INHALTSANGABE:
DIE GRUNDSATZ-TEXT-SAMMLUNG
- EINLEITUNG ZUR GRUNDSATZ-TEXT-SAMMLUNG
- AKTUELLSTE FASSUNG DES „ÖM-TEXTS“ (DES „SCHENKER-GRUNDSATZ-TEXTS“ VON ÖFF!ÖFF!)
- CARSTENS GRUNDSATZTEXT
- DER TÜ-TEXT
- PILGER THOMAS’ GRUNDSATZTEXT
- FRIEDENS GRUNDSATZTEXT
- HARDYs GRUNDSATZTEXT („TOUR DER ERKENNTNIS“)
- DER WURZEL-TEXT (VON MONI)
- PEDROS GRUNDSATZTEXT
DIE „GEWISSENS-ERKLÄRUNGEN“
- DIE „KOOPERATIONS-VEREINBARUNG“ (GE3)
- DIE „GEWISSENS-ERKLÄRUNG FÜR (VEREINS-)VERBÜNDETE“ (GE1)
- DIE „GEWISSENS-ERKLÄRUNG MORALISCHER NUTZUNGSRECHTE“ (GE2)
- AUCH DIE „EINLEITUNG ZUR GRUNDSATZ-TEXT-SAMMLUNG“ HAT DEN STATUS EINER „GEWISSENS-ERKLÄRUNG“ (GE4)
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EINLEITUNG ZUR GRUNDSATZ-TEXT-SAMMLUNG
Vorbemerkungzur Grundsatztext-SammlungDiese Sammlung der Grundsatztexte (GTS) der Schenker soll so etwas sein wie eine „geistige Werkstatt:“ Aufgabe der Grundsatztexte ist es, die Schenker-Ideale (SI) tief in die Köpfe und Herzen von uns Schenkern und anderen Menschen hineinwachsen bzw. sich verwurzeln zu lassen. Insbesondere soll das individuelle „geistige Gewebe“ jedes Menschen und seine persönliche Ausdrucksform geachtet und die Schenker-Ideale darin „lebendig einverwoben“ werden. Man kann auch sagen, daß es um eine Einführung in (gemeinsames) „organisches Denken“ gehen soll. Die Texte in dieser Sammlung sind die wichtigsten Schenker-Texte, weil sie den für alle Teilnehmer der „Schenker-Bewegung“ verbindlichen inhaltlichen Einigungsnenner ausdrücken. Hier darf es keine wesentlichen Meinungsabweichungen geben – bei allen sonstigen Schenker-Flugblättern oder Texten kann man auch „ganz anders“ denken… Hier liegt sozusagen das „Zell- bzw. Wachstums-Programm“ für das von uns Schenkern vorgeschlagene glückliche und verantwortliche Leben – unser Vorschlag eines kleinsten nötigen Einigungsnenners, unter dem die Menschen zu einem gemeinsamen global verantwortlichen Leben zusammenfinden könnten. Schwächen und Inkonsequenzen bei der praktischen Umsetzung sind zwar auch schlimm; viel schlimmer aber ist es, wegen seiner Schwächen die Richtung zu verlieren und z.B. aus enttäuschtem falschem Geltungsdrang die Ideale auf das Niveau seiner Fehler herunterzustutzen. Um gegen „Guru-Kult“ und falsche Verallgemeinerung einer persönlichen äußeren Form oder persönlicher Detail-Auffassungen zu wirken, soll bitte (zumindest) jeder Schenker einen Grundsatztext in seinen Worten und gemäß seinen persönlichen Gedanken-Verflechtungen verfassen. Verschiedenheit der Formen und Abweichungen in Einzelheiten sind dabei durchaus erwünscht. In den wesentlichen Inhalten aber besteht Unantastbarkeit! Es ist der Anspruch des Öm-Textes, des ersten und grundlegenden Textes der Sammlung, daß die Frage, was das inhaltlich Wesentliche ist, trotz Verzicht auf Dogmatisierung einer äußeren Form hinreichend erkennbar ist. So erkennbar, daß innerhalb der „Schenker-Bewegung“ – was am wichtigsten ist – und außerhalb wesentliche Widersprüche zum Gemeinten sich deutlich genug entlarven. Insbesondere ist es Aufgabe der Schenker, die Stimmigkeit der Schenker- Ideale (SI) zu schützen und wesentliche Widersprüche zu erkennen. Die Schenker sind die Menschen, die so sehr auf dieses Ideal schenkender Liebe vertrauen, daß sie sich bezüglich gewaltsam durchsetzbarer Rechte, Besitztitel etc. völlig wehrlos gemacht haben. Der Geltungsanspruch ihrer Stimme beruft sich ausschließlich auf „inhaltliche Autorität“ und „gewaltfreie Verbindlichkeit“ (z.B. in Form sogenannter „Gewissenserklärungen“) statt auf äußere Macht. Ganz im Sinne der „gewaltfreien moralischen Wahrheits- oder Seelen- Macht“, für die z.B. Mahatma Gandhi oder auch Jesus lebten. Jeder neu zur Sammlung hinzukommende Text muß im Wesentlichen in Übereinstimmung mit den bereits enthaltenen Texten stehen. Auch erst später – nach Aufnahme in die Sammlung – entdeckter wesentlicher Widerspruch führt zu Korrektur oder Entfernung des Textes aus der Sammlung. Der wesentliche Gehalt, welcher letztlich am Öm-Text festzumachen ist, ist also nicht, auch nicht in Zukunft, veränderbar. Bevor Versuche, dieses Wesentliche im Sinne falscher „Weiterentwicklung“ auszuhebeln, Erfolg hätten, ist die Bewegung stattdessen aufzulösen bzw. wird sie schon jetzt für diesen Fall als dann aufgelöst erklärt. Natürlich kann alles, da es ja nur menschliche Gedanken sind, verkehrt sein, auch die Schenker-Ideale (SI) oder der Öm-Text. Es geht lediglich, im Sinne eines Experiments, um einen ausreichend stabilen „Sicherheits- Mechanismus“ für radikale Ideen, die höchst „verwässerungsgefährdet“ sind! Siehe z.B. die Entwicklung der Ideen von Jesus oder Gandhi. Wir bitten um Respekt vor dieser Art von Experiment, besonders natürlich von „Mit-Schenkern“. Wer es nicht (mehr) gut findet, kann gern andere Experimente machen. Kommen eines Tages alle Schenker zu solcher Einsicht, können sie die Schenker-Bewegung auflösen und das vermeintlich Bessere (daraus) machen. Aber solange es Schenker gibt, die die Schenker-Bewegung im Sinne der hier stabil grundgelegten „Regie“ führen wollen, sollte man ihnen diese „Regie“ jedenfalls auch überlassen. Über Aufnahme von Texten in die Sammlung ebenso wie über Korrekturen oder Entfernung aus der Sammlung entscheiden die Schenker im „Fundierten Konsens“ miteinander. Auch gegenüber Außenstehenden, Gemäßigten und Teilaussteigern ist noch wichtiger als die Größe der „kleinen Schritte“ oder (praktischen) Unterstützungsbeiträge, ob man – zumindest theoretisch – demselben Will man ein Haus bauen, wozu verschiedene Arbeitsgruppen selbständig hergestellte Teile liefern sollen, dann entscheidet die Befolgung des Bauplanes darüber, ob diese Teile ins ganze Haus eingearbeitet werden können oder nicht. Ein großer Beitrag, der nicht paßt, ist weniger wert als ein kleiner, der paßt. Dasselbe „Zell- bzw. Wachstumsprogramm“ oder denselben „Bauplan“ gemeinsam mit den Schenkern anzuerkennen, als unveränderliche Basis der Schenker-Bewegung schützen zu wollen, und bei dem eigenen – mehr oder weniger großen – Mitwirken befolgen zu wollen, ist das Kennzeichen der sogenannten „inhaltlichen Unterstützer“ bzw. „Schenker- Verbündeten.“ |
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AKTUELLSTE FASSUNG DES „ÖM-TEXTES“ (DES „SCHENKER-GRUNDSATZ-TEXTES“ VON ÖFF!ÖFF!)…
Liebe Leute!
Den ‘Öm-Text’, meinen ‘Schenker-Grundsatz-Text’, habe ich auswendig gelernt, und meditiere ständig darüber… Dadurch schleife ich natürlich auch immer weiter an Einzelformulierungen und ‘Feinstruktur der Gedanken’… Es ändern sich die Inhalte dabei nicht, sie werden hoffentlich nur klarer…
Andere Fassungen, frühere Fassungen… bleiben natürlich auch ‘gültig’ bzw. verwendbar, und wer sie für besser oder leichter verständlich hält, kann sie gern auch bevorzugt verwenden…
Ich möchte aber gern mal wieder alle an meiner inneren Weiterentwicklung mit dem Text Anteil nehmen lassen, weshalb ich die ‘aktuellste Fassung in meinem Kopf’ hier auch mal wieder in das ‘Schenker-Blog’ stelle…
Auf daß wir alle einander immer mehr helfen, immer mehr und klarer Wahrheit zu erfassen…
Über viele Wiederholungen dürft Ihr Euch nicht ärgern, das gehört zum ‘Stil’ des Textes (-wie alles andere mit viel Hintergrund-Gedanken…-)…
Ich grüße das ‘Natürliche (Göttliche) Licht’ in allen…
Euer öfi
DER „ÖM!-TEXT“(SCHENKER-GRUNDSATZTEXT VON „ÖFF!ÖFF!“):
Was ist der „kleinste nötige Einigungsnenner“?^
((In diesem Grundsatztext wird eine inhaltliche Füllung für den ‘Kleinsten Nötigen Einigungsnenner’ (für eine global verantwortliche Entwicklung… , und für gemeinsames Weitersuchen der Menschen nach den vielen Einzelantworten…) entworfen und angeboten…
Im Kern besteht diese Füllung in globalem Verantwortungs-Bewußtsein der individuellen Menschen, und in einem so ausgeprägten gewaltfreien Teilen untereinander (bzw. ’schenkender Liebe’ oder Identifikation miteinander), daß als gemeinsamer Entscheidungsmechanismus ‘Vernunft und Allgemeinwohl statt Recht des (äußerlich) Stärkeren’ ((‘Argumente statt Fäusten’)) möglich wird…
Gelingt dies, kann es dazu kommen, daß dann alle möglichen weiteren Fragen von den Menschen ‘automatisch’ richtig bzw. im Sinne von Vernunft und globaler Verantwortlichkeit beantwortet werden…
Deshalb fülle ich den Einigungsnenner genau mit diesen Inhalten und meine, daß andere Inhalte an dieser Stelle, für den Einigungsnenner, nicht zu Voraussetzungen gemacht werden müssen bzw. sollen… (Um nicht vermeidbar ‘Menschen guten Willens’ durch ideologische Voraussetzungen auszuschließen…) Die anderen Inhalte können ja, sofern sie wahr und global verantwortlich sind, durch diesen Einigungsnenner bzw. den darin liegenden Entscheidungsmechanismus ‘herauskommen’, brauchen also nicht ‘am Anfang ideologisch festgeschrieben werden’…))
Inhaltsverzeichnis:
I. Vorbemerkung „Vorsicht vor Spiegelfechterei!“
II. Der „Öm!-Text“ in Thesen: „Die 4 Schenker-Sätze“
III. Der „Öm!-Text“ in Schlagworten (Die Kürzestfassung)
IV. Der „Öm!-Text“ ausführlich: Versuch eines „Leitfadens“ bzw.
„Zellprogramms“ weltanschaulicher Grundorientierung
0 „Was ist das Wichtigste?“
1 „Was bin ich?“ Und was ist mein Zusammenhang mit der übrigen Welt?
2 „Woher? Wohin? Warum? Wozu?“ Was ist Grundlage und Ziel meines
„Gesprächs mit mir selbst“? Was ist der Zusammenhang von („Gott“),
„Gewissen“ und „Allgemeinwohl“?
3 „Was erlebe ich als ´richtiges Denken´?“ Was sind die Maßstäbe eines
richtigen „Gesprächs mit mir selbst“?
4 „Konkrete Lebensaufgaben?“ Wie wende ich den gefundenen „Rahmen“
auf die Einzelfragen des Lebens an?
4.1 „Einfachheit für Überblick und Steuerbarkeit“? Wie lenke ich
vernünftig denkend mein Handeln? Wieviel kann ich mir da
überhaupt zutrauen? Einfaches Leben aus Verantwortlichkeit?
4.2 „Wie kommt die Menschheit zur Verantwortlichkeit?“
4.2.1 „Was sind die richtigen Entscheidungs- oder
Durchsetzungsformen?“ Was bedeutet „Gewaltfreiheit“, ihre
Begründung, ihre Form, ihre Grenzen?
4.2.2 „Was sind die richtigen bzw. gerechten Verteilungsformen?“
Was bedeutet „gleiches Teilen“, seine Begründung, seine Form
und seine Grenzen?
4.2.3 „Was ist die Gestalt einer gerechten Gesellschaft?“
4.2.4 „Einfachheit als Folge von Gewaltfreiheit und Teilen?“
4.2.5 „Was ist bei alledem die Geltungs- und
Verbindlichkeitsgrundlage?“ Worauf kommt es bei diesem
Angebot eines „kleinsten nötigen Einigungsnenners“
entscheidend an?
I. Vorbemerkung: „Vorsicht vor Spiegelfechterei!“
<Anlaß dieser Vorbemerkung: „abgehobene“ Streitereien…>
Der folgende Text kann vielleicht als „Einleitung zum Öm!-Text“ und ähnlichen „Grundsatzpapieren“ (- wie sie in der „Vorbemerkung zur ´Grundsatztext-Sammlung der Schenker GTS`“ beschrieben sind -) angesehen werden.
Er entstand seinerzeit auf dem Hintergrund von Diskussionen einiger junger Leute, die sogar beabsichtigten, eine „Lebensgemeinschaft“ zur Verwirklichung der in solchen Grundsatzpapieren angesprochenen Ideale zu versuchen.
Weil aber ihre Diskussionen miteinander über einige Entwürfe eines gemeinsamen Grundsatzpapiers manchmal recht heftig wurden, sollte der vorliegende Text eine Besinnung auf das wesentliche Kernanliegen sein.
Sobald dies Kernanliegen hinreichend geklärt ist, sollte mensch wohl versuchen, es ins Leben umzusetzen, auch ins Zusammenleben. Denn dadurch entsteht wohl ein echter Nährboden, auf dem auch weitere Diskussion fruchtbar sein kann. Wenn dieser Nährboden fehlt, besteht wohl leicht die Gefahr, dass „tiefe“ oder „hoch-fliegende“ Diskussionen vom Leben „abheben“, Schein-Probleme vorgaukeln oder gar Streit bewirken…
<Das inhaltliche Anliegen: Das Wichtige beachten…>
Ich glaube, dass es wichtig ist, bei unseren Diskussionen über unsere Grundsatz-Vorstellungen und –Texte unser Kernanliegen vor Augen zu behalten:
Was ist entscheidend wichtig? Und was an inhaltlichen und formalen Problemen, über die man vielleicht viel und interessant diskutieren kann, kann man auch offen lassen, weil das entscheidend Wichtige auch ohne eine Lösung dieser Probleme möglich ist? …
<Die Funktion unserer „Grundsatztexte“: Den „kleinsten nötigen Nenner“ ausdrücken…>
Die Grundsatztexte sind ja eigentlich so gedacht, dass damit möglichst kurz, klar und für das eigene Verstehen jedes Einzelnen selbständig verwendbar der notwendige gemeinsame Nenner eines gerechten und friedlichen Lebens dargestellt werden soll…
Die Absicht, einen solchen gemeinsamen Nenner zu finden, ergibt sich zwangsläufig, wenn man – erst einmal für sich selbst! – erkannt hat, dass man sich gewaltfrei um Gerechtigkeit bemühen muss. Denn das bedeutet ja, daß man höchstens versuchen darf, andere Menschen zu überzeugen, und sie jedenfalls als mündig und selbstbestimmt behandeln muß, d.h. auf der Basis von Handlungsfreiheit für jeden Einzelnen gemäß seiner eigenen Einsicht und Freiwilligkeit … Im Bild gesprochen: ‘Wenn man den Menschen ihr Steuerruder nicht abnehmen darf, muß man schauen, daß jeder ein eigenes richtiges Steuerruder hat!’
Bei den Grundsatztexten darf es daher nicht darum gehen, möglichst viel vom eigenen Denken zu verallgemeinern!
Vielmehr muss es unser Kernanliegen sein, möglichst wenig, eben nur das Wesentliche, als Zustimmung von anderen Menschen zu erwarten, damit wir uns dann mit ihnen zusammen im Dienst derselben Wahrheit verstehen und auch praktisch mit ihnen zusammenarbeiten können.
Es kommt sozusagen nur darauf an, die „Wurzelsteuerung“ (- bzw. das eigene innere „Zell- oder Wachstumsprogramm“ -) im Menschen soweit freizulegen, dass er dann „von allein in die richtige Richtung läuft“…
Oder – nochmal anders ausgedrückt -: Es geht darum, nur den „Kleinsten Nötigen Einigungsnenner“ zu finden, damit wir mit allen anderen Menschen gemeinsam global verantwortlich zusammenleben können und auch gemeinsam mit ihnen möglichst gut vernünftige, richtige Antworten auf die ´tausend Einzelfragen` des Lebens suchen können, gemeinsam unsere Gewissen erforschen können usw…
<Zur „einigenden“ inhaltlichen Anregung: ein „Skelett“ unseres idealistischen Programms…>
In diesem Sinne will ich hier im folgenden noch einmal als verdeutlichende Anregung versuchen, mit besonderer Betonung des Gemeinsamen bzw. Allgemeinen in unseren Grundsatztexten, unser „Kernanliegen“ grob herauszukristallisieren (- auch wenn dabei Manches ohne Hinzunahme der Grundsatztexte wohl nicht sehr tief verständlich ist -):
Wir kamen zur Begründung für unsere Gewaltfreiheit, als wir uns selbst kritisch geprüft haben, insbesondere unsere Erkenntnisfähigkeiten und -grenzen.
Dabei kam nämlich – gerade bezüglich der entscheidenden Lebensfragen – heraus, daß wir grundsätzlich jeden Menschen als uns gleichberechtigt ansehen müssen, seine eigenen Meinungen zu entwickeln.
Daher müssen wir auch auf die Fähigkeit eines jeden Menschen bauen, in seinem eigenen Fühlen, Wollen und Denken, in seinen eigenen Erfahrungen und eigenem Nachdenken den entscheidenden und tragfähigen letzten Halt zu finden, um selbständig richtig leben und auch gerecht mit anderen Menschen zusammenleben zu können…
Damit dieser Halt im eigenen Denken nicht egoistisches oder willkürliches Denken und Verhalten bedeutet, muss das eigene Denken wohl als letzte Grundsteuerung das „Gewissen“ haben, das heißt eine „innere Wertungsinstanz“, welche statt begrenzter Gesichtspunkte und Teilinteressen das insgesamt denkbar Beste, das allgemein Wahre und Gute, zum entscheidenden Maßstab erhebt…
Man soll sich also dem allgemein Guten mit Allem, was man ist und hat, hingeben, und nicht – im Widerspruch dazu – ein Teilinteresse als maßgeblich ansehen, d.h. „aus dem Gesamtzusammenhang herausreißen“...
Ein Teilinteresse, das in Widerspruch zum allgemein Guten geraten kann, ist dann sogar auch die Erhaltung des eigenen Lebens, welches ja nur ein Leben unter vielen ist…
Um also ganz für das allgemein Gute zu leben, reicht es wohl nicht aus, nur selbständig denken zu können!
Man muss vielmehr sein Leben und seinen Lebenssinn so sehr mit dem Denken bzw. der Wahrheit verbunden verstehen können (sozusagen „organisch denken“ können), dass man die Befolgung des Gewissens z.B. sogar da, wo man vielleicht dafür sterben muss, als die eigentliche und letztlich glücklich machende Selbstverwirklichung auffassen kann...
Auf dem Hintergrund des so beschriebenen Halts und Lebens im eigenen Denken und Gewissen muss man wohl noch darauf hoffen, dass man sich mit allen Menschen über die grundsätzlichen Vorstellungen von Gewaltfreiheit und gleichem Teilen einig werden kann, wie sie in unseren Grundsatzpapieren ja einheitlich beschrieben werden…
Denn auch über diese Inhalte muss wohl Einigung bestehen, wenn man davon ausgehen können möchte, dass die Menschen grundsätzlich eine ausreichende gemeinsame Grundlage in ihren Überzeugungen aufweisen, um gerecht und friedlich zusammenzuleben …
<Zur Anwendung dieser Anregung auf unser Zusammenwirken: Sanft gemeinsam „rechnen“…>
Diese allergröbste Darlegung unseres Kernanliegens müsste auch uns wohl verbinden, wenn wir uns gemeinsam so in den Dienst der Gerechtigkeit stellen wollen, wie uns das z.B. bei unserer Absicht einer „Wohn- bzw. Lebens-gemeinschaft“ vorschwebt…
Wenn man diese grobe Darlegung unseres Kernanliegens einmal vergleichen würde mit der Absichtserklärung, Rechnen zu lernen, dann wären unsere Grundsatzpapiere wohl so etwas wie der Versuch, in grundlegendster Weise Zahlen und ihre Zusammenhänge zu entdecken, vielleicht auch so etwas wie ein „Einmaleins“ zu entwickeln…
Mögen wir uns darum in Offenheit und Geschwisterlichkeit bemühen…
II. Der „Öm!-Text“ in Thesen: „Die 4 Sätze“
1. Echtes Glück entsteht durch Gewissens-Befolgung...
2. Das bedeutet, insgesamt verantwortlich leben zu wollen, sozusagen „wie eine gesunde Zelle im Organismus der Welt“…
3. Dafür ist es eine entscheidende Weichenstellung, das „Recht des (äußerlich) Stärkeren“ (Gewalt, „schädigende Konkurrenz“…) unter Menschen außer Kraft zu setzen, stattdessen gewaltfrei zu teilen, d.h. sich zu beschenken…
(Denn durch dieses – uns prinzipiell, wegen fehlender Überlegenheit in „Glaubensfragen“, nicht zustehende! – „Recht des (äußerlich oder momentan) Stärkeren“ (ob mittels Fäusten, „Ellenbogen“, Redegewandtheit, Cleverness, Intrigen, Geld, „Abrechnerei“, Mehrheiten, Kriegen etc.) zeigt sich nicht, was vernünftiger, moralischer oder verantwortlicher ist… „Boxen ist kein (tauglicher) Ersatz für Argumente“…
Stattdessen muss man gewaltfrei teilen, d.h. sich beschenken, um in einer Atmosphäre wirklichen Vertrauens durch gemeinsame Gewissenserforschung und sensibles vernünftiges („organisches“) Nachdenken das herauszufinden, was für alle und die ganze Welt verantwortlich ist…)
(„Frieden unter Menschen als Voraussetzung für Frieden mit der übrigen Welt…“)
4. Wer diese Wertvorstellungen teilt ( „Gewaltfreie Liebe als Schlüssel für eine global verantwortliche Entwicklung!“ -), der muss bei sich selbst anfangen und sein Leben so „radikal“ bzw. konsequent umstellen, dass es wirklich im Ganzen eine Lösung ergeben soll bzw. „zur Heilung der Welt reicht“…
Dann kann man erst einmal gar nicht konsequent genug sein in der eigenen Einfachheit, Bescheidenheit, Gewaltfreiheit und im Teilen…
((Und solche „grundsätzliche“ Konsequenz ist wohl nicht damit vereinbar (- als „kleiner, vertretbarer Ausnahme“ oder „redlichem Kompromiß“… -), seine Lebens- und Wirkgrundlagen auf unübersichtlichen „Massensystemen“ (wie z.B. der derzeitigen gesellschaftlichen „Megamaschine“) aufzubauen, insbesondere dem „Staat“ (- einem grundsätzlich auf Gewalt und „Herrschaft“ aufgebauten, „interessensmißbrauchten“ und groß organisierten bzw. „entwurzelt aufgeblähten“ Entscheidungs- und Rechtssystem -) und der „Geld- bzw. ´Abrechnungs`-Wirtschaft“ (einem ziemlich unkontrollierbaren Mechanismus bzw. gar Automatismus von aus dem Gesamt-Lebenszusammenhang herausgerissenen egoistischen und materialistischen Einzel-„Abrechnungen“ nach dem „Leistungs-“ oder, besser gesagt: „(direkten) Vergeltungs-Prinzip“: „man kriegt, was man verdient…“)…))
III. Der „Öm!-Text“ in Schlagworten – (Kürzestfassung)
1. „Zell- bzw. Wachstumsprogramm“: Auf die jeweils wichtigste Frage die
bestbegründbare bzw. beste Antwort suchen…
2. (Gott der) Gewissens-Wahrheit: Lebendige Einheit der Welt…
3. Gewaltfreiheit: Dienend lernen, argumentierend bitten und eigenes Unrecht
verweigern…
Leben-Teilen: Gleiches Glück für Alle; jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach
seinen Bedürfnissen…
4. Sich-Identifizieren mit der Welt (und mit Gott). (Mit allen Rechten und Pflichten!)
IV. Der „Öm!-Text“: Versuch eines „Leitfadens“ bzw. „Zellprogramms“ weltanschaulicher Grundorientierung…
Statt viele Einzelweisheiten den Menschen vermitteln zu wollen, wollen wir Schenker ganz bescheiden nur als Angebot eines ‘Kleinsten Nötigen Einigungs-Nenners (für eine global verantwortliche Entwicklung)’ sozusagen einen ‘alternativen Entscheidungs-Mechanismus’ bieten (Globales Verantwortungsbewußtsein und gewaltfreies Teilen bzw. schenkende Liebe unter Menschen, damit ‘Argumente statt Fäusten zählen’…), wodurch wir dann zusammen mit all den anderen Menschen auf jede Frage des Lebens möglichst die beste oder weiseste Antwort finden können…
Könnte der bedeutungslose Phantasie-Laut „Öm!?“ (- eine „Leer-Stelle“ im alltäglichen „Bedeutungs-Strom“ sozusagen -) nicht einfach einen Anstoß bedeuten, die ganze Welt der (fremd-)bestimmten Bedeutungen mal mit der Frage aufzuknacken: „Was ist (mir) überhaupt wichtig und richtig?“, oder sogar: „Was ist das Wichtigste, das Du Dir denken kannst?“…
Bedenkenswert mag dazu auch der folgende Satz eines Philosophen sein:
„´Aufklärung` ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, aus der Faulheit oder Feigheit, selbständig zu denken…“
0. „Was ist das Wichtigste?“
<Suchen, wo man nichts (richtig) weiß…>
Ich hab mal gemerkt, dass ich auf sehr wichtige Fragen nicht gut und sicher antworten konnte… Von sehr wichtigen Dingen hatte ich wohl noch keine genaue Ahnung…
Weil ich aber an diesen Dingen nicht vorbeileben, sondern sie herausfinden wollte, so gut ich kann, begann ich, danach zu suchen und nachzudenken:
1. „Was bin ´ich`?“ Und was ist mein Zusammenhang mit der übrigen
Welt?
