiten, usw…), aber bislang verweigert sie sich dem weitgehend… Ich hoffe und mühe mich ständig weiter…
Immer mehr sehe ich übrigens in der Offenheit für solche gewaltfreien Konflikt-Lösungs- und Kommunikations-Formen einen zentralen Grund, warum (alternatives) Gemeinschafts-Zusammenleben gelingt oder nicht gelingt… Ich habe mit vielen Konflikten zu tun, wo Menschen solche gründlicheren, gewaltfreien und korrekten Aufarbeitungsformen schlicht allergisch wegblocken… Und ich will solche Methoden und Umgangsformen deshalb künftig noch viel stärker betonen!Daß Hanna so abgeschnitten ist von mir und meiner Welt, ist in meinen Augen in vieler Hinsicht schade: So sagt die Mutter z.B., daß sie Hanna schon so erziehen konnte, daß das Kind selbst recht gewaltfrei zu handeln versucht… Aber sie hätte Probleme, Hanna beizubringen, wie man sich auch auf so gewaltfreie Weise gegen Gewalt Anderer effektiv wehren kann…
Das ist in meinen Augen in unserer “Ellenbogen-Gesellschaft” ja auch ein wirklich großes Problem… Um Gewalt als nicht so geeignetes, nicht erfolgversprechendes Durchsetzungs-Mittel erleben zu können, bräuchte es m.E. eigentlich eine entsprechende soziale Kultur, die umfassendere Zusammenhänge statt nur Augenblicks-Durchsetzung ausreichend erlebbar machen würde: eine Gemeinschaft, in welcher diejenigen, die zu Gewalt greifen, sich z.B. in den Augen Anderer dadurch sehr disqualifizieren… Und an Vertrauenswürdigkeit für schöne soziale Beziehungen verlieren usw… “Gewaltfreie soziale Kontrolle”…
Was Einer der Gründe ist, warum ich für ein Kind eigentlich ein Erleben so einer “Schenker-Gemeinschafts-Kultur” als etwas sehr Wertvolles sehe, und Hanna gern auch davon etwas mitgeben würde…
Insgesamt glaube ich, daß unsere Gesellschaft durch die unüberschaubaren, auseinandergerissenen gesellschaftlichen Lebensbezüge den Kindern ein frei-spielerisches ganzheitliches Hineinwachsen in eine sinnvoll zusammenhängende Erwachsenen-Welt sehr erschwert, so daß “vereinseitigte Lebenseinstellungen” (unverhältnismäßiges Spielen-Wollen oder nur Spaß-haben-Wollen statt positiver Arbeitshaltung…; oder durch die Schulprägung Ausrichtung auf egoistische Karriere-Vorstellungen statt ausreichendem spirituellem oder sozialem Bewußtsein…) dadurch in sehr schädlicher Weise gefördert werden…
-
Wo siehst Du Dich selbst in 10 Jahren?
Ich werde weiter – sofern ich nicht durch vernünftige Argumente überzeugt werde, daß was Anderes sinnvoller ist (ich will da immer ganz rational offen sein, nicht ideologisch oder fanatisch…) – mit ganzer Kraft für die Ideale der Vernunft und Liebe arbeiten und leben… Wenn ich Glück habe, schaffe ich bis dahin eine weitere Stabilisierung von Schenker-Bewegung und die Lebensmöglichkeit in einem idealistischen kleinen „Schenker-Stamm“ (und mit ganz viel Glück – in die idealistische Arbeit integriert statt davon ablenkend!!! - dabei auch ein kleines Kuschel-Nest mit lieben seelentiefen Frauen; bin da ein großes Kuscheltier mit spezieller „Freie Liebe“-Auffassung… Siehe „Öffis Angebot und Erwartungen bzgl. Frauen…“ im Forum www.schenkerbewegung.plusboard.de …)…
Vielleicht bin ich dann aber auch schon zum „Märtyrer“ für meine Sache geworden, was ich auch als sinnvolle Variante mit Dank und Freude annehmen würde…Die größte Angst hätte ich davor, irgendwo aus Verlockung oder Erpressung korrupt zu werden und nicht mehr furchtlos konsequent nach Wahrheit und Gewissen zu gehen…
-
Wie alt bist Du?
Ich bin 44 Jahre alt…
-
Kann man Dich besuchen?
Ja, gern…
-
Ist Deutschland ein Land voller Möglichkeiten?
