((Mal wieder was zum Thema „Meinungs-Freiheit“… Passiert ja im Moment wieder viel zu diesem Thema, z.B. bzgl. der Abschieds-Rede von Verfassungsschutz-Präsident Maaßen [siehe https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/linksradikale-kraefte-in-der-spd-das-steht-in-maassens-umstrittener-abschiedsrede/23385486.html ; und https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1068620739975668&id=100004832569316] oder bzgl. des „Buchladen-Streits“ (ob da linke und rechte Bücher gleichzeitig angeboten werden dürfen)…
Ich kopiere dazu mal das neueste Posting hierher, was ich in meinen Schenker-Blog http://www.dieschenker.wordpress.com gestellt habe, anläßlich des derzeitigen „Buchladen-Streits“ [https://www.sueddeutsche.de/kultur/lesung-stokowski-muenchen-1.4197825 ; und https://www.taz.de/Margarete-Stokowski-sagt-Lesung-ab/!5548081/ – wo ich bei der taz meinen hier folgenden Text auch als Kommentar reinschrieb]:))
Auch wenn ich als radikaler System-Aussteiger und Gründer der anarcho-kommunistischen „Schenker-Bewegung“ Vieles am derzeitigen System ablehne — es gibt auch Grund-Werte und tolle System-Strukturen, die ich daran schätze!
Aus meiner Sicht geht in der derzeitigen „Diskussions-(Un-)Kultur“ immer mehr das Grundlagen-Wissen der Demokratie verloren.
Statt Wegbügeln von Gegen-Standpunkten ist in einer Demokratie das größtmögliche Offenlegen und die möglichst gute Sichtbarkeit der Argumente-Qualität aller wählbaren Standpunkte das Grund-Rezept. Die mündigen Bürger brauchen keine Vormünder und keine Vor-Filterung!
Siehe „Beutelsbacher Konsens“.
Um so einer demokratischen Standpunkte-Übersicht und Meinungs-Bildung willen müssten sogar Standpunkte, die schwach sind, schlecht sichtbar, oder untergebuttert, aktiv ‚aus der Versenkung geholt‘ und zu guter Sichtbarkeit gebracht werden… Aktiv!!!
Wenn, dann ist wohl als einziges Selektions-Prinzip für gute demokratische Meinungs-Bildung das Kriterium denkbar, wie markant bzw. ‚orientierungs-wertig‘ für eine umfassende Alternativen-Übersicht verschiedene Standpunkte zum Eintragen auf der „Standpunkte- und Argumente-Landkarte“ taugen… Nicht alles sind gleichermaßen orientierungs-wertige „Berge, Flüsse oder Täler“… Aber solche Selektion hilft eher dabei, dann zu sehen, in welchen Tälern man auch das nicht Abgebildete wird finden können, so wie bei Groß- und Klein-Zoomen von Landkarten…
Ich denke, das müsste eigentlich überall so geschehen, wo demokratische Meinungs-Bildung angestrebt wird, also auch in jedem Buchladen usw…
Und die klare Benennung und Demonstration des eigenen Standpunkts, bzw. Bewertung der anderen Standpunkte ist daneben gut möglich (ja sogar – demokratisch betrachtet – am besten möglich)… Das Aufzeigen, was es alles an Standpunkten gibt, ist nicht sinnvoll auszuspielen gegen das deutliche Hochhalten der eigenen Wahl-Entscheidung und Positionierung…
So wie es auch keine passende Strategie ist, die Supermarkt-Auswahl zu reduzieren, um klare eigene Auswahl zu fördern… – wobei man seine eigenen Konsum-Präferenzen nicht nur ungehindert wählen kann (so wie gleichberechtigt die anderen Menschen auch!) – sondern wo man, wenn man will, seine Auffassungen von „Auswahl-Politik“ auch noch dazu plakativ zum Ausdruck bringen kann – inmitten der großen freien Auswahl z.B., wenn gewollt, durch Hochhalten von Plakaten oder Aufschriften auf eigener Kleidung Derartiges zum Ausdruck bringen könnte (z.B. „Veganism now! Kauft kein Fleisch!“)…
So kann man da „mit dem Portemonnaie abstimmen“ und gern auch noch mit „Demonstrations-Freiheit“, aber ohne gewaltsame, andere bevormundende Planwirtschafts-Eingriffe…
Und sogar wenn ein Geschäft, Supermarkt oder Buchladen aus welchen Gründen auch immer kein landkarten-artiges Sortiment real in seinen Regalen vorweisen will: Das kann ja noch relativ problemlos mit der von mir beschriebenen echten Meinungs-Freiheit vereinbar sein — wenn(!!!) den Kunden auf entsprechenden „Sicht-Tafeln“ (so wie Landkarten eben) die große Landkarten-Übersicht geboten wird… (Bzw. wenn solche „ganzheitlichen Alternativen-Übersichten“ in gut betrachtbarer Form – wie als läge es vor Einem – im Internet präsentiert werden…)
Aber diese Einstellung ist ja im Moment im „Buchladen-Streit“, und insgesamt in der mainstream-politischen Tendenz zu einseitiger Meinungs-Mache und Unterbuttern anderer Standpunkte (bei Frau Stokowski und vielen anderen) nicht(!!!) gegeben…
Da geht es nicht darum, im Moment was rauszupicken für ein spezielles Regal, während man den offenen Blick auf andere Alternativen in irgendeiner Form gut daneben haben mag – sondern man will statt offenem Argumente-Vergleich mit nicht-argumentativen Durchsetzungs-Mitteln andere Standpunkte von der Bühne (am besten allen Bühnen) weg-drängen…
Und das ist zutiefst undemokratisch…
Öff Öff
PS: Im letzten Jahr hörte ich sogar mal, dass die Bücher eines der progressivsten europäischen Friedens- und Alternativ-Projekte, des „Heilungs-Biotops I Tamera“ in Portugal, hier in den deutschen Buchläden Diskriminierungen erleiden würden…
Wie ideologisch verbissen ist die Entwicklung in der Gesellschaft da geworden… Schade, schade…
Und beim Recht auf Meinungs-Freiheit muss uns doch eigentlich egal sein, was jemand dabei als seine Überzeugung äußert! Wie Voltaire mal gesagt haben soll: „Ich mag es noch so ekelhaft finden, was Du als Deine Meinung sagst… Aber ich werde mich mit meinem Leben dafür einsetzen, dass du es frei sagen kannst!“
Und auch wenn man das hier in der TAZ sicher nicht gern liest: Die Abschiedsrede vom Verfassungs-Schutz-Präsident Maaßen müsste diesbezüglich IMHO auch eine große Warn-Fanfare für uns alle sein (ist nicht die Einzige!), wenn wir eine demokratische „offene Gesellschaft“ weiter aufrecht erhalten wollen… [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/linksradikale-kraefte-in-der-spd-das-steht-in-maassens-umstrittener-abschiedsrede/23385486.html ]
[…] mit eigener verblendeter Ideologie-Durchsetzerei… (Siehe dazu auch meine Kommentare hier: https://dieschenker.wordpress.com/2018/11/07/ein-buchladen-kann-nicht-alle-buecher-hinstellen-nur-ei… ) — Ich habe Nuoviso TV übrigens auch schon ein Interview […]