<Das „Ich“ als anfänglicher „Wichtigkeitsmaßstab“...>
Was ist also das Wichtigste, womit ich mich beschäftigen soll? …
Es geht dabei wohl um das Wichtigste für „mich“; d.h., mein „Ich“ ist wohl erst einmal ein Maßstab, um damit „Wichtigkeit“ zu beurteilen…
Deshalb kann man wohl zuerst die Frage stellen: Was bin „ich“? …
<Die Bedeutung des „Ich“: „Selbstbewußter Wille“…>
Was unterscheidet also mein „Ich“ von irgendwelchen anderen Dingen? …
Was ich kenne, gehört wohl erstmal mehr zu mir als das, was ich nicht kenne…
Und das, was ich nicht nur kenne, sondern worüber ich auch noch bestimmen kann, gehört wohl mehr zu mir als das, worüber ich nicht bestimmen kann…
Daraus folgt wohl: „Kennen“, d.h., „sich etwas sagen bzw. etwas bewusst erleben zu können“, und „Wollen“, d.h., „etwas entscheiden oder beeinflussen zu können“, sind wohl erstmal wesentliche Eigenschaften meines „Ich“…
Wenn das so ist, dann bin ich eigentlich wohl erst dann ein wirklich „entwickeltes“ „Ich“, wenn ich „mich“, d.h. die eben beschriebene Bedeutung meines „Ich“, verstehe und mit meinem Willen steuern kann…
<…eingebettet in das „Gespräch mit sich selbst“…>
Dieses „eigentliche Ich“, sozusagen mein „selbstbewusster Wille“, kann aber wohl nur durch Nachdenken entstehen…
Es braucht dazu wohl Fragen und Antworten, braucht ein solches „Sprechen mit sich selbst“, wie ich es in dieser kleinen Schrift hier tue…
Und so wie dieses „Ich“ wohl erst im „Gespräch mit sich selbst“ entsteht, so lebt es wohl auch nur in der „Welt“, „Wahrheit“ oder „Wirklichkeit“, die in dieses Gespräch irgendwie mit einbezogen werden kann.
D.h.: Das „Ich“ lebt (erst einmal) wohl nur mit den „Dingen“, „Wesen“ oder „Zuständen“ zusammen, die es mit sich in Zusammenhang bringen kann, die es also irgendwie kennen und wollen kann…
<…mit welcher „Reichweite“? „Alles“ enthalten? …>
Natürlich kann man nun nicht alles in jeder Hinsicht kennen und bestimmen – oder Halt!: „in einer Hinsicht“ zumindest kann man wohl doch „alles kennen und bestimmen“…
2. „Woher? Wohin? Warum? Wozu?“ Was ist Grundlage und Ziel
meines „Gesprächs mit mir selbst“? Was ist der Zusammenhang von
(„Gott“), „Gewissen“, und „Allgemeinwohl“?
<Die „großen Fragen“ und der „letzte Sinn“…>
Und zwar wird diese „alles umfassende“ Weite des Bewusstseins wohl dann etwas verständlich, wenn man sich nach der Grundlage und dem Ziel des „Gesprächs mit sich selbst“ fragt…
Die Grundlage ist wohl „allgemein das, was (sprachliche) Bedeutung hat“, also „das, was in das Gespräch mit sich selbst irgendwie mit einbezogen werden kann“…
Als Ziel, das dem Grundbedürfnis des Menschen nach Glück letzte Erfüllung bieten kann, findet man wohl „die Antwort auf alle Fragen und Lösung aller Probleme“…
Beide Antworten („allumfassende Bedeutung“ und „Lösung aller Probleme“) sagen etwas aus, was das „unterscheidende Denken“ wohl sprengt, etwas, was nicht als ein Teil des „Gesprächs mit sich selbst“ neben anderen Teilen verstanden werden kann…
Auch einen Gegensatz dazu kann man wohl nicht denken…
Diese Grundlage und dieses Ziel des „Gesprächs mit sich selbst“ kann man wohl ´kühn` mit Bezeichnungen wie „die Wahrheit“ oder „die Liebe“ oder auch „Gott (der Liebe)“ anzudeuten versuchen…
Ich glaube, wer sich wirklich offen (und nicht ständig „niedergebunden“ durch niedrige „irdische Interessen“!) mit diesen hier angesprochenen Fragen und Inhalten beschäftigt, kann dadurch tief in seinem Wesen berührt werden bzw. eine ganz „andere Dimension“ seines inneren Wesens erspüren …
Jedenfalls kommt auf dem Weg einer zwischen Gewissheit und Wert (- für mich und die Welt! -) abwägenden Entscheidung wohl leicht die tragende Hoffnung auf „Sinn und Glück“ durch bzw. in „Wahrheit und Liebe“ zustande.
Das Gemeinte kann man sich wohl am besten veranschaulichen, indem man sich die ganze Welt als „lebendige Einheit“ – gleichsam als den „Leib Gottes“ – vorstellt.
D.h.: Ich glaube an eine alles tragende Grundlage und ein allem Vollkommenheit bietendes Ziel der Welt…
(Und egal, wie sehr man „Glauben“ hier als „Für-wirklich-Halten“(des „göttlichen Welt-Lebens“) verstehen will oder nur als „Darauf-Bauen“ oder sogar bloß als „So-Tun-als-ob“(-weil das eigene Wesen halt in der Richtung „gewissens-programmiert“ ist-): Wenn man nur ehrlich und gründlich genug darüber nachdächte, würde man dann nicht jedenfalls dafür leben und arbeiten wollen? …)
<„Gewissensprogrammierung“? Genaueres dazu…>
Wie das eigene Wesen von der Wurzel her „in diese Richtung programmiert ist“, will ich noch etwas ausführlicher durchschauen bzw. darstellen:
Die von mir beschriebene Hoffnung auf „Wahrheit und Liebe“ ist nämlich wohl, schon wenn man es recht unmittelbar betrachtet, sehr deutlich als tragende Grundlage und Orientierungsrahmen für eine echte „Selbstverwirklichung“ des Menschen erkennbar – bereits „in diesem ´ganz irdischen` Leben“…
In solcher echten „Selbst-Verwirklichung“ muß man wohl die einzige Möglichkeit der Lebensgestaltung sehen, die den Menschen im Innersten glücklich machen kann (- auf eine zudem sehr unmittelbare und unabhängige Weise -)…(Wie sollte andererseits ein Mensch glücklich werden, der sein wahres Selbst schädigt oder verliert?! …)
Man erlangt diese Selbstverwirklichung, indem man in Übereinstimmung mit sich selbst, mit seinen höchsten Seelen-Kräften, seinem Gewissen, seinen Erfahrungen und eigenem Denken lebt…
Dieses vom Gewissen geleitete Denken kann man (weiter-)entwickeln, indem man „Wahrheit und Liebe“ bzw. „innere Seelen-Freude“ als einzigen entscheidenden Maßstab annimmt…
Der Gewissens-Maßstab „Wahrheit bzw. Liebe“ meint dabei wohl das insgesamt denkbar Beste, das allgemein Wahre und Gute, und steht in Gegensatz zu einem Leben, dessen letzte Maßstäbe ´begrenzte Gesichtspunkte` oder ´bloße Teilinteressen` sind…
(Gemeint ist alle kurzsichtige „Tellerrand-Logik“, ob nun am „egoistischen Ich“ bzw. „niederen Selbst“ festgemacht, oder an „Familie“, „Freunden“, „Beruf“, „Hobby“, „Vaterland“, „Ideologien“ oder sonst was …)
<Fazit: Gewissen „mit oder ohne Religion“…>
Ob man es also als „religiöse“ Hoffnung auf die „lebendige Einheit der Welt (in Gott)“ beschreibt oder – vielleicht sogar ohne diese Hoffnung – nur als „Gewissens-Maßstab“ (bzw. „tiefstes eigenes inneres Wesen“) des „Allgemeinwohls“, womit man sich identifiziert:
Es geht wohl sozusagen um eine Art „Zell-Programm“, das „im Kleinen“ bereits das Wesentliche jedes Einzelnen entfaltet und „im Großen“ so weit wie möglich Wachstum hervorbringen kann, vielleicht bis zur Vollendung des Ganzen…
3. „Was erlebe ich als richtiges Denken?“ Was sind die Maßstäbe
eines richtigen „Gesprächs mit mir selbst“?
<Zur Methode: Das Wichtige und Richtige mit System…>
Was habe ich nun bisher getan in diesem „Gespräch mit mir selbst“, bzw. welche methodischen Maßstäbe erscheinen mir passend für so ein Gespräch? …
Ich wollte möglichst voraussetzungslos, unvoreingenommen und offen suchen und fragen… Deshalb suchte ich zuerst nach dem Wichtigsten, wonach man suchen kann… Ich wollte auf die jeweils wichtigste Frage die bestbegründbare bzw. – wo man vielleicht nicht weiter begründen kann – ansonsten bestmöglich erscheinende Antwort suchen...(Dieses letztgenannte Grundprinzip bewirkte in meiner persönlichen Lebensgeschichte einen blitz- oder lawinen-artigen Umbruch…)
Ich wollte möglichst einfach denken… Deshalb fing ich bei dem an, was ich möglichst klar und gewiss verstehen und worüber ich mit meinem Willen am besten verfügen konnte. Von da aus dachte ich weiter zum weniger Verstandenen und weniger Verfügbaren…
Ich stützte mich erst einmal auf meine eigenen Erfahrungen und mein eigenes Denken…
Dabei wollte ich gleichzeitig aber auch ganz offen sein gegenüber allem, was in das „Gespräch mit mir selbst“ irgendwie hinein genommen werden kann, was darin Bedeutung und Wert haben kann…
Dies scheint mir auch allgemein die richtige Weise zu sein, wie man das „Gespräch mit sich selbst“ führen kann…
<Zu den Motiven: Strenge Offenheit für das allgemein Wahre und Gute…>
Und natürlich will ich mein Denken nun ganz darauf ausrichten, das für Alle Vernünftige und Gute herauszufinden, ja sogar, was dem „Allgemeinwohl der Welt“ entspricht… Sozusagen wie ein ´Organ des Weltorganismus` „organisch denken“ lernen, die Dinge dabei von verschiedensten Seiten betrachten und mir selbst der schärfste Kritiker sein…
Wenn ich bedenke, daß ich dem „Allgemeinwohl der Welt“ alle möglichen „Teilinteressen“ – einschließlich z.B. meines Überlebens-Interesses! – erforderlichenfalls unterordnen können muß, dann muß das „organische Denken“ wohl eine enorme Quelle an Einsicht und Kraft erschließen können!
Es bietet sich wohl an, dies durch die einheitliche bzw. ganzheitliche Verbindung einer echten Verwurzelung in der eigenen ´(organischen) Lebens-Tiefe` mit der Weite des Selbst-Erlebens als ´Organ des Weltorganismus` anzustreben… ´Echt mit und als Organ denken` sozusagen…
Jedenfalls gehört dazu, das Denkorgan bzw. Denken nicht als Mittel für niedrigere Instinkte oder Neigungen zu mißbrauchen, sondern als höchste Ebene unseres Seins und als „Mittel“ höchstens für die Erlangung noch höherer Ebenen anzuerkennen!
4. „Konkrete Lebensaufgaben?“ Wie wende ich den gefundenen
„Rahmen“ auf die Einzelfragen des Lebens an?
Ich habe nun die Fragen nach mir selbst, nach Grundlage und Ziel des „Gesprächs mit mir selbst“ und nach den grundlegenden Maßstäben für ein richtiges solches Gespräch etwas beantwortet…
Nun muss ich diesen „äußersten Rahmen“ meines „Gesprächs mit mir selbst“, meines Denkens, wohl auf die Vielfalt der Inhalte, Fragen und Aufgaben anwenden, die ich innerhalb dieses „Rahmens“ voneinander unterscheiden kann…
4.1 „Einfachheit für Überblick und Steuerbarkeit?“ Wie lenke ich
vernünftig denkend mein Handeln? Wieviel kann ich mir da
überhaupt zutrauen? Einfaches Leben aus Verantwortlichkeit?
<Allgemeine Prinzipien:´einfach` vernünftig steuern…>
Wenn ich denke, „tue ich bereits etwas“…
So – im Sinne auch der zuvor beschriebenen Lebens-Entfaltung durch Erkennen und Wollen – ist wohl wichtiger als das, woran ich kaum etwas ändern kann, vielmehr das, „woran ich etwas machen (- erkennen und gestalten -) kann“…
Am wichtigsten ist dabei wohl nicht, wieviel getan wird oder mit welchen Mitteln, sondern das Wichtigste ist wohl, dass das Tun vernünftig gesteuert, d.h. durch richtiges Denken gelenkt wird…
Deshalb muss wohl das Denken (-das beschriebene „Gespräch mit sich selbst“-) das übrige Tun tragen und steuern…
Man wird daher am Anfang wohl möglichst einfach leben wollen, d.h. die grundlegendsten, wichtigsten Lebenszusammenhänge in den Vordergrund stellen, Abhängigkeiten und Undurchschaubarkeiten möglichst vermeiden… Diese elementare Lebensgrundlage kann man dann wohl am leichtesten gerecht, d.h. richtig, gestalten, um darauf weiter aufbauen zu können…
<Besondere (Überheblichkeits-)Gefahren bekämpfen!>
Wegen der schnell erkennbaren Gefahr des Menschen, leichtfertig aus kurzsichtigen oder falschen (- z. B. egoistischen -) Interessen und Neigungen draufloszuhandeln, ist es wohl ein besonderes Merkmal innerer Reife, verstärkt den Blick auf die Grenzen der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Wissens zu richten, im Zweifelsfalle eher aufs Eingreifen in (altgewachsene) Lebensabläufe zu verzichten, eher den Interessen Anderer den Vorrang vor eigenen zu geben usw…
Da unser menschliches „Einzelwissen“, welches wir über die gigantische, hochkomplexe und von Natur aus sehr harmonische bzw. funktionsfähige (göttliche) Schöpfungs-Ordnung zu erforschen vermögen, gut möglich mit „einem Tropfen Wissen im Ozean des Nichtwissens“ verglichen werden könnte, mag weitgehende Zurückhaltung bei technischen oder „künstlichen“ Eingriffen ins Naturgeschehen vielleicht sehr angeraten sein… ((Man denke an den „Zauberlehrling“, der die Kontrolle verliert…))
So dass die Aufgabe des Denkens mehr darin wohl bestünde, die grundlegendsten Gesetze einer natürlichen Lebensweise zu erspüren (- eben so etwas wie ein geistiges oder seelisches „Zell-Programm“ -) und quasi als geistig-seelische oder moralische Fortsetzung oder Ergänzung der früheren „instinktiven“ Verhaltens-Steuerung zu wirken…
Dabei würde der Schwerpunkt sicherlich auf innerlichem, moralischem und sozialem Lernen und „natürlichem Wachsen“ liegen, auch auf sanftem Kennenlernen der äußeren Welt, statt sie grob zu „Eigentum“ zu erklären und willkürlich oder gewaltsam umzugestalten …
Andere Lebewesen (und Dinge) halt einfach als „Teile bzw. Organe desselben Weltorganismus“ respektieren…
4.2 „Wie kommt die Menschheit zur Verantwortlichkeit?“
Das Denken muss also wohl das Tun, die Gestaltung der Welt, verantwortlich steuern.
Daraus folgt wohl, dass zuerst die Menschen, weil sie es ja sind, die denken können und „das Steuerruder der Weltentwicklung in die Hand nehmen (wollen)“, zu richtigem Denken kommen müssen…
(De facto haben die Menschen das Steuerruder der Welt jedenfalls wohl so in der Hand, daß sie die Schlüsselstelle für die Weltprobleme oder eine Lösung dieser Probleme einnehmen… Findet man nicht vorrangig dort eine Lösung, ist alles Andere wohl auf jeden Fall vergebens, z.B. die Natur ´am Menschen vorbei` retten zu wollen…)
Ich frage mich also, wie ich mich anderen Menschen gegenüber verhalten bzw. ob und wie ich sie beeinflussen soll…
4.2.1 „Was sind die richtigen Entscheidungs- und Durchsetzungsformen?“ Was bedeutet „Gewaltfreiheit“, ihre Begründung, ihre Form, ihre Grenzen?
<Die Begründung der Gewaltfreiheit:
allgemein („Lebenseinheit“)…>
Beim Umgang mit anderen Menschen will ich, wie auch sonst im Umgang mit irgendwelchen Wesen und Dingen der Welt (anderen „Organen des Weltorganismus“), möglichst – soweit vorhanden – schon bestehende gute Kräfte zur Geltung kommen lassen und fördern — und sie keinesfalls durch mein Tun beeinträchtigen oder ersetzen… (Man kann diese Haltung vielleicht als „spirituelle Therapie“ bezeichnen …)
<…und besonders gegenüber Mitmenschen: Gemeinsamkeit der Denkfähigkeit…>
Also muss ich mich wohl zuerst fragen, ob überhaupt und wie stark ich andere Menschen, die ja denkende Wesen sind wie ich, beeinflussen und steuern darf; und wie weit ich andererseits ihre denkende Selbststeuerung beachten und anerkennen muss…:
In welchem Verhältnis steht also die Freiheit eines Menschen – genauer bzw. bescheidener: erst einmal nur meine Freiheit! – zu der Freiheit anderer Menschen? …
Die schon genannte Tatsache, daß die anderen Menschen so wie ich des Denkens, meiner höchsten Begabung, fähig sind, läßt es so erscheinen, als könnten sie weitgehend mit mir auf einer Stufe stehen und gleichberechtigt sein…
Wie sieht es aus mit solcher Gleichheit oder Gleichwertigkeit, und wie weit geht sie?
<…und gemeinsame Reichweite des Denkens bis zu unauslotbaren höchsten Fragen…>
Bis auf (hoffentlich?!)wenige Ausnahmen, nämlich wohl unmündige, unzurechnungsfähige oder im akuten Rauschzustand befindliche Menschen, kann wohl jeder Mensch sehen, dass sein Verhalten entscheidend von dem abhängt, was er weiß und will, und sich entsprechend „orientiert“ bzw.“strukturiert“ verhalten…
Ebenso kann wohl jeder Mensch über die Fragen und Inhalte, über die ich in diesem Text schreibe, selbst nachdenken und sich entsprechend seinen eigenen Ergebnissen verhalten…
Nun lassen sich – zumindest für mich! – die grundlegendsten Fragen und Inhalte im Leben, etwa der von mir sogenannte „äußerste Rahmen“, kaum mehr (begründend) aus anderen (allgemeineren) Inhalten ableiten; – es sind ja bereits die grundlegendsten Inhalte und Maßstäbe…
Auch kann ich diese allgemeinsten Inhalte kaum mit Hilfe anderer, einzelner Inhalte, welche zum Teil ja als in sich besonders gültig erfahren werden (z.B. „Sinneserfahrungen“ und „logische Denkregeln“), („beweiskräftig“) erschließen: Die Sinneswahrnehmungen können wohl das Denken nicht richtig erfassen, weil es die Messung in Raum und Zeit übersteigt; und die Logik kann „Gott“ wohl nicht richtig begreifen, welcher „alle Widersprüche in sich aufhebt“…
Deshalb hängt die Gültigkeit dieser grundlegendsten Inhalte – soweit ich das beurteilen kann – wohl auch (mit-)entscheidend davon ab, was ein Mensch an nicht-sinnlichen und außer-logischen Bewusstseins-Erlebnissen hat, was ihm unmittelbar einleuchtend erscheint – oder sogar, wofür er sich „einfach entscheidet“…
Zusammengefaßt heißt das: Bei der Beschäftigung mit den „Rahmen-Fragen und -Inhalten des Lebens“ stößt man an wohl unauslotbare Grenzen, die kaum noch ´aus irgendeiner Richtung` „Ableitung“ oder gar „Beweisbarkeit“ zulassen…
<Schlußfolgerung: „Gleichberechtigung des Andersdenkenden“? …>
Wenn ein anderer Mensch nun nicht nur – ebenso wie ich – denken kann, sondern sogar soweit mitdenken kann, daß er auch über diese Grundmaßstäbe nachdenken und entscheiden kann, wie auch ich es kann, —– und dabei aber vielleicht andere Grundmaßstäbe samt entsprechend abweichenden Verhaltens-Folgerungen für einsichtig hält und sich dafür entscheidet, was dann? …
Anders zusammengefaßt: Wenn der andere Mensch nicht nur irgendwelche „guten Kräfte“ besitzt, die ich achten muß, sondern meine höchste Fähigkeit, das Denken, mit mir teilt, und wenn er innerhalb des Denkens bis zu den „höchsten Fragen“ mitdenken kann, wo ich/man? nichts mehr „beweisen“ und kaum noch was begründen kann — handelt es sich dann bei Meinungsverschiedenheiten von ihm zu mir nicht sehr, sehr stark um „unterschiedliche Positionen auf gleicher Ebene“, die ich als mir weitgehend ( wenn nicht sogar ´wenigstens`!) gleichberechtigt einstufen muß?!
<Fazit: Fehlende (geistige) Überlegenheit als Hauptgrund für gewaltfreie Einstellungen…>
Dann kann und darf ich mich jedenfalls wohl nicht für so überlegen halten, dass ich über diesen anderen Menschen bestimmen und so meine Vorstellungen einfach als für ihn mitverbindlich betrachten dürfte…
Ich könnte ja eine Überlegenheit meiner Grundmaßstäbe oder meiner ihnen zugrunde liegenden Erkenntnisfähigkeit wohl kaum mehr begründen, da mir dafür ein übergeordneter und unvoreingenommener Bewertungsstandpunkt, wie gesagt, in ganz besonderer Weise fehlt…
Und das macht mich andererseits sogar auch relativ unsicher darüber, ob ein anderer Mensch – in vielleicht für ihn, aber nicht für mich erkennbarer Weise! – mir überlegen ist und vielleicht sogar über mich bestimmen dürfte…
Ich zumindest stoße – im Bilde gesprochen – oben an den höchsten mir erreichbaren Punkt der „Meßlatte“ oder des „Bergaufstiegs“ an; wieviel kann ich von dieser Warte aus darüber sagen, ob der Andere noch weiter kommt?!
(Wo ich jedoch, wenn er tatsächlich über mich bestimmen wollte und ich solche Überlegenheit von ihm nicht erkennen kann – und ich nach meiner Auffassung womöglich gar Unrecht tun sollte! – , bei aller angebrachten „Umgänglichkeit“ natürlich mit entschiedener Verweigerung reagieren müsste…)
<Die Bedeutung von „Gewaltfreiheit“: Freiheit (auch zu Fehlern) geben…
Sensible Balance zwischen Verändern und (frei) Lassen…>
Meine grundlegende Aufgabe besteht also zwar, wie gesagt, wohl darin, richtiges Denken der Menschen anzustreben…
Es fehlt mir dabei aber wohl eine Überlegenheit, welche Bevormundung und Gewalt begründen könnte...
<Die „Grundfunktion“ von Gewaltfreiheit: frei wachsende („organische“) „Ordnung ohne Gewalt“>
Das bedeutet dann doch wohl, dass ich bei dieser Aufgabe die Menschen ohne Bevormundung und Gewalt, nur auf dem Wege über ihre eigene Einsicht und freie Zustimmung – also durch Respekt und Vergrößerung ihrer Freiheit! -, verändern darf…
Ich will also „Ordnung ohne Gewalt und Herrschaft“, wie es wohl jeder Mensch – ´im Kleinen` und ´bruchstückhaft` – bereits in guten „Freundschaften“ oder in „Liebesbeziehungen“ (und Familien) erfahren kann… —- Nur halt gegenüber jedem Menschen als solchem, und von mir ausgehend bzw. (- zur Not auch erstmal einseitig -) bei mir beginnend! … (Gemäß der Haltung: “Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen…“)
<Die Zuspitzung: „Gewaltfreie Aktion“ als „Gewissens-´Provokation`“!>
Und wegen der Wichtigkeit der Aufgabe, da Gedeih oder Verderb der Menschheit oder ´der Welt` davon abhängen dürften, somit auch meine „Gewissens-Würde“ als Mensch bzw. meine ´Menschlichkeit`, muss ich diesen Weg mit Entschiedenheit gehen:
Ich muss den anderen Menschen wohl nach Kräften die Möglichkeiten geben, die ihnen nach ihrer eigenen Meinung wichtig sind („Ich wünsche Dir, was Du Dir wünschst“!)…Ohne sie zu bevormunden oder ihre Lebensmöglichkeiten irgendwie „vorfiltern“ zu wollen (- so daß ihnen nur aus meiner Sicht „gute“ Verhaltensmöglichkeiten übrig bleiben würden… -)…
Das schließt natürlich – als besondere Bewährungsprobe! – ein, daß ich ihnen wohl auch die Möglichkeiten geben muß, sich aus meiner Sicht falsch, also z.B. mit Bevormundung und Gewalt, zu verhalten…(Die Ernsthaftigkeit des Respekts vor Freiheit zeigt sich gegenüber Andersdenkenden und „Feinden“!)