Die entscheidenden Möglichkeiten, auf die es ankommt, liegen im Inneren eines jeden Menschen…
Ansonsten sehe ich das “voller Möglichkeiten” wohl sehr anders als die Anderen, die darüber nachdenken: Ich will mit meiner idealistischen Arbeit da anpacken, wo es am sinnvollsten ist – statt am leichtesten oder angenehmsten(!), weshalb viele “Alternative” lieber in warmes Ausland oder ruhige Gegenden oder bergende größere Gemeinschaften gehen…
Deutschland ist eine der führenden westlichen Mächte des kapitalistischen Herrschafts-Systems, wo also die Hebel und Ursachen der jetzigen Weltentwicklung liegen… Und es gibt in Deutschland weniger an alternativen Modellen als im umliegenden Ausland…
Wenn ich dann noch sehe, daß ich als hier Hineingeborener durch die Muttersprache und ein leichter vom Staat anerkennbares Daseinsrecht hier teilweise zusätzlich günstige Wirkungs-Voraussetzungen habe, spricht m.E. viel dafür, daß ich hier für den Aufbau echter alternativer, struktur-revolutionärer Lebens-Modelle arbeite…
Genau das mache ich…
Und lade auch andere, gerade junge Menschen, wenn sie es ernst meinen wollen, dazu ein, das “Alternativ-Sein” nicht auch wieder nur wie eine weitere Willkür-Spaß-Konsum-Angelegenheit zu behandeln, sondern ernsthaft nach Sinn und Notwendigkeit zu gehen… Und dabei den Qualitäts-Unterschied zwischen Konsum-Spaß und “Gewissens-Freude” zu erleben…Und statt Drogen, womit sich viele Sinne und Hirn vernebeln, “sich lieber zu berauschen an der nüchternen Trunkenheit des Geistes”… “Drogen haben noch jeden betrogen! Legalize einen klaren Kopf!” ((Was nicht heißt, daß wir Kiffer ausschließen würden, und solche Leute nicht zu uns kommen und bei uns mitmachen können… Ist wieder nur meine persönliche Öffi-Sicht bzgl. Drogen… Gemäß dem “Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenner-Konzept” kann ja jeder bei uns ein idealistischer Mitarbeiter werden, der diese Einigungs-Nenner-Inhalte gut findet…))
-
Was für eine Rolle spielt Geld für Dich?
Geld ist wohl die gefährlichste Droge der Welt… Sie verstärkt unser Bruchstücks- und Vergeltungs-Denken und unsere maßlos entartende Gier… Sie reißt uns verhängnisvoll aus dem organischen Bewußtsein bzw. der Identifikation mit der Welt und den Mitmenschen, aus der Liebe und dem Teilen… Gefahren, die – nachdem wir wohl durch unsere Intelligenz-Entwicklung aus der Instinkt-Steuerung rausgerutscht sind – eh schon unser großes Problem sind (- all die aus der Instinkt-Bindung gelösten Einzelmotive wollen sich aufblasen und entarten… -) — und wo die Frage, ob unsere Intelligenz bzw. Vernunft neben der ‘Befreiung dieser Motive aus dem Instinkt-Käfig’ nun auch für diese ‘befreiten Raubtiere’ eine ausreichend verantwortliche Steuerung übernehmen kann, wohl ziemlich skeptisch beantwortet werden muß… Eher sieht es so aus, als würde sie überwiegend statt zu einem ‘kraftvollen Dompteur’ nur zu einem ‘unterworfenen Erfüllungsgehilfen’ der krebsartig entartenden Gier-Motive…
-
Steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Globalisierung verunsichern die Menschen, was sagst Du dazu?
Die Menschen sollten anfangen, statt in dieser “großen Unterhaltungsshow” vom Glitzer-Star-Dasein oder vom Lotto-Gewinn zu träumen, während Viele sogar nur angestrengt “die Bühnentreppen fegen müssen” und zuhause frustrierende „Fassaden-Beziehungen“ haben… — endlich ehrlich zu denken, ihre Tiefe und ihre Träume zu finden, diese mit passenden Partnern zu teilen, gemeinsam zu leben, und das Göttliche in sich zu entfalten…Wie sicher kann man sich denn überhaupt fühlen “auf dem Schiff einer ‘Titanic’-Gesellschaft”? Und Verdrängung des eigenen Denkens und Seelenlebens ist doch eigentlich eine sehr miese Lebens-Qualität…
-
Wie sieht ein glückliches & erfülltes Leben aus?