Nur im beschriebenen frei-lassenden bzw. Selbstbestimmung fördernden Rahmen, sozusagen als „Spiegel ihres eigenen Gewissens“, darf und muß ich dann wohl versuchen, sie durch meine Worte, Taten und Beispiele zu überzeugen…
Und wenn ich gerade auch den größten Feind, den am meisten anders Denkenden, so gewaltfrei überzeugen will, dann ist das Ausmaß, in welchem ich dabei andere Menschen auch aus meiner Sicht „Schlechtes“ und Schädliches tun lasse, ein entscheidender Maßstab für die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft meiner Gewaltfreiheit …
Ich kann und muß, während ich die Freiheit solcher anderen Menschen „ungefiltert“ vergrößere, gleichzeitig mit großer Klarheit, Furchtlosigkeit und Unbeirrbarkeit für meine Auffassung von Recht und Wahrheit eintreten und ihr Gewissen „provozieren“ bzw. „(eindringlich) einladen“… Ich kann meine ganze Liebe hinzufügen, indem ich ihnen dabei ´menschlich` diene (- ohne aber irgendwie Unrecht verantwortlich mitzumachen! -) und versuche, die Fehler bzw. Schäden ihres Verhaltens stellvertretend (verzichtend oder leidend) auf mich zu nehmen… Aber ihre Freiheit muß mir dabei immer sehr sehr heilig sein…
<„Ausnahmen“ von der Gewaltfreiheit?!>
Natürlich ist der Grundsatz der Gewaltfreiheit dem wichtigsten Grundsatz, der „Vernünftigkeit“ (- der „Liebe und Treue zur gesamten lebendigen Wahrheit“ -), untergeordnet:
Die Gewaltfreiheit soll dem Ziel dienen, eine gerechte, menschliche Welt aufzubauen.
Wenn genügend deutlich erkennbar ist, dass die Einhaltung der Gewaltfreiheit in einem bestimmten Fall für dieses Ziel tatsächlich mehr Schaden als Nutzen bewirken würde, dann muss man dort wohl eine Ausnahme machen…
Das muß man jeweils aber sehr sehr gut begründen können, da der Nutzen prinzipieller bzw. „spiritueller Gewaltfreiheit“ als Grundwert für eine friedliche Welt enormes Gewicht hat und auch größte Opferbereitschaft rechtfertigt…
Ich kann mir ja die Frage stellen: Ist eine Ausnahme so klar begründet und gerechtfertigt, daß es mein Eintreten für prinzipielle Gewaltfreiheit als einen sehr heiligen „Tabu-Wert“ der ganzen Menschheit, wodurch ich die Weltprobleme lösen will, nicht (zu) zweifelhaft werden lassen kann…
(Ein klares Beispiel für eine gerechtfertigte Ausnahme könnte vielleicht der Mann vor dem „roten Knopf“ sein, der im nächsten Moment alle Atomwaffen der Welt zur Zerstörung unseres Planeten zünden will, und den ich nur noch aus der Ferne erschießen könnte, um ihn daran zu hindern…)
(Es gibt aber wohl bei Schenker-Vorbildern auch die Haltung, daß es (im Zweifelsfalle) besser ist, keine Ausnahmen zu machen … In der gegenwärtigen Gesellschaft wohl sowieso, wo sich die „Normalen“ in verheerendem Maße ebenso wie die krass „Unnormalen“ benehmen und die Einstellung von „Geld-Junkies“ und „Geld-Verbrechern“ so grassiert, daß man „berechtigte Ausnahmen“ kaum herauserkennen kann … Allein zur Gewissens-Provokation dieser „Normalen“! …)
<Die Perspektive einer gewaltfreien (Gesellschafts-)Struktur: „Fundierter Konsens“…>
Was „herrschaftsfreie Entscheidungs-Strukturen“ betrifft, wird man in einer gewaltfreien Gesellschaft (der Zukunft) sicherlich im von uns „Schenkern“ sogenannten „fundierten Konsens“ ´einmütig` gemeinsam Entscheidungen treffen.
Man kann sich dann in seinem Verhalten von der Zustimmung der „Mit-Schenker“ bzw. „Weg-Gefährten“ abhängig machen, weil man auf die gemeinsame Basis der wesentlichen bzw. mindest-erforderlichen Gewissens-Übereinstimmung (- die von uns ja so als „kleinster nötiger Einigungsnenner“ verstandenen „Schenker-Ideale SI“- ) vertrauen kann…
Ohne solche Basis wäre eine Konsensbindung an andere Menschen schweres Unrecht, da man seinem Gewissen erforderlichenfalls auch trotz Widerspruch aller möglichen anderen Menschen Folge leisten muß!
Unter solchen Umständen muß man erst einmal statt „Konsens“ so lange auf „gewaltfreie Aktion“ (- die von mir beschriebene Weise der „Gewissens-Provokation bzw. -Einladung“ -) bauen, bis dadurch die nötige Gewissens-Übereinstimmung geschaffen ist…
4.2.2 „Was sind die richtigen Verteilungsformen?“ Was bedeutet „gleiches Teilen“, seine Begründung, seine Form und seine Grenzen?
<„Organischer Zusammenhang“ von „Gewaltfreiheit“ und „Gleichem Teilen“>
Aus einer solchen Vorstellung von Gewaltfreiheit ergeben sich wohl auch grundlegende Folgerungen für die Vorstellung einer gerechten Verteilung von Gütern und Glück unter den Menschen…
<Begründung des „gleichen Teilens“: Entscheidung über den „Fundierten Konsens“ als „Haupt-Leistungsfähigkeit“ jedes Menschen!>
Entscheidend ist dabei wohl die Fähigkeit und das Recht jedes Menschen, sich für ein gesamt-verantwortliches Leben zu entscheiden und einer gerechten Gesellschaft frei zuzustimmen und sich ihr anzuschließen…
Diese grundlegende Fähigkeit, ohne die eine gerechte Gesellschaft wohl kaum entstehen kann, muss man wohl allen Menschen gleichermaßen zutrauen und zumuten…
Dadurch haben wohl alle Menschen das gleiche Recht auf Glück! …
Denn:
Würde jemand seine freie Zustimmung zur Mitverantwortung für die Welt und zum liebevollen Miteinander in der Gesellschaft verweigern, verbietet die „Logik der Gewaltfreiheit“ – Feinde und Andersdenkende durch besonders liebevolle Zuwendung zu gewinnen -, ihn irgendwie zu benachteiligen, schon gar zwangsweise…
Und wenn jemand die entscheidende menschliche „Grundleistung“ erbringt, so einer Verantwortlichkeit und liebevollen Gesellschaft zuzustimmen, werden ihn alle anderen Mitglieder dieser Gesellschaft – allein schon im Bewusstsein des Werts dieser Grundleistung! – „wie von selbst“ im Sinne „geschwisterlichen Teilens“ behandeln, — ohne irgendein sonstiges „Leistungsprinzip“, Dosierung von Lebensqualität nach Leistung, ihm gegenüber anzuwenden…
<Bedeutung (und Grenzen) des „gleichen Teilens“: liebende Identifikation…>
Damit alle Menschen gleichermaßen glücklich sein können, soll sich wohl jeder Mensch „nach seinen Fähigkeiten“ bemühen, im Bewusstsein und in der Absicht, dass alle verfügbaren Güter jedoch „nach den Bedürfnissen“ der Menschen gleich verteilt werden, statt „nach Verdienst“ zu gehen…
Jeder soll um seiner Selbstverwirklichung und um des Allgemeinwohls willen mitarbeiten…- Im Sinne einer „allgemeinen Menschenliebe“, der gemäß man sich mit jedem Menschen als prinzipiell gleichwertigem Teil des Ganzen, des Weltorganismus, identifiziert…
Um aber konkret die Bedürfnisse eines Menschen, vor allem seine gefühlsmäßigen und geistigen Bedürfnisse, zu erkennen, wird es dann auch wichtig, ihn zu kennen, zu verstehen, sich in ihn einzufühlen – kurz: ihn möglichst im Sinne besonderer persönlicher Zuwendung zu lieben…
Wenn man die „allgemeine Menschenliebe“ ernst nimmt, wird man sie natürlich so – an passender Stelle – konkretisieren wollen bzw. versuchen, sich organisch in einer passenden Gemeinschaft zu verwurzeln…
(Was aber z.B. „Einsiedler- oder Pilger-Lebensformen“ natürlich nicht ausschließt…)
Jeder Mensch soll daher grundsätzlich bereit sein, jeden anderen Menschen zu lieben wie sich selbst, wobei er konkret das rechte Verhältnis finden muss zwischen dem Ausmaß seiner Kraft und Möglichkeit zu solcher Liebe und der Dringlichkeit, mit der ein ihm erreichbarer Mensch jeweils seiner liebenden Zuwendung bedarf…
4.2.3 „Was ist die Gestalt einer gerechten Gesellschaft?“
<Das Prinzipielle: „Leben Teilen“ in „idealistischen Zellen oder Stämmen“>
Echtes Teilen ist so auf dem Hintergrund der Gewaltfreiheit nun auch wegen dem Wunsch, gleich zu teilen, letztlich wohl nur als weitgehendes „Teilen von Leben“ möglich, nicht aber da, wo jemand nur bestimmte Bereiche seines Lebens oder nur eine bestimmte Art von Gütern zu teilen bereit ist…
Dies erfordert wohl – als möglichst schnell anzustrebenden Zielzustand – die Bildung kleiner, überschaubarer Lebensgemeinschaften von Menschen, worin sie einander so gut wie möglich lieben können wie sich selbst: „Zellen einer gerechten Gesellschaft“…
Zur Veranschaulichung kann man vielleicht eine gute Familie als ein Beispiel für solches „Teilen von Leben“ ansehen… Was sich im Sinne „geistig-idealistischer“ oder „seelen-verbundener“ „Sippen und Stämme“ weiterdenken ließe…
„Ausb <“Ausblicke ins Konkretere“: Strukturfähige(!) „Schenker“- bzw. „Liebes-Lebensformen“…>
Zu weiteren Einzelheiten für die Gestaltung solcher „Zellen einer gerechten Gesellschaft“ siehe den „Allgemeinen Vorstellungstext der Schenker-Bewegung“mit den dort beschriebenen „Schenker-Lebensformen“ etc…
Sicher gibt es da noch ungeheuer wichtige und spannende Fragen zu erforschen!
Z.B. die Frage, wie die vielen überschaubaren, weitgehend selbstversorgenden und autonomen „(Gras-)Wurzel-Dörfer“ ein wohl unverzichtbares Maß überregionaler Entscheidungs-, Verteilungs- und Forschungs-Strukturen hinbekommen, welche nicht z.B. wegen Unüberschaubarkeit, Anonymität, fehlender „Liebes-Identifikation“ etc. aus der Logik gewaltfreien Teilens bzw. „schenkender Liebe“ wieder ´herausrutschen` würden…
Jedenfalls würde aber die schlau gewordene Menschheit wohl nie mehr ihre (über-regionale) Entwicklung sich verselbständigenden „(Macht-, Geld-, Technik-etc.)-Mechanismen oder Automatismen“ übergeben anstelle wirklich begriffener und gewollter Gesamtverantwortlichkeit und Liebe (und darauf gegründeter gemeinsamer vernünftiger „organischer Planung“)…
Stark nach spirituell-moralischen Maßstäben ausgewählte und basis-rückgebundene „Konsens-Sprecher-Räte“ sind da wohl z.B. ein vielversprechender Ansatz usw…
Das gewaltfreie „Freiheit-Geben“ als Grundeinstellung müsste dabei wohl auch den Fundierten Konsens prägen, so daß „Konsens“ bei uns nicht , wie es oft der Fall ist, als („kontra-revolutionärer“) lähmender oder tödlicher Initiativen-Blocker wirken würde, sondern als tragender und fördernder Rahmen für Freiheit, Kreativität und Engagement der beteiligten Menschen. „Nur wesentliche Widersprüche zu den Schenker-Idealen verhindern, aber nicht allem seinen (eitlen oder arroganten) Stempel aufdrücken wollen,“ könnte man vielleicht als Motto formulieren.
Auch ist es äußerst wichtig, wirkmächtige Konzepte für die Umgestaltung der jetzigen „Recht des Stärkeren-“ bzw. „Macht- und Geld-Gesellschaft“ zur „Schenker-Gesellschaft gewaltfreien Teilens“ zu entwickeln. Der Durchbruch kann wohl dann geschehen, wenn die Kraft der Wahrheit und Liebe von den Schenkern so intensiv verkörpert wird, daß die äußerlich Reichen und Mächtigen sich freiwillig wandeln könnten… Kein „revolutionärer Krieg“, sondern eine „Metamorphose“ von innen bzw. aus dem „Werte-Zentrum“ von „Person“ und Gesellschaft heraus wäre wohl eine stimmige Vorstellung …
4.2.4 „Einfachheit als Folge von Gewaltfreiheit und Teilen?“
<… wieder „organisch zusammenhängend“…>
Die Vorstellung von Gewaltfreiheit und gleichem Teilen bestärkt wohl auch die Notwendigkeit eines (anfänglichen) einfachen und selbständigen Lebens…
<Bindungen im Sinne von Bevormundung oder Autorität?>
Die Gewaltfreiheit fordert ja, keine Bevormundung auszuüben oder über sich zuzulassen…
Dann kann ich aber wohl nur dort der Meinung eines Anderen (einer eventuellen „Autorität“) statt meiner unmittelbar eigenen Meinung folgen, wenn ich die moralische Vertrauenswürdigkeit und die Überlegenheit dieses Anderen ausreichend begründen kann…
<Bindungen im Sinne von Zusammenarbeit, Arbeitsteilung, Vertrauen ?>
Ich kann mit anders Denkenden überall zusammenarbeiten, wo sie etwas Gutes tun (- und die Radikalität von Gewaltfreiheit zeigt sich insbesondere an konstruktiver (Mit-)Arbeit und am „Brücken-Schlagen“… -)…
Ich werde ihnen auch in hohem Maß die Möglichkeit geben, „Schlechtes“ zu tun, und werde immer wieder sehr stark auf ihre unmittelbare Fähigkeit zum Guten vertrauen…
Ich werde aber nichts „Schlechtes“ mitmachen, und vor allem: Ich, mein Gewissen, muss über dieses mein Verhalten entscheiden… Ich darf mich wohl nicht so von Anderen abhängig machen, dass ich an „Schlechtem“ beteiligt wäre oder gar Andere anstelle meines Gewissens mich lenken würden.
Und in der Gewissheit, dass wirklich etwas Gutes getan wird, kann ich mit anderen Menschen wohl nur dann in hohem Maß, vor allem in einem hohen Maß von Arbeitsteilung, zusammenarbeiten, wenn ich ihnen vertrauen kann…
(Wobei „Vertrauen“ sicher zumindest an die Voraussetzungen gebunden ist, daß der Andere erstens ausreichend transparent und berechenbar für mich ist, und zweitens nach (moralischen) Maßstäben handelt, die ich als gut (für mich) beurteile…)
<Bindungen durch Besitz?>
Zu einem (anfänglich) einfachen Leben führt wohl auch das gleiche Teilen, das eigentlich wohl unmittelbar gegenüber unglücklicheren Menschen geschehen muss…
Einschränkungen dieses unmittelbaren Teilens sind wohl nur mit einem recht nahe liegenden Vorteil der unglücklicheren Menschen durch diese Einschränkungen zu begründen…
4.2.5 „Was ist bei alledem die Geltungs- und Verbindlichkeitsgrundlage?“ Worauf kommt es bei diesem Angebot eines „(kleinsten nötigen) Einigungsnenners“ entscheidend an?
<„Wahrheitsmacht“>
Das, was ich hier geschrieben habe, soll seine Geltung einfach durch die „Wahrheit“ erhalten… Allein „Wahrheitsmacht“ soll insgesamt allem, was ich denke, sage oder tue, die Kraft verleihen… Ansonsten habe ich mich ganz wehrlos gemacht…
<Selbständiges Denken statt Autoritätsgehorsam>
Nicht irgendeine Schrift oder „Autorität“ sollen also die Rechtfertigung für die Gültigkeit des Gesagten darstellen, sondern die eigene Erfahrung und das eigene Nachdenken jedes einzelnen Menschen…
Denn ein besonderes Wissen zur Rechtfertigung von Bevormundung kann ich nicht finden, und ich möchte dennoch eine gerechte Welt durch richtiges Denken der Menschen mit all meinen Kräften anstreben…
Daher bleibt mir wohl nur die Hoffnung, dass es eine einfache allgemein-menschliche Wahrheit gibt, die eigentlich jeder Mensch ohne besondere Erfahrungen, ohne besonderes Wissen und ohne besondere Erkenntnisfähigkeit recht unmittelbar verstehen kann…
Durch diese Wahrheit müssen die Menschen wohl im Nötigsten zu gemeinsamer Einsicht und Einigung untereinander kommen können, um sich auch gemeinschaftlich verantwortlich entscheiden und verhalten zu können…
<„Offene Kreativität“ statt „blindem Schlucken“>
Nicht die Form, wie in dieser kleinen Schrift also vielleicht die „Wahrheit“ gesagt werden konnte, soll für den Leser entscheidend sein, nicht einmal, ob alle Gedanken und Gründe genau stimmen…
Vielmehr soll der entscheidende Mindestansatz von Gemeinsamkeit, auf den diese Schrift und Alle, die das Gesagte vertreten, bauen und ihre ganze Hoffnung setzen, die Offenheit für ein vernünftiges Gespräch, für Wahrheit und Liebe sein…
<„Grundsätzlichkeit“ statt „Fehlerlosigkeit“>
Denn es ist auch nicht unbedingt erforderlich, die in dieser Schrift beschriebene Gerechtigkeit ganz ohne Fehler einzuhalten…(Obwohl man bei der gegenwärtigen „verfahrenen“ Situation der Menschheit kaum radikal oder konsequent genug sein kann und sich bis an`s Äußerste bemühen sollte, um die Menschen noch aufzuwecken…)
Wenn es „grundsätzlich“ (d. h. bis auf vertretbare kleine Ausnahmen und redliche Kompromisse, ohne wesentliche Selbstwidersprüche …) so ist, dass die Menschen einander nach Kräften liebevoll und besonnen begegnen, dann wird das wohl reichen, um im wesentlichen den Weg zu finden, gut miteinander leben zu können…
ÖM!
Vielleicht magst Du prüfen, was (davon) für Dich wichtig sein kann…?
Öff!Öff!
oeffi2004@ymail.com
Kontakt zur Schenker-Bewegung:
- Haus der Gastfreundschaft
Alte Dorfstraße 6
19370 Dargelütz)
Tel.: 0176/27110248 („Öff!Öff!“)
- Friedensgarten
Haus 5c
02627 Pommritz
035939 81883 (Uwe Haspel, VFS e.V.)
- ‘Andreas Paradies’
Platz der Freiheit 9
19395 Wendisch-Priborn
038737 33177 (Hardy Straßenburg und Andrea Riefstahl, FdSB e.V.)
Die Schenker-Bewegung im Internet:
-
www.die-schenker.net
- www.oeffi.such.info
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CARSTENS GRUNDSATZ-TEXT
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DER TÜ-TEXT
Wie ich zum Wesen meines inneren Glücks
vorgedrungen bin
von Tü!Tü!
Ich sehnte mich zutiefst danach, ein glücklicher Mensch zu werden!
Bald wurde mir klar, dass meine Sehnsucht nach dauerhaftem Glück die Suche nach etwas
Wesentlichem und Beständigem bedeutete, ja es war für mich die Suche nach Wahrheit,
nach Gott… Ich schälte wie bei einer Zwiebel Schale für Schale meiner Oberflächlichkeit,
Verblendung und falscher Anhaftung ab, bis ich zum Kern meines wahren Wesens
vordringen durfte.
Wie konnte diese Entwicklung „von einem in ziemlichem
Nebel tapsenden Menschen hin zu einem glücklichen Menschen“
geschehen?
Der erste Schritt dabei ist, sich selbst immer mehr zu verstehen: Das bedeutet einerseits,
sich seiner Gefühle, Motive und Gedanken immer mehr bewusst zu werden. Andererseits
gehört aber auch dazu, sich seinen freien Entscheidungs- und Handlungsspielraum bewusst
zu machen:
Bei uns Menschen sind zwar schon gewisse Bedingungen wie bei einem Kartenspiel
vorgegeben, doch sollten wir mit unseren Vorbedingungen so umgehen, als stünden sie
„zumindest weitgehend“ in unserem freien Gestaltungsspielraum.
Die Haltung jedenfalls, wenigstens all jene Kräfte und jenes Potential durch unsere
Gestaltungsfreiheit in uns freilegen zu können, welche für eine Heilung der Erde notwendig
sind, ist sicherlich die einzig wirklich verantwortliche und fruchtbringende Weise, unsere
menschliche Freiheit zu betrachten und zur wesentlichen Entfaltung zu bringen.
Ich spüre auch, dass ich über die Gestaltung meines eigenen Denkens, Fühlens und Wollens
in besonderer Weise verfügen kann: Ich habe zu meinem Ich einen sehr direkten Zugang,
habe solch einen direkten Zugang bzw. direkte Verfügbarkeit aber nicht gegenüber anderen
Menschen oder Wesen.
Wenn ich mich also zu einem glücklichen Menschen entwickeln will, stellt sich mir die Frage,
wie ich meine Gedanken, Gefühle und Entscheidungen gestalten soll.
Da ich mich dabei nicht als ein von der übrigen Welt getrenntes Wesen betrachten kann,
stellt sich mir die Frage gleich auch danach, in welcher Wechselbeziehung mein Selbst zum
„Rest der Welt“ steht.
Für mich stellt sich die ganze Welt als eine „lebendige Einheit“, ein großer Organismus dar,
worin mensch eine Höchstform von Verflochtenheit sehen kann, dergestalt, dass sie durch
ein „inneres Zellprogramm“ gesteuert und miteinander verbunden ist, welches im Einzelnen
wie auch im Ganzen dasselbe ist.
Wahres Glück und echte Selbstverwirklichung bedeutet dann, mein Selbst- und
Lebenskonzept mit der echten (vor allem eigenen inneren) Selbst- und Wirklichkeitsstruktur
in Einklang zu bringen.
Die einzelne Zelle, die gemäß ihrem inneren Zellprogramm lebt, dient dadurch gleichzeitig
dem Gesamtorganismus, da dieses Zellprogramm darauf ausgerichtet ist, die Gesundheit
des Gesamtorganismus zu gewährleisten.
Genau wie die Zelle im Organismus vernetzt und verwoben ist, sollten wir Menschen uns
ebenfalls als einzelne Zellen im Organismus der Welt verbunden fühlen und uns in die
Schöpfung so einfügen, dass es zu einem harmonischen Ganzen zusammenwachsen kann.
Auch betrachte ich uns Menschen sozusagen als „kleine Puzzles“ (Mikrokosmen) innerhalb
des „grossen Puzzles“ (Makrokosmos) des Lebens und der Welt. Als „kleine Puzzles“
betrachtet, können wir Menschen die einzelnen Teile unseres Puzzles immer mehr zu einem
harmonischen Bild vervollständigen. Und dann können wir uns als jeweils passendes kleines
Puzzle im grossen Weltpuzzle an der richtigen Stelle einfügen, so dass sich das Ganze zu
einem zwar sehr komplexen, aber doch harmonischen Gesamtbild entwickeln kann.
Gutes Tun und Wirken in dieser Welt hängt also in erster Linie von der richtigen Steuerung
bzw. vom richtigen inneren Informationsprogramm ab. Je reiner wir mit unserem inneren
Steuerungsprogramm in Einklang leben, umso heilender ist unsere Wirkung auf den
Gesamtorganismus. Denn so wie Same und Baum einander bedingen, so besteht die
Voraussetzung einer harmonischen Entwicklung in der Welt im Wiederfinden unseres
inneren Zellprogramms.
Allerdings ist in uns Menschen kein richtig intakter (Instinkt-) Automatismus (mehr)
angelegt, so wie die Katze die Maus fängt, oder der Same eines Apfelbaumes nicht zu einem
Birnbaum erwachsen kann.
Wir Menschen müssen deshalb lernen, uns unseres inneren Zellprogramms bewusst zu
werden und all unsere verschiedenen Kräfte so zu gestalten oder zu verwandeln, dass wir
uns diesem ganz unterordnen. Verselbständigt sich eine Zelle vom übrigen Zellverband in
willkürlicher Weise und lebt auf dessen Kosten, gleicht das einem Krebsgeschwür, welches
den Gesamtorganismus zu zerstören droht.
Wie komme ich nun zu dieser inneren Instanz, welche ich mit
dem Bild des inneren Zellprogramms veranschaulicht habe?
Als erstes schließt dies die Bereitschaft ein, in unvoreingenommener Offenheit die
Wirklichkeit zu betrachten und sich von falschen Anhaftungen im Denken und Handeln zu
befreien.
Bringen wir unser Leben mit dem so Erkannten zunehmend in Einklang, können wir dadurch
immer weiter auf dem Weg hin zur alles tragenden und verbindenden Wahrheit gelangen.
Doch woher nehme ich die Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg meiner
Wahrheitssuche bin?
Der Wegweiser dafür ist stets die innere Freude des „Gewissens“, welches als zugleich
„natürliches“ und „bewusst geistig-moralisches Lebensprinzip“ beschrieben werden kann.
Die innere Freude des Gewissens ist also meines Ermessens gleichsam als „wirkende Kraft
Gottes oder der Wahrheit“ in uns beschreibbar; halten wir daran unbeirrbar fest, können wir
ein wahrhaft glückliches Leben führen.
Unser inneres Zellprogramm, das Gewissen, gleicht einem Kompass und kann stets
Wegweiser sein, sofern wir uns diese Quelle wirklich erschlossen haben: Wahres und tiefes
inneres Glück oder Unglück, ein gründlich und selbstkritisch geprüftes „singendes Herz“, ist
stets unser bestmöglicher Maßstab für Wahrheit oder Falschheit, an den wir uns halten
können.
Auf das Gewissen gestütztes Denken kann uns dabei dazu dienen, mit den vielen
verschiedenen Aspekten der Wahrheit in ausgewogener Weise zu jonglieren und die inneren
Kräfte so zu ordnen, dass wir uns harmonisch in den gesamten Lebenszusammenhang
einfügen. Denn das freie Spiel der in uns sprudelnden Gefühle und Motive einerseits und
andererseits auch die Folgen unseres Tuns in der Welt sind äußerst komplex; deshalb ist es
wohl wichtig, unser Innenleben und das Eingreifen in die Zusammenhänge der Welt auch
denkerisch zu reflektieren.
Allein mittels Gefühlen ist das Gewissen hingegen nicht imstande, unsere Innenwelt zu
ordnen sowie die Folgen unseres Tuns ausreichend zu durchblicken und zu beurteilen.
Nun habe ich allerdings die Freiheit, meine Gefühle, mein Denken und meine
Entscheidungen dafür einzusetzen, um mich glücklich oder unglücklich zu machen bzw.
mich für Wahrheit oder Falschheit zu entscheiden.
Dies ist zunächst ein innerer Kampf im Menschen zwischen dem oberflächlichen
Augenblicksgenuss einerseits, welcher die Folgen auf den Gesamtorganismus unbedacht
läßt, und andererseits dem tiefen menschlichen Glück, welches sich in liebevoller
Verbundenheit zu den anderen Menschen und Wesen im selbstlosen Dienst an der
Schöpfung entfaltet.
Der Egoismus im Menschen macht ihn zu einer isoliert gesteuerten Zelle im Organismus der
Menschheit. Die Liebe hingegen, die sich am Wohl des Ganzen orientiert, lässt uns die
Vereinigung mit unserem wahren Selbst und den übrigen Geschöpfen fühlen.
Dieser innere Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen egoistischen Teilinteressen und der
Bewusstseinsausrichtung auf das Wohl des Ganzen, kann mit dem Kampf zwischen „zwei
Persönlichkeiten“ im Menschen verglichen werden, zwischen „zwei verschiedenen Willen“
oder zwischen dem „höheren und niederen Selbst“.
Unser niederes Selbst sieht uns vom Betrachterstandpunkt einer vom übrigen Organismus
unabhängigen Zelle, welche gegenteilige und getrennte Interessen verfolgt und vor allem
das eigene oberflächliche Wohlbefinden berücksichtigt. Dies lässt uns selbstsüchtig und
materialistisch werden.
Wenn dagegen unser höheres Selbst uns regiert, nehmen wir den Betrachterstandpunkt
einer im Organismus der Menschheit harmonisch eingewobenen Zelle ein, welche vor allem
das spirituelle Wohlbefinden berücksichtigt und die Wirklichkeit so sehen will, wie sie
wirklich ist.
Was bedeutet es nun genauer, sich wie eine gesunde Zelle in
den Lebenszusammenhang einzuordnen bzw. ein insgesamt
verantwortliches Leben zu führen?
Die Fäden, die ich im großen Geflecht des Lebens spinne, sollten für mich so einfach und
überschaubar sein, dass ich die Folgen meines Tuns ausreichend im Überblick habe, um so
die eigenen Handlungen überhaupt zum Guten gestalten zu können.
Die eigentlichen Lebensbedürfnisse zu entdecken und die eigenen Bedürfnisse mit dem
Wesentlichen in Einklang zu bringen, ist für ein echtes Verantwortungsbewusstsein das
Entscheidendste. (Natürlich ist es noch ein großes Experimentierfeld, wie weit mensch in der
Lebensvereinfachung gehen kann…)
Grundlegend dabei ist, sich als erstes aus den direkten Verstrickungen der von Menschen
geschaffenen undurchschaubaren und komplexen Strukturen zu lösen. Nur so haben wir die
Fäden, die wir in unserem Leben ziehen, am ehesten selbst wieder in der Hand, können sie
selbst gestalten und vor unserem Inneren spiegeln.
Echte Spiritualität, Wahrhaftigkeit und Verantwortung gehen also einher mit einem
ganzheitlichen und bewussten Leben, welches in der Einfachheit und Natürlichkeit
wiederzufinden ist.
Wer sich dagegen in zerstörerischen und undurchschaubaren Strukturen befindet, die er
selbst nicht ausreichend durchblickt oder meistert, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm
sozusagen „das Mark zwischen den Fingern zerrinnt“, er innerlich unausgefüllt und
unglücklich wird.
Bei allem berechtigten Bemühen um Überschaubarkeit der eigenen Lebenszusammenhänge
wird uns dann die Komplexität des Lebens aber wohl auch die Grenzen unseres Wissens
deutlich machen.
Sehen zu lernen, dass unser menschliches Wissen lediglich ein kleiner Tropfen gegenüber
dem riesigen Meer an (göttlichem) Lebenswissen ist, wird uns wohl recht demütig werden
lassen.
Im daraus folgenden Bemühen, nur behutsam und zurückhaltend in die Lebenskreisläufe
einzugreifen, sollten wir an dem festhalten, was das Einfachste, Natürlichste und
Ursprünglichste ist, an dem also, was unserem seelisch-geistigen, physischen und intuitiven
Zellprogramm entspricht.
Wer sich hingegen anmaßt, willkürlich nach kurzsichtigen aus dem Lebenszusammenhang
herausgelösten Interessenskalkülen in die Lebenszusammenhänge einzugreifen, ohne dabei
die Lebensgesetze zu berücksichtigen, erliegt der Gefahr, schlimmen Schaden anzurichten.
Im Umgang mit der Natur ist es also ein anzustrebendes Ideal, so wenig wie möglich in die
natürlichen Kreisläufe und Gleichgewichte einzugreifen und im Wesentlichen uns mit dem zu
begnügen und uns daran zu erfreuen, was die Natur – am besten von selbst – so reichhaltig
schenkt.
Wie kann mensch nun weiter auf eine verantwortliche
Gestaltung in der Welt hinwirken?
Grundlegend dafür ist wohl, dass die Menschen, die sozusagen das Steuerruder für die
weitere Entwicklung in der Hand halten, zu einem echten Verantwortungsbewusstsein
heranreifen müssen. Es liegt also in der Gestaltungsfreiheit der Menschen, ob sie das
Steuerruder an Bord so lenken, dass das Schiff auf ein Riff zusteuert, oder ob sie das Schiff
in den göttlichen Strom münden lassen wollen. Über die gemeinsame Fahrtrichtung ist wohl
Einigung unter den Menschen notwendig.
Doch wie gehe ich damit um, wenn die Menschen zu unterschiedlichen
Ergebnissen kommen, was die gemeinsame
Fahrtrichtung angeht?
Entscheidend dabei ist die Einsicht, dass ich über mein eigenes Fühlen, Wollen und Denken
in direkter Erlebbarkeit, Verantwortung und Gestaltung verfügen kann und muss, dass ich
aber über andere Menschen, welche diese Fähigkeiten ebenfalls in sich tragen, keine direkte
Verfügbarkeit beanspruchen darf.
Mir fehlt zu sehr eine (unvoreingenommene oder klar erkennbare) Überlegenheit bezogen
auf die Beantwortung der wichtigsten Grundfragen im Leben wie Sinn, Moral, Gott etc., als
dass ich über andere Menschen verfügen und sie bevormunden dürfte. Es ist also nicht nur
so, dass jeder selbst in seinem Kopf denkt, die Köpfe sind auch – im Bild gesprochen – „so
sehr „auf einer Höhe“, dass niemand „mit dem Kopf des anderen“ denken und entscheiden,
sprich über ihn bestimmen dürfte.
Wir tragen demnach alle eine Selbststeuerung in uns, welche uns niemand absprechen darf
und wir auch niemandem absprechen dürfen. Diese innere Selbststeuerung haben wir -
jeder Einzelne – daher voll anzunehmen, ja wir müssen sie uns regelrecht zumuten: Jeder
Mensch hat die Rechtfertigbarkeit seines Handelns selbst zu verantworten.
Die Folgen unseres Tuns spiegeln sich sowohl in unserem Innern als auch in der äußeren
Welt wider und bestimmen weitgehend das Schicksal des Lebens! Wir tragen dafür die
Verantwortung und niemand kann uns die Entscheidung über unser Tun abnehmen!
Wir können auch nicht erwarten, dass uns eine äußere „Autorität“ unser Verhalten
vorschreibt! Denn jede äußere Autorität muss erst mal auf ihre moralische
Vertrauenswürdigkeit hin geprüft werden, wofür jeder Einzelne deshalb zumindest die
wesentlichen Beurteilungsmaßstäbe in sich selbst finden muß!
Äußere Autoritäten dürfen uns demzufolge hinsichtlich der Grundorientierung für´s Leben
lediglich mit (jederzeit direkt für uns verstehbaren!) Anstößen dazu helfen, die verschüttete
innere Steuerung unseres Gewissens wieder freizulegen, so daß wir wieder lernen, uns dem
göttlichen Strom an Lebenswissen anzuschließen, der in jedem von uns verborgen liegt.
Darauf hoffe ich! Doch dürfen äußere Autoritäten nie Ersatz der grundlegenden eigenen
Selbststeuerungsfähigkeit werden!
Eine so vorgestellte gewaltfreie Kultur selbstbestimmter Menschen „ohne Herrschaft und
Bevormundung“ kann nur aus einer Kultur der besinnlichen Stille erwachsen, um so das
blinde Befolgen von Dogmen und Gesetzen oder das unüberlegte Sich-treiben-lassen durch
eine bewusst reflektierte, tiefe innere Steuerung zu ersetzen.
Wenn wir in unserem Verhalten „zumindest als Ausgangsbasis“ uns lediglich von unseren
eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen leiten lassen, birgt das natürlich die Möglichkeit in
sich, sich zu täuschen, sich zu irren, ja Fehler zu machen. Doch nur dadurch, daß der
Mensch dies Experiment wagt, kann er zur Wahrheit gelangen!
Der Wahrheitssuchende wird stets bestrebt sein, so wenig wie möglich Schlechtes zu tun,
seine Fehler um des Allgemeinwohls willen wiedergutmachen zu wollen, immer wieder so
viel wie möglich dazuzulernen.
Ein wahrheitssuchender Mensch wird sich von daher nicht mit der „begrenzten Brille“ eines
willkürlichen und festgefahrenen Lebenskonzeptes gegenüber der Wirklichkeit durchsetzen
wollen, sondern wird darum bemüht sein, sich demütig, offen und vorbehaltlos der
Wirklichkeit mit ihren moralischen Lebensgesetzen unterzuordnen. Man kann auch sagen: In
der Wurzel ist Gewaltfreiheit ein Lernprinzip: Sensibles Erkennen der Wahrheit – gerade
auch in ihren weitläufigen Zusammenhängen! – und Sich-darauf-Einstellen statt Sichunmittelbar-
Durchboxen!
Da unsere Erkenntnisfähigkeit also zu bruchstückhaft, relativ und unvollkommen ist – und
das bei jedem Menschen in vergleichbarer Weise – darf der Mensch seine erkannte Wahrheit
niemals anderen aufzwingen.
Gewaltfreiheit unter (mündigen und zurechnungsfähigen)
Menschen ergibt sich deshalb aus dem Respekt vor der freien
Selbstbestimmung jedes Einzelnen!
Wir Menschen sind in unserer Erkenntnisfähigkeit so sehr gleichberechtigt, daß es
anmaßend wäre, wenn einer sich das Recht herausnehmen würde, jemand anderem
Bevormundung und Gewalt anzutun. Da könnte der andere ein solches Recht gleich
ebenfalls für sich beanspruchen wollen, und dies könnte leicht einen verheerenden
„Rattenschwanz“ willkürlicher Gewaltansprüche nach sich ziehen. Dann würde mensch sich
in einem Teufelskreislauf befinden, der es unmöglich macht, sich unter Menschen in
friedlicher Weise auf das Verantwortliche zu einigen; vielmehr wird sich jeweils der
kurzfristig äußerlich Stärkere durchsetzen.
Und so wie wir eine Mathematikaufgabe nicht zu lösen vermögen, wenn wir uns prügeln,
sondern wenn wir die Gesetze der Mathematik befolgen, so werden wir uns über
gemeinsame Wege des Friedens nur dann einig werden, wenn wir uns den Mitteln des
Friedens zuwenden. In der Logik der gewaltfreien Selbstbestimmung verbirgt sich deshalb
das Streben nach Einigung unter Menschen für ein geschwisterliches Zusammenleben.
Schaffen dies die Menschen nicht, wird sich Chaos und Gewaltherrschaft unter Menschen
durchsetzen … Die Gewaltfreiheit ist also der Weg hin zu einer verantwortlichen Gestaltung
der Welt.
Ich darf also – um noch etwas auf konkrete Mittel gewaltfreien Einigungsbemühens zu
sprechen zu kommen – die Menschen lediglich über ihre jeweils eigene Einsicht und freie
Zustimmung verändern, wenn überhaupt.
(Leider ist das Leid in der Welt so groß, dass es förmlich nach einer friedlichen „Bekehrung“
der Herzen bzw. einer „Umkehr“ der Menschheit schreit).
Deshalb ist es eine wichtige Voraussetzung, mich selbst zu einem glaubwürdigen und
überzeugenden Beispiel machen zu wollen. Und wenn andere Menschen sich aus meiner
Sicht verkehrt verhalten, dann ist ein weiterer Aspekt gewaltfreien Handelns, mein
Gegenüber bewusst vor seine Freiheit zu stellen und ihm sogar die Möglichkeit zu lassen
oder gar provokativ zu geben („andere Wange hinhalten“ Mt 5,38ff), aus meiner Sicht
Schlechtes zu tun.
Indem ich jedenfalls bereit bin, schuldhaftes Verhalten anderer – nicht zuletzt auch um des
Allgemeinwohls willen – auf mich zu nehmen oder an ihrer Stelle wieder gut zu machen
(wenn sie dazu nicht bereit sind), hoffe ich so auch das Gewissen des anderen zu berühren,
auf dass mensch einsichtig wird und sein Verhalten ändert.
Dabei soll die Kraft der Wahrheit die „Mauern“ falschen Tuns zu Fall bringen. Denn das
Leiden dessen, der einen Hieb nicht mit einem Hieb erwidert, kann tatsächlich das Herz des
Gegners rühren und ihn entwaffnen.
(Um ein guter Spiegel für mein Gegenüber sein zu können, muss ich mich dabei natürlich
stets zu einem „offenen Gefäß für die Wahrheit“ machen. Denn wie will ich das Gewissen
des anderen durch mein eigenes Beispiel erreichen, wenn ich nicht ganz innig und gleichsam
„durchscheinend“ nach meiner innewohnenden Gewissenhaftigkeit lebe. Dabei trägt mich,
dann auch gegenüber „Feinden“, im Hintergrund die Hoffnung einer alles tragenden und
verbindenden Wahrheit, die jeder in sich finden kann, der offen und ehrlich danach suchen
und leben will…).
Hier noch ein Bild zur Veranschaulichung solch gewaltfreien Verhaltens:
Eine Großfamilie sitzt um einen Essenstisch. Die ersten fangen schon mal damit an, ihren
Teller zu füllen. Allerdings nehmen sie sich zuviel, so daß absehbar ist, dass für die letzten
nur ganz wenig bzw. gar nichts mehr übrig bleibt. Wenn ich nun an die Reihe komme und
die ungerechte Verteilung für mich absehbar ist, dann darf ich nur – mehr oder weniger
demonstrativ – so wenig (oder vielleicht auch gar nichts) auf meinen Teller tun, daß für die
anderen noch etwas übrig bleibt.
Dieses Beispiel veranschaulicht u.a., wie „im Bilde gesprochen“ eine gesunde Zelle
resonanzartig auf die Bedürfnisse des Gesamtorganismus reagiert.
Allerdings wird dabei vielleicht die falsche Vorstellung einer Ausgangssituation des Mangels
suggeriert, welche jedoch höchstens durch die Gier des Menschen und seinen Raubbau an
der Natur zustande kommt. Eigentlich werden wir von der Natur reich beschenkt, und es ist
genug für alle menschlichen Bedürfnisse da, nicht aber für aller Menschen Gier).
Ich denke gleichwohl trotz aller drängenden äußeren Aufgaben, daß wir uns als Erstes nach
innen wenden und uns die Frage stellen sollten, wo wirklich unser Platz im Ganzen ist. Dabei
will ich so leben, daß es ein Lösungsmodell sein kann, welches an die Wurzel der Probleme
greift und so zur Heilung der Erde am ehesten beitragen kann. Es soll also darum gehen, für
mich und für andere einen Ausweg aus den heutigen Problemen anzubieten.
Mit diesem hohen Anspruch für die Wahrheit zu leben, führt einen in dieser kalt gewordenen
Welt wohl dazu, sich von seiner Todesangst zu befreien, um so stets an dem festhalten zu
können, was dem („seelischen“) Leben Sinn gibt, auch wenn es bedeuten kann, sein
irdisches, körperliches Einzelleben dafür zu verlieren.
Natürlich setzt dies bei uns Menschen einen hohen inneren Reifungsprozess voraus, wenn
wir unsere Einzelperson ganz zum Werkzeug der allumfassenden Lebensgesetze machen
und dafür mit unserem ganzen Leben Zeugnis ablegen wollen. Mögen wir uns dahin
entwickeln und unsere individuelle Einzelexistenz nicht als das Entscheidende betrachten,
sondern unsere Seele, welche durch die Befolgung dieser spirituellen Lebensgesetze
lebendig wird.
Nach dieser Beschreibung, wie konsequent bzw. radikal die Gewaltfreiheit gelebt werden
müsste, noch ein paar Worte zu eventuellen „Ausnahmen“:
Ausnahmen in der Gewaltfreiheit unter mündigen und zurechnungsfähigen Menschen sehe
ich höchstens dann begründet, wenn eine verantwortliche Gesamtentwicklung durch die
Einhaltung der Gewaltfreiheit in äußerst eindeutiger Weise nicht mehr möglich wäre.
Und auch wenn es vielleicht prinzipiell begründete Ausnahmen von der Gewaltfreiheit geben
kann, mag es in einer gewalttätigen Welt, wie sie um uns herum ist, eine hochachtenswerte
Einstellung sein, auf solche Ausnahmen zu verzichten, um als ein umso eindringlicheres
Mahnmal die Menschen zur Gewaltfreiheit aufwachen zu lassen. Damit also die
Gewaltfreiheit zur heiligen Grundlage der Menschheitsentwicklung werden kann, sollten
Ausnahmen unter diesem Gesichtspunkt äußerst kritisch geprüft werden.
Neben der Gewaltfreiheit ist Gerechtigkeit ein zentrales Thema,
um verantwortlich zu leben:
Sich in den Lebenszusammenhang so einzufügen, daß es dem Wohl des Ganzen dient und
alle Menschen dabei Glück und Zufriedenheit erfahren können, erfordert wohl eine
Vorstellung von Gerechtigkeit, die das Teilen nach Bedürfnissen anstrebt.
Da wiederum unsere materiellen und seelisch-geistigen Bedürfnisse sehr stark ineinander
verwoben sind und wir diese Bedürfnisse aus ihrer Ganzheit kaum herauslösen können,
bedeutet echtes Teilen deshalb, zum geschwisterlichen Teilen des eigenen Lebens mit
anderen bereit zu sein.
Viel Sensibilität erfordert es nun, mit den eigenen materiellen und auch gefühlsmässigen
Bedürfnissen zu den Bedürfnissen der übrigen Menschen, Tiere und Pflanzen in einer Weise
in Wechselbeziehung zu treten, dass es allen dabei gut gehen kann.
Was nun meine materiellen Bedürfnisse angeht, so will ich jedenfalls nicht mehr haben, als
ich zum Leben brauche, während andere weniger haben, als sie brauchen. Auch frage ich
mich, welches Maß an Lebensaufwand gerechtfertigt ist, wenn ich die natürlichen
Gleichgewichte nicht zerstören will.
So will ich mich beim Ausleben meiner Bedürfnisse stets bemühen, keinem Menschen, und -
so weit es geht – keinem anderen Lebewesen zu meinem Vergnügen, meiner Bereicherung
oder Bequemlichkeit Schaden zuzufügen.
Wenn so alle Menschen zur freiwilligen Bescheidenheit und natürlichen Einfachheit
zurückfinden würden, könnte es wohl tatsächlich allen gut dabei gehen.
Als Maßstab für die eigenen Bedürfnisse sollte auch nicht die erbrachte Leistung angesehen
werden, sondern der Gesamtzusammenhang.
Die Vorstellung, dass Bedürfnisse durch das individuelle Verhältnis von Geben und Nehmen
gerechtfertigt sind, halte ich für unorganisch und lebensfeindlich. Denn nicht weil oder
wieviel gegeben wird, darf genommen werden, sondern nur soviel beziehungsweise wenig
darf jeder nehmen, wie es das Ganze zulässt – auch wenn er viel gibt.
Formal herausgelöste Aufrechnungsmechanismen sind von daher stets sowohl aus dem
organischen Lebenszusammenhang des Einzelnen herausgerissen als auch aus dem
Gesamtzusammenhang des Allgemeinwohls, da wahre und gerechte Bedürftigkeit und
insgesamt sinnvoller Umgang dabei zwangsläufig außer acht gelassen werden.
Sind nicht „Einzelabrechnungen“ auch schlicht eine Undankbarkeit gegenüber dem Leben,
welches uns so reichhaltig beschenkt?
Wenn wir hingegen in diesem Bewußtsein, reich beschenkt zu sein, selbst auch mit Freude
und Dankbarkeit aus dem Geist des Schenkens leben, wird sicherlich keiner Mangel leiden
müssen.
Ein gemeinschaftliches Leben ist für solch ein echtes Teilen der organische Nährboden, da
nur daraus in echter Weise ein enger Bezug und Überblick hinsichtlich Bedürfnissen und
Fähigkeiten der Menschen erwachsen kann.
Abschließend noch ein paar Gedanken zu meinem Gültigkeitsverständnis
und zum „Anspruch“ dieses „Grundsatztextes“
von mir:
Bei dem ,was ich hier an Menschenbild und Idealen beschrieben habe, setze ich die
Hoffnung darauf, dass dieses Urprinzip im Innern eines jeden Menschen wiedergefunden
werden kann und uns als Gewissenswahrheit miteinander verbindet und einig werden lässt.
Vielleicht könnte die beschriebene Gewissenswahrheit als ein grober, wesentlicher „Bauplan“
oder als „Fundament“ verstanden werden, das zwar notwendig ist, um ein Haus zu bauen,
doch keinesfalls das ganze Haus selbst ist. Dieses „Fundament“ soll einen so kurz wie
möglich, aber so klar und gefüllt wie nötig gehaltenen „Einigungsnenner“ darstellen, der die
Menschen der unterschiedlichsten religiösen und weltanschaulichen Bezüge darüber einig
werden lässt, was ein friedvolles Leben mit Mutter Erde und den Mitgeschöpfen sein kann.
Ohne dieses „Fundament“ ist das Haus „auf Sand gebaut“, was bedeuten kann, sich eher
über die unwichtigen als über die grundlegendsten Dinge zu einigen.
Um Herrschaftssysteme und Gewaltstrukturen ersetzen zu können, ist es einfach notwendig,
in ausreichender Form zu einer innerlich getragenen Überzeugung und Einigung
untereinander zu kommen.
Dieses „Fundament“ – wenn seine Beschreibung mir gelungen sein sollte – ist also lediglich
ein kleiner Funke einer absoluten Wahrheit. Doch wenn wir uns weiter um spirituelle
Erkenntnis bemühen, sollten wir uns auch um die Einhaltung dieser fundamentalen
Lebensgesetze bemühen. Dass es dann jedenfalls zu einem friedlichen und harmonischen
Zusammenleben unter uns Menschen und mit der Natur kommen kann – davon bin ich
überzeugt.
Diese beschriebenen Wertvorstellungen haben nur dann Gültigkeit, wenn sie im Herzen des
Menschen Bestätigung finden und uns zutiefst innerlich glücklich machen.
Wir sollten uns jedenfalls stets darum bemühen, im Einklang mit dem Gewissen zu leben
und damit in lebendiger Verwurzelung zu stehen. Das bietet die Grundlage eines wirklich
friedlichen und gerechten Lebens ohne Herrschaft, Bevormundung, Autoritätshörigkeit und
Dogmatismus.
Allerdings bedeutet eine „lebendige innere Verwurzelung“, als Basis für individuelle
Selbststeuerung jedes einzelnen Menschen, gerade nicht Beliebigkeit oder Wechselhaftigkeit
- wie es oft fehlinterpretiert wird – sondern trägt zum einen das Festhalten an der Wahrheit
(in existenzieller Verbindlichkeit!) und zum anderen eine ständige Offenheit für neue
Erkenntnisse und spirituelle Erfahrungen in sich.
Ich habe bei all diesen hohen Idealen, die ich hier beschrieb, allerdings nicht den Anspruch,
diese ganz ohne Fehler einhalten zu können. Dafür bin ich noch ein viel zu sündhafter
Mensch, der um die Einhaltung dieser Ideale mit sich ringt und in der Auseinandersetzung
mit diesen Idealen reifen will. Allerdings geht es mir darum, ehrlichen Herzens sagen zu
können, dass ich mich redlich darum bemühe, im Wesentlichen danach zu leben.
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PILGER THOMAS’ GRUNDSATZ-TEXT
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FRIEDENS GRUNDSATZ-TEXT
Mein (Friedens) Grundsatztext
|
Ich glaube an Gott, der alles erschaffen
hat, und ich glaube den Worten Jesus, der uns den Weg in das Reich Gottes zeigt.
Ich glaube, dass unsere wichtigste Aufgabe in diesem Leben ist, Haß mit
Liebe, Falschheit mit Wahrheit und Angst mit Vertrauen zu überwinden.
Ich glaube, dass jeder Mensch auf der Erde ein Recht auf Liebe, Frieden, Gesundheit, ausreichend Essen, Trinken, Wärme, Kleidung und eine Wohnung hat – aber auch darauf, sich frei zu informieren, seine Meinung frei zu äußern, sich seinen Aufenthaltsort und seine(n) Lebens- gefährten(-in) auszusuchen, die von ihm/ihr gewählte Religion auszuüben – unabhängig davon, wie viel oder wie effizient er/sie arbeitet und unabhängig von seiner/ihrer Rasse, Geschlecht oder sozialem Status.
- Ich glaube, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, nur Gott und seinem Gewissen zu gehorchen. Doch Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden. Die Freiheit des einen darf nicht die Freiheit oder Lebensqualität eines anderen gegen dessen Willen einschränken.
- Ich glaube, dass niemand das Recht hat, andere Menschen zu beherrschen. Jeder Mensch ist gleich wertvoll. Niemand darf über andere urteilen.
- Ich glaube, wir haben die heilige Pflicht, unsere natürlichen Lebensgrundlagen (die Erde, die Luft, das Wasser, die Pflanzen und die Tiere) in dem Zustand an die nächsten Generationen weiterzugeben, in dem sie Gott uns geschenkt hat.
- Ich glaube, dass die Erde heilig ist und niemand gehören darf (d.h. kein Eigentum an Grund und Boden!)