Wenn man die Umkehr der Menschheit zu Vernunft und Liebe nicht auszulösen schafft, dann zumindest alles dafür geben (!!!), und zu sterben im Dienst an dieser Revolution… Die größtmögliche „Leuchtsignal-Wirkung“ zumindest hinzubekommen…
Schafft man (wider Erwarten) diese Umkehr (oder während man dafür gibt, was man kann…), dann (- soweit machbar und keine falsche Etablierung… -) ein erfülltes Leben in seinem passenden „Schenker-Stamm“, seiner liebeskommunistischen Konsens-Gemeinschaft, mit toller Liebes-Gemeinschafts-Kultur…
Ich stelle es mir – um es etwas detaillierter auszumalen – als überschaubare Dorfgemeinschaft aus Lehmhütten, Jurten, Erdlöchern etc. vor, mit Computer und Internet darin, weil das einfache Naturleben sich doch auch mit einem globalen Bewußtsein der Menschen verbinden müßte… (Kann ein anderer Schenker sich durchaus anders vorstellen und z.B. vertreten, es müsse mit Telepathie wie bei den Aborigines, von denen es behauptet wird, gehen statt mit solcher Technik… Da gilt ja wieder unsere “Einigungs-Nenner-Offenheit und -Toleranz”…)
Und „Samthandschuh-Umgang“(!!!) unter den Dorfbewohnern (was ich z.B. gern folgendermaßen beschreibe: „Ein Mensch, ein Wort!“, „Vernunft bzw. Argumente zählen!“, „Keine Kritik hinterm Rücken!“, und bei Konflikten „gewaltfreie Konflikt-Lösungs-Methode“, wie ich sie z.B. in einem eigenen Thema im Forum www.schenkerbewegung.plusboard.de beschrieben habe…)…
Und ich (- jeder natürlich auch da wieder nach seiner Vorliebe… -) in seelisch-philosophisch-zärtlich-sexueller Innigkeit mit von mir geliebten Frauen, und Kindern…
-
Hat der Mensch noch eine Zukunft?
Ich weiß nicht, ob es irgendwie schon zu spät für eine Heilung der Menschheit und unserer Welt ist… Aber es geht wohl um zu hohe Werte bzw. in gewissem Sinne ums Ganze, so daß man da wohl die Hoffnung einfach gar nicht aufgeben darf: Je unwahrscheinlicher es ist, das Ziel zu erreichen, desto mehr müßte man sich wohl bemühen statt weniger…
Und man kann es auch so sehen: „Einsatz für Vernunft und Liebe, so daß Gemeinwohl-Fähigkeit entsteht“, ist wohl sowas wie ein grundlegendes „Zell- bzw. Wachstums-Programm“, das sozusagen auf allen Ebenen schon das Optimum bzw. die jeweils schönsten möglichen Blüten erblühen läßt: auf der Ebene der eigenen Persönlichkeits-Entwicklung, sogar wenn man keine schönen Beziehungen mit Anderen dabei aufbauen kann; auf der Ebene persönlicher Freundschaften oder „Wahrer Liebe“, auch wenn man keine größeren Gemeinschaften hinbekommt…; auf der Ebene größerer Gemeinschaften bzw. Gesellschaft, auch wenn es nicht zur Heilung der Menschheit und unserer Welt reicht…; und am meisten natürlich, wenn es auch dafür reichen könnte…
-
Was müssten die Menschen ändern?
Der Schlüssel zu allem ist m.E., wie schon mehrfach gesagt, das ehrliche Denken… Auf die jeweils wichtigste Frage, die man finden kann, die bestbegründbare Antwort suchen… Die Dinge von den verschiedensten Seiten betrachten und sich selbst der schärfste Kritiker sein wollen usw… Dafür passende Denk- und Gesprächs-Partner finden… Und dann die Konsequenzen immer mehr leben… Bis zum Martyrium für die Revolution oder bis zur global verantwortlichen „organischen Konsens-Gesellschaft geschwisterlichen Teilens“…
-
Hast Du einen Beruf erlernt? Wenn ja, welchen?
Ich bin studierter Theologe und Philosoph… Ich nenne mich auch gern einen „freischaffenden Seelsorger“… Und beim Rumziehen als „Pilger“ habe ich z.B. von einem alten Korbflechter etwas dessen Handwerk gelernt…Und ich kann mit Vielem improvisieren… Ich sage immer: Ich weiß von fast allem fast nichts, aber soviel, daß es für meine Lebensalternative reicht…
-
Wie lautet dein Motto?