- Ich glaube, dass es unsere Pflicht ist, gerechte Gesetze zu achten und einzuhalten und ungerechte Gesetze zu ächten (ungerechte Gesetze sind gar keine Gesetze).
- Um diese Ziele zu erreichen, will ich mein Leben konsequent vereinfachen, meine Bedürfnisse auf das wirklich Notwendige beschränken, mit den Bedürftigen teilen und meine ganze Kraft und mein Leben einsetzen
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HARDYS GRUNDSATZ-TEXT BZW. SEINE „TOUR DER ERKENNTNIS“
<!– @page { margin: 2cm } @page:first { margin-left: 2.5cm; margin-right: 1cm; margin-top: 11.5cm; margin-bottom: 3cm } P { margin-bottom: 0.21cm; page-break-before: auto } P.western { font-family: „Verdana“ } H3 { margin-bottom: 0.21cm } H3.western { font-family: „Trebuchet Ms“ } H3.cjk { font-family: „Mincho“ } H3.ctl { font-family: „Tahoma“ } H2 { margin-bottom: 0.21cm } H2.western { font-family: „Trebuchet Ms“; font-size: 16pt; font-style: normal } H2.cjk { font-family: „Mincho“; font-size: 14pt; font-style: italic } H2.ctl { font-family: „Tahoma“; font-size: 14pt; font-style: italic } A:link { so-language: zxx } –>
„Mitarbeiter“ – Mitstreiter gefunden!
– wenn ihr wollt?!
Lieber Öff!Öff!,
vielen Dank für die Postkarte. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Insbesondere deswegen, weil ich dachte, dass sich da im Internet irgendein Scherzbold herumtreibt. (Fake-Verdacht: Es tut sich. ja recht wenig auf Eurer Websire - deswegen mein Verdacht. ; -) ).
Deine Karte hat mich diesbezüglich beruhigt und davon überzeugt, daß es die Bewegung gibt und daß Bedarf an Mitwirkenden existiert.
Eines vorweg – ich bleibe dabei. Ich will bei Euch aktiv mitmachen, natürlich nur unter der Voraussetzung, daß das, was ich gelesen habe, weiterhin im Wesentlichen Eure Überzeugung ist! Insbesondere ziele ich hier auf den für mich sehr wichtigen Punkt der „Gewaltfreiheit.“
(Ich bin Kriegsdienstverweigerer und überzeugter Gegner von Gewalt.)
Und – natürlich entscheidend ist, daß Ihr überhaupt an so einem wie mir interessiert seid (*große Hoffnung habend!*).
Ich habe Eure Texte, besonders die sog. Grundsatztexte, für mich, zwecks besserer Zugänglichkeit und zur Prüfung meiner Konformität, einmal etwas überarbeitet – hoffentlich ohne den Inhalt zu sehr zu verfälschen.
Die Texte habe ich beigefügt. Vielleicht könnt Ihr sie gebrauchen.
(Gibt es auf Wunsch auch digital! Korrekturvorschläge sind ausdrücklich erwünscht! Besonders, dann, wenn es um das Gesamtverständnis geht.)
In diesem Zusammenhang möchte ich – wenn ich darf – ein wenig auf meine Vergangenheit eingehen. Vielleicht ergeben sich daraus für Euch, auch so schon, interessante Synergien.
Vita kurz und knapp
Ich bin am 8.11.1959 geboren, ca. 180 cm groß, männlich (hetero), Single, kinderlos und nicht verheiratet. Wie denn auch - als Single.
Ich studierte Mathe und Biologie. Allerdings nur mit „geringer Begeisterung“, da ich mein Faible für Computer entdeckt hatte. Habe 13 Computer-Fachbücher geschrieben (mit 23 Jahren mein erstes) und die heute noch existierende Fachzeitschrift PC-Praxis mit aufgebaut.
Ab 1989 habe ich mich dann auf DTP (Desktop Publishing) spezialisiert, eine Agentur gegründet und wurde dort Geschäftsführer, 1992 dann Schulungsleiter einer Setzerei mit angeschlossener Lithoanstalt. Ab 1993 Leiter einer Firma, die sich mit Multimedia beschäftigt.
Im Jahr 1995 gründete ich mit Geschäftspartnern eine Internet-Agentur, die für Großkunden wie Edding, Brinkmann, Esso, Continental usw. arbeitete.
Ich bin also – wenn man so will - Kommunikationsfachmann.
Ich verdiente „gutes“ Geld und merkte bald, daß der Traum von einem tollen Auto, Haus usw. sofort vorbei ist – und der Reiz auch – wenn man sein „Traumauto“ hat.
Anders ausgedrückt, ich hatte das, was sich viele wünschten, und stellte mit Erstaunen fest, daß ich die ganzen Jahre einer „Zeitungsente“ aufgesessen war. Es war mir schlagartig klar geworden, daß die meisten Menschen sich für eine Halluzination abrackern.
Obwohl Geld nie der zentrale Antrieb meines Handelns war, merkte ich doch, wie bestimmend es in meinem Leben geworden war. Besonders als kreativer Mensch mit vielen Ideen, musste ich zu meinem Leidwesen immer wieder feststellen, daß viele wirklich gute Ideen, meist wegen des Geldes, nicht zustande kamen. Ein Konzept – eine Idee – musste sich rechnen, sonst war sie nicht gut.
1999 machte dann mein Steuerberater einen fatalen Fehler (heute sehe ich das eher als „Glücksfall“), der dazu führte, daß meine Partner mich aus der Firma kickten und meine Gesamtfinanzierung zum Teufel war. Auf deutsch: Ich war Pleite.
Die Tour der „Leiden?“
Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch und zwecks Regenerierung und Neuorientierung, verkaufte (eher „verschenkte“ im Sinne von billigst verkaufen) ich alles, was da noch so war, setzte mich auf mein Rad und fuhr nach Marokko (über Frankreich, Spanien, kleiner Trip nach Ibiza).
Diese Tour – die insgesamt ca. 1 Jahr dauerte - bildete für mich ein wesentliches Schlüsselerlebnis.
Jeder, der einmal eine längere Tour gefahren ist, weiß, daß für den „Fahrradfahrkomfort“ entscheidend das Gewicht ist. So lernte ich dann nach und nach immer mehr Kilos abzuwerfen. Zunächst als Speck um die Hüften, dann als „anfangs – ach so wichtige – Ausrüstungsgegenstände.“
Irgendwann war ich fast soweit, dass ich jedes Haus gegen die Sicherheit, Flexibilität und „das Heimisch fühlen“ im meinen Zelt eingetauscht hätte, und kein Job der Welt sollte mich je wieder in eine Kammer einsperren.
Allerdings will ich auch nicht verhehlen, wovon ich immer wieder träumte: eine Dusche. Auf alles konnte ich ziemlich problemlos verzichten, nur ich träumte von einer Dusche (mmmh na ja)
(Heute habe ich dafür einen schwarzen 10 Liter Beutel mit einem Schlauch und einem kleinen Plastikduschkopf. Bei direkter Sonnenbestrahlung muss ich explizit aufpassen, daß ich mir nicht das „Fell verbrenne. „)
Marokko – eine andere Welt existiert
Besonders prägend war für mich der Aufenthalt in Marokko. Schon der Grenzübergang war bemerkenswert. Statt – wie bisher – „gestylter Mädels und Typen“ plötzlich Kamele, verschleierte Frauen, und Männer in langen Klamotten.
Wie sich schnell herausstellte, waren die Kamele nicht freiwillig da, sondern dienten als Köder für verblödete Touristen. Ich war auch einer von denen.
Es hatten sich an der Grenze zufällig mehrere Langzeitradfahrer getroffen. So waren wir also eine kleine Truppe, die dem Probieren eines Kamelsattels als kurzfristigem Ersatz des Fahrradsattels nicht abgeneigt war. Allerdings machten wir den Besitzern sehr deutlich, daß wir dafür nicht bezahlen wollten.
Fazit: Wir saßen auf den Tieren (ca. 2 Minuten), schossen ein paar Fotos, die Kamele furzten kräftig vor sich hin, wir stiegen ab und wollten weiter, bedankten uns, und plötzlich wurden die Beduinen sehr unfreundlich. „Diram“ hieß das Zauberwort. So heißt das Geld in Marokko.
Trotz der mehrfachen Bezeugung der Besitzer, daß das kurzfristige Aufsitzen auf die Kamele kein Geld kosten würde, plötzlich so eine „Kehrtwendung.“ Zum Glück waren wir ziemlich beeindruckende Radfahrer. Schließlich hatte ziemlich jeder von uns ca. 4.000 Kilometer mindestens in den Beinen.
So griff die Beduinentruppe zwar zu Steinen, als sie aber erkannten, daß wir uns auch nach solchen umsahen, ließen sie uns denn doch abziehen.
Tja, da bleibt einem doch nur noch zu sagen: „Geld verdirbt die Welt!“
Der erste Eindruck des Landes täuscht aber!
Auf der langen Fahrt durch Marokko fiel mir besonders die Landbevölkerung positiv auf. Aus der westlichen Sichtweise waren das sehr arme Menschen. Besonders die Kinder sahen oft sehr verstaubt - wir würden sagen dreckig aus – , aber sie tollten fröhlich auf dem Land herum. Sie waren verstaubt, aber glücklich!
Auch die älteren saßen oft, zufrieden Tee trinkend und klönend, zusammen. Klar, als wir in Sicht kamen, bildete sich eine Traube und es war wieder der Ruf nach „Diram?“ zu hören. Aber ich hatte den Eindruck, daß das mehr als „Sport“ und auch als „Verhöhnung der Touristen“ galt.
Ansonsten hatte jeder irgendeine selbstgebaute Unterkunft, irgendwo ein Stück Land, seine
Ziege(n), oft einen Hund, Nachbarn, die schnell eingeladen wurden, als wir dort waren.
Kurz: Ich hatte den Eindruck, daß die Menschen zufrieden waren. Nur mein westlicher „Verstand“ wollte mir ständig weismachen – so kann man doch nicht leben. Nur mit Öllampen und Kerzen, mit den Fingern essend, die „Eimerdusche“ unterm Baum, ohne Auto, stattdessen einen bockigen Esel usw.
Übrigens, zum Thema Auto: Als Radfahrer kann man die stinkenden, gefährlichen „Biester“ sowieso nicht gut leiden. LKWs beispielsweise können einen durch ihren Sog – verstärkt durch das Gepäck am Rad – regelrecht von der Straße pusten, wenn sie zu dicht und schnell ein einem vorbei rasen.
Seit dieser Tour (1999-2000) fahre ich kein Auto mehr. Wenn es geht, vermeide ich sogar das Mitfahren.
(Wenn man bedenkt, daß ich vorher einen neuen BMW 523i mit allen Schikanen hatte und ca. 100.000 Kilometer im Jahr gefahren bin, – eine ganz schöne Kehrtwendung.
)
Aber – zurück aufs Rad!
Auf dem Land war das Leben ein Vergnügen. Stressig wurde das Ganze immer wieder in der Stadt. Ich habe versucht, weitestgehend Städte zu meiden, aber manchmal brauchte man doch Geldnachschub.
Ich hatte den Eindruck, daß sich in den Städten die schlechten Eigenschaften der Menschen hervor taten. Hier waren die „Geier“ unterwegs, die einem, wo es nur ging, das Geld aus der Tasche ziehen wollten. Zwar wurde oft freundlich getan, aber man wußte auch wofür…
Besonders fiel mir das in touristischen Städten wie Marrakesch auf.
Leider gingen so langsam meine Finanzen dem Ende entgegen. Ich wollte in Casablanca Bekannte besuchen, die schwer reich waren, und erhoffte mir dort eine Beschäftigung.
Ich hatte mich irgendwie in das Land verguckt und dachte, mit meiner, damals noch kapitalistisch orientierten Denkweise, hier könntest Du doch bestimmt einiges tun. Internet war dort gerade im Kommen – also eine große Spielwiese für mein Wissen.
In Casablanca angekommen, wurde ich dann mit großem Halali empfangen. Angestellte servierten das tollste Essen. Die tolle Villa – direkt neben einer Residenz des Königs gelegen – (das wurde immer wieder betont) – wurde gezeigt, und, und, und…
Auf Deutsch: Es wurde richtig auf die „kapitalistische Kacke“ gehauen. Schließlich wollte man mich beeindrucken – aber natürlich „dezent,“ wie das in solchen Kreisen üblich ist.
Meine Frage nach einer Arbeitsmöglichkeit (die hatten mehrere Firmen im Land), wurde dann schnell zu einer möglichen Firmengründung uminterpretiert. Und schon hatte mich die „alte Welt“ wieder.
Wieder war ich der Ideen- und Know-how-Geber und wieder waren da die, leider immer wieder notwendigen, Kapital-Kletten.
Ich befand mich irgendwie in der Zwickmühle:
Auf der einen Seite war und bin ich überzeugter Verfechter der Internettechnologie. Und zwar nicht, weil damit viel Geld zu verdienen ist, sondern weil einem damit fast unendliches Wissen – und das abseits vom gehirnwaschenden Mainstream – und eine schnelle, weltweite und sehr günstige Kommunikation zur Verfügung steht. Deswegen bin ich der Meinung, daß jeder Mensch kostenlosen Zugang haben sollte.
Zudem wußte ich als „ehemaliger“ Buchautor, Redakteur und Werber, daß mittels des Webs jeder sein Wissen, so günstig und schnell wie noch nie, weltweit zur Verfügung stellen konnte – und das unabhängig von den Zwängen, einen Verlag zu überzeugen.
Eine für mich sehr wichtige Möglichkeit zur Aufklärung der Menschheit und zur Veränderung der Welt.
Andererseits hatte ich aber mehrfach negative Erfahrungen mit so genannten „Geschäftspartnern“ gemacht. Ehrlich gesagt, machten die marokkanischen eher noch einen durchtriebeneren (vielleicht auch, da so offensichtlich, naiveren) Eindruck auf mich. Man sah förmlich den Dollarblick in den Augen. So nach dem Motto, den lassen wir alles schön aufbauen, dann kassieren wir richtig ab, und jagen ihn in die Pilze.
Dazu kam noch, daß mich zwar die Aufgabe reizte, ich mich aber auf der Straße sauwohl gefühlt hatte. Wenn das Geld nicht knapp geworden wäre, bzw. wenn ich eine Möglichkeit gewusst hätte, ohne Geld weiter zu fahren, nichts hätte ich lieber gemacht – ich wollte auch noch unbedingt in die Sahara.
Und – ganz ehrlich – mich kotzte diese Scheinheiligkeit langsam an – obwohl mir das „Spiel“ mit denen irgendwie Spaß machte. Aber eher im Sinne eines geistigen Wettkampfes.
Im Kopf hatte ich immer das Bild von den „Glücklichen auf dem Lande“ und empfand alles, was ich hier sah, als abgehobene, und nur von (un)menschlicher Gier und Machtstreben angetriebene, Fatamorgana.
Besonders deutlich wurde das eines Tages:
Die Verhandlungen über die neue Firma kamen in eine interessante Phase und ich wurde mit dem Flugzeug der Bekannten nach Marrakesch geflogen. Dort wurde mir das „Traumhaus“ des Firmeninhabers gezeigt.
Er sagte sinngemäß: „Ich verdiene soviel Geld, dass ich eigentlich alles habe. Aber das hier ist mein Hobby.„
Das Hobby war dann eine Prachtvilla (eher Schloss), mit dem Teuersten ausgestattet, was es so gibt. Übrigens wurde diese Residenz nur alle paar Wochen besucht, wie so viele Residenzen, über die diese Familie weltweit verfügte. (Ich hatte in einem „Haus“ von denen in Bremen gewohnt, daher auch der Kontakt.)
Natürlich spielte ich das alte, äußerliche Spiel der Bewunderung – schließlich war ich ja Gast des Hauses. Aber innerlich fing ich zunehmend an zu kochen.
Der Mensch weiß vor lauter Geld nicht mehr wohin; baut Häuser und Villen auf der ganzen Welt. Aber nur ein paar Meter von seiner Traumhütte, haben die Leute kaum genug zum Überleben.
Welchen Gehirnschaden muss man eigentlich haben, um so zu denken?!
Wobei, heute denke ich, solche Leute lassen besser die Finger von den „angeblichen Armen.“ Denn bisher können viele „angeblich unglückliche Arme“ sich noch selbst versorgen. Kommen die „so glücklich erscheinenden Reichen“ erst einmal mit ihren abhängig machenden Produkten, Regeln und Ideen, ist es vorbei mit der Freiheit und die Versklavung beginnt.
Allerdings hat die „Gehirnwäsche“ in Marokko bereits begonnen: Zwar „schläft die Ziege fast noch mit im Bett“, aber auf dem Dach gibt es immer mehr Satellitenschüsseln, und im Haus ist häufiger ein Fernseher anzutreffen. Geschaut wird französisches oder amerikanisches Programm. Das „Gift“ ist also als „gift“ (engl.. Geschenk) verpackt schon im Land.
Anders ist die Situation natürlich, wenn die Menschen wirklich darben. Nicht, daß ich hier miss-verstanden werde.
In diesem Fall muss natürlich unbedingt geholfen werden.
Nicht nur dann, gehören solche Typen öffentlich bloß gestellt und angeprangert – und zwar nicht als die großzügigen Spender, wie das heute immer wieder der Fall ist – sondern als rücksichtslose, menschenverachtende Ausbeuter.
Prinzipiell stellte sich immer mehr heraus, wie meine Bekannten dachten. Es machte ihnen überhaupt nichts aus, ihre Angestellten mit Billiglöhnen zu bezahlen. Im Gegenteil, sie waren sogar der Meinung, daß sie sehr gut bezahlten und sie so etwas wie großzügige Wohltäter waren.
Tja, so langsam gingen bei mir sämtliche Warnlampen an. Ich dachte darüber nach, daß ich in meiner bisherigen Vergangenheit ca. 10 Jahre Geschäftsführer war, und damit auf der Seite dieser Leute gestanden habe. Auch dachte ich über Geschäftspartner und Kunden nach, die ich in Deutschland betreute – u. a. beispielsweise Vorstände von namhaften Firmen.
Desweiteren dachte ich über die von mir und anderen prognostizierte Zukunft nach, die sich, bedingt durch die Vernetzung der Rechner (Internet oder spätere Techniken), drastisch ändern würde.
Bereits 1995 – soweit ich mich an das Datum erinnere – fand eine Veranstaltung zur Zukunft in Amerika statt. Eingeladen hatte Michael Gorbatschow. Dort wurde von seiten der Firmenbosse (z.B. von Sun) ausdrücklich gesagt, daß wir auf eine 80:20 Gesellschaft zusteuern. Also 80% haben keinen Job und 20% – “müssen“ noch arbeiten. Ich sehe das ähnlich (Jeremy Rifkin auch).
Allerdings hatte ich – zunächst noch positiv und wohl sehr naiv denkend – angenommen, daß dann endlich menschenunwürdige Jobs wegfallen, und die durch die Maschinen erwirtschafteten Gelder umverteilt werden würden. Zumindest so, daß jeder Mensch ohne sinnlose und umweltfeindliche Arbeit – ein zwar nicht üppiges – aber angenehmes Auskommen hat.
Jetzt erkannte ich aber immer mehr:
Solche Leute werden einen Teufel tun und ihr Geld „umverteilen.“
Kurz und gut: Der Deal dort platzte und ich fuhr zurück nach Deutschland (wegen Geldmangel mit dem Bus). Hier musste ich mich zunächst wieder um eine Bleibe kümmern und meine Schuldenangelegenheit regeln.
Ich beobachtete besonders die politische Szene. Denn ich erwartete, daß die Politik bald auf die drohende Gefahr des massiven Stellenabbaus – wie oben beschrieben – reagieren würde.
Statt dessen wurde aber immer wieder die alte Leier der Vollbeschäftigung gepredigt.
Merkwürdigerweise wurden dann mittels Hartzer-Gesetzen („Hartzer-Käse“) die Jagd auf die – meiner Überzeugung nach schuldlosen – Arbeitslosen eröffnet.
Was geht hier ab?
Das war die Frage, die sich mir stellte. Offensichtlich wurden, seitens der Politik und der Presse, die Fakten völlig anders interpretiert, als meine Wenigkeit und andere Fachleute das sahen. Die vorherrschende Meinung war scheinbar, daß die Arbeitslosen selbst Schuld an ihrer Situation sind. Was für eine Verdrehung der Tatsachen.
Übrigens war ich auch mal zu einem Akquisitionsgespräch bei Roland Berger. Denen war vor Jahren schon klar, daß es keine Vollbeschäftigung mehr geben würde und daß massenhafte
Arbeitslosigkeit bevor stand. Heute berät die Truppe die Regierung!
Es war also nicht Unwissenheit der Politiker – wie ich zunächst vermutete – , sondern es steckte eine propagandistische Absicht hinter der böswilligen Jagd auf Minderheiten und Schwache in der Bevölkerung.
Es sollte kein eigentlich anzustrebendes neues Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell (Umverteilung des Reichtums) geschaffen werden, sondern es wurde das zynische, amerikanische Modell angestrebt.
Statt Umverteilung, werden die Leute in Billig- und Mehrfachjobs und/oder in die Armut gedrängt. Demnach dürften Slums die nächsten Entwicklungen sein, mit denen wir zu rechnen haben.
(Vielleicht wird ja irgendwann die Mauer wieder hochgezogen.
)
Aber wie, bitte schön, will man in einigen Jahren 80% der Bevölkerung mit Billigjobs und drohender Armut in den Griff bekommen?
In diesem Zusammenhang wurde auf der Konferenz vom so genannten „Tittytainment“ gesprochen. Damit war eher die weibliche Brust als Minimalernährer, als als Sexobjekt gemeint. Die Menschen sollten mit einer Grundernährung versorgt und mit Unterhaltung (TV, Spielen usw.) abgelenkt werden, damit sie nicht auf „dumme“ Gedanken kommen (wie „Brot und Spiele“ im alten Rom).
Betrachtet man die Entwicklungen der heutigen Medien, so hat man den Eindruck, die haben das „Tittytainment“ falsch interpretiert. Inzwischen geht es offensichtlich nur noch um Sex (mit Tendenz zur Pornografie).
(Was mich dazu brachte, weder Zeitung noch Zeitschrift zu abonnieren und auch Radio und Fernsehen abzumelden. Ich lasse mich nicht mehr verblöden. Das Internet ist sowieso die weit bessere Informationsquelle. Außerdem: Mit einer Büchereikarte kann ich lesen, soviel und wann und wo ich will. Geld spare ich so auch noch.)
Meiner Meinung nach bekommt auch die „angebliche Terrorismusgefahr“ unter diesem Gesichtspunkt eine ganz andere Bedeutung. Es liegt der Verdacht nahe, daß die heutigen Eliten sich nach und nach absichern, um gegen evtl. zukünftige Attacken der eigenen Bevölkerung gewappnet zu sein. Verschärfte Überwachung ist also vermutlich nicht gegen den Terrorismus gerichtet, sondern gegen die zukünftig verarmte, arbeitslose Bevölkerung.
In Casablanca wohnen die Reichen in einem bewachten Viertel.
Die Erkenntnis, daß unsere Politik kein anderes Modell, sondern das extrem ungerechte, amerikanische Ausbeuterprinzip auf Kosten aller anstrebte – inklusive der Vernichtung der Natur – ließ auch den letzten Glauben an die Vernunft der Eliten (zu denen ich mich einst irgendwie zählte) schwinden.
Aber – was konnte ich machen?
Ich weiß zwar, daß ich nichts weiß – aber eines weiß ich ganz genau. Für mich gilt nicht die Aussage vieler Leute: „Ich kann doch eh nichts machen!“
Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß jeder etwas tun kann.
Als ich beispielsweise 1983 mit den Computern anfing, war ich absoluter Exot. Ich wurde für einen Freak – von vielen sogar für einen Spinner – gehalten, wenn ich behauptete, daß irgendwann in fast jedem Haushalt so ein Ding stehen würde. Ich redete und schrieb mir damals häufig einen Wolf. Heute ist das so gut wie Realität.
Genauso erging es mir mit dem Internet. Als ich 1995 die Internetfirma mdc-Bremen gründete, sagte auch jeder: „Wie – Kaufhaus im Internet – was für ein Schmarrn.“ Heute dürfte ebay das weltweit größte Kaufhaus überhaupt sein (ca. 30 Mio. Kunden – wenn ich mich nicht täusche).
Als ehemaliger Werber weiß ich außerdem, daß es entweder nur genügend Zeit oder genügend Geld oder am Besten beides braucht, um fast jede noch so blöde Idee zu „verkaufen.“ (Man spricht in der Agenturszene auch von: „Aus Scheisse – Kakao machen!“)
Auf die Art und Weise werden beispielsweise heutige Trends gemacht. Oft geht dabei die Initialzündung nur von ein paar Leuten aus. Das kann z. B. ein einzelner Artikel oder eine Artikelserie in einer Zeitschrift sein. Entscheidend ist die Penetranz und Präsens – letztlich also die Ausdauer.
Beispiel für einen „Scheisse-Kakao“-Trend: „Wie ist es möglich, die Menschen davon zu über-zeugen, dass Jeans, die vorn und hinten an den Beinen und am Po fast durchgescheuert sind, absolut toll sind. So toll, daß die Menschen für eine „fast durchgescheuerte Hose“ mehr bezahlen als für eine neue?
Da es prinzipiell nur wenige braucht, um einen Trend zu setzen, und ich selbst schon so einige in Gang gesetzt habe (als Werber), gilt für mich nicht: „Ich bin doch nur ein armes machtloses Würstchen!“
Ich bringe auch gern das Beispiel aus der Chaostheorie. Dort wird behauptet, daß aufgrund der chaotischen Zusammenhänge im Chaos, ein Schmetterling, der beispielsweise in Deutschland mit den Flügeln schlägt, in Japan einen Gewittersturm auslösen könnte.
Wem das zu hoch ist. Es gibt noch ein anderes Beispiel.
Wenn jeder Mensch jeden Tag nur einen weiteren Menschen davon überzeugen würde, daß eine bestimmte Sache gut ist, wie lange würde es brauchen, um die gesamte Menschheit zu überzeugen?
1. Tag = ich überzeuge einen anderen
2. Tag = wir 2 überzeugen 2 andere
3. Tag = wir 4 überzeugen 4 andere
4. Tag = wir 8 überzeugen 8 andere
5. Tag = wir 16 überzeugen 16 andere
6. Tag = wir 32 überzeugen 32 andere
7. Tag = wir 64 überzeugen 64 andere
Nach nur einer Woche sind bereits 128 Mitglied in meinem Überzeugungsclub. So ähnlich funktionieren die, in Deutschland verbotenen, Kettenbriefe und auch das Multi Level Marketing.
Nach einer weiteren Woche wären es bereits 16.384 Mitglieder.
Nach 30 Tagen sind das dann 536.870.912 Clubmitglieder - also ca. 0,5 Milliarden.
Tag 31 = 1.073.741.824
Tag 32 = 2.147.483.642
Tag 33 = 4.294.967.296
Tag 34 = 8.589.934.592
Tag 35 = 17.179.869.184
Spätestens nach 33 Tagen, ist also theoretisch die ganze Menschheit Mitglied im Club. (Hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet. Mein Mathestudium ist schon lange her.
)
(Übrigens, jetzt dürfte jedem klar sein, warum Kettenbriefe nur kurz funktionieren. Ach ja, unser Zinssystem läuft nach gleichem Prinzip – nur langsamer! Wie lange funktioniert das wohl noch?)
Fazit: Jeder kann etwas machen!
Für mich habe ich erst einmal versucht zu klären, welche Bedeutung es hätte, wenn diese 80:20 Prognose eintreffen würde. Oder anders:
Wo liegt eigentlich das Problem?
Das Problem hängt meines Erachtens mit dem Geld, besser mit dem Nichtwissen zusammen, wie man ohne Geld in dieser Gesellschaft (auf dieser Welt) leben kann.
Ähnlich, wie auf der Tour:
Ich hätte gern noch weiter gemacht, wußte aber nicht, wie ich ohne Geld über die Runden kommen sollte. Obwohl ich ein Dach über dem Kopf hatte (Zelt) und auch schon früher einmal Survivaltraining gemacht hatte. Ich konnte mich also theoretisch und auch praktisch aus der Natur ernähren, fühlte mich aber nicht in der Lage, ohne Geld meinen Wunsch zu erfüllen. Traurig, traurig, traurig!
Ich fragte mich, warum ich eigentlich so viele Jahre mein Gehirn trainiert hatte, mich mit allem möglichen – scheinbar wichtigen „Gedankengut“ – beschäftigt hatte, aber nicht einmal in der Lage war, wie unsere ältesten Verwandten, die Primaten, simpel zu (über)leben.
Als ehemaligem Biologen war mir auch klar, daß der Mensch das einzige Lebewesen auf der Welt war, das die Überlebensfähigkeit in der Natur mehr oder weniger verlernt hatte. Dies aber Millionen Jahre durchaus konnte. Sonst wären wir ja längst ausgestorben.
Diese Erkenntnis war ziemlich ernüchternd.
Im Prinzip musste ich nur wieder lernen, was die Menschheit und die Tiere schon seit ewiger Zeit beherrschten.
Dann würden sämtliche Abhängigkeiten entfallen. Das Geld und damit die Eliten würden größtenteils ihre Macht verlieren.
Ich könnte überall da leben, wo ich mir genügend Nahrung verschaffen konnte. Wo ich mir mit einfachen Mitteln ein Dach über dem Kopf bauen kann, und wo ich Trinkwasser finde. Das wäre es. So stupid and simple!
In der Theorie ist das auch scheinbar so simpel. In der Praxis sieht es denn aber wieder anders aus.
Auf der Tour war das Problem nicht, ein Zelt zu haben und darin zu schlafen, sondern einen Platz zum Aufstellen zu finden. In Deutschland und in vielen anderen Ländern ist das Wildzelten schlicht verboten. So ist man gezwungen – jedenfalls wenn man nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen will - , auf Zeltplätzen zu übernachten. Die wiederum sind natürlich nicht kostenlos.
Da haben sich also irgendwelche Menschen einfach die Erde geschnappt und gesagt, „das ist meins und hier darfst du nur schlafen, wenn du mir „Kohle“ dafür gibst.“ Und nicht nur das: Es gab sogar noch Gesetze, daß jedes Schlafen außerhalb solcher zu bezahlenden Plätze verboten ist.
Ich muss ganz ehrlich zugeben: Bevor ich diese Tour gemacht hatte, sind mir solche Gedanken überhaupt nicht ins Bewusstsein gedrungen. Ich war, aus heutiger Sicht, schlichtweg dämlich!
Ich habe es für selbstverständlich gehalten, daß sich beispielsweise meine Eltern oder mein Bruder ein Haus mit einem Grundstück gekauft hatten, und damit auch das Recht erwirkten, jeden Fremden, sei es Mensch oder sogar Hund und Katz, von Ihrem Grund und Boden zu vertreiben. Ja, ich war ja sogar bestrebt, selbst Grund und Boden zu erwerben.
Ähnliche „Tiefblicke“ erhielt ich beim Problem des Wassers und der Nahrung.
In sengender Sonne unterwegs, reichte oft die transportierte Wassermenge nicht bis zur nächsten „Einkaufsmöglichkeit.“ Schließlich wiegt ein Liter ein Kilo. Bei ca. 8 Liter Tagesbedarf sind das 8 Kilo die bergauf und -ab bewegt werden wollen.
Wasser aus dem nächsten Bach oder Fluss. Pustekuchen, da holt man sich doch sonst was. Also fragt man halt irgendwo, ob man ein wenig Wasser haben kann.
Viele sagen nichts und geben einem Wasser. Aber manchmal hört man auch schon so den einen oder anderen Spruch, daß der Wasserspender auch hart dafür arbeiten muss, blablabla… Man kommt sich wie ein Bettler vor, wenn man nach der primären Lebensquelle des Menschen fragen muss.
Also entweder arbeiten oder verdursten! In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Das gleiche Dilemma mit der Nahrung.
Man hat den Kalorienbedarf unterschätzt, weil das vor einem liegende Gelände auf der Karte nicht so schwer eingeschätzt wurde. Der Hungerast kommt immer in der unmöglichsten Gegend. Weit und breit kein Schwein – jedenfalls war das bei mir so.
Aber halt, da hinten sind einige Felder mit leckeren Oliven, Äpfeln oder ähnliches. Was tun?
Meine gute deutsche Erziehung sagt mir: „Du musst jemanden fragen – ob du darfst!“
Mein moralisches „Tiefenbewusstsein“ sagt mir: „Du hast Kohldampf und noch einige Berge vor dir. Willst du dich hier neben die Straße legen. Hau rein!“
Tja – und so wurde ich langsam ein anderer Mensch.
Mir wurde immer klarer, daß viele Regelungen nur zum Schutz der Besitzenden sind. Ein Mensch, der nur einfach leben will, mit nur einem Fahrrad, einem Zelt und einem Schlafsack, hat keinen dauerhaften Platz in dieser Welt. Obwohl er keinem etwas nehmen will, keinen Schaden anrichten will, keine Tiere töten will, nicht mehr besitzen will als sein Rad und die wenigen Sachen, die er bei sich trägt..
Ich begann, mein Leben zu maximieren und meinen Verbrauch zu minimieren.
Streng nach „kaufmännischen Gesichtspunkten“ wurden überall, wo es ging, Kosten gespart. Interessanter Weise kam gerade zu Beginn der Werbespruch „Geiz ist geil!“ auf. Ich lag scheinbar voll im Trend.
Außerdem war ich als ehemaliger Selbständiger ja nicht abgesichert, bekam also kein Arbeitslosengeld, sondern musste von der knappen Sozialhilfe leben. Was den Prozess der Erkenntnis nicht unerheblich beschleunigte.
Ich hatte auf der Tour wieder angefangen zu rauchen (Das Abenteuer und die Marlboro, ich weiß, wie tiefenpsychologisch Werbung wirken kann). Ich habe Gott sei Dank wieder aufgehört.
Ich fing an, das Gesparte in Arbeitsstunden umzurechnen. Dabei ging ich von sehr geringen Stundensätzen aus (ca. 8 Teuros die Stunde – eben Billiglohn). Durch das Rauchen-aufgeben hatte ich monatlich ca. 60 Teuros gespart. Mensch brauchte also ca. einen Tag nicht mehr zu arbeiten. Super – auch wenn es zunächst ziemlich schwer fiel, durchzuhalten – ich meine das mit dem Rauchen, nicht das Arbeiten.
Als nächstes kamen Getränke dran.
Auf der Tour hatte ich Wasser lieben gelernt. Man glaubt gar nicht, wieviel unterschiedliche Geschmacksausprägungen es gibt. Da ist das klare leckere Gebirgsbachwasser, kalt direkt in der frühen Morgensonne in der Nähe der Quelle gezapft. Da ist das abgestandene Wasser aus der Leitung des kleinen Hotels – bäh. Oder das künstlich aufgepeppte Wasser vom Supermarkt – na ja.
Also ab sofort gab es nur noch Wasser direkt aus der Leitung (einen einfachen Wasserfilter habe ich mir allerdings gegönnt) und grünen Tee. Letzteres kompletter Luxus. Ansonsten besorgte ich mir Kombucha, ein uralter Pilz, mit dem mit schwarzem Tee, Zucker und Wasser ein sehr gesundes (entgiftendes), leicht moussierendes, erfrischendes Getränk selbst gemacht werden kann. Mein Trend geht zu selbst gesammelten Kräutertees.
Folge: Kein mühsames Schleppen von Flaschen aller Art. Alkohol trinke ich eigentlich gar nicht mehr. Auch wenn ich kein militanter Antialkoholiker bin. Es schmeckt mir schlicht nicht.
(Wenn mir einer mal ein Bier/Wein anbietet – na gut, wenn es unbedingt sein muss. Kommt aber kaum noch vor.) Außerdem spare ich wieder viel Geld und gewinne im Gegenzug kostbare Lebenszeit. Wieder war ein Arbeitstag eingespart worden.
Zudem muss kein LKW wieder irgendeinen armen Radfahrer in den Graben pusten, weil er kistenweise Getränke von A nach B bringt.
Der nächste Punkt waren laufende Kosten. Insbesondere hatte ich Versicherungen im Visier. Brauche ich eine Haftpflicht, eine Hausrat und eine Rechtsschutz? Antwort: Nö!!!
Da ich kaum noch etwas materiell „Wertvolles“ besitze und auch nicht mehr besitzen will. Wozu?
Klar wäre es sehr ärgerlich, wenn mein Fahrrad gestohlen würde. Für den Fall habe ich aber einen Rucksack. Dann geht es eben zu Fuß los.
Ich habe mal einen Spruch – interessanter Weise in einer Bank – gelesen. Da stand: „Wirklich reich ist der, der nichts mehr braucht!“
Tja – Volltreffer – würde ich sagen. Mit Sicherheit von den Bankern nicht so gemeint – aber das ist ja gerade der Witz. Freud lässt grüßen: Aus Versehen, das Rezept gegen Banken in einer Bank ausgelegt. Ich könnte mich krümeln.
)
Trotzdem mag ich mein Fahrrad. Es gibt mir das Gefühl von Flexibilität und Freiheit. Also so ganz gern würde ich es nicht verlieren.
Noch lieber würde ich mit einem Pferd unterwegs sein – wenn es denn freiwillig mitkommt. Ich kann allerdings (noch) nicht reiten.
Mit einem Rad kann man auf einer langen, manchmal einsamen Tour so schlecht sprechen. Mit einem Pferd allerdings auch nicht. Aber man hat wenigstens den Eindruck, daß es zuhören kann (Ohren wackeln usw.) und es kriegt keinen Platten. Ist mir jedenfalls nicht bekannt…
Zurück zu meinen Lebens-Optimierungs-Maßnahmen.
Auf meinem Kostenplan befanden sich noch einige erhebliche „Auffälligkeiten.“ Besonders ins Auge fielen mir die Miete und die Nebenkosten.
Dazu wollte mir aber so recht noch keine Lösung einfallen. Insbesondere die Miete ist mir ein Dorn im Auge. Verdammt – kein Affe muss für einen Schlafplatz zahlen – aber die angebliche Krone der Schöpfung arbeitet zu einem großen Teil dafür, daß sie eine Decke über dem Kopf hat.
Ich durchstöberte alle mir bekannten Ecken des Internets. Die Ergebnisse waren eher dürftig. Irgendwie kam meist ein Haus dabei heraus. Egal, ob es nun aus Lehm, Stroh, Holz oder Kombinationen solcher „Naturmaterialien“ geschaffen war, es kostete
a) immer noch viel zu viel Geld und war
b) schlichtweg unpraktisch.
Mal ehrlich, wie blöd sind wir Menschen eigentlich, wenn wir uns ein Haus an die Backe binden, für das wir ein ganzes Leben lang arbeiten müssen?
Außerdem sollte man doch dann bitte so bauen, daß man nicht bei den zukünftig vermehrt auftretenden Unwettern und Überschwemmungen – Stichwort: Klimakatastrophe – in Gebieten baut, die überschwemmt werden. Der Gipfel der Dummheit scheint mir auch zu sein, daß die teuersten Grundstücke direkt am Wasser liegen. (Obelix würde sagen: „Die spinnen, die Römer!)
In der heutigen Welt wird von uns vermehrt Flexibilität erwartet. Warum bauen wir dann immer noch für alle Ewigkeit? Da wird die Erde aufgerissen, zubetoniert, weggeschleppt und kontaminiert, nur damit die Dame oder der Herr sein Haupt angemessen betten kann.
Jeder Long-distance-Radfahrer weiß, daß es sinnlos ist, gegen die Natur anzukämpfen. Wenn der Wind stramm von vorn kommt, versuche ich den gleichen Rhythmus wie immer zu fahren. Mit dem gleichen Kraftaufwand. Wenn das nicht geht, fahre ich entweder im Windschatten, seitwärts, zurück oder raste.
Was ich damit sagen will: Wenn Unwetter, Überschwemmungen, Erdbeben oder sonstige Katastrophen zu erwarten sind, dann baue ich doch eine Behausung, die ich schnell auf- und abbauen kann, die ich überallhin mitnehmen kann, wo ich überall meine Baustoffe für bekomme, die sich nicht den Naturgewalten sinnlos entgegenstellt.
Kurz: Ich halte mich an nomadisch lebende Völker. Seien es nun die Prärie-Indianer, die Beduinen oder die im hohen Norden lebenden Völker. Ich baue also entweder ein Zelt oder eine Jurte o.ä. Statiker halten das indianische Tipi für eine optimale Bauform.
Da war es wieder – mein Lieblingszelt. (Ich wollte schon immer wie ein Indianer leben!
)
Tja, aber hat schon mal einer versucht, in Deutschland - dem Superland der Regeln, Verordnungen und Gesetze – einen Bauantrag für ein Tipi zu stellen? Ich schätze, das könnte leicht zu einer Lebensaufgabe werden, die letztlich über die Bildung einer Partei zu einer offenen Revolution und zum Umsturz des Systems führt.
Aber genau „das in einem Tipi wohnen Können“, das kostenlose Wohnen, muss das Ziel sein. Na gut – eine Jurte o.ä. ist auch OK. Nur dann können 80% der Bevölkerung, nach der Prognose, überhaupt noch hier leben.
Statt Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zu zahlen, sollte den Leuten lieber beigebracht werden, ohne Geld, sinnlose Arbeit und sinnlose, umweltschädigende Bauvorhaben zu leben. Eine Anschubfinanzierung in der Übergangsphase ist dabei sicher nützlich.
Meine Devise:
Gebt jedem ein Tipi oder eine Jurte oder ähnliches, ein bisschen Boden zum Bepflanzen, das Know-how, alles Lebensnotwendige selbst herzustellen oder zu sammeln, und verschont sie mit der Anwesenheit von Beamten, Lehrern, staatskonformen Sozialarbeitern und sonstigem regelwütigem und „klugscheißendem“ Volk. (Sorry, aber das musste mal raus!
) Außerdem verschont sie von Gehirnwäsche in Form von dusseliger Werbung und unwichtiger Information.
Wäre das nicht schön? Oder ist das „zurück in die Steinzeit“ bzw. nur blödes Gewäsch? Würde so etwas überhaupt funktionieren?
Wenn ich das mal so „am Rande“ anspreche, halten mich die meisten für etwas „überkandidelt,“ um das mal vorsichtig auszudrücken. Aber das kenne ich ja schon aus meiner Zeit in den Anfängen der Computerei.
Trotzdem stellt sich doch die Frage: War denn alles, was in der Vergangenheit von den Völkern der Erde praktisch erprobt wurde, schlechter als die heutigen, angeblich so fortschrittlichen Produkte? Waren die Menschen wirklich unglücklicher?
Würde es nicht eher weise sein, mit den heutigen Möglichkeiten, zu überprüfen, welches die besten „Erfindungen“ aller Zeiten waren. Jeder weiß doch – im Nachhinein ist man immer schlauer. (Man sollte es zumindest sein.)
Wäre es nicht sinnvoll, eine Welt zu schaffen, die aus den besten Entwicklungen der Natur und der Menschheit der vergangenen Jahrmillionen besteht? – Logischerweise sollte man von den miesesten Erfindungen tunlichst die Finger lassen!
Überall gibt es Analysen, wird geforscht und getan. Mir ist aber nicht eine einzige Studie oder ein Forschungsprojekt bekannt, das genau das o.g. erforscht. Warum nicht? Besser kann man doch Geld und Arbeitskraft gar nicht investieren. Man nutzt die Erfahrungen vergangener Jahrtausende.
Was hat uns denn der so gepriesene Fortschritt wirklich gebracht?
Sind wir nicht eher kurz davor, den gesamten Planeten, uns eingeschlossen, gegen die Wand zu fahren? (Vielleicht schaffen es ja noch ein paar Eliten rechtzeitig auf den Mond oder Mars.
)
Eine Antwort auf diese Frage erübrigt sich meiner Meinung nach. So blind kann doch heute wirklich keiner mehr sein - oder?
Leider habe ich das Problem des Wohnens für mich noch nicht zufriedenstellend lösen können. Ähnlich geht es mir mit den Lästigkeiten wie Strom, Wasser und Heizung.
Ich wohne vermutlich in einer der günstigsten Wohnungen in Bremen, aber trotzdem – für so wenig frische Luft, Natur und Flexibilität. Ich will nicht mehr für das Wohnen bezahlen. Nie mehr!
Kommen wir zum nächsten großen Kostenpunkt. Gerade als Radfahrer weiß man, daß der eigene Motor gut geölt und versorgt sein will.
Doch wie bin ich nur Jahrzehnte lang mit ihm umgegangen?!
Mutter und Vater, Oma und Opa, Tante und Onkel brachten uns Kindern bei, daß wenn wir groß und stark sein wollen, wir anständig essen müssen. Immer wieder wurde der Sonntagsbraten, das Fleisch und der Fisch als die Ultima Ratio(n) bezeichnet.
Da wurde stundenlang in der Küche gestanden und gekocht, gedünstet, gegrillt – wegen mir noch flambiert. Da wurde zerhackt, geschält, gewürzt, gepökelt, garniert, arrangiert – und ungeniert totes Fleisch seziert, pikiert und drapiert. Muttern war den halben Sonntag beschäftigt und entsprechend „gut“ gelaunt, als wir denn endlich zum Essen kamen.
Jeden Sonntag das gleiche Ritual – die gleiche Qual!
Hat mal jemand, jemals gefragt, was der ganze Aufwand soll? Habe ich jemals diese Gewohnheit angezweifelt?
Nee nich – niemals! Ich habe mich sogar darauf gefreut.
Klar, über die Qualität des Gemüses wurde diskutiert (Öko, Bio usw.). Das eigene Brot wurde als Student gebacken. Das qualvolle Massentöten von Tieren wurde bekämpft bzw. zumindest verabscheut. Und doch – natürlich hatten wir ein paar Kaninchen im Garten – als Festmahl für das Fest. Warum nicht? Als Biologie wußte ich ja „artgerecht“ zu töten!
Zu unserer Ehrenrettung muss ich sagen, daß wir die Kaninchen nur ein Jahr hatten. Nachdem wir zwei getötet hatten, wollte keiner mehr in der WG so recht an den „Braten.“
Trotz des Unwohlseins beim „Killen der Karnickel“ – die Notwendigkeit, Fleisch essen zu müssen, wurde nicht angezweifelt.
Wohlgemerkt – ich war Biologe. Ich hätte darauf kommen müssen, daß unsere Vorfahren, die Primaten, so gut wie kein Fleisch aßen (eigentlich nur in Form von unfreiwilligen Beigaben zur Pflanzenkost). Aber ich kam nicht darauf… dumm gelaufen!
Noch eher hätte ich bemerken müssen, daß kein Tier seine Mahlzeiten kocht! … noch dümmer gelaufen!
Erst viele Jahre später – beim Versuch die Kosten meiner Ernährung zu senken – befasste ich mich intensiver mit meinen Essgewohnheiten. Im Internet suchte ich nach weiterführenden Informationen und plötzlich stieß ich auf ein Online-Werk von Franz Konz mit dem Titel „Der Große Gesundheits-KONZ.“
In seiner Logik über die eigentliche, ursprüngliche Ernährung des Menschen als Nachfahre der Primaten, war das Buch meines Erachtens bestechend. Ich befasste mich mehr mit dem Thema Rohkost und Urkost und bin heute überzeugt, daß eine einheimische vegetarische Rohkost die für den Menschen richtige Ernährung ist.
Außerdem überzeugen mich nicht nur die gesundheitlichen Aspekte einer rohköstlichen Ernährung, sondern auch die praktischen. Das nicht-mehr-kochen-Müssen spart erheblich vergeudete Lebenszeit und haufenweise verpulverte Energie (Herd, Feuer, Gas, Haushaltsgeräte usw.).
Ganz besonders wichtig finde ich auch, daß für mich jetzt „kaum noch ein Lebewesen leiden muss.“ „Kaum“ will heißen: Ich habe festgestellt, daß für mich Rohkost ohne Milchprodukte (in Form von Quark und Käse (Feta) usw.) nicht „funktioniert“.
Ob artgerecht gehaltene Tiere, deren Milch ich brauche, leiden – mag ich noch nicht so ganz einsehen. Klar – am Anfang wahrscheinlich schon – wenn ich noch unerfahren im Melken an deren Euter rumzupfe.
Ab und zu überkommt mich die Sucht nach Süßem, die ich zwar durch Früchte und Trockenfrüchte einzudämmen versuche, aber – der Wille wird doch noch ab und zu schwach… Aber auch der Weg ist das Ziel!
Durch den Käseanteil verirrt sich zu meinem Leidwesen – besonders im Winter – immer mal wieder das eine oder andere Kilo Fett zu viel auf meine Rippen. Eine ungeliebte Erscheinung der vielleicht noch nicht ganz „ursprünglichen“ Ernährung. Schließlich muss ich die wieder auf dem Rad mühsam mitschleppen. Allerdings wärmt das Zeug auch im kalten Winter!
Mein Traum wäre eine Ernährung mit einem großen, gesunden Anteil an natürlich Gewachsenem (Urkräuter) – nicht Angebautem. Sozusagen „der Garten Eden“ der Moderne. Ob das allein geht?
Ich muss aber dazu sagen, daß diese Lebensweise in meiner jetzigen Umgebung wirklich nicht so einfach durchzuhalten ist. Es scheint oft so, daß alle Menschen es darauf abgesehen haben, mich mit „Giftkost“ umzubringen.
Ich würde lügen, wenn ich leugnen würde, daß ich schon den einen oder anderen Rückfall hatte. Allerdings immer mit unangenehmen Nebenwirkungen, wie Schlappheit, Verdauungsproblemen usw. Insofern folgte die Strafe immer gleich auf dem Fuße. Gut so!
Beim Radfahren muss ich lernen, ein intensiveres Gefühl für meinen Körper zu entwickeln. Gerade in der Kälte erwischt mich doch noch – sehr selten zwar – der gefürchtete Hungerast.
Gerade heute hat es mich fast gelegt. Ein frischer kalter Ostwind als Gegenwind auf einer eigentlich nicht ungewöhnlich langen Strecke, verbunden mit einer kurzen Fastenkur von ca. 7 Tagen, hat mich fast vom Fahrrad gehauen. Obwohl ich diese Entfernung jeden Tag fahre.
Mensch lernt nicht aus. In Zukunft werde ich immer ein paar Nüsse und Rosinen dabei haben. Allerdings ist es normalerweise so, daß, wenn man den Hungerast bemerkt, es oft schon zu spät ist. Obwohl ich meinen Körper seit x Jahren autogen erforsche, es gibt doch immer wieder überraschende Botschaften von ihm.
Ich sehe diese Ernährungsweise aber sehr entspannt und versuche nicht, als Botschafter der Ur- oder Rohkost o.ä. zu agieren. Frei nach dem Motto „Wer nicht will, der hat schon!“ sollen andere Menschen sich doch so ernähren, wie sie es für richtig halten. Wer mich allerdings fragt, bekommt entsprechende Antworten, und wer über seine Gesundheit klagt, auch.
Wenn man so will, hat sich die Tour nach Afrika und der Werbespruch „Geiz ist geil“ bei mir zu einem – normalerweise bei der Gestaltung von Drucksachen aller Art als Leitsatz dienenden – Slogan manifestiert. Mein Wahlspruch heißt:
Less is more
Als Konsequenz aus dem o.g. suchte ich zunehmend nach alternativen Lebensweisen. Allerdings fand ich erstaunlich wenig darüber im Netz. Wenn ich denn etwas fand, war mir die – zwar alternative – aber immer noch eindeutige Ausrichtung auf das „Geld-Verdienen“ sehr suspekt. Ich bin der Meinung, daß das Geld die Ursache allen Übels ist, auch wenn das einige Freiwirtschaftler anders sehen. Manche halten das Geld für eine geniale Erfindung. Da haben sie sicher Recht. Es ist meines Erachtens genial, „um sie zu knechten und zu unterwerfen“ (so ähnlich klang das doch bei dem obersten Ring von „Herr der Ringe“). Aber mehr auch nicht!
Es musste doch eine Antipode zum Kapitalismus, zum Geldsystem geben. Es gab doch sonst zu hoch/tief/ zu kurz/lang zu klug/dumm usw. In unserer dualistischen Welt konnte es doch nicht etwas geben ohne das Gegenteil.
Einem Leben mit Geld musste doch auch ein Leben ohne Geld entgegenstehen und zwar funktionierend und nicht „tötend“ oder diskriminierend. Schließlich war das Leben mit Geld in der Geschichte relativ neu. Eigentlich musste die Antipode – das Leben ohne Geld – doch besser „bewährt“ sein, besser funktionieren.