Ich habe mehrere Mottos, ich liebe Mottos…
Am wichtigsten ist sicher: “Ehrliches Denken – auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen!”
Ansonsten ist das wichtigste Motto wohl: „Liebe schenkt! – Und wie radikal müssen wir dann mit dem Schenken anfangen, wenn wir die Menschheit noch zur Vernunft und Liebe bekehren wollen?!…“
Schön finde ich aber auch z.B.: „Du mußt den Menschen immer die Wahrheit sagen, und du mußt sie ihnen so sagen, daß sie ihnen gefällt!“ (aus dem Hinduismus)
„Rede nur, wenn du gefragt wirst; aber lebe so, daß Du gefragt wirst…“
„Diene jedem Menschen so demütig, als könne er für alles nichts…; und lade sein Verantwortungsgefühl so ein, als sei er an allem Übel der Welt persönlich schuld…“
„Ermutige die Menschen mit dem, was sie schon tun, statt sie zu entmutigen mit dem, was sie noch nicht tun!“
„Baut viel mehr auf, was aufbaut, statt: Macht kaputt, was euch kaputt macht…“
„Was tut man nicht alles, um kein Geld zu verdienen!“ usw…
-
Wie gehst Du mit Momenten von Zweifel & Angst um?
Ich habe in meiner Tiefe einen stillen, unendlichen Ozean an „Wesens- oder Gottes-Bewußtsein“… Ich drücke diese innere Grund-Befindlichkeit z.B. immer gern so aus, daß ich auf die Frage: „Wie geht es dir?“ zur Antwort gebe: „Ich bin zufrieden wie immer, denn wie kann man den Sinn des Lebens und den lieben Gott kennen und unzufrieden sein?…“
Ich kann Zweifel und Angst auf dieser Basis für mich passend dosieren, lasse Beides nur soweit zu, wie ich es als sinnvoll ansehe: Zweifel, um nicht leichtfertig im Urteil oder dogmatisch zu werden… Angst als Warnung vor Gefahr… -
Wie bestreitest Du deine Rente? Vorsorge? Versicherung?
Ich denke nicht an Rente oder Versicherungen… Ich hoffe darauf, mindestens einen „Schenker-Stamm“ hinzubekommen, wo die Starken die Schwachen, die Jungen die Alten und die Gesunden die Kranken mittragen… Und wo die Liebe auch so etwas sehr schön macht unter Menschen…
Ansonsten bin ich – wie gesagt – auch gern bereit, für die “Revolution der Vernunft und Liebe” bzw. für eine “global verantwortliche Entwicklung” als Märtyrer zu sterben…
Viermal in den vergangenen 18 Jahren meines Schenker-Aussteiger-Lebens bin ich in kritischen Situationen nochmal mit dem Leben davon gekommen…
Ich hoffe und bitte, daß ich bis zu einem eventuellen solchen Tod genug ehrliche idealistische Menschen in Schenker-Bewegung sammeln konnte, so daß sie die Bewegung aufrechterhalten und fortführen können…
-
Hast Du vor ein Buch über Dein Leben zu schreiben?
Es gibt schon ein kleines Buch: „Öff!Öff! Der geheimnisvolle ‘Waldmensch’ – Sein Glücksrezept, von Essen bis Liebesleben“ ISBN-Nr. 978-3-9812606-0-1
Es ist aber noch nicht „das Buch über mein Leben“…
Und es gäbe wohl einige Möglichkeiten, Bücher zu verfassen… Ich warte da auf sich bietende günstige Gelegenheiten… Wer sich zu etwas berufen fühlt, kann sich gern mit mir in Verbindung setzen…
-
Worin siehst Du den Sinn deines Lebens?
Glücklich zu werden durch Vernunft, Liebe und Verantwortung. Meinen Platz im Ganzen finden. Das Göttliche in mir entfalten… Vollkommen werden…
-
Was sagen deine Freunde zu deinem Lebenswandel?