Warum fand ich dafür keine zahlreichen und funktionierenden Beispiele?
Ich fand zwar etwas. Aber in der Menge der geldabhängigen Informationen, war das ein Witz – eine Farce. Aber immerhin, ich fand etwas: Nämlich „Das Sterntalerexperiment“ von Annemarie Schwärmer, und in den Tiefen des Internets eine Website über „Die Schenker.“
Das Buch von Annemarie Schwärmer besorgte ich mir in der Bibliothek. Ich fand die Idee der Tauschringe überzeugend. Allerdings störte mich immer noch Wettbewerbs- und Leistungsbezug in der Idee. Prinzipiell war hier nur das Geld ersetzt worden, nicht aber der Wettbewerb. Das System an sich wurde auch nicht richtig angezweifelt.
Außerdem erscheint mir das Tauschsystem zu anfällig für staatliche (An-)Eingriffe. Eine einfache Steuer würde genügen, um das System zu kippen. Der Angriff könnte relativ einfach bei den Knotenpunkten erfolgen – bei den Tauschverwaltungen (Tauschbörsen) oder noch galanter – jede, wie auch immer „bezahlte“ Arbeit, ist strafbare Schwarzarbeit – ein erster Versuch in diese Richtung hat seitens unseres netten Herrn Eichel schon stattgefunden.
Das Prinzip vereinfacht auch nicht gerade das Leben. Denn in der Regel funktioniert es neben dem Geldsystem. Mensch ist also gezwungen, die Gesetzmäßigkeiten – wenn man so will – zweier Märkte zu kennen und zu bedienen.
Ich will aber trotz meiner Kritik betonen, daß Tauschen mit Sicherheit besser ist als Kaufen! Insofern begrüße ich jede Bewegung, die sich vom jetzigen „Geldsystem“ entfernt.
Auffälliger war da die Website über „Die Schenker“
Und das in mehrfacher Hinsicht. Optisch wirkte die Seite – sage ich mal – „laienhaft“ und ziemlich „verlassen.“ Sie war teilweise kaum lesbar. Das betraf nicht nur die Inhalte, sondern insbesondere die Gestaltung. Die Schrift verschwand im Nirwana, wenn sie aktiviert wurde.
Aber ich hatte schon des Öfteren erlebt, daß scheinbar chaotische Seiten sehr interessanten Inhalt enthielten. So war es auch hier. Insbesondere der Roman von Frieden faszinierte mich. Besonders der Teil über die Argumente seines Ausstiegs.
Später las ich dann die „Grundsatztexte.“ Zu meiner Überraschung fand ich hier viel Übereinstimmung zu meinen Überlegungen und zu meinen „tiefen“ Erkenntnissen wieder.
Konnte es solch eine Bewegung wirklich geben? War sie nur ein schlechter Scherz irgendeines Internet-Witzboldes? War sie eine von vornherein zum Scheitern verurteilte „Sekte“? Waren es ein paar Spinner, die ein wenig Öffentlichkeit wollten? Oder war es tatsächlich eine ernsthaft angestrebte Lebensalternative ?
Meine Unsicherheit diesbezüglich wurde dadurch verstärkt, daß auf der Website überhaupt nichts mehr geschah, seit ich sie fand.
Allerdings – wie es für einen wichtige Dinge im Leben häufig so mit sich bringen, sah ich „zufällig,“ gerade als ich mich immer ernsthafter mit dem Schenker-Konzept auseinandersetzte, einen Fernsehbeitrag (ich glaube es war RTL oder irgend so ein privater Sender – da hatte ich noch Fernsehen).
Der ging meiner Meinung nach voll nach hinten los. Als PR-Berater würde ich sagen:“reingefallen.“ Denn RTL benutzte Dich, Öff!Öff!, in dem Sinne: Da haben wir den Aussteiger nett angezogen und gestylt, und schon war er in der zivilisierten Welt wieder willkommen – war er angepasst. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das im Sinne des Erfinders war. Für mich war zu dem Zeitpunkt allerdings klar geworden: Es gab die Schenker!
Vielleicht könnte eine Erfahrung aus dem Beitrag gewesen sein, daß die klassischen Medien nicht die richtigen Kanäle für eine solche Bewegung sind. Hier ist meines Erachtens mit äußerster Vorsicht vorzugehen, denn es besteht auch leicht die Gefahr einer Hetzkampagne. Besonders dann, wenn erkannt wird, daß von dieser Bewegung langfristig ernsthafte Gefahr für das bestehende System ausgehen könnte. Das könnte bei einer solch zarten Pflanze tödlich wirken.
Ich glaube, daß das Internet ein viel geeigneteres Medium ist. Das im Detail auszuführen, würde den Rahmen hier sprengen.
Nur soviel: Langfristige Glaubwürdigkeit erhält man nur außerhalb des, „Strömungen“ unterliegenden, Mainstreams. Und Glaubwürdigkeit braucht das Projekt, weil es vom Einzelnen in der Ausstiegs- bzw.. Einstiegsphase doch erhebliche „Opferbereitschaft“ – so empfinden es vermutlich die meisten Menschen – verlangt.
Jedes Argument, jede Hilfe, jeder Tip, der diesen Ausstieg erleichtert, ist da willkommen. Jede Beschreibung des neuen Lebens, jede Beschreibung besonders der schönen Seiten, aber auch jede Beschreibung der Schattenseiten hilft. Ich brauche Argumente, Argumente und noch mal Argumente, um mein bisheriges Leben – so beschissen es auch sein mag – „wegzuwerfen“ und sinngemäß „aus der Abfalltonne“ zu leben. Leider mangelt es daran auf der Website.
Das hat mich übrigens auch lange davon abgehalten, mit dem Projekt Kontakt aufzunehmen. Ich wollte erst möglichst sicher sein, daß ich so leben konnte und wollte - und wollte mir möglichst lange die Enttäuschung ersparen, daß es ein solches Projekt doch nicht gibt.
In Bezug auf das Mitmachen kann ich eine extrem zögerliche Haltung der Menschen gut verstehen. Obwohl ich schon einiges erlebt und recht ungewöhnliche Dinge in meinem Leben gemacht habe, fiel mir die Entscheidung und Kontaktaufnahme wirklich schwer. Ich möchte nicht wissen, wie es Menschen mit weniger ungewöhnlichen Erfahrungen geht, die diese Seite lesen. Die denken wahrscheinlich, da haben wohl einige Neandertaler irgendwie die letzte Eiszeit überlebt.
Vielleicht ist aber gerade die „internetdiale und multimediale Kommunikation“ der Punkt, wo ich mich in das Projekt einbringen kann/muss. Vielleicht ist das meine neue „Lebensaufgabe,“ Immerhin habe ich über zwanzig Jahre praktische Erfahrung in diese Art der Kommunikation und habe diverse Kommunikationskonzepte entwickelt und umgesetzt.
Wenn ich die Strömung meines Lebens so betrachte, scheint jedenfalls eine gewisse Logik erkennbar. Schon allein deshalb bin ich so froh über die Postkarte von Dir gewesen.
Sie zeigt mir, daß meine Gedanken, die ich lange hege, nicht völlig „abgedreht“ sind, sondern daß es zumindest Menschen gibt, die ähnlich „geldlose“ Weltenvorstellung entwickeln.
Schon das ist wie strahlende Sonne auf die Haut, wie köstliches Quellwasser auf der Zunge. Wie der sanfte Fahrtwind in den Haaren.
Bleibt nur noch eine fast letzte zweifelnde Frage:
Was haltet Ihr vom Internet bzw. habt Ihr Internetzugang?
Daß Ihr dem Netz nicht abgeneigt seid, zeigt allein schon die eigene Domain www.die-schenker.de. Die Frage zielt eher in eine praktische Richtung.
Ich halte das Internet (oder auch andere zukünftige Entwicklungen, WLAN usw.) gerade für neue alternative Bewegungen für sehr wichtig. Ich kenne heute Methoden, die seitens der Software ein nahezu kostenloses Arbeiten ermöglichen. Es ist sogar möglich, kostenlose Redaktionssysteme zu installieren, die von fern gewartet – also mit Informationen gefüttert werden können.
Aber man braucht mindestens einen Computer, Strom und einen Zugang zum Internet, letzteres solange keine privaten Alternativnetze in entsprechender Ausdehnung existieren.
In dieser Beziehung bin ich wohl noch etwas schizophren. Wie gesagt, ich halte den Ausstieg aus unserer jetzigen Lebensweise für sehr notwendig.
Ich bin aber auch der Meinung, daß dieser Ausstieg möglichst schnell und von vielen Menschen vollzogen werden muss, damit die Menschheit, die Flora und Fauna und letztendlich unser Planet eine Überlebenschance hat.
Außerdem ich bin ganz besonders daran interessiert, daß Du, lieber Öff!Öff!, eine echte Überlebenschance haben solltest. Denn, wenn ich mich recht erinnere, hast Du Deinem Leben ein zeitliches Limit gesetzt, das mit dem Erfolg bzw. Misserfolg der Schenker-Bewegung gekoppelt ist. Solche zeitgebundenen Limits sind - aber das ist Dir sicher bewusst - sehr riskant, denn 10 Jahre sind in einer solchen „radikalen“ Entwicklung nicht sehr lang.
Ohne ein flexibles, dynamisches, interaktives und zukünftig unabhängiges, globales Kommunikationsmedium, wird die notwendige Geschwindigkeit aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden.
Ich sehe im Augenblick folgende Zwickmühle für mich:
Zur Zeit habe ich die technischen Möglichkeiten und das Know-how, um eine optimale Kommunikationsplattform für die Schenker aufzubauen. Ich könnte sogar, immer natürlich vorausgesetzt, Ihr wollt mich und diesen möglichen Service überhaupt, ein Schenker-Büro darstellen, mit Fax, Brief-, Anruf-, Emailservice usw. (Allerdings nicht Vollzeit, aber dafür kostenlos – das darf natürlich meine bescheidenen Mittel nicht sprengen.
).
Allerdings möchte ich mich auch so schnell wie möglich aus dem System verabschieden. Ich möchte nicht mehr Sklave des Geldes sein, keine rücksichtslosen Menschen mit meiner Arbeitskraft bereichern und nicht mehr dafür verantwortlich sein, durch mein Mitwirken noch die Umwelt und die Natur zu schädigen.
Nur, leider kostet der Internetaccount und die Basistechnologie noch Geld. Das Geld müsste ich zunächst noch weiter verdienen. Eine Sicherheit, wie lange ich das noch kann, gibt es natürlich auch nicht. Bei dem Job, den ich z. Z. ausübe, kann, wie fast überall heute, jederzeit Schluss sein.
Ich würde zwar sehr ungern weiter als „Lohnsklave“ wirken. Allerdings könnte ich mir eine Übergangszeit von ein paar Monaten vorstellen. Solange, bis eine für alle funktionierende Lösung gefunden wäre. Mir fällt leider im Augenblick keine bessere Alternative ein.
Ich halte nämlich die Idee der Schenker für zu wichtig.
Da müssten evtl. meine Interessen ein wenig zurückstehen.
Das wären in dem Kontext wichtige mit Euch zu diskutierende Fragen:
Wie seht Ihr die Zeitachse?
Braucht das Projekt das Internet?
Seht Ihr Möglichkeiten, den Konflikt Schenker-Leben und Internet-Redaktion zu lösen?
Braucht Ihr ein zentrales modernes Büro?
Gibt es vielleicht eine galantere Möglichkeit, das alles unter einen Hut zu bringen?
Ein paar weiterführende Ideen hätte ich vielleicht. Das müsste man denn aber im Einzelnen besprechen.
Ich habe die letzten Absätze mit „großen Bauchschmerzen“ geschrieben. Aber die Logik zwingt zu diesen Schlussfolgerungen – im gewissen Sinne „zu meinem persönlichen Bedauern.“
Trotzdem würde ich ohne zu zögern so handeln. Wenn es denn sinnvoll für das Ganze wäre.
Es gibt sicherlich noch einen Haufen Dinge zu besprechen.
Ich habe viel zu viel geschrieben. Aber einerseits hat mir das geholfen, einen so wichtigen Schritt für mich noch einmal zu „begründen“ und meine Gedanken zu ordnen.
Andererseits halte ich es für nur fair, Euch soviel wie möglich über meine Ideen, Gedanken, Absichten, Aussichten und Einsichten zu schreiben, damit Ihr eine Entscheidungsbasis habt, die zu einem Zusammenwirken führen kann oder nicht.
Ich habe mich entschieden, was in der einen Konsequenz das o.g. bedeuten würde, in der anderen würde ich meine Wohnung, meinen Job usw. kündigen, um in naher Zukunft zu Euch zu stoßen. Auch das ist sicher ein Schritt, der zumindest gut überlegt werden sollte. Das habe ich hiermit getan.
Ich danke Euch für die Geduld beim Lesen. Ich habe ein wenig Nervennahrung und Beleuchtung für das Lesen des langen Textes in das Paket gelegt.
Eine Antwort kann in kurzer Form über die beiliegende Postkarte erfolgen. Schreibt doch einfach, ob weiterhin ein Interesse an einem Zusammenwirken besteht, und wenn ja, nennt einen Telefontermin – wo ich Euch anrufen kann - , über den wir dann vielleicht ein paar Fragen im Vorfeld klären, bzw. in dem wir ein persönliches Kennenlernen planen können.
In gespannter Erwartung verbleibe ich
mit lieben Grüßen
Hardy Strassenburg
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MONIS WURZEL-TEXT
Der Wurzel-Text
Der Samen – warum benötige ich einen Grundsatztext
Erst die Beschäftigung mit und das Finden von Antworten zu den grund- sätzlichen Fragen des Lebens ermöglichen ein bewusstes, zielgerichtetes Handeln im ganzen Leben.
Jeder Mensch bzw. jedes bewusst denkende und selbständig handelnde Wesen sollte solch grundsätzliche Fragen klären, damit er die Verantwor- tung für das Richtige, die an das Geschenk des freien Willens gekoppelt ist, auch wahrnehmen kann. Der Maßstab für das zielgerichtete Handeln sollte das sein, was für das Ganze (also das, was ich mit meiner Tat beeinflusse) am besten ist. Zu schnell wird sonst das, was ich für richtig halte, zu einem egoistischen Teilinteresse.
Mein Handeln ist dann aus der Einheit der lebendigen Welt gerissen, dient nur noch meinem eigenen Wohl und vernachlässigt das Wohl der restlichen Welt oder gefährdet es sogar.
Dieses Prüfen der Handlung auf der Grundlage des Allgemeinwohls der Welt definiere ich als „Gewissen“. Damit möchte ich die endlosen Diskussionen über das „individuelle Gewissen“ vermeiden, welches für viele Menschen Diebstahl oder sogar Gewalt bis hin zum Mord rechtfertigen kann, aber nicht mit der von mir gemeinten grundlegenden Instanz des Gewissens gleichzusetzen ist.
Ein guter Grundsatztext macht bewusstes und zielgerichtetes Handeln in allen Lebensbereichen, vom Allgemeinen bis ins Detail, leicht möglich und ist damit ein entscheidendes Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Selbstverwirklichung ist die Verwirklichung des eigenen Lebenssinns und die Verwirklichung der Utopie einer besseren Welt. Es ist die Erreichung des höchsten Glücks.
Die (schriftliche) Formulierung eines Grundsatztextes macht es möglich, sich auch mit anderen auf ein grundsätzliches Ziel und den Weg dahin zu einigen und schafft damit die Grundlage einer funktionierenden Gemeinschaft.
Aber: Ist es möglich, sich auf grundsätzliche Gewissenswerte zu einigen?
Gehören Wahrheit und Liebe überhaupt zu den allgemeinen Gewissenswerten, die allen Menschen innewohnen?
Oder gibt es jemanden, der nie den Traum von einer gerechten, glücklichen Welt geträumt hat?
Ist es überhaupt noch möglich, der Gewalt und der Lüge das Steuerruder aus der Hand zu nehmen und den Kurs in Richtung des seit langer Zeit geträumten Paradieses rumzureißen?
Ich glaube daran:
- Weil alles, was ich denken kann, auch geschehen kann.
- Weil die Evolution keine Wesen hervorbringen würde, die gänzlich unfähig zu einem solidarischen, lebensförderlichen Dasein sind.
- Weil ich an einen liebenden Gott glaube, der die Geschichte der Welt nicht traurig enden lassen wird.
- Weil gerade so ein fester Glaube vielleicht die zusätzliche Kraft in mir mobilisiert, damit diese bessere Welt möglich werden kann.
Oder:
Weil die Hoffnung zuletzt stirbt, und noch lebe ich!
Die Wurzeln –
Was ist das Wichtigste, was ich denken kann?
Wo im Geflecht meiner Wurzeln ist der Anfang, wo soll ich beginnen?
Immerhin geht es um meine Grundsätze, also bin „ich“ wohl der Anfang.
Wer bin ich? Ich erlebe „mich“ als Gegensatz zum „Anderen“, doch wo ist die Grenze, was unterscheidet „mich“ vom „Anderen“?
„Ich“ bin das, was ich am besten kenne. Seit ich mich erinnere, bin ich mir selbst am vertrautesten. „Ich“ bin das Einzige, worüber ich wirklich Bescheid weiß. Dieses Wissen unterscheidet „mich“ von „anderen“, denn niemand außer „ich“ weiß letztendlich so viel über meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen wie ich.
Ein Zweites, was „mich“ von „anderen“ unterscheidet, ist die einzigartige Kontrolle, die ich über mich selbst habe. Ich bin diejenige, die letztendlich entscheidet, was ich denke und wie ich handle, auch wenn ich auf niedrigerer Stufe auch von äußeren Dingen beeinflusst werde.
„Ich“ bin also das, was ich am besten kennen, und das, worüber ich entscheiden, also das, was ich kontrollieren kann (und letztendlich auch muß).
Die Tatsache, daß ich nicht nur mein Selbst, sondern auch andere bzw. anderes mit meinem Denken und Handeln beeinflussen kann (und auch beeinflusst werde), zeigt mir, daß ich nicht allein und isoliert bin, sondern daß es eine Verbindung zwischen mir und der Welt gibt.
So wird die Frage präziser: Was ist das Wichtigste, was ich kennen und wofür ich mich entscheiden kann?
Das Wichtigste, was ich mir vorstellen kann und wonach ich immer Verlangen habe, sind Wahrheit und Liebe, die für mich die Grundlage von echtem Glück, Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung darstellen.
- Wenn die Sonne ihre Energie auf die Erde schickt und damit das Leben möglich macht, so ist dies Liebe.
- Wenn ein Baum eine Frucht hervorbringt und damit Mensch und Tier
ernährt, so ist dies Liebe. - Wenn eine Mutter ihr Kind umsorgt, so ist dies Liebe.
- Wenn ein Mann sein Brot mit einem Hungrigen teilt, so ist dies Liebe.
- Wenn eine Frau sich an einen Mann bindet, um alles, was sie hat – ihre
Zeit, ihre Kraft, ihre Freude, ihren Körper, ihr Leben – mit ihm zu teilen, so ist dies Liebe. - Wenn ich mein Leben hingebe, für meinen Traum von einer heilen Welt, so tue ich das aus tiefster Liebe zu ihr.
Es ist möglich, andere Erklärungen für die Handlungen der Liebe zu finden, denn ich kann die grundlegende Einsicht der Existenz der Liebe als Ursache und „Motor“ des Lebens nicht beweisen. Doch auch diejenigen, welche die Liebe leugnen, werden ihren Standpunkt letztendlich nicht beweisen
können.
Die Existenz der Liebe gehört zu den grundlegenden Wahrheiten, die noch vor allen Begründungen stehen und nur unmittelbar erfahren werden können.
Man sieht, wie wichtig die Wahrheit dabei ist. Wahrheit ist die Wirklichkeit, frei von der Illusion (der Lüge). Ist die Liebe nicht wahr, sondern eine Illusion, so ist sie nichts wert. So wie eigentlich nichts Bestand oder Wert hat, was nicht wirklich und wahr ist.
Doch wenn man bedenkt, wie wichtig die Liebe als grundlegendes Prinzip des Lebens ist – wenn man bedenkt, wie wichtig es ist, daß allem Lebendigen die Liebe innewohnt – , um die Möglichkeit nicht auszuschließen, die Evolution des Menschen doch noch in eine lebensförderliche Richtung zu lenken, so wird deutlich, warum eigentlich jedes bewusste Wesen, wenn schon nicht den Glauben an, so doch wenigstens die Hoffnung auf die Wahrheit der Liebe haben sollte.
Liebe und Wahrheit sind also der Sinn und das Ziel meines Lebens. Daneben ist eigentlich alles andere wertlos. Also sind Liebe und Wahrheit nicht nur das Wichtigste in meinem Leben, sie sollen auch meinen ganzen Lebensinhalt bilden.
Daraus ergeben sich dann die Steuerbefehle meines Programms bzw. erwachsen daraus alle konkreten Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten.
Mein Handeln ist der Anteil meines Selbst, welcher letztendlich die Welt bewegen und (zum Guten hin) verändern kann. Deshalb hat das konkrete und möglichst konsequente Tun einen sehr großen Stellenwert für mich.
Doch nicht alles, was ich fähig bin zu tun, dient der „wahren Liebe“ in der Welt. Deshalb sollte vor dem Handeln stets das Denken kommen. Bei allem, was ich tue, sollte ich mir vorher überlegen, ob es das ist, was gerade am meisten der Wahrheit entspricht und der Liebe in der Welt dient.
Da liegt die Schwierigkeit an der ganzen Sache: Ich bin ein Mensch, also an sich schon recht begrenzt in meinen Fähigkeiten. Zudem wird man als Mensch in der heutigen Zeit sehr schlecht in dem Fach vom „Nachdenken über Liebe und Wahrheit für die gesamte Welt“ geschult, so daß es eine große Herausforderung ist, herauszufinden, was gerade am meisten wahr und gut ist.
Dies schränkt – zumindest anfangs und in der Gesellschaft, in der ich lebe – meine konkreten Handlungsmöglichkeiten ein. Meine ersten Schritte bestehen also darin, mich aus allen Verstrickungen zurückzuziehen, die ich nicht erfolgreich auf Wahrheit und Liebe prüfen kann (die also Elemente der Lüge und des Hasses in sich tragen oder für mich undurchschaubar sind) und mich auf ein sehr einfaches, durchschaubares Leben zu beschränken.
Danach folgt das Schauen und Studieren und Erfahren der Welt, wie sie ist, um mein Wissen über die Welt zu erweitern. Ich möchte die Strukturen der Wirklichkeit verstehen, um dann mithelfen zu können, Strukturen der heilenden Liebe in der Welt aufzubauen.
Diese Handlungsvorgaben beziehen sich auch auf meinen Umgang mit Menschen.
Ich habe so viele Möglichkeiten, Menschen positiv und negativ zu beeinflussen, daß dabei eine große Zurückhaltung und Überlegtheit angebracht ist.
Hinzu kommt, daß gerade der Mensch mir besonders gleichwertig ist. Er hat im Wesentlichen das gleiche Potential zur Selbsterkenntnis und Einsicht in seine Verantwortung für die Welt.
Nicht zuletzt aufgrund der Erkenntnis meiner eigenen Fehlbarkeit, aber auch aus Respekt vor seiner Freiheit (also aus Liebe), darf ich ihm die Möglichkeiten zum selbständigen Erkennen der Wirklichkeit und dem freiwilligen Handeln aus Liebe nicht beschränken.
Genauso, wie ich ja mein Denken und Handeln letztendlich von meiner Erfahrung der relativen Wirklichkeit (also dem Eindruck von Wirklichkeit, wie ich sie durch meine natürlichen Beschränkungen hindurch erkennen kann) und meiner Sehnsucht nach Liebe abhängig mache.
Mein Streben, die Sehnsucht nach Wahrheit und Liebe in allen Menschen zu erwecken, wird also begrenzt durch meine Fehlbarkeit und die Freiheit des Menschen, was ich bei meinem Handeln gegenüber anderen Menschen immer beachten will. Deshalb sind alle Mittel zur Überzeugung und Beeinflussung für mich ausgeschlossen, welche mich in ungerechtfertigter Weise über andere erheben oder deren Freiheit einschränken. Dazu gehören konkret Bevormundung, Zwang, Gewalt, bewusste Lügen usw.
Als Mittel zur Überzeugung bleibt mir daher nur das Bauen auf die Einsicht der Menschen und die Hoffnung, sie mögen ihrer Einsicht bzw. meinen Argumenten und meinem Beispiel folgen.
Wie ich schon weiter oben beschrieb, ist Liebe das, was gibt und umsorgt. Es ist also das Handlungsprinzip der Liebe, das mich veranlassen wird, nach den Bedürfnissen des Lebendigen zu schauen und mich dort mit meiner Kraft und meinen Gaben einzusetzen, wo sie nötig sind, und darauf zu bauen, dass auch meine Bedürfnisse liebend (das heißt schenkend) gestillt werden können.
Dies macht mich sehr verletzlich gegenüber all jenen, welche die Handlungsprinzipien von Wahrheit und Liebe (noch) nicht erkannt haben und sich also egoistisch und gewalttätig verhalten.
Die Reaktion auf Gewalt und Egoismus darf dann allerdings nicht ein Festhalten oder Rache von meiner Seite her sein, denn das würde nicht Liebe und Wahrheit, sondern nur Lüge und Hass steigern.
Die einzige sinnvolle Reaktion ist ein immer noch stärkeres „Sich-Verschen- ken,“ um all die Bedürfnisse zu stillen, die Egoismus und Gewalt erzeugen bzw. umgekehrt davon erzeugt werden, und stellvertretende Buße, um die Wunden der Gewalt und des Bösen zu heilen. Dies alles, verbunden mit der Botschaft der Wahrheit, kann dann vielleicht auch ein Zeichen sein, welches andere Menschen zur Umkehr und Einsicht bringt.
Der Sprössling – Mein „inneres Zellprogramm“ kurzgefaßt
Um dieses Ziel zu erreichen, führt mich mein Weg hinaus aus den undurchschaubaren Verstrickungen dieser Welt, in denen ich Illusion, Egoismus und Gewalt erkennen oder vermuten kann.