Da ich schon seit meinem 13. Lebensjahr meinen Idealismus im Kopf habe, habe ich von da an auch nur noch „Freundschaften“ geschlossen, wo dann ein entsprechender Draht miteinander bestand…
((Und mit einem “bewußten Freundschaftsverständnis” nach den Maßstäben: “Bereitschaft, Leben zu teilen, bis gleiches Glück da ist…”; “Sich im Verhalten gegenüber dem Freund nach dem zu richten, was er gut für sich findet…”; und “Dem Freund grundsätzlich freien Zugang zur eigenen geistigen Innenwelt zu gewähren…”))
Aber andere näherstehende Menschen wie meine Verwandten, und auch fast alle Menschen, die sich etwas auf einen Gedanken-Austausch mit mir einlassen, kommen eigentlich fast alle zu derselben Haltung: “Schöner Traum (‘Frieden unter Menschen für Frieden auch mit der übrigen Welt…’), haben wir ansatzweise auch schon von geträumt (und kann auch der Traum von Buddha, Jesus oder Gandhi sein), – aber nichts für uns, wir wollen nicht so verzichten…”
Wobei ich glaube, daß sie durch Suchtvernebelung nicht richtig sehen können, wo man eigentlich auf das Wertvollere verzichtet… Ich versuche es ihnen deutlich zu machen…
-
Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?
Ist unterschiedlich je nach Schenker-Lebensform („Pilgern“ auf der Straße, Sozialarbeit, Natur-Lebensweise…), die ich praktiziere, und auch darin je nach den unmittelbar sinnvollsten Aufgaben…Im Moment pendele ich ungefähr halbtags zwischen dem Leben in Natur-Projekten bei 02708 Löbau in Sachsen (die Projekte heißen “Meditopia” und “Biotopia”, siehe das Projekte-Verzeichnis auf www.die-schenker.net im “Schenker-Blog”) und dem Heizungsraum eines Restaurants in der Nähe, wo ich an eine Steckdose komme und (PC-)Büroarbeit machen kann…
In diesen Naturprojekten ist man mit Dingen beschäftigt wie Wildkräuter-Sammeln, Kleidung-Machen, Jurten-Bauen oder -Reparieren usw… Eine Survival-Kultur ist mein Ziel, womit man mich irgendwo in die Natur setzen kann, und ich dabei überleben und eine neue Kultur anfangen könnte, statt unterzugehen… Da gehört viel zu, was man lernen muß, bin da selbst auch weiter auf dem Weg…
-
Was willst Du unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Bitte, bitte laßt uns ehrlich und vernünftig denken… Auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare Antwort suchen…
Mehr als ein Verdurstender in der Wüste nach Wasser lechzt, sehne ich mich nach solchen Menschen, nach solchen „Juwelen im Heuhaufen“…
Wenn Ihr mögt, nutzt die Möglichkeiten, Euch weiter zu informieren und in Kontakt miteinander zu kommen:Öff!Öff!
www.die-schenker.net
www.oeffi.such.info
oeffi2004@ymail.com
017627110248
Der Klappentext des gerade erschienen Buches lautet folgendermaßen:
Der Autor des Buches genießt – außer bei

hallo ! ich mir mal erlaubt einige textpassagen von diesem artikel hier in meinem blog zu zitieren – mit quellenverweis ! – sollte euch das aus welchem grund auch immer nicht recht sein , sagt bitte kurz bescheid dann nehm ich den eintrag wieder raus.
ich seh das ganze eher aus einer humorigen ecke
ihr seid halt schon sehr extrem
dann noch eine frage:
zum thema “ernstgenommen werden ”
ich finde ja so manche ansätze gar nicht so verkehrt
aber ich gebe zu bedenken dass pseudo-namen wie
“öff öff ” und “tü tü ” ja schon ein wenig behämmert klingen.
ich sag nur ehrlich meine meinung !
da lächelt man ja schon ohne sich weiter mit der materie befasst zu haben und wie die menschliche psyche so spielt
bleibt das dann auch immer im hinterkopf.
also keine gute sache was das image betrifft
schade im grunde
da ich meine dass ihr zwar extrem
aber keinesfalls lächerlich seid.
nunja.
das wollt ich mal gesagt haben
dazu habt ihr ja auch nen blog jetzt
und wie herr öff öff (furchtbar !! ) bei raab heut bemerkte:
die kommunikation sein ihm wichtig.
als denn :
lg
k.
axo .falls es nicht angezeigt wird
hier meine blog url
http://bored72.myblog.de/
[...] Eine echte Ideologie. Nun ist Öff!Öff! in den Focus der Bildzeitung geraten, wie auf dem Schenker-Blog zu lesen ist. Eine seiner Frauen hat sich von ihm getrennt und das gemeinsame Kind mit sich [...]