Mein Weg führt mich hin zur transparenten Wirklichkeit eines möglichst einfachen Lebens, wo man meine wahre Schönheit sehen kann, und wo ich die Schönheit und Wahrheit der Schöpfung betrachten und ihre Bedürfnisse verstehen kann.
Ich möchte nicht zurück in Undurchschaubarkeiten, falsche Abhängigkeiten und Gewalt, sondern immer nur weiter Richtung Wahrheit und Liebe, welche für mich die Wesensmerkmale des Göttlichen sind.
Ich erwarte auf meinem Weg nicht nur Sonnenschein und ebene Pfade, doch auf meinem Weg hin zum höchsten Ziel werde ich alle Unannehmlichkeiten und Hindernisse überwinden und mit immer größerer Zuversicht und mit gestärktem Willen daraus hervorgehen.
Wer Wahrheit und Liebe, wie ich es in meinem „Wurzeltext“ beschrieb, ebenfalls als sein Lebensziel ansieht, ist mir als Weggefährte herzlich willkommen. Ich will mit ihm Zuversicht und Hoffnung, Leid und Rückschläge teilen und zusammen mit ihm noch schneller unser Ziel erreichen.
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PEDROS GRUNDSATZTEXT
An einen Menschen…
(Grundsatztext von Pedro)
So weit ich weiß:
Klar, ich kenne nicht die absolute Wahrheit. Ich bin nur ein Mensch. Also kann ich mich total irren in meiner Sichtweise. Doch selbst auf das Risiko hin, zu irren, schreibe ich diesen Text, weil ich versuchen muss, so weit ich das kann, die Frage zu beantworten:
Was werde ich mit der Lebenszeit tun, über die ich verfüge?
- So weit ich weiß…
Eines Tages werde ich sterben. Heute lebe ich. Also muss ich die Frage beantworten. - So weit ich weiß…
Zeit mit unwichtigen Dingen zu verbringen, ist sinnlos. Also kann das Leben nur sinnvoll sein, wenn man es für das Wichtigste nutzt. - So weit ich weiß…
Das Wichtigste, das getan werden muss, ist, das Leiden zu beenden – das Leiden, das wir (die Menschheit) für uns und den Rest der Welt geschaffen haben: dieses Leiden, das wir vor Augen haben. - So weit ich weiß…
Die Wurzel alles Leidens ist unser Egoismus. - So weit ich weiß…
Der einzige Weg, das Leiden zu beenden, ist, unseren Egoismus in Liebe umzuwandeln. - So weit ich weiß…
Wir werden das Leiden nur beenden, wenn jeder Einzelne (ich und du) sich entscheidet, sein egoistisches Verhalten (eines nach dem anderen) in liebevolles Verhalten zu ändern, und wenn jede Gruppe (meine und deine – Paar, Familie, Freunde, Gemeinschaft, Religion, Bewegung, Partei, Organisation, Verein, Unternehmen, Konsortium, Institution,
Dorf, Stadt, Großstadt, Land, Kontinent etc.) sich entscheidet, ihr egoistisches Verhalten in liebevolles Verhalten zu verändern. - So weit ich weiß…
Wir werden das Leiden nur beenden, wenn jeder von uns anfängt und sich anstrengt, sich innerlich zu ändern und dies täglich fortsetzt und nicht damit aufhört. Solange es dieses Leiden noch gibt, sind unsere Mühen noch nicht stark genug. - (So weit ich weiß…
Das Staats- und Geldsystem sind weltweit zwei egoistische Grundlagen unserer Gesellschaft. Sie sind die Grundlagen, die Leiden schaffen. Um das Leiden zu beenden, ist es notwendig, diese egoistische Grundlage unserer Gesellschaft zu zerbrechen.Wir beginnen damit, sie in unserem Leben zu zerbrechen.
So weit ich weiß…
Gewaltfreiheit (Einmütigkeit und gewaltfreie Aktion) und Sich- gegenseitig-beschenken sind liebevolle alternative Grundlagen. Statt Leiden schaffen sie soziale Harmonie. Um das Leiden zu beenden, ist es notwendig, diese liebevollen alternative Grundlagen in unserer Gesellschaft zu entwickeln. Wir fangen mit unserem eigenen Leben an.) - So weit ich weiß…
Dieser innere Wandel ist der einzige ehrliche Sinn, den ich für mein Leben finden kann. Das ist nicht leicht, aber zutiefst glücklich. - So weit ich weiß…
Meine Anstrengungen reichen sicher nicht aus. Es gibt immer noch extrem viel Leid. Also werde ich heute versuchen, mich noch liebevoller statt egoistisch zu verhalten.
Danke für alle Anstrengungen, die ihr bereits in diese Richtung unternommen habt.
Ich liebe euch.
…von einem Menschen
[mein Name ist unwichtig]
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DIE GEWISSENSERKLÄRUNGEN
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DIE KOOPERATIONS-VEREINBARUNG (GE3)
Kooperationsvereinbarung – Gewissenserklärung 3
Die „Schenker“ und „Schenker-Verbündeten“ brauchen keine Angst zu haben, dass die Grundwerte
oder Strukturen der Schenker-Bewegung gegen deren Willen verändert werden. Die
Schenker-Bewegung bleibt in ihrer bisherigen Gestalt wie folgt erhalten:
Die komplette Grundsatztextesammlung (GTS) ist die verbindliche Ausdrucksform der Grundideale.
Über inhaltliche Fragen der Schenker-Bewegung entscheiden die „Schenker“ untereinander im
„Fundierten Konsens“.
Die Schenker-Bewegung besteht aus „Schenkern“ und „Schenker-Verbündeten“.
Der Förderverein der Schenker-Bewegung (ebenso wie der VFS) ist ein „Verbündeten“-Verein, wo die „Gewissenserklärungen“ gelten (siehe dort Satzung, Aufnahmeantrag usw.).
Wenn Menschen, die bisher zur Schenker-Bewegung gehörten, neue eigene Ideen entwickeln, die nennenswert
von den oben genannten Punkten abweichen, sollten sie diese in neuen eigenen Projekten
ausprobieren und sich damit dann von der Schenker-Bewegung unabhängig machen. Dabei wird sie die
„Mutterbewegung“ – die Schenker-Bewegung – unterstützen. Das ist besser, als sich monatelang selbst
zu zerfleischen.
Was auseinander wächst, soll man nicht weiter künstlich zusammenbinden. Diese neuen Projekte können
unter einem neuen Namen (z.B. „Schenker-Sympathisanten-Projekte“) geführt werden. Diese neue
Gruppe (wir nennen sie der Einfachheit halber erstmal „Schenker-Sympathisanten“) entwickelt sich
dazu, nicht mehr die gesamte Theorie (siehe oben) mitzuvertreten, wie es für die Zugehörigkeit zur
Schenker-Bewegung erforderlich ist, sondern nur Teile davon, z.B. nur die sogenannten „vier Sätze“.
Die „vier Sätze“ wären dann der verbindende Teil zwischen den Schenker-Sympathisanten und
der Schenker-Bewegung. Da beide Seiten sich unabhängig verstehen möchten, sind die „Schenker-
Sympathisanten“ (SSy) aber auch völlig frei in ihrer Konzeptentwicklung.
Die „SSy“ leben und arbeiten weiter in den Projekten der alten Schenker-Bewegung- solange,
bis sie sich entscheiden, die „existentiellen Schenker-“ und „Schenker-Verbündeten“-Projekte zu
verlassen.
Die „SSy“ können übergangsweise im Förderverein der Schenker-Bewegung verbleiben, unter
der Bedingung, dass sie die o.g. Grundlagen respektieren und nicht dagegen arbeiten – auf jeden
Fall fair damit umgehen. Neueintritte in den FdSB erfordern natürlich die Annahme der o.g.
Grundlagen, einschließlich der Gewissenserklärungen.
Die „SSy“ sind ansonsten völlig frei in ihren Entscheidungen, können sich jederzeit von der
Schenker-Bewegung abkoppeln und sind dann auch ganz frei von deren Verbindlichkeiten.
Auf diese Weise könnte um die bisherige Schenker-Bewegung ein buntes Umfeld mit vielfältig gestalteten,
sich selbständig machenden alternativen Ansätzen, Experimenten und Projektversuchen entstehen,
die sich gegenseitig in ihrer Verschiedenheit respektieren. Diese können dann unverkrampft und angstfrei
ihre verschiedenen Ansichten diskutieren und in der Praxis erproben.
Seit der Vereinsversammlung vom 28.1.2006 (Gründung des FdSB; für SB und VFS etc. gilt die Vereinbarung schon seit 2004) gilt diese Kooperationsvereinbarung verbindlich
für alle zukünftigen „Schenker“, „Schenker-Verbündeten“ und für Vereinsmitglieder.
Die Schenker
Durch meine Unterschrift auf dem Aufnahmeantrag erkenne ich diese Gewissenserklärung an.
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DIE GEWISSENS-ERKLÄRUNG FÜR (VEREINS-)VERBÜNDETE (GE1)
Gewissenserklärung 1 für „Schenker-Verbündete“
Warum brauchen wir „existentiellen“ Schenker Gewissenserklärungen anstelle von gewaltsam durchsetzbaren
Verträgen und Satzungen?
„Wahrheits- oder Seelenkraft“ statt einklagbarer Verträge!
Wir „Menschen, die mit anderen nur Geschenke austauschen“ (Schenker) glauben, dass die einzige moralische
Quelle von Verbindlichkeit in Wahrheit und Liebe besteht, so dass man sich auf das Gewissen (und
Gott) als tragende Autoritäten berufen kann.
Dementsprechend sehen wir durch Gewalt zustande gekommene, durchgesetzte oder geschützte Regeln,
Vereinbarungen und Verbindlichkeiten als einen wesentlichen Ausdruck zwischenmenschlicher Ungerechtigkeit
an. Somit wird auch deutlich, dass einklagbare (d.h. durch (staatliche) Gewalt garantierte) Verträge
für uns grundsätzlich nicht in Frage kommen. Ein genaueres Verständnis unserer Auffassung von „spiritueller
Gewaltfreiheit“ ergibt sich aus unserer Grundsatztextsammlung.
Es gibt nun „Schenker-Verbündete“, die uns in Form eines Vereins unterstützen wollen. Natürlich wäre es
konsequenter und schöner, wenn Verbündete keinen Verein (eine auf den Staat gegründete „Rechts“-
Form) bräuchten, um uns effektiv zu unterstützen. Es wird auch sinnvoll bleiben, Formen ohne und außerhalb
des Vereins zu entwickeln (besonders vielleicht für radikalere Unterstützungsformen).
Aber für Menschen, die ihre Lebensgrundlagen im wesentlichen in das Staats- und Geldsystem integriert
haben, ist ein solcher Verein als Hilfe für das Engagement sicherlich ein „relativer Fortschritt innerhalb
des grundsätzlich Verkehrten (Lebensrahmens)“.
Wir möchten an dieser Stelle der sehr allgemeinen Beschreibung des Vereinszwecks in der Satzung noch
einige Gedanken bezüglich der Inhalte und Aufgaben des Vereins hinzufügen:
Der Förderverein der Schenker-Bewegung (ebenso wie der VFS) soll das Ziel haben, dass die Menschen, statt einander mit Gewalt und egoistischer Konkurrenz zu bekämpfen, lernen, grundsätzlich umzukehren zu Gewaltfreiheit
und (möglichst bedingungslosem) Teilen miteinander. So dass dann – statt Durchsetzung des irgendwie
äußerlich Stärkeren – sich zeigen kann, wer im vernünftigen und moralischen Sinne Recht hat, und es
vielleicht so einmal zu einer insgesamt verantwortlichen Entwicklung in der Welt führen kann… Ein Zurückfinden
zur natürlichen Einheit des gesamten Lebens der Welt geschehen könnte…
Konkret bemüht sich der Verein – der eigenen, zum Teil strukturell bedingten Inkonsequenz bewusst –
einzelne Menschen und Gemeinschaftsprojekte, die dieses Ideal bereits tatsächlich (bis auf vielleicht „vertretbare
kleine Ausnahmen und redliche Kompromisse“) zu leben versuchen, als Solidaritätshintergrund
auf verschiedenste Weisen zu fördern.
Diese Unterstützungsformen werden vom FdSB/VFS mit viel Phantasie mit zu entwickeln sein. Dabei ist klar,
dass die zu unterstützenden Einzelpersonen und Projekte unabhängig und selbstverantwortlich ihre Projektgestaltung
bestimmen, der Verein dies mit angemessener Bescheidenheit respektiert und unterstützt.
Bereits vorhandene Projekte dieser Art sind das „Haus der Gastfreundschaft“ und andere Lebensexperimente
der „Schenker.“
Der Verein vertritt das gewaltfreie Besitzverständnis, wie es auch von Mahatma Gandhi und seinem Nachfolger
Vinoba vertreten wurde: Dass es statt durch Gewalt und Konkurrenz entstandener, willkürlich gehandhabter
Besitzansprüche eigentlich nur „moralische Nutzungsrechte“ für Menschen in dieser Welt geben
kann, die vor allem auf Verantwortung und gewaltfreiem Teilen gegründet sind… (Siehe dazu auch
das Flugblatt „Gewissenserklärung moralischer Nutzungsrechte.“)
Der FdSB/VFS ist parteipolitisch, weltanschaulich und konfessionell unabhängig. Statt der vielen
Interessenslobbies und „Parteiungen“ versucht er, die Menschen zusammenzuführen, die dem
Gesamtinteresse bzw. dem Allgemeinwohl der Welt in Liebe selbstlos dienen wollen.
Der Verein arbeitet im Bemühen um einen möglichst allgemein gehaltenen „kleinsten nötigen“ Einigungsnenner,
welcher geschwisterliche Zusammenarbeit tragen kann, ohne sie an äußerlichen, einzelnen Unterschieden
der Meinungen, Lebensformen, Religionen oder Kulturen scheitern zu lassen.
Wir halten es für sinnvoll und nötig, dass für unseren Bezug zu dem FdSB/VFS und seinen Mitgliedern eine Art
von Vereinbarung besteht, die unserem „alternativen Rechts- und Verbindlichkeitsverständnis“ entspricht
und eben nicht mit irgendeiner Form von Gewalt (auch staatlicher Gewalt) verbunden ist. Deshalb bitten
wir die Mitglieder des Vereins, mit uns gemeinsam dieses vorliegende Dokument zu unterzeichnen.
Nochmal anders, in Kurzform gesagt:
1. Wir alle sehnen uns zutiefst nach menschlichen Beziehungen, wie wir sie in echten Freundschaften,
Liebesbeziehungen und guten Familien bruchstückhaft schon erfahren. Beziehungen der Liebe,
in denen die Menschen sich mit einander identifizieren, einander vertrauen und ohne gewaltsame
Zwänge oder Kontrollen so miteinander teilen, dass es jedem gleich gut gehen soll. Da erleben
wir wahres Schenken, die Bereitschaft, voll Vertrauen auch einseitig zu geben, ohne Angst,
dabei ausgenutzt oder gar unterdrückt zu werden.
2. Ein gesundes Zusammenleben auf der Basis echter Liebe haben wir erst dann erreicht, wenn wir
so, ohne Misstrauen, Gewalt und kaltes „Abrechnen“ miteinander, freiwillig zu teilen und zu
schenken gelernt haben. (Zumindest bis auf vernachlässigbare Ausnahmen und Schwächen.)
3. Solange wir da noch nicht sind, müssen wir wenigsten ehrlich fühlen, sehen und zugeben können,
wie sehr wir – trotz aller möglichen kleinen Schritte – noch von der wesentlichen „Umkehr“ unseres
Lebens entfernt sind.
4. Wir Schenker, die wir eine solche grundlegende Umkehr vorleben wollen, bauen in unserem Verhältnis
zu anderen Menschen und in den Vereinbarungen mit ihnen nur noch auf ihre moralische
Anständigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Wir verzichten einseitig auf alle Möglichkeiten, Ansprüche
von uns irgendwie gewaltsam durchsetzen zu können (auch mittels Verträgen, Satzungen
usw.).
Deshalb wünschen wir uns andererseits – als Basis einer neuen, anderen Verbindlichkeit, einer freiwilligen
Verbindlichkeit der Wahrheit und Liebe – dass man für Auffassungen, wir wir sie hier und in unserer
Grundsatztextsammlung vertreten, Verständnis aufbringen und sie mit uns teilen kann, egal, wie wenig
man praktisch davon sonst auch leben mag.
Die Schenker
Durch meine Unterschrift auf dem Aufnahmeantrag erkenne ich diese Gewissenserklärung an.
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DIE „GEWISSENS-ERKLÄRUNG MORALISCHER NUTZUNGS-RECHTE“ (GE2)
Gewissenserklärung (2) moralischer Nutzungsrechte
1. Träumt nicht jeder Mensch irgendwo davon, daß diese Welt uns allen, ja allen Menschen als
Brüdern und Schwestern offen stünde? Daß man verantwortlich wie mit einem anvertrauten
Bauernhof oder Garten damit umginge, einfach leben würde und friedlich gemeinsam planen
würde, wie man die Aufgaben und die Früchte verteilt? So daß es allen Menschen gut ginge und
der Mensch „wie eine gesunde Zelle“ sich in den größeren Zusammenhang der Natur einfügen
würde?…
2. In dieser Welt hätte der Mensch nur „moralische Nutzungsrechte“, welche sich aus der „organischen
Einfügung“ in die menschliche Gemeinschaft und in den Lebenszusammenhang der Welt
ergäben. Durch Gewalt gegen andere Menschen oder „aus dem Zusammenhang gerissene“ „Abrechnungsmechanismen“
oder gar bloße Willkür entstehen keine Rechte, nur Unrecht: Stehlen,
Quälen, Morden… Jedes „feste (Privat-)Eigentum“, welches sich der ständigen liebevoll gemeinschaftlichen
Verfügung gemäß dem Allgemeinwohl entzöge, wäre nur „krebsgeschwürartiges Diebesgut“…
Soviel hier zu den idealistischen Vorstellungen der „Menschen, die mit anderen nur
Geschenke austauschen“ (Schenker), welche ausführlich in deren Grundsatztextsammlung
GTS beschrieben sind.
3. Die „Schenker“ wollen immer mehr nur noch Unterstützung von sogenannten „inhaltlichen
Unterstützern“ bzw. „Schenker-Verbündeten“ in Anspruch nehmen. „Inhaltliche Unterstützer“
bzw. „Schenker-Verbündete“ sind Menschen, die diese Ideale als richtig anerkennen, auch
wenn sie praktisch nur mit kleinen Schritten – aus ihrem in der Regel fortbestehenden „bürgerlichen
Leben“ heraus – Unterstützung leisten. Näheres zu „inhaltlicher Unterstützerschaft“ steht in
den diesbezüglichen Texten des „Fördervereins der Schenker-Bewegung e.V“.
Dies gilt – worum es in diesem Text ja geht – natürlich besonders für „moralische Nutzungsrechte“,
die ihnen gewährt bzw.- besser gesagt, da es um eine moralische Realität geht, – „anerkannt“
werden.
4. Grundlage der Verbindlichkeit ist dabei die Wahrheit, Gott oder das Gewissen, die „Verläßlichkeit
des Wortes“… – statt irgendwelcher Formen von Gewalt, Herrschaft, Staat, einklagbaren Verträgen
usw… Diese Form von Verbindlichkeit ist „Schenkern“ und ihren „Verbündeten“ äußerst
wertvoll bzw. (in der Sprache religiöser Menschen) heilig, da darin die Basis liegen soll, daß Menschen
ohne Herrschaft oder Gewalt geordnet zusammenleben können. Es ist ausdrücklich zu betonen,
daß es nicht so sein darf – wie es in bestimmten, sogar „alternativen“ Kreisen tatsächlich
geschehen ist – , daß man trotz eigenem „allgemeinen Reden“ von solchen Idealen („Gewissensoder
Wahrheitsverbindlichkeit statt Verbindlichkeit durch Gewalt oder Herrschaft“; „Besitz- oder
Nutzungsrechte durch gewaltfreies Teilen statt ‘Privateigentum’ durch Konkurrenz und Gewalt“…)
sozusagen „umschaltet“, wenn es wirklich um die praktischen Lebensgrundlagen bzw. den „Ernst
des Lebens“ geht, und plötzlich doch lieber (allein) auf einklagbare Verträge baut; und alles andere
als ziemlich unverbindlich abtut. Umgekehrt muß es sein, in entschiedener Form!
5. Grundlage des Besitzverständnisses sind die beschriebenen „moralischen Nutzungsrechte“.
Aus Sicht von „Schenkern“ und „Verbündeten“ stellen „Schenker-Ausstiegslebensformen“ (Lebensformen,
welche im Sinne der angesprochenen Ideale in ihren Grundstrukturen frei geworden
sind von Maßlosigkeit, Gewalt und Konkurrenz, Staat und Geld: „Freie Erde für freie teilende
Menschen!“) den wertvollsten Beitrag für die Entwicklung in der Welt dar. Dementsprechend hoch
sind die „moralischen Nutzungsrechte“ für „Aussteiger“ einzustufen; sie sind nicht „personen“-,
sondern „inhaltsgebunden“, d.h. von grundsätzlicher Verwirklichung der Ideale abhängig.
6. Ob in Form reiner „Schenker-Projekte“ oder in Form „gemischter Projekte“ zwischen
„Schenkern“ und „Gemäßigteren“ („Verbündeten“), vorrangiges Ziel des Engagements muß der
größtmögliche Freiraum und die bestmögliche bzw. radikalste Entwicklung der „Schenker-
Lebensformen“ sein. „Gemäßigte“ Projekte bzw. Projektbestandteile sind demgegenüber von untergeordneter
Bedeutung und auf dies wichtigere Ziel hinorientiert…
7. Gemäß den auch im Rahmen der Entwicklung des FdSB e.V. geklärten Voraussetzungen „inhaltlicher
Unterstützerschaft“ bzw. des „Verbündeten-Status“ ist die Selbstbestimmung von
„Schenker-Projekten“ zu achten…
Aufnahmeantrag für Vereinsmitglieder des FdSB e.V.
Aufnahmeantrag FdSB 6/9
Wichtige oder auch schwierige Fragen oder gar Meinungsverschiedenheiten zwischen „moralische
Nutzungsrechte“ wahrnehmenden „Schenkern“ und „Gemäßigteren“ (Projektbeteiligten oder Unterstützern)
sind gewaltfrei mittels „Wahrheits- oder Gewissenskraft“ zu lösen. Außer gewaltfreien
Mitteln im direkten Umgang miteinander (z.B. miteinander zu beten usw.) bedeutet das z.B.
den Einbezug anderer moralisch tauglicher Menschen, vor allem anderer „Schenker“, welche ja
mit den Idealen richtig Ernst gemacht haben. Je mehr „Schenker“ im Konsens miteinander eine
Stellungnahme abgeben, desto mehr „autoritativen Wert“ sollte man dem wohl beimessen; ansonsten
möglichst integre andere „inhaltliche Unterstützer“ bzw. „Verbündete“, oder auch eventuell
sogar „Außenstehende“, die zumindest imstande sind, die Ideale zu begreifen und als Beurteilungsmaßstab
anzulegen (!). Gerade in Anfangs- und Aufbausituationen, wo die Zahl der Mitentscheidenden
noch gering ist, ist es wichtig, durch eine ausreichend breite Basis kompetenter
Stimmen eine möglichst hohe Qualität der Entscheidungen zu erreichen und Verzerrungen durch
persönliche „Spezial-Ansichten“ oder „Sonderlichkeiten“ – oder gar Einflußnahmen mittels äußerer
Macht- und Besitzansprüche – effektiv zu vermeiden.
8. Diejenigen, welche für „Aussteiger“ „moralische Nutzungsrechte“ anerkennen, akzeptieren ausdrücklich,
daß das Besitzverständnis „moralischer Nutzungsrechte“ ein viel wertvolleres und verbindlicheres
Besitzverständnis ist als z.B. vom Staat geschütztes „Privateigentum“. Sie verzichten
ausdrücklichst – bei der moralischen Integrität ihrer Persönlichkeit und im Bewußtsein,
daß es um schlimmeren Verrat und Treuebruch gehen würde als bei Ehebruch
oder Verrat unter Frontsoldaten bzw. in anderen lebensgefährlichen Situationen – darauf,
in irgendeiner willkürlichen, der „Wahrheitskraft“ entgegenstehenden Weise die
„moralischen Nutzungsrechte“ wieder in Frage zu stellen.
((Der Treuebruch wäre „schlimmer“ als bei Frontsoldaten, nicht nur weil die „Schenker-
Aussteiger“ mit ihrer extremen Bereitschaft zu Armut und Wehrlosigkeit sehr leicht von den
„Symptomen“ der Weltprobleme (Gewalt, Krieg, Armut…)heftigst getroffen werden können, z.B.
leicht irgendwo „auf der Straße“ erschlagen werden oder im Straßengraben erfrieren können, –
sie setzen sich zudem aus keinem anderen Grund diesen Gefahren aus als dem, daß sie mit ihrem
ganzen, alltäglichen und strukturellen Leben gegen die „Ursachen“ der Weltprobleme ankämpfen
wollen; – das hat eine ganz andere Qualität, als z.B. wegen Alkoholismus zu erfrieren oder im
Krieg an der Front erschossen zu werden… Wieviel Wert hat denn solche „globale“ („Krankheits“-)
Ursachenveränderung?!))
Eventuell berechtigte – nicht besonders wahrscheinliche, siehe 5.) – Infragestellungen der
moralischen Nutzungsrechte von Schenkern müßten sich nach dem Maßstab richten, ob andere
Menschen das Land sinnvoller bzw. moralischer nutzen würden oder bedürftiger danach wären.)
9. Prinzipiell schließt dies Solidarität gegen ein eventuell feindseliges gesellschaftliches Umfeld ein.
Im Falle, sich irgendwie „überlastet“ zu fühlen, wären eher weitere Mitstreiter zu suchen, welche
den Hintergrund der „moralischen Nutzungsrechte“ mitverteidigen bzw. anstelle der eigenen Person
weiterverteidigen (andere „inhaltliche Unterstützer“, FdSB e.V./VFS usw.), statt irgendwie „umzukippen“
oder sich „kleinkriegen“ zu lassen…
BEFREIT DAS LAND ! BESSER NOCH: LEBT ALS FREIE MENSCHEN AUF FREIEM LAND!
Die Schenker
Durch meine Unterschrift auf dem Aufnahmeantrag erkenne ich diese Gewissenserklärung an